Patrick Moore (Astronom)

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Sir Patrick Moore

Sir Patrick Alfred Caldwell-Moore (CBE, FRS, FRAS; * 4. März 1923 in Pinner, Middlesex; † 9. Dezember 2012 in Selsey, West Sussex[1][2]) war ein englischer Astronom, Autor zahlreicher populärwissenschaftlicher und einiger Science-Fiction-Bücher und Fernsehmoderator.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit Patrick Moore sechs Jahre alt war, wohnte er in Sussex, England. Zwischen seinem siebten und zwölften Lebensjahr war Patrick Moore häufiger krank, so dass er die Schule nicht besuchen konnte und zumeist zu Hause unterrichtet wurde. In dieser Zeit bekam er von seiner Mutter eine Ausgabe von The Story of the Solar System, die seine lebenslange Leidenschaft für die Astronomie weckte.

Während des Zweiten Weltkrieges diente er als Navigator beim Bomberkommando der Royal Air Force. Um überhaupt in die Royal Air Force aufgenommen zu werden, hatte er seine Gesundheitszeugnisse gefälscht und ein falsches Alter angegeben (Moore war beim Eintritt erst siebzehn Jahre alt).

Gegen Ende des Krieges begann er, mit selbstgebauten Spiegelteleskopen von seinem Garten aus den Mond zu beobachten. Seine ausführlichen Beobachtungen, Aufzeichnungen und Karten machten ihn zu einem Experten auf diesem Gebiet.1968 prägte er den Begriff Transient Lunar Phenomena.[3]

1959 benutzte die Sowjetunion seine Karten, um sie mit den ersten Fotos der Lunik-3-Mission zu vergleichen. Er war auch bei der Vorbereitung der Apollo-Missionen beteiligt, um einen geeigneten Landeplatz zu finden. Von 1965 bis 1968 war er Direktor des Armagh Planetariums.

Patrick Moore hat mehr als 70 Bücher über Astronomie geschrieben. Seit April 1957 präsentierte er einmal monatlich die beliebte Sendung The Sky at Night in der BBC. Er erhielt dafür einen Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde als dienstältester Fernsehmoderator. 2010 hatte er einen Cameo-Auftritt in der BBC-Serie Doctor Who in der Episode The Eleventh Hour.

Seine Bücher und Fernsehsendungen machten die Astronomie in Großbritannien populär und beeinflussten Generationen von Astronomen.

Daneben schrieb er auch einige Science-Fiction-Erzählungen. Eine davon erschien 1977 im Magazin Scott Saunders Space Adventure, das sich vornehmlich an jüngere Leser richtete.

Neben seiner Vorliebe für die Astronomie war Patrick Moore ein passabler Musiker, der Xylophon und Klavier spielte.

In den 55 Jahren Laufzeit seiner monatlich ausgestrahlten BBC-Sendung fehlte Moore nur ein einziges Mal wegen einer fast tödlich verlaufenen Lebensmittelvergiftung. [4]

1982 wurde der Asteroid (2602) Moore nach ihm benannt.[5]

Im Jahre 2001 wurde Moore von der britischen Königin zum Ritter geschlagen.

Patrick Moore war nie verheiratet. Seine Verlobte Lorna, eine Krankenschwester, kam 1943 bei einem deutschen Luftangriff auf London ums Leben.[4][6]

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sachbücher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Suns, myths and men
    • Wir im Weltall. Kleiner Roman der Astronomie. Übersetzung Egon Larsen. Vorwort Günter D. Roth. Ebenhausen bei München : Langewiesche-Brandt, 1955
  • The Planet Venus (1961)
  • The Amateur Astronomer (1970)
  • The Atlas of the Universe (1970)
  • Guinness book of Astronomy
  • Patrick Moore’s Yearbook of Astronomy (1963–81)
  • Atlas of the Solar System (1983)
  • The New Atlas of the Universe (1984)
  • Atlas of Neptune (1994)
  • The Story of the Telescope (1997)
  • Stargazing: Astronomy without a Telescope
  • Exploring the Night Sky with Binoculars
  • The Wondering Astronomer (2000)
  • The Astronomy Encyclopedia (2002)
  • Bang! The Complete History of the Universe (2006) mit Brian May und Chris Lintott – dt. Bang!: die ganze Geschichte des Universums (2007)

Romane[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • The Frozen Planet (1954)
  • Destination Luna (1955)
  • Wheel in Space (1956)
  • Captives of the Moon (1960)
  • Planet of Fire (1969)
  • How Britain Won the Space Race (1972) mit Desmond Leslie; dieses Werk zählt mit zu den Inspirationsgebern für das Steampunk-Genre.[7]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Astronomer and broadcaster Sir Patrick Moore dies, aged 89. In: BBC News. 9. Dezember 2012. Abgerufen am 23. Dezember 2012.
  2. Obituary: Patrick Moore. In: BBC News. 9. Dezember 2012. Abgerufen am 22. Dezember 2012.
  3. Mysterious Moon Flashes: Could the Transient Lunar Phenomena be Linked to the Solar Cycle? universetoday.com
  4. a b [1] Zum Tode Patrick Moores – Der ungläubige Patrick, FAZ.net, 11. Dezember 2012
  5. Dictionary of Minor Planet Names, Band 1 in der Google-Buchsuche
  6. [2] Why Patrick Moore is married to the Moon, London Evening Standard, 9. Januar 2007. Online-Version auf standard.co.uk
  7. Brian M Stableford: Science Fact and Science Fiction: an Encyclopedia. Routledge, New York 2006, ISBN 978-0-415-97460-8, Steampunk, S. 502 f. (englisch).