Uccle/Ukkel

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Uccle
Ukkel
Uccle Blason.svg Flag of Uccle.svg
UccleUkkel (Belgien)
UccleUkkel
Uccle
Ukkel
Staat: Belgien
Region: Brüssel-Hauptstadt
Provinz: (seit 01.01.1995 „entprovinzialisiert“)
Bezirk: Brüssel-Hauptstadtwub
Koordinaten: 50° 49′ N, 4° 21′ OKoordinaten: 50° 49′ N, 4° 21′ O
Fläche: 22,91 km²
Einwohner: 82.307 (1. Jan. 2017)
Bevölkerungsdichte: 3.593 Einwohner je km²
Postleitzahl: 1180
Vorwahl: 02
Bürgermeister: Marc Cools (MR), kommissarisch
Adresse der
Kommunalverwaltung:
Place Jean Vander Elst 29
1180 Uccle

Jean Vander Elstplein 29
1180 Ukkel
Website: www.uccle.be
www.ukkel.be
lblelslh

Uccle [ykl] (französisch) oder Ukkel [ˈɵkəl] (niederländisch) ist eine von 19 Gemeinden der zweisprachigen Region Brüssel-Hauptstadt in Belgien. Sie hat 82.307 Einwohner (Stand 1. Januar 2017) auf 22,9 Quadratkilometern.

Uccle/Ukkel liegt im Süden der Stadt und grenzt an die Brüsseler Teilgemeinden Forest/Vorst, Ixelles/Elsene, Brüssel und Watermael-Boitsfort/Watermaal-Bosvoorde sowie an die flämischen Fazilitäten-Gemeinden Sint-Genesius-Rode, Linkebeek und Drogenbos. Uccle/Ukkel ist nach der Stadt Brüssel die flächengrößte Gemeinde der Hauptstadtregion.

Die Gemeinde hat Anteil am südlichen Stadtwald, dem Forêt de Soignes/Zoniënwoud, die an ihn angrenzenden Wohngebiete gehören zu den vornehmsten der belgischen Hauptstadt. Hier besitzen viele reiche Persönlichkeiten ihre Villen auf riesigen, teilweise parkähnlichen Grundstücken. Zu den bekannten Einrichtungen in Uccle/Ukkel zählen die Königliche Sternwarte, das Königliche Meteorologische Institut sowie Einrichtungen der Universität Lüttich und das Collège Saint-Pierre, eine 1905 gegründete Schule.

Uccle/Ukkel hat fünf Vorortbahnhöfe der Nationalen Gesellschaft der Belgischen Eisenbahnen und wird von den Straßenbahnlinien 3, 23, 52, 55, 90, 91 und 92 angefahren.

Die russisch-orthodoxe Kirche in Uccle/Ukkel

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Uccle/Ukkel regiert eine Koalition aus dem liberalen Mouvement Réformateur, der sowohl 2006 als auch 2012 bei den Kommunalwahlen die absolute Mehrheit geholt hat, den Humanisten des Centre Démocrate Humaniste und den frankophonen Regionalisten des Démocrate Fédéraliste Indépendant mit dem ehemaligen Senatspräsidenten Armand De Decker als Bürgermeister.

Im Rahmen der Anschuldigungen in der Kazakhgate-Affäre um den kasachischen Geschäftsmann Patokh Chodiev ist Armand De Decker am 17. Juni 2017 zurückgetreten. Die Amtsgeschäfte führt zunächst der erste Beigeordnete Marc Cools weiter.[1]

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Haupttribüne des Stadions „De Ganzenvijver/Stade du Vivier d’Oie“

Im Stadtviertel Diesdelle, das als das reichste Stadtviertel Belgiens gilt (2015), liegt das Stadion Ganzenvijver/Vivier d’Oie, das eines der ältesten Stadien Belgiens ist und das erste Fußballstadion auf dem europäische Festland mit einer aus Beton erbauten Haupttribüne, die noch besteht und unter Denkmalschutz steht. In dem Stadion erlebte der Verein Racing Club de Bruxelles seine erfolgreichsten Jahre und wurde zwischen 1897 und 1908 sechsmal belgischer Fußballmeister. Später zog der Verein in das Dreilindenstadion.

In dem Stadion Ganzenvijver/Vivier d’Oie fand auch das erste kontinentaleuropäische Länderspiel überhaupt statt. Am 1. Mai 1904 standen sich die Nationalmannschaften von Belgien und Frankreich gegenüber, das Spiel endete 3:3. Nach dem Spiel vereinbarte der Vereinssekretär vom Racing Club Louis Muhlinghaus mit seinen französischen Kollegen die Gründung der FIFA, die drei Wochen später in Paris erfolgte und bei der er zum ersten Generalsekretär gewählt wurde.[2]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ovide Decroly (1871–1932), belgischer Reformpädagoge, der in Uccle/Ukkel eine Schule unterhielt und dort 1932 verstarb
  • Leopold Fleischhacker (1882–1946), der deutsche Bildhauer und Emigrant lebte zuletzt in Uccle/Ukkel, wo er 1946 verstarb.

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Uccle/Ukkel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. J. Bes: Uccle: Armand De Decker démissionne de son poste de bourgmestre. In: La Libre Belgique, 17. Juni 2017
  2. Filip van der Elst, Maarten Verdoodt: Ganzenvijver Ukkel. Bruzz Nr. 1580 am 25.08.2017, Seiten 24–25