Paul Kray von Krajowa

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Paul Kray von Krajowa

Paul Freiherr Kray von Krajowa (* 5. Februar 1735 in Kesmark; † 19. Januar 1804 in Pest) war ein österreichischer Feldzeugmeister.

Leben[Bearbeiten]

Kray trat 1754 in das österreichische Heer ein, stieg früh zum Major auf und warf 1784 in Siebenbürgen den Aufruhr der Walachen nieder. Im Krieg gegen die Türken zeichnete er sich bei Porcseny und am Vulkanpass aus und stieg 1790 bis zum Generalmajor auf.

Im Ersten Koalitionskrieg[Bearbeiten]

Im Feldzug von 1793 wurde er an den Kriegsschauplatz gegen die Franzosen in den Niederlanden abkommandiert. Auf Wunsch des neuernannten Oberbefehlshabers Prinz von Sachsen-Coburg, in dessen Hauptquartier in Brüssel er am 1. April eintraf, hatte er die Führung der Vorhut der Hauptarmee zu übernehmen. Seine Truppen kämpften in der Schlacht bei Famars (23. Mai), bei Courtrai (15. September), bei der Erstürmung von Menin (16. September) und im Treffen von Orchies (24. Oktober). Bei der Belagerung von Valenciennes zeichnete sich Kray besonders aus. Diese Waffentat und seine Teilnahme an den Schlachten von Landrecies, Charleroi (9. Juni), Fleurus (26. Juni 1794) brachten ihm das Kommandeurkreuz des Maria-Theresien-Ordens ein.

Am 5. März 1796 zum Feldmarschalleutnant befördert wurde er er der neuen Hauptarmee unter dem Erzherzog Karl unterstellt. Am 19. Juni schlug sein Korps den französischen General Jean-Baptiste Kléber auf dessen Rückzug von Düsseldorf in der Schlacht bei Kircheib (Gefecht bei Uckerath). Krays Truppen trugen im Verband des Feldzeugmeister Wartensleben zwischen der Lahn und Sieg viel zu den Siegen Erzherzog Karls bei Amberg und in der Schlacht von Würzburg bei. Im Feldzug von 1797 kämpfte er unter dem Oberbefehl des Feldmarschalleutnant Baron Werneck mit weniger Glück bei Gießen, bei Wetzlar und vor Frankfurt am Main. In der Schlacht von Neuwied (18. April 1797) führten seine Truppen eine verzweifelte Abwehrschlacht gegen eine erdrückende Übermacht der Franzosen.

Oberbefehl in Italien[Bearbeiten]

Im September 1798 kommandierte Kray am Kriegsschauplatz in Norditalien zunächst eine Division in Friaul, erhielt jedoch als ältester General bis zum Eintreffen des Generals der Kavallerie Freiherr von Melas den Oberbefehl. Ende März 1799 eröffnete die französische Italienarmee unter General Scherer ihren Angriff in der Lombardei. Im Treffen bei Pastrengo geschlagen konnte Kray aber alle französischen Angriffe bei Verona und Legnago (26. März) zurückweisen und am 5. April die Schlacht von Magnano siegreich bestehen und die Festung Mantua einschließen.

Kray wurde wegen dieser schnellen Erfolg zum Feldzeugmeister befördert und nahm darauf Brescia (21. April) und die Festung Peschiera (6. und 7. Mai) ein. Am 27. Juli konnte er nach nur dreiwöchentlicher Belagerung seine Erfolge mit der Einnahme von Mantua fortsetzen. Er vereinigte sein siegreiches Heer mit der Hauptarmee unter Melas bei Alessandria und hatte zusammen mit den Russen unter Marschall Suworow in der Schlacht von Novi (25. August 1799) einen nicht geringen Anteil. Nach einem weiteren Erfolg in der Schlacht bei Fossano (17. September) würdigte ihn der Kaiser im November mit der Inhaberschaft über des Infanterieregiments Nr. 34.

Oberbefehl in Süddeutschland[Bearbeiten]

In Deutschland, wo er nach dem Rücktritt des Erzherzogs Karl den Oberbefehl übernahm, focht er jedoch im Feldzugsjahr 1800 unglücklich. Kray reiste am 5. März aus Wien ab und traf am 17. März zu Donau-Eschingen ein. Die Hauptarmee war noch 95.000 Mann stark und lagerte zwischen Liptingen und Stockach konzentriert. Nach dem Anmarsch der französischen Armee unter General Moreau bezog Kray zunächst gut gesicherte Stellungen bei Ulm. Nachdem das französische Korps Lecourbe Ende Mai Augsburg besetzt hatte, wagte Kray einen Angriff auf den zwischen Biberach und Memmingen stehenden linken französischen Flügel. Krays Truppen wurden jedoch am 5. Juni bei Erolzheim und Ochsenhausen geschlagen und zogen sich wieder nach Ulm zurück. Die Niederlage in der Schlacht bei Höchstädt am 19. Juni 1800 und der gelungene Donauübergang Moreaus zwang Kray, seinen befestigten Standort Ulm zu verlassen und in Richtung Ingolstadt zurückzugehen. Kray rückte am 20. Juni unter Zurücklassen einer Besatzung von etwa 12.000 Mann unter Petrasch aus Ulm ab und zog nach Nördlingen. In der Nacht vom 24. auf den 25. Juni setzte Kray den Rückzug bis Neuburg an der Donau fort. Moreau ging auf das rechte Donauufer zurück, die drohende Besetzung Münchens sollte Kray zum Rückzug hinter den Inn zwingen. Der durch Kray bewilligte Abschluss des Waffenstillstands bei Parsdorf am 15. Juli beendigte seine militärische Karriere.

Paul Kray von Krajowa starb am 19. Januar 1804 in Pest (Budapest).

Rezeption[Bearbeiten]

Durch die kaiserliche Entschließung von Franz Joseph I. vom 28. Februar 1863 wurde Paul Kray von Krajowa in die Liste der „berühmtesten, zur immerwährenden Nacheiferung würdiger Kriegsfürsten und Feldherren Österreichs“ aufgenommen, zu deren Ehren und Andenken auch eine lebensgroße Statue in der Feldherrenhalle des damals neu errichteten k.k. Hofwaffenmuseums (heute: Heeresgeschichtliches Museum Wien) errichtet wurde. Die Statue wurde 1868 vom Bildhauer Nikolaus Vay (1828–1886) aus Carrara-Marmor geschaffen, gewidmet wurde sie von Kaiser Franz Joseph selbst.[1]

Seit 1888 trug das österreichische Infanterieregiment Nr. 67 seinen Namen.

Im Jahr 1913 wurde in Wien Donaustadt (22. Bezirk) die Kraygasse nach ihm benannt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Karl Friedrich Hermann AlbrechtKray, Paul Freiherr von. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 17, Duncker & Humblot, Leipzig 1883, S. 93–96.
  • Constantin von Wurzbach: Kray von Krajow, Paul Freiherr von. In: Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich. Band 13. k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Wien 1865, S. 161–163 online
  • Paul von Kray: Briefe Des Feldzeugmeisters Paul Freiherrn Kray de Krajova Et Topolya an Seinen Bruder Alexander Von Kray. Mitgeteilt und Zu Einer Lebensschilderung Erweitert Von Hauptmann Dr. Just. (Mit Einem Porträt und Einer Kartenbeilage.), 1909

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Johann Christoph Allmayer-Beck: Das Heeresgeschichtliche Museum Wien. Das Museum und seine Repräsentationsräume. Kiesel Verlag, Salzburg 1981, ISBN 3-7023-0113-5, S. 30