Finnisches Parlament

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Eduskunta
Riksdagen
Finnisches Parlament
Logo Parlamentsgebäude
Logo Gebäude
Basisdaten
Sitz: Helsinki
Legislaturperiode: 4 Jahre
Erste Sitzung: 25. Mai 1907
Abgeordnete: 200
Aktuelle Legislaturperiode
Letzte Wahl: 19. April 2015
Nächste Wahl: voraussichtlich 14. April 2019
Vorsitz: Parlamentspräsidentin
Paula Risikko (KOK)
         
Sitzverteilung:
  • KESK 49
  • KOK 38
  • SDP 35
  • SIN 19
  • PS 17
  • VIHR 15
  • VAS 12
  • RKP 10
  • KD 5
  • Website
    web.eduskunta.fi
    An der Stirnseite des Plenarsaals befinden sich das Präsidium und der Stenografische Dienst, links davon Rednerpult und Regierungsbank. Über dem Abgeordnetenrund bieten Logen Platz für Zuschauer und Medienvertreter.
    Wandelhalle

    Das finnische Parlament (finnisch eduskunta, wörtl. Vertretergemeinde; schwedisch riksdagen, wörtl. Reichstag) ist ein Einkammer-Parlament mit 200 Abgeordneten und hat seinen Sitz in Helsinki. Parlamentspräsident ist seit 2018 Paula Risikko.

    Verfassung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Gemäß dem finnischen Grundgesetz vertritt der Reichstag das Volk und übt die gesetzgebende Gewalt aus. Weiterhin entscheidet es über den Staatshaushalt, ratifiziert internationale Verträge und überwacht die Arbeit der Regierung. Es kann die Verfassung ändern, die Regierung absetzen und Vetos des Präsidenten überstimmen. Verfassungsänderungen muss das Parlament zweimal in zwei unterschiedlichen Legislaturperioden, zwischen denen eine Reichstagswahl stattfindet, zustimmen.

    Wahlrecht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    1906 wurde in Finnland das allgemeine, gleiche, freie und direkte Wahlrecht für Frauen und Männer eingeführt. Finnland gewährte Frauen damit als erstes Land in Europa das Wahlrecht,[1] weltweit war das finnische Parlament das erste Landesparlament, in das Frauen gewählt wurden. Wahlberechtigt sind Bürger mit finnischer Staatsangehörigkeit ab 18 Jahren; auch die, die ständig im Ausland wohnen. Die Abgeordneten werden für vier Jahre nach dem Verhältniswahlrecht gewählt. Für die Reichstagswahl ist Finnland in 13 Wahlkreise aufgeteilt. Die Anzahl der Abgeordneten eines Wahlkreises bestimmt sich nach der Bevölkerungszahl, mit Ausnahme von Åland, das stets einen Abgeordneten stellt. Die Verteilung der Mandate erfolgt nach dem D’Hondt-Verfahren, wobei die Wähler entscheiden, welchem Kandidaten der von ihnen bevorzugten Partei sie ihre Stimme geben. Eine explizite Sperrklausel gibt es nicht, durch die Anzahl der jeweils vergebenen Sitze in den Wahlkreisen benötigt eine Partei aber trotzdem eine schwankende Mindeststimmenzahl, um ein Mandat zu erhalten.

    Der Wahltag lag von 1966 bis 2007 bei regulären Wahlen im März, 2011 und 2015 wurde im April gewählt.

    Wahl 2015[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Wahl 2011[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Stärkste Kraft wurde 2011 mit 20,4 % die konservative Sammlungspartei unter der Führung von Jyrki Katainen. Die größten Gewinne verzeichnete allerdings die Protestpartei «Wahre Finnen». Die Zentrumspartei zog sich als Wahlverliererin aus der Regierung zurück. Sie wurde durch eine breite Koalition aus Sammlungspartei, Sozialdemokraten, Linkspartei, Grünen, Schwedischer Volkspartei und Christdemokraten ersetzt (Regierung Katainen). Nach dem Fraktionsaustritt von zwei Abgeordneten der Linken verfügte diese Koalition über 124 von 200 Sitzen im Reichstag. Im Oktober 2013 schlossen die Basisfinnen ihr Mitglied James Hirvisaari aus der Partei aus. Er trat daraufhin der Kleinpartei Muutos 2011 bei. Am 25. März 2014 trat das Linksbündnis aus der Koalition aus.

    Sitzverteilung seit 1907[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Gebäude[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    Das Reichstagsgebäude (eduskuntatalo) wurde 1926/31 von J.S. Sirén errichtet.

    Das Reichstagsgebäude (finnisch eduskuntatalo, schwedisch riksdagshuset) liegt im zentralen Helsinki an der Straße Mannerheimintie. Das Gebäude wurde von dem Architekten Johan Sigfrid Sirén im neoklassizistischen Stil entworfen. Der Bau begann 1926, die offizielle Eröffnung fand am 7. März 1931 statt. 1978 wurde das Parlament durch einen dreiteiligen Gebäudekomplex erweitert. Moderne Abgeordnetenbüros, ein Besucherzentrum und ein viel frequentiertes Restaurant befinden sich im jüngsten Anbau aus dem Jahr 2004, dem sogenannten Kleinen Parlament (pikkuparlamentti, lilla parlamentet).

    Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

    1. Oskar Niedermayer, Richard Stöss und Melanie Haas: Die Parteiensysteme Westeuropas. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2006. S. 145.

    Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

     Commons: Finnisches Parlament – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

    Koordinaten: 60° 10′ 21″ N, 24° 55′ 58″ O