Peist

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Peist
Wappen von Peist
Staat: Schweiz
Kanton: Graubünden (GR)
Region: Plessur
Politische Gemeinde: Arosai2
Postleitzahl: 7029
Koordinaten: 770823 / 189408Koordinaten: 46° 50′ 2″ N, 9° 40′ 41″ O; CH1903: 770823 / 189408
Höhe: 1340 m ü. M.
Fläche: 17,89 km²
Einwohner: 204 (31. Dezember 2012)
Einwohnerdichte: 11 Einw. pro km²
Website: www.peist.ch
Peist

Peist

Karte
Peist (Schweiz)
Peist
ww
Gemeindestand vor der Fusion am 31. Dezember 2012

Peist war bis am 31. Dezember 2012 eine politische Gemeinde im ehemaligen Kreis Schanfigg, Bezirk Plessur des Kantons Graubünden in der Schweiz.

Am 1. Januar 2013 fusionierte sie mit den Gemeinden Calfreisen, Castiel, Langwies, Lüen, Molinis und St. Peter-Pagig zur Gemeinde Arosa.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Peist liegt elf Kilometer (Luftlinie) östlich von Chur auf der nördlichen Talseite des Schanfiggs. Der grössere Teil des ehemaligen Gemeindegebiets erstreckt sich rechts der Plessur vom rund 1100 m ü. M. gelegenen Flusslauf über den von mehreren Tobeln zerklüfteten Hang bis zur Hochwangkette, welche zwischen Cunggel (2413 m) und Mattjisch Horn (2461 m, höchster Punkt der ehemaligen Gemeinde) die nördliche Begrenzung bildet. Auf der gegenüberliegenden Talseite umfasste der Peister Bann den bis auf 1900 m ansteigenden Enthalbwald und die sich oberhalb anschliessende Alp Prätsch mit den beiden Prätschseen und dem sogenannten Guisanplatz. Neben dem Strassendorf Peist (1340 m), auf einer sonnigen Hanglehne rund 250 m rechts oberhalb der Plessur und 100 m oberhalb der Bahnlinie Chur–Arosa gelegen, gehörten zur ehemaligen Gemeinde die (zum Teil als Maiensässe genutzten) Aussensiedlungen Barguns, Chegelboden und Tarnatel. Der früher ebenfalls zu Peist gehörende Hof Maran ist bereits seit 1911 Teil der Gemeinde Arosa.

Nachbargemeinden waren St. Peter-Pagig, Furna, Jenaz, Fideris, Langwies, Arosa und Molinis.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: In Blau goldener Pfahl, belegt mit steigendem blauem Pfeil.

Nach dem Vorbild der alten Talschaftsfahne. Der Pfahl wurde hinzugefügt, um das Wappen vom Kreiswappen zu unterscheiden.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Haupterwerbszweige sind Landwirtschaft und Handwerk. Im Dorf sind ein Bauunternehmen, eine Sägerei und zwei Schreinereien ansässig. Eine der Schreinereien produziert als einziger Betrieb überhaupt den traditionellen Schanfigger Schlitten. Der Tourismus spielt in Peist, das der Region St. Peter/Hochwang zuzurechnen ist, eine geringere Rolle.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch Peist verläuft die Schanfiggerstrasse. Die ehemalige Gemeinde ist durch die 1914 eröffnete Arosalinie der Rhätischen Bahn und seit dem 1. April 1981 zusätzlich durch die Postautolinie Chur–Peist[1] ans Netz des öffentlichen Verkehrs angeschlossen. Mit der Inbetriebnahme der Bahn wurde auch der Bahnhof Peist eingeweiht.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unter Denkmalschutz steht die reformierte Dorfkirche. Das Rufanatöbeli östlich des Farbtobels ist bekannt für seine eigenartigen, sandigen Erosionsgebilde («Steimannli»). Im September 2012 beschloss das Tiefbauamt Graubünden gegen den anfänglichen Widerstand der Bündner Umweltverbände die komplette Abtragung des grössten dortigen Steimannlis, da der Felsblock auf dessen Spitze eine Gefahr für die darunter liegende Schanfiggerstrasse darstelle.[2]

Am Bahnhof steht eine der ältesten Eschen in Europa.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Erwin Poeschel: Die Kunstdenkmäler des Kantons Graubünden II. Die Talschaften Herrschaft, Prättigau, Davos, Schanfigg, Churwalden, Albulatal (= Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 9). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1937; unveränd. Nachdr. 1957, DNB 811066703.
  • Hans Danuser: Aroser Orts- und Flurnamen mit Einbezug des Welschtobels und einiger grenznaher Gebiete benachbarter Gemeinden. Hrsg. von Institut für Kulturforschung Graubünden, IKG. Verl. H. Danuser, Arosa 2011, ISBN 978-3-905342-49-9.
  • Hans Danuser/Walser-Vereinigung Graubünden (Hrsg.): Alte Wege im Schanfigg. Verlag Walser-Vereinigung Graubünden, Splügen 1997, DNB 955753066.
  • C. Fischer: Land und Leute im Tale Schanfigg. Manatschal Ebner & Cie., Chur 1905.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bündner Woche vom 22. Mai 2013, S. 35.
  2. Die Südostschweiz vom 21. und 22. September sowie 4. Oktober 2012, S. 4 bzw. jeweils 3.