Palladiummünze

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Als Palladiummünzen werden Münzen aus dem Edelmetall Palladium (Pd) bezeichnet. Anders als Gold-, Silber- und Platinmünzen werden sie erst seit 1966 geprägt. Palladiummünzen werden entweder als Anlagemünzen oder als Gedenkmünzen für Sammler emittiert.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

"Palladium-Ballerina"

Im Jahre 1966 stellte die afrikanische Republik Sierra Leone von einer Gedenkprägung in Gold auch 100 Münzen aus Palladium her. Die erste „offizielle“ Prägung einer Palladiummünze verwirklichte das Königreich Tonga, das zur Krönung seines Königs Taufa'ahau Tupou IV. Gedenkmünzen zu ¼ Hau, ½ Hau und 1 Hau aus dem Edelmetall emittierte.

Ein Jahr später erschienen ebenfalls aus Tonga Palladiummünzen mit dem Aussehen der 1967er-Ausgabe, jedoch mit einem kleinen Stempel neben dem Königsbild, der auf den 50. Geburtstag des Königs hinweist.

Erst 1987 erschienen die nächsten Palladiumprägungen der Länder Frankreich, Portugal, Isle of Man, den Bermuda-Inseln und wiederum Tonga.

Aus Frankreich gibt es zudem Pd-Münzen der Jahre 1988 und 1989. Die Gedenkmünze „Freiheitsstatue“ mit der Jahreszahl 1986 wurde erst 1989 ausgegeben.

Von 1988 bis 1995 prägte Russland 25 verschiedene Pd-Münzen als Anlagemünzen (Ballerinas) und Gedenkmünzen. Portugal fügte seinem Programm Portugiesische Entdeckungen 1987, 1989, 1991 und von 1993 bis 2000 jeweils eine Palladiummünze zu und Australien prägte von 1995 bis 1998 den Emu als Anlagemünze.

Darüber hinaus gibt es noch Palladiumprägungen aus Samoa (1988) und der Schweiz (1989/1990).

Als 1999 der Preis für Palladium sehr stark anstieg und 2001 mit rund 1100 US$ pro Unze seinen Höhepunkt erreichte, verabschiedeten sich nach und nach alle Länder von der Prägung von Palladiummünzen und viele Münzen wurden zur Edelmetallgewinnung eingeschmolzen.

Erst 2004 wagte China mit der Herausgabe seiner Anlagemünze Panda, (neben Gold, Silber und Platin) in Palladium, einen neuen Versuch einer Palladiumprägung. Diese Münze hatte eine Auflage von 8.000 Exemplaren. Die Isle of Man und der souveräne Indianerstamm der Poarch Creek-Indianer in den USA schlossen sich 2004 mit Palladiumprägungen an.

Von 2005 bis 2007 und 2009 prägte Kanada die Anlagemünze Maple Leaf neben Gold und Silber auch aus Palladium in vergleichsweise hoher Auflage.

2009 gab die Isle of Man eine Münze zum 20. Jahrestag des Berliner Mauerfalls mit einem Gewicht von einer Unze und einer Auflage von 1000 Exemplaren heraus. Zusätzlich wurden noch 20 Münzen in doppelter Dicke (2 Unzen) geprägt.

Ebenfalls 2009 emittierten die Cook-Inseln eine 1-Unzen-Palladium-Münze als Auftragsprägung mit dem Segelschiff „Bounty“ als Motiv.

Darüber hinaus gibt es Mischmetall-Münzen, die Palladium enthalten, bzw. sogenannte Bi-, Tri- und Quadmetall-Münzen. Letztere wurde erstmals 2007 als Prägung der Britischen Jungferninseln aus Gold, Silber, Platin und Palladium emittiert.

Reinheit und Gewicht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Palladiummünzen werden in der Regel aus reinem Palladium hergestellt. Der Feingehalt beträgt hierbei 999,5/1000. Lediglich die erste Prägung aus Tonga von 1967 hatte einen Feingehalt von 980/1000 und die französischen Prägungen von 1986 bis 1989 bestehen zu 90 % aus Palladium.

Die Maple Leaf aus Palladium hat einen Feingehalt von 999,5/1000.

Palladiummünzen gibt es in den Größen 1/5 Unze (Isle of Man 2004), ¼ Unze, ½ Unze, 1 Unze und 2 Unzen. Eine Unze hat ein Gewicht von 31,1 Gramm.

Palladiummünzen heute[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2005 ist das Interesse der Münzsammler an Palladiummünzen stark gestiegen. Dies hat mehrere Gründe:

  1. Die Prägung von Anlagemünzen aus China und Kanada hat die Münzen bekannter gemacht.
  2. Der Spot-Preis für das Edelmetall zeigte besonderes in 2009 eine im Vergleich zu den anderen drei gängigen Edelmetallen Gold, Silber und Platin, die weitaus beste Performance.
  3. Besonders russische Münzen werden von Sammlern aus den osteuropäischen Ländern verstärkt gesucht.

Für eine prägefrische Palladiummünze im Gewicht von einer Unze zahlt man ab 525 Euro aufwärts, je nach Seltenheit.

In Deutschland werden Palladiummünzen wie Platinmünzen beim Kauf derzeit mit 19 % Mehrwertsteuer belegt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • René Frank: Eine Seltenheit: Palladiummünzen – Warum es bei so wenigen Ausgaben schwierig ist, den Überblick zu behalten, Fachzeitschrift „moneytrend“ (Wien) 02/2005, S. 184–189
  • René Frank: „Palladium-Münzkatalog 2014“, Regenstauf 2014, ISBN 978-3-86646-846-7

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]