Otto zu Windisch-Graetz

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Otto und Elisabeth Marie zu Windisch-Graetz

Otto Weriand Hugo Ernst Prinz (seit 1902 Fürst) zu Windisch-Graetz (* 7. Oktober 1873 in Grätz; † 27. Dezember 1952 in Lausanne) war ein Adeliger, der durch seine Heirat mit Erzherzogin Elisabeth Marie von Österreich, der so genannten „roten Erzherzogin“, bekannt wurde.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Otto war der zweite Sohn von Prinz Ernst Ferdinand Weriand zu Windisch-Graetz (1827–1918) und Prinzessin Kamilla zu Oettingen-Oettingen und Oettingen-Spielberg (1845–1888). Erzherzogin Elisabeth Marie von Österreich (1883–1963), Tochter von Kronprinz Rudolf und Kronprinzessin Stephanie sowie Enkelin von Kaiser Franz Joseph I. und Kaiserin Elisabeth, verliebte sich im September 1900 in Otto.

Otto war eigentlich seiner Braut nicht voll ebenbürtig (da zwar von hohem Adel, aber nur aus standesherrlicher Familie); gleichwohl stimmte der Kaiser der Verbindung zu und erhob den Bräutigam anlässlich der Heirat (am 23. Januar 1902 in Wien) in den persönlichen Fürstenstand, während gleichzeitig seine Gattin auf alle Thronansprüche verzichten musste.

Nach dem Ersten Weltkrieg siedelte er nach Jugoslawien (Slowenien) über und lebte auf seinen Ländereien nahe Bled. Das Ehepaar trennte sich 1924.

Militärische Laufbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er trat 1891 als Zögling in die k. u. k Kavallerie-Kadettenschule in Mährisch-Weißkirchen ein, die er in zwei Jahren mit mäßigem Erfolg absolvierte. 1894 bis 1895 besuchte er die Brigadeoffiziersschule in Olmütz und wurde mit 1. Mai 1895 zum Leutnant befördert. Nach einer zweijährigen Stationierung in Brünn erfolgte 1899 seine Ernennung zum Oberleutnant und sein Eintritt in die Kriegsschule, die er 1901 mit gutem Erfolg abschloss.[1]

Im Ersten Weltkrieg kommandierte er ein Bataillon Tiroler Jäger.

Tod[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Otto starb 1952 in Lausanne (Schweiz). Beerdigt ist er auf dem Friedhof in Lugano-Castagnola.

Sportliches Engagement[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er war ein exzellenter Reiter, sehr guter Schwimmer, Turner und Fechter. 1911 wurde er Präsident des Österreichischen Zentralverband für gemeinsame Sportinteressen, der auch die Funktion des Olympischen Komitees einnahm. In dieser Eigenschaft wurde er auch in das Internationale Olympische Komitee berufen, dem er von 1911 bis 1919 angehörte. Den Olympischen Kongress in Paris 1914 eröffnete er als das ranghöchste adlige Mitglied des IOC.[2] Als das IOC 1921 beschloss, ihn wieder aufzunehmen, lehnte er dies ab, da er nicht mehr in Österreich wohne.[3]

Nachkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Franz Josef Windisch-Graetz (* 1904 in Prag; † 1981 in Nairobi)[4], geb. Prinz Franz Josef Marie Otto Antonius Ignatius Oktavianus zu Windisch-Graetz;
    1. ⚭ (1934 in Brüssel) Ghislaine Windisch-Graetz (* 1912 in Ixelles/Elsene; † 1997 in Namur), geb. Gräfin d’Arschot Schoonhoven.
  2. Ernst Windisch-Graetz (* 1905 in Prag; † 1952 in Wien)[4], geb. Prinz Ernst Weriand Maria Otto Antonius Expeditus Anselmus zu Windisch-Graetz:
    1. ⚭ (1927 in Wien) Ellen Windisch-Graetz (* 1906 in Scheibbs; † 1982 in Wien), geb. Ellen Skinner; gesch. 1938, annulliert 1940;
    2. ⚭ (1947 in Schwarzenbach an der Pielach) Eva Windisch-Graetz (* 1921 in Wien), geb. Eva Isbary (adelshistorisch: Freiin Isbary).
  3. Rudolf Johann Windisch-Graetz (* 1907 in Ploschkowitz (Ploskovice); † 1939 in Wien)[4], geb. Prinz Rudolf Johann Maria Otto Joseph Anton Andreas zu Windisch-Graetz.
  4. Stephanie Björklund, verw. Gräfin d’Alcantara de Querrieu (* 1909 in Ploschkowitz (Ploskovice); † 2005 in Uccle/Ukkel)[4], geb. Prinzessin Stephanie[5] Eleonore Maria Elisabeth Kamilla Philomena Veronika zu Windisch-Graetz
    1. ⚭ (1933 in Brüssel) Graf Pierre d’Alcantara de Querrieu (* 1907 in Bachte-Maria-Leerne/Deinze; † 1944 KZ Oranienburg);
    2. ⚭ (1945 in Brüssel) Carl Axel Björklund (* 1906 in Högsjö; † 1986 in Anderlecht).

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Friedrich Weissensteiner: Die rote Erzherzogin. Das ungewöhnliche Leben der Tochter des Kronprinzen Rudolf. Österreichischer Bundesverlag, Wien 1984.
  • Ghislaine Windisch-Graetz: Kaiseradler und rote Nelken. Das Leben der Tochter des Kronprinzen Rudolf. Amalthea, Wien/München 1992, ISBN 3-85002-264-1.

Belege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Friedrich Weissensteiner: Die rote Erzherzogin. Das ungewöhnliche Leben der Elisabeth Marie, Tochter des Kronprinzen Rudolf. Piper Verlag GmbH, München-Berlin 1993, ISBN 978-3-492-24538-8, S. 77.
  2. Arnd Krüger: Forgotten Decisions: The IOC on the Eve of World War I. OLYMPIKA: The International Journal of Olympic Studies 6(1997), 85–98; http://library.la84.org/SportsLibrary/Olympika/Olympika_1997/olympika0601g.pdf
  3. Buchanan/Lyberg: Biographies of all. IOC Members. 72 – Prince Otto Hugo Ernest de Windisch-Grätz; http://library.la84.org/SportsLibrary/JOH/JOHv18n1/JOHv18n1m.pdf
  4. a b c d Friedrich Weissensteiner: Die rote Erzherzogin. Das ungewöhnliche Leben der Elisabeth Marie, Tochter des Kronprinzen Rudolf. Piper Verlag GmbH, München-Berlin 1993, ISBN 978-3-492-24538-8, S. 123 f., S. 223–227.
  5. Auch Stefanie, vgl. AbsolventInnen GRG1 Stubenbastei 1010 Wien. (Memento des Originals vom 7. Juni 2011 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.stubenbastei.at Maturajahrgang 1927: Windisch-Graetz Stefanie. Abgerufen am 16. Juni 2011.