Parlamentswahl in Finnland 1917

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Ergebnis (in %) [1]
 %
50
40
30
20
10
0
44,8
30,2
12,4
10,9
1,6
0,1
Sonst.
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 1916
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
-2,5
± 0,0
+3,4
-0,9
-0,2
+0,2
Sonst.
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
b Die SP trat in einem Bündnis mit der NSP und der Volkspartei zur Wahl an.
Sitzverteilung
      
Von 200 Sitzen entfallen auf:
  • SDP: 92
  • Sonst.: 5
  • NSP: 24
  • RKP: 21
  • ML: 26
  • SP: 32

Die Parlamentswahl in Finnland 1917 (finnisch Eduskuntavaalit 1917; schwedisch Riksdagsvalet 1917) fand am 1. und 2. Oktober 1917 statt. Es war die Wahl zum 8. finnischen Parlament.

Der russische Regierungschef Alexander Kerenski hatte zuvor die Auflösung des finnischen Parlaments veranlasst um Neuwahlen durchzuführen. Es waren die letzten Parlamentswahlen unter russischer Herrschaft. Gewählt wurden 200 Abgeordnete.

Teilnehmende Parteien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es traten 7 verschiedene Parteien zur Wahl an:

Partei Ausrichtung Spitzenkandidat
Sozialdemokratische Partei Finnlands
Suomen Sosialidemokraattinen Puolue (SDP)
Finlands Socialdemokratiska Parti
sozialdemokratisch Kullervo Manner
Finnische Partei
Suomalainen Puolue (SP)
Finska partiet
konservativ-fennoman
Jungfinnische Partei
Nuorsuomalainen Puolue (NSP)
Ungfinska partiet
national-liberal
Schwedische Volkspartei
Ruotsalainen Kansanpuolue (RKP)
Svenska Folkpartiet (SFP)
liberal Eric von Rettig
Landbund
Maalaisliitto (ML)
Agrarförbundet
agrarisch Santeri Alkio
Christlicher Arbeiterbund Finnlands
Suomen Kristillisen Työväen Liitto (KTL)
Finlands kristliga arbetarförbund
christlich-sozialdemokratisch
Volkspartei
Kansanpuolue
agrarisch

Wahlergebnis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wahlbeteiligung lag bei 69,2 Prozent und damit 13,7 Prozentpunkte über der Wahlbeteiligung bei der letzten Parlamentswahl 1916.[1]

Die Sozialdemokraten konnten ihre absolute Stimmenanzahl wie 1916 stark ausbauen, aufgrund der deutlich höheren Wahlbeteiligung sank jedoch der relative Stimmenanteil um 2,5 Prozentpunkte womit die Sozialdemokraten ihre alleinige Mehrheit im finnischen Parlament verloren. Die Finnische Partei, die Jungfinnische Partei und die das erste und letzte Mal bei Parlamentswahlen teilnehmende Volkspartei stellten in allen Wahlkreisen außer in Lappland ein Wahlbündnis.

Großer Gewinner der Wahl war der Landbund, der sieben Sitze dazugewann und erstmals stärker als die Schwedische Volkspartei wurde. Der Christliche Arbeiterbund verlor seinen einzigen Sitz.

Ergebnis der Parlamentswahl in Finnland 1917
Partei Stimmen Sitze
Anzahl  % +/− Anzahl +/−
Sozialdemokratische Partei Finnlands (SDP) 444.670 44,79 −2,50 92 −11
Finnische Partei (SP) 299.516 30,17 32 −1
Jungfinnische Partei (NSP) 24 +1
Volkspartei 5 +5
Landbund (ML) 122.900 12,38 +3,38 26 +7
Schwedische Volkspartei (RKP) 108 190 10,90 −0,86 21
Christlicher Arbeiterbund Finnlands (KTL) 15.489 1,56 −0,28 −1
Sonstige 1.997 0,20 +0,09
Gesamt 992.762 100,00 200
Gültige Stimmen 992.762 99,51
Ungültige Stimmen 4.903 0,49
Wahlbeteiligung 997.665 69,23
Wahlberechtigte 1.441.075 100,00
Quelle:[1][2][3]

Nach der Wahl[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pehr Evind Svinhufvud von der Jungfinnischen Partei wurde erster Ministerpräsident des unabhängigen Finnland. Er leitete eine Mitte-rechts-Koalition aus Jungfinnischer Partei, Schwedischer Volkspartei, Finnischer Partei und Landbund. Die Sozialdemokraten erklärten die Neuwahl für nicht legitim, boykottierten das Parlament allerdings nicht. Am 4. Dezember 1917 schlug die Regierung Svinhufvud dem Parlament die Unabhängigkeit vor. Der Vorschlag wurde am 6. Dezember vom Landtag angenommen. Die bolschewistische Regierung in Russland bestätigte schließlich die Unabhängigkeit. Nach dem Svinhufvud im Mai 1918 unter dem Hintergrund des finnischen Bürgerkrieges, der im Januar ausgebrochen war, von den konservativen, sogenannten „weißen“ Kräften, zum Staatschef gewählt wurde, wurde Juho Kusti Paasikivi sein Nachfolger als Ministerpräsident. Nach einem halben Jahr löste Lauri Ingman mit einer Koalition aus Sammlungspartei, Schwedischer Volkspartei und Fortschrittspartei die Regierung Paasikivi ab. Zu diesem Zeitpunkt reichten deren 77 Sitze im Parlament für die Mehrheit aus, da nach dem finnischen Bürgerkrieg die Sozialdemokraten dem Parlament fernblieben.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Offizielles Ergebnis der Parlamentswahl 1917 yle.fi (Finnisch)
  2. Eduskuntavaalit 1907–2003 (Memento vom 24. Januar 2007 im Internet Archive), vaalit.fi, PDF-Datei (Finnisch)
  3. Eduskuntavaalit vuonna 1917 doria.fi, PDF-Datei (Finnisch)