Paradise (Bordell)

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Das Paradise ist ein Großbordell in Leinfelden-Echterdingen bei Stuttgart.[1][2]

Bordell[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Bordell liegt in der Nähe der Messe Stuttgart und des Stuttgarter Flughafens. Er entstand durch den Umbau eines Lagerhauses. Es wurde 2008 eröffnet und verfügt über 5800 Quadratmeter Fläche, verteilt auf fünf Etagen. Die Investitionen betrugen insgesamt sechs Millionen Euro. Es hält eine Reihe von Wellness-Angeboten, zum Beispiel eine Sauna vor. Die Einrichtung wird von 56.000 Kunden jährlich besucht. Die Frauenzeitschrift Emma schätzt den Umsatz auf etwa 5 Millionen Euro.[3] Die Geschäftsführung berichtet über „einen hauseigenen Gynäkologen“, zwei Frauenbeauftragte und einen Runden Tisch, an dem regelmäßig Gespräche mit dem Ordnungsamt, der Finanzverwaltung und der örtlichen Polizei stattfänden.[1]

Im Juni 2009 wurde ein Zuhälter wegen schweren Menschenhandels, Zuhälterei und – in einem zweiten Fall – wegen schwerer Körperverletzung zu sechseinhalb Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Er hatte seine zum Tatzeitpunkt 18 Jahre alte Freundin zur Prostitution unter anderem im Paradise gezwungen.[4]

Die ARD sendete im Juni 2013 eine Dokumentation über das Bordell und die Profite in der Prostitution.[5] Berichtet wurde in dieser Dokumentation auch über Tendenzen des Sextourismus in diesem Bordell aufgrund einer der liberalsten Gesetzgebungen weltweit.[6][7] Der Betreiber Jürgen Rudloff wurde in die ARD-Fernsehsendung Günther Jauch im November 2013 eingeladen.[8] Die Einladung wurde von Emma kritisiert.[9]

Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Paradise Island Entertainment GmbH wird von Jürgen Rudloff geführt. Das Unternehmen betreibt oder plant weitere Standorte mit selbständigen Betreibergesellschaften[10], etwa ein am 3. Juli 2014 eröffnetes Großbordell mit 4500 m² im Ortsteil Burbach von Saarbrücken mit einem Fokus auf französische Kunden.[11] Auf Sylt plante das Unternehmen ein Bordell bis Anfang 2014 in einem ehemaligen Kinogebäude; nach lokalem Widerstand wurde das Projekt dann aber fallengelassen.[12][13][14] Zu den weiteren Standorten zählen Graz-Liebenau in Österreich und Frankfurt am Main.[11]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Uwe Buse: Der perfekte Puff. In: Spiegel Online, 30. Mai 2009, abgerufen am 6. April 2016.
  2. Viola Volland: Sextouristen reisen nach Stuttgart. In: Stuttgarter Zeitung, 9. Juni 2013. Abgerufen am 6. Januar 2014.
  3. Chantal Louis: Deutschlands Sonderweg. In: Emma, Ausgabe Herbst 2012, 1. Oktober 2012. Abgerufen am 6. Januar 2014.
  4. Zuhälter-Spur führt ins „Paradise“. In: Stuttgarter Nachrichten.
  5. Sex – Made in Germany. Prostitution und ihre Profiteure. Fernsehdokumentation, ARD, 10.  Juni 2013.
  6. Stuttgarter Zeitung (online)
  7. Osnabrücker Zeitung (online)
  8. Simone Meyer: Manche studieren Informatik und werden dann Hure. In: Die Welt, 11. November 2013. Abgerufen am 6. Januar 2014.
  9. Bordellbetreiber bei Jauch! In: Emma, 9. November 2013. Abgerufen am 6. Januar 2014.
  10. http://www.the-paradise.de/images/upload/press/92e1094848/normal/Paradise_Praesentation.pdf
  11. a b Céline Lauer: Puff-König wünscht sich „ein bisschen Dankbarkeit“. In: Die Welt, 27. Mai 2014, abgerufen am 6. April 2016.
  12. http://www.abendblatt.de/region/article123904179/Von-Prostitution-war-in-dem-Antrag-keine-Rede.html
  13. https://www.welt.de/print/die_welt/hamburg/article124402987/Sylt-soll-komplett-zum-Sperrbezirk-werden.html
  14. http://www.shz.de/lokales/sylter-rundschau/kampf-gegen-bordell-sylt-wird-sperrgebiet-id5571506.html

Koordinaten: 48° 41′ 51,5″ N, 9° 9′ 47,9″ O