Brody (Lebus)

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Brody
Wappen von Brody (Lebus)
Brody (Polen)
Brody
Brody
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Lebus
Powiat: Żary
Fläche: 3,06 km²
Geographische Lage: 51° 48′ N, 14° 47′ OKoordinaten: 51° 48′ 0″ N, 14° 47′ 0″ O
Höhe: 62 m n.p.m.
Einwohner: 969 (31. März 2011[1])
Postleitzahl: 68-343
Telefonvorwahl: (+48) 68
Kfz-Kennzeichen: FZA
Wirtschaft und Verkehr
Straße: Forst (Lausitz)Lubsko
Nächster int. Flughafen: Breslau
Gmina
Gminatyp: Landgemeinde
Gminagliederung: 20 Ortschaften Ortschaften
Fläche: 240,36 km²
Einwohner: 3450
(31. Dez. 2016)[2]
Bevölkerungsdichte: 14 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 0811032
Verwaltung (Stand: 2010)
Gemeindevorsteher: Ryszard Kowalczuk
Adresse: Rynek 2
68-343 Brody
Webpräsenz: www.brody.pl



Brody (deutsch Pförten) ist ein Ort in der östlichen Niederlausitz im Powiat Żarski in der Woiwodschaft Lebus in Polen, an der Grenze zu Deutschland. Er ist Sitz der gleichnamigen Landgemeinde mit 20 Ortschaften und hat 969 Einwohner (2011).

Bis 1945 war Pförten eine Stadt.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Brody liegt an einer alten Straße von Cottbus über Lubsko (Sommerfeld) nach Zielona Góra (Grünberg) an einem See (Pförtener See). Es befindet sich zwölf Kilometer nordöstlich von Forst und 30 Kilometer nordwestlich von Żary (Sorau).

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name Pförten leitete sich wahrscheinlich von einer Furt durch das Sumpfgebiet her, worauf auch der erwähnte slawische Name Brode hinweist.

1946 erhielt der Ort den offiziellen polnischen Namen Brody. Bereits zuvor wurde er auf Sorbisch so genannt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

14. bis 16. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1398 wurde Pförten erstmals genannt. Es gehörte damals den Herren von Ileburg auf Forst. 1454 wurde es erstmals als Städtchen (oppidum) genannt, als es durch König Ladislaus Postumus von Böhmen an die Geschwister Ulrich IV., Wenzel III. und Friedrich III. sowie ihren Vetter Wenzel von Bieberstein belehnt und mit dem Zollrecht versehen wurde. Kirchlich gehörte es bis zum Ende des 15. Jahrhunderts zu Nieder Jehser (Jesiory Dolne). Die Bevölkerung war größtenteils slawisch.

Seit der Reformation wurden die Gottesdienste auch in niedersorbischer Sprache gehalten.

17. und 18. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1635 wurde Pförten sächsisch, wie die übrige Niederlausitz. Seit dieser Zeit wurden die niedersorbische Sprache und Kultur zurückgedrängt. 1667 gingen Herrschaft und Stadt an Graf Ulrich Hipparchos von Promnitz, getrennt von der Herrschaft Forst. 1698 wurde die sorbische (wendische) Sprache im Gottesdienst verboten.[3]

1740 kaufte Heinrich Graf von Brühl, der wichtigste Minister in Kursachsen, Herrschaft und Stadt Pförten. Er ließ das Schloss ausbauen und vereinigte 1746 die Herrschaft wieder mit Forst. In den folgenden Jahren ließ er das Städtchen zu einer prächtigen barocken Residenz umgestalten und mit drei Stadttoren versehen. Brühl, der für seinen verschwenderischen und prunkvollen Lebensstil bekannt war, empfing seine Gäste und den Kurfürsten gern in Pförten und nicht in der Residenzstadt Dresden.[4]

In dem Städtchen siedelten sich Handwerksbetriebe für die Hofhaltung an. Darunter waren eine Buchdruckerei, eine Seidenraffinerie, eine Möbelfabrik und eine große Leinenweberei.

Durch den Siebenjährigen Krieg kam das höfische Leben auf Pförten zum Erliegen, und die darauf ausgerichteten Gewerbebetriebe gingen ein. 1758 beorderte Friedrich II. eine Husarenabteilung nach Pförten und ließ das Schloss des ihm zutiefst verhassten Brühl niederbrennen. 1763 wurde Pförten, wie aller Besitz Brühls, durch den neuen Kurfürsten Friedrich Christian konfisziert. Nach dem Tod des Grafen Brühl und auch des Kurfürsten im selben Jahr erfolgte durch den Administrator Xaver die Rückgabe des Besitzes an die Familie von Brühl.

19. und frühes 20. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt kam 1815 mit der Niederlausitz zum Königreich Preußen. 1816/18 wurde sie in den Kreis Sorau eingegliedert. Sie besaß seitdem nur noch eingeschränkte Stadtrechte.

Von 1919 bis 1924 wurde das Schloss wieder aufgebaut. Pförten gehörte bis 1945 der Familie Brühl.

Seit 1945[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach 1945 kam der Ort zu Polen. Die deutsche Bevölkerung war entweder geflüchtet oder wurde vertrieben. In den nun in Brody umbenannten Ort zogen nun Polen aus Zentral- und dem früheren Ostpolen sowie Ukrainer. Brody besitzt seit 1945 keinerlei Stadtrechte mehr.

Seit 2010 gehört der Schlosspark Brody dem Europäischen Parkverbund Lausitz „Von Graf Brühl bis Fürst Pückler“ an.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohner

  • 1800 792
  • 1933 1.126
  • 1939 1.126

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss Pförten um 1860, Sammlung Alexander Duncker
Forster Tor
  • Schloss Pförten, 1680 errichtet, 1741-49 umgebaut, 1758 zerstört, 1919-24 wieder aufgebaut
  • Kirche Aller Heiligen, 18. Jahrhundert
  • Forster Tor (Brama Zasiecka), 1747/48

Gmina Brody

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Geburtsjahr geordnet

Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Landgemeinde (gmina wiejska) Brody umfasst 240 km², auf denen 3.770 Einwohner leben. Dazu gehören die Ortschaften:

Die Gemeinde ist seit dem 21. September 1993 Mitglied der Euroregion Spree-Neiße-Bober.

Partnergemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Paweł Kotlewski: Z historii Brodów i okolic. = Aus der Geschichte Pförtens und seiner Umgebung. Eigenverlag, Brody und Obernhof (Lahn) 2009, ISBN 978-83-929238-0-0.
  • Claudius Wecke, Sven Zuber: Schloss und Park Pförten = Brody. In: Schlösser und Gärten der Neumark, Heft 8. Freundeskreis Schlösser und Gärten der Mark. LINIE DREI, Berlin 2011, ISBN 978-3-941675-38-4.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Brody (Pförten) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. GUS 2011: Ludność w miejscowościach statystycznych według ekonomicznych grup wieku (polnisch), 31. März 2011, abgerufen am 4. Juli 2017
  2. Population. Size and Structure by Territorial Division. As of December 31, 2016. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF-Dateien; 5,19 MiB), abgerufen am 29. September 2017.
  3. Peter Kunze: Sorbische Reminiszenzen aus Forst und Umgebung. In: Lětopis. Band 53. Heft 1. Bautzen 2006. S. 35ff.
  4. Heinrich Graf von Brühl und die Herrschaft Forst-Pförten Stadt Forst (pdf, 2 MB)