Power-to-Liquid

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Unter dem Begriff Power-to-Liquid (deutsch etwa: „Elektrische Energie zu Flüssigkeit“),[1] versteht man unterschiedliche technische Prozesse, die alle die Herstellung flüssiger Kraftstoffe zum Ziel haben.

Prozessbeschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verflüssigung von EE-Gas[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Brennbares Kohlenwasserstoffgas, welches aus dem Power-to-Gas-Prozess gewonnen wird, wird in einem nachfolgenden Prozessschritt verflüssigt. Es ist gegenüber dem reinen Power-to-Gas-Prozess zwar zusätzliche Energie notwendig, allerdings kann das so gewonnene verflüssigte Gas genauso wie Flüssigerdgas abhängig von der Art des Transportweges möglicherweise einfacher transportiert werden als dies in gasförmiger Form möglich ist.

Biotechnologischer Prozess[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine etwas andere Verwendung des Begriffes Power to Liquid, die ebenfalls im Zusammenhang mit erneuerbaren Energien steht, findet man im Scientific American, wo Ende März 2012 ein Artikel mit dem Titel Mikroben helfen bei der Umwandlung von Solarenergie in flüssigen Treibstoff (Solar Power to Liquid Fuel) erschienen ist. Darin wird ein integrated electro-microbial bioreactor, zu Deutsch etwa Integrierter elektro-mikrobieller Bioreaktor beschrieben, der in der Lage sein soll, mit Hilfe von gentechnisch veränderten Ralstonia eutropha verschiedene flüssige Butanole wie beispielsweise 1-Butanol zu erzeugen, die sich als Kraftstoff eignen.[2]

Kraftstoffherstellung mittels Synthesegas[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein dritter Prozess von Power to Liquid beruht auf der Erzeugung von Synthesegas (Kohlenstoffmonoxid und Wasserstoff) und der anschließenden Synthese von langkettigen, flüssigen und festen Kohlenwasserstoffen (z. B. Benzin, Kerosin, Diesel und Wachse), auch für Biokraftstoffe. Für die Synthese kann u. a. die Fischer-Tropsch-Synthese eingesetzt werden. Ausgangsstoffe für das Gesamtverfahren sind Wasser, Kohlenstoffdioxid und elektrische Energie.

Anlagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Island wurde im April 2012 eine acht Millionen Euro teure Power-to-Liquid-Anlage von der Firma Carbon Recycling International (CRI) mit einer Kapazität von 1,3 Millionen Litern pro Jahr in Betrieb genommen. 2015 erweiterte CRI die Anlage auf mehr als 5 Millionen Liter pro Jahr. Die nach George Olah benannte Anlage sollte anfangs jährlich 4.500 Tonnen CO2 nutzen und damit Methanol erzeugen. Sowohl das CO2 als auch die elektrische Energie stammen aus dem benachbarten Kraftwerk Svartsengi.[3]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. 2. VDI-Fachkonferenz Stationäre Energiespeicher für Erneuerbare Energien, 20. und 21. Juni 2012, Karlsruhe, PDF-Datei, 6 Seiten, 158kB (PDF; 162 kB) Abgerufen am 13. Juli 2013.
  2. Microbe Helps Convert Solar Power to Liquid Fuel. Abgerufen am 14. April 2012.
  3. chemicals-technology.com: George Olah CO2 to Renewable Methanol Plant, Reykjanes, Iceland, abgerufen am 15. Oktober 2013.