Polizeiruf 110: Zwei Brüder

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Folge der Reihe Polizeiruf 110
OriginaltitelZwei Brüder
ProduktionslandDeutschland
OriginalspracheDeutsch
Produktions-
unternehmen
Studio Hamburg Produktion Berlin
im Auftrag des rbb
Länge89 Minuten
EinordnungFolge 324 (Liste)
Erstausstrahlung13. November 2011 auf Das Erste
Stab
RegieNils Willbrandt
DrehbuchStefan Kuhlmann,
Nils Willbrandt
ProduktionHeike Streich
MusikStefan Will,
Marco Dreckkötter
KameraFrank Küpper
SchnittMelanie Schütze
Besetzung

Zwei Brüder ist ein deutscher Kriminalfilm von Nils Willbrandt aus dem Jahr 2011. Es ist die 324. Folge innerhalb der Filmreihe Polizeiruf 110 und der zweite Fall für Hauptkommissarin Olga Lenski, der Hauptmeister Horst Krause in seinem 18. Fall zur Seite steht.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gestütsbesitzer Karl Hartmann wird tot in einer der Pferdeboxen gefunden und ein wertvolles Rennpferd ist verschwunden. Kriminalhauptkommissarin Olga Lenski und Polizeihauptmeister Horst Krause werden zu dem Gestüt gerufen. So wie die Spurenlage ist, scheint die Tat nicht geplant, aber dennoch gezielt ausgeführt worden zu sein. Lenski und Krause befragen zunächst Charlotte Hartmann und ihre Söhne Markus und Dennis, die mit in dem Familienbetrieb arbeiten. Allem Anschein nach, sind die Brüder nicht sehr verbunden miteinander.

Ein erster Verdacht fällt auf den Stallmeister Heiko Wessel, der vor einer Woche entlassen wurde. Lenski trifft ihn in Berlin Hoppegarten auf der Rennbahn. Er gibt zu zwar wegen der Entlassung sauer gewesen zu sein, aber er habe zehn Jahre im Gestüt gearbeitet, was eher verbindet als trennt. Von ihm erfährt die Kommissarin von den Spannungen zwischen den Söhnen Hartmanns. Sie wollten um jeden Preis ihren Vater beeindrucken und wetteifern stets gegeneinander, weshalb Dennis auch dieses teure Rennpferd gekauft hatte, obwohl er vom Pferderennen eigentlich keine Ahnung hatte. Markus wurde von seinem Vater mehr akzeptiert und hatte die Gestütsleitung gut im Griff. Insgesamt scheint die Familie nur für ihre Arbeit im Gestüt funktioniert zu haben. Karl Hartmann galt als unnahbarer und strenger Geschäftsmann, der demzufolge kaum Freunde hatte. Selbst Charlotte Hartmann hatte unter ihrem Mann zu leiden.

Als Krause das Alibi von Heiko Wessel noch einmal überprüfen will, folgt er ihm zu einem alten Stallgelände. Ungewollt führt er ihn zu dem gestohlenen Pferd. Wessel wird vernommen und gibt zu das Pferd entführt zu haben, um Dennis Hartmann einen Denkzettel zu verpassen, da er seinetwegen seine Anstellung verloren hatte. Er hätte nur das Pferd geholt, mit Hartmanns Tod hätte er nichts zu tun.

Lenski fällt ein recht vertrautes Verhältnis zwischen Dennis Hartmann und dem Tierarzt Dr. Lutz auf, der die Pferde im Gestüt medizinisch betreut. Nach mehrfacher Befragung räumt er ein, auf Dennis' Wunsch hin das Rennpferd gedopt zu haben. Karl Hartmann hatte dies herausgefunden und daraufhin Dennis vom Hof geworfen. Für Lenski wäre dies ein starkes Mordmotiv, doch Dennis streitet vehement ab seinen Vater erschlagen zu haben.

Krause entdeckt einen Zusammenhang zwischen dem Apotheker Alex Neuwald und Karl Hartmann. Für ihn steht zweifelsfrei fest, dass sie miteinander eine sexuelle Beziehung hatten. Neuwald wird daraufhin verhört und er erklärt, dass Hartmanns Frau davon erfahren hatte. Sie hätte ihm Geld angeboten, damit er die Beziehung beendet. Nachdem Lenski Charlotte Hartmann mit den Fakten konfrontiert, gibt sie zu, ihren Mann erschlagen zu haben. Sie war ihm in den Stall gefolgt, als dieser mitten in der Nacht dorthin ging, da er den Diebstahl bemerkte. Sie stritten miteinander und in ihrer Wut hätte sie nach einem Werkzeug gegriffen und zugeschlagen.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwei Brüder wurde im Auftrag des RBB von „Studio Hamburg Berlin Filmproduktion“ produziert und in Potsdam und Satzkorn gedreht.[1]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rainer Tittelbach von tittelbach.tv wertet anerkennend: „Nils Willbrandts Film hat viele wunderbare, kleine Momente, arbeitet (mehr als nur) stimmungsvolle Einstellungen der brandenburgischen Natur […] stimmig in die Handlung ein. Eine sehr passende Idee zu dieser Einheit von Landschaft, Charakteren und Stimmung ist die finale Gegenüberstellung der Tatverdächtigen am Tatort: eine Art Psycho-Sitzung im Stall. Dass dieses Familiendrama auch unter dem Krimi-Aspekt überzeugt, lässt einen sehr zuversichtlich in die Zukunft des RBB-‚Polizeirufs‘ blicken.“[2]

Die Kritiker der Fernsehzeitschrift TV Spielfilm vergaben die bestmögliche Wertung (Daumen nach oben) und schrieben: „Der Fall lässt sich Zeit, aber es gibt schöne Bilder und ein Fahnderduo, das sich gut ergänzt.“ Als Gesamtfazit zogen sie: „Lyrischer Landkrimi mit ruhigen Fahndern“.[3]

T-Online meint allerdings: „Durch die Vielzahl der Verstrickungen, die auch für die etwas konstruierte Auflösung verantwortlich waren, ging diese durchaus interessante Botschaft leider etwas unter.“[4]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Drehorte bei der Internet Movie Database, abgerufen am 16. Februar 2016.
  2. Rainer Tittelbach:Maria Simon, Auer, Nils Willbrandt. Unter dem Deckmäntelchen der Familienbande Filmkritik bei tittelbach.tv, abgerufen am 16. Februar 2016.
  3. Polizeiruf 110: Zwei Brüder bei tvspielfilm.de
  4. Spannend, aber tierisch konstruiert bei t-online.de, abgerufen am 16. Februar 2016.