Pompeo Batoni

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Pompeo Girolamo Batoni (auch: Battoni; * 5. Februar 1708 in Lucca; † 4. Februar 1787 in Rom) war ein italienischer Maler. Batoni gilt als Erfinder des Touristenporträts. Er entwickelte diesen Porträttyp für englische Touristen in Rom.[1]

Pompeo Batoni: Selbstportrait, 1773–1774
Allegorie der Künste, 1740, Städelsches Kunstinstitut

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Batoni, ein Schüler Sebastiano Concas und Agostino Masuccis, durch Kaiser Joseph II. in den Adelstand erhoben, starb am 4. Februar 1787 in Rom. Er wurde in seiner Zeit sehr hoch geschätzt und in eine Linie mit Anton Raphael Mengs gestellt. Seine Karriere als selbstständiger Maler begann 1739 anekdotenhaft. Während eines Regenschauers suchte Gabrielli di Gubbio, ein Graf aus dem umbrischen Baccaresca, Schutz vor dem Unwetter unter einem Portikus des römischen Konservatorenpalastes. Hier traf er auf den Künstler, der dort einige Zeichnungen machte. Sie kamen ins Gespräch und der Graf begleitete den Künstler in dessen Atelier. Von dem Gezeigten angetan, erteilte der Graf ihm den Auftrag für ein Altargemälde der römischen Kirche San Gregorio Magno al Celio. Sein erstes bedeutendes Werk ist dort als linker Seitenaltar bis heute erhalten.

Porträt des Charles Crowle (1761/62)

Anfangs suchte er anhand der Antike und des Studiums nach Raffael die manieristische Richtung seinerzeit zu bekämpfen, kam aber nicht über eine akademische Haltung und oberflächliche Anmut hinaus.

Von seinen Werken sind die berühmtesten: die büßende Maria Magdalena (um 1742, Öl auf Leinwand, ehemals in der Gemäldegalerie in Dresden, Kriegsverlust beim Bombenangriff am 13. Februar 1945), eine heilige Familie, Thetis, den Achilles von dem Centauren Chiron zurückerhaltend, Vulkan in der Schmiede, die Enthaltsamkeit des Scipio (in der Eremitage zu St. Petersburg), die Familie des Darius vor Alexander (für den König von Preußen gemalt), das von den vier Weltteilen angebetete Herz Jesu (eine große Altartafel, 1780 für eine neuerbaute Kirche zu Lissabon angefertigt), die Decke der Galerie Colonna zu Rom, die Porträts der Päpste Benedikt XIV., Clemens XIII. und Pius VI., des Kaisers Joseph II. und seines Bruders Leopold von Toscana (im Belvedere zu Wien). In der römischen Kirche Sant’Eligio de’ Ferrai wird ihm ein Gemälde zugeschrieben.

Standort der Gemälde oder Sammlungen bezieht sich auf das Jahr 1889. Diese können sich heute woanders befinden (so befindet sich das Gemälde von Joseph II. und seinem Bruder heute im Kunsthistorischen Museum in Wien).

Meyers Dieser Artikel basiert auf einem gemeinfreien Text aus Meyers Konversations-Lexikon, 4. Auflage von 1888–1890.
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Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Batonis Magdalena, Kopie des 19. Jahrhunderts (das Original wurde im Zweiten Weltkrieg in Dresden vernichtet)

Humorig und mit ironischer Abfälligkeit äußerte sich der Journalist, Schriftsteller und Maler Joachim Fernau. Er hielt Bat(t)oni, der sich wohl zeit seines Lebens nicht über die Schreibweise seines eigenen Namens entscheiden konnte, für eine Koryphäe, die sich nicht zu schade war, auch fürchterlichen Schund zu produzieren – eben jene büßende Maria Magdalena.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ernst Emmerling: Pompeo Batoni. Sein Leben und Werk. Diss. Köln 1932.
  • Edgar Peters Bowron, Peter Björn Kerber: Pompeo Batoni. Prince of Painters in Eighteenth-Century Rome. Yale University Press 2007.
  • Joachim Fernau: Wo bitte geht’s zu Raffael und andere Kunstgeschichten. Hrsg. von Gabriele Fernau, 2. Aufl. 2002, S. 9–16.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Pompeo Batoni – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Andrea M. Kluxen: Das Ende des Standesporträts. Die Bedeutung der englischen Malerei für das deutsche Porträt 1760–1848. Fink, München 1989, S.95f.