Prieros

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Prieros
Gemeinde Heidesee
Koordinaten: 52° 13′ 25″ N, 13° 46′ 19″ O
Höhe: 36 m ü. NN
Einwohner: 964 (2012)[1]
Eingemeindung: 26. Oktober 2003
Postleitzahl: 15754
Vorwahl: 033768
Die Kirche
Das Heimatmuseum

Prieros (niedersorbisch Pśerowc[2]) ist ein Ortsteil[3] der amtsfreien Gemeinde Heidesee im Landkreis Dahme-Spreewald in Brandenburg. Bis zum 26. Oktober 2003 war Prieros eine eigenständige Gemeinde. Das Dorf liegt an der Dahme.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Prieros wurde erstmals 1314 urkundlich erwähnt und ging aus einer slawischen Ansiedlung auf dem Schadlischka-Berg hervor. Das später als Rundling um eine Dorfaue herum gewachsene Fischer- und Bauerndorf wurde seit Anfang des 20. Jahrhunderts zu einem Ausflugs- und Ferienort und erstreckt sich entlang der Gewässer Dahme, Schmölde, Langer See, Streganzer See und Tiefer See.

1935 wurde in Prieros die „Reichsseesportschule Gorch Fock“ der Marine-HJ als erste ihrer Art eröffnet.[4][5]

1992 schloss es sich mit elf anderen Gemeinden zum Amt Friedersdorf zusammen[6]. Seit dem 26. Oktober 2003 ist Prieros mit seinen rd. 1000 Einwohnern ein Ortsteil der Gemeinde Heidesee[7].

Das Ortsbild prägen die mit alten Bäumen bestandene Dorfaue mit dem ältesten Haus (Fachwerkhaus 18. Jahrhundert – Museum „Heimathaus“), der Kirche und der alten Schule (Naturschutzzentrum und Sitz der Naturparkverwaltung des Naturpark Dahme-Heideseen). Von der Dorfaue aus gelangt man an die Dahme mit Schiffsanlegestelle und Hafen.

Zu den kulturell interessanten Plätzen und Sehenswürdigkeiten gehören neben Heimathaus und Kirche der Biogarten, der Botanische Garten und die Schleuse Prieros. Der Zuchthof Dree Böken, schon in der Deutschen Demokratischen Republik als Teil des VE Kombinat Tierzucht (seit 1988) ein renommierter Zuchtbetrieb für Traber, gilt als eine der schönsten derartigen Anlagen in Brandenburg und beherbergt heute eine Hannoveranerzucht.

In der näheren Umgebung befinden sich mit dem Haus des Waldes in Gräbendorf und der Groß Schauener Seenkette mit Aussichtsturm und Fischereimuseum weitere Ausflugsziele.

Die alte Schule

Persönlichkeiten (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Müllers Großes Deutsches Ortsbuch 2012: Vollständiges Ortslexikon. 33. überarb. und erw. Ausg., Walter de Gruyter, Berlin und Boston 2012, ISBN 978-3-11-027420-2, Online bei Google Books, S. 1103
  2. Sophie Wauer: Die Ortsnamen des Kreises Beeskow-Storkow (= Brandenburgisches Namenbuch. Band 12 = Berliner Beiträge zur Namenforschung. Band 13). Nach Vorarbeiten von Klaus Müller. Franz Steiner Verlag, Stuttgart 2005, ISBN 3-515-08664-1, S. 226–228 → Prieros / Pśerowc.
  3. Hauptsatzung der Gemeinde Heidesee vom 24. November 2003 PDF
  4. Hans-Christian Brandenburg: Die Geschichte der HJ
  5. Nettelbeck: Deutschland-Berichte der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands, 1980, S. 185
  6. Bildung des Amtes Friedersdorf. Bekanntmachung des Ministers des Innern vom 23. Juni 1992. Amtsblatt für Brandenburg - Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg, 3. Jahrgang, Nummer 47, 10. Juli 1992, S. 894.
  7. Bildung einer neuen Gemeinde Heidesee. Bekanntmachung des Ministeriums des Innern vom 15. Mai 2002. Amtsblatt für Brandenburg Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg, 13. Jahrgang, Nummer 22, 29. Mai 2002, S. 562 PDF
  8. Abriss eines Sommerhauses – hier lebte mal Anna Seghers. In: Märkische Allgemeine, 3. August 2018

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Prieros – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien