Puffendorf

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Puffendorf
Koordinaten: 50° 56′ 14″ N, 6° 12′ 31″ O
Höhe: 106 m
Fläche: 7,99 km²
Einwohner: 424 (Sep. 2011)
Bevölkerungsdichte: 53 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1972
Postleitzahl: 52499
Vorwahl: 02401
Pfarrkirche in Puffendorf

Puffendorf ist ein Kirchendorf und nordöstlicher Stadtteil von Baesweiler in der nordrhein-westfälischen Städteregion Aachen. Es liegt an der Kreuzung der Bundesstraßen 56 und 57.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1153 wird Puffendorf und Loverich als „Pophendorp“ beziehungsweise „Loverken“ erstmals urkundlich erwähnt; beide Orte gehörten damals zusammen. Im Mittelalter war Puffendorf ein Kreuzungsort an zwei Fernhandelsrouten, die in etwa den heute kreuzenden Bundesstraßen entsprachen. Wegen dieser strategischen Bedeutung gab es auch in Puffendorf eine Burg, die im 19. Jahrhundert komplett abgerissen wurde.

Jan von Werth, ein Reitergeneral aus dem Dreißigjährigen Krieg, wurde vermutlich am 6. April 1591 in Puffendorf geboren; allerdings ist der Geburtsort zwischen mehreren Ortschaften des Rheinlands strittig.

Die heutige Kirche St. Laurentius wurde wie viele Kirchenbauten der Region im 19. Jahrhundert neu errichtet, der Turm stammt noch vom Vorgängerbau.

Bis zur kommunalen Neugliederung der Region Aachen war die Gemeinde Puffendorf, zu der auch Loverich und Floverich gehörten, Teil des Selfkantkreises Geilenkirchen-Heinsberg. Der kommunale Verwaltungssitz (Gemeindeverwaltung) befand sich im westlich benachbarten Immendorf. Von 1961 bis 1971 lautete die Postleitzahl „5111 Puffendorf /über Alsdorf (Kr. Aachen)“. Seit dem 1. Januar 1972 gehört Puffendorf zu Baesweiler.[1]

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Da es sich bei Puffendorf um den kleinsten Stadtteil der Stadt Baesweiler handelt, ist die Infrastruktur entsprechend. Die überwiegend katholische Bevölkerung gehört zur Pfarrgemeinde St. Laurentius mit Pfarrkirche im Ort. In Puffendorf befindet sich das Schönstatt-Zentrum für das Bistum Aachen. Ein Vereinshaus steht den Vereinen und der Bevölkerung zur Nutzung zur Verfügung. Im Ort befindet sich das Feuerwehrhaus der ortsansässigen Freiwilligen Feuerwehr. Kindergarten und Grundschule werden meist im benachbarten Loverich besucht. Die weiterführenden Schulen befinden sich in den beiden größten Stadtteilen Baesweiler und Setterich. Die einzigen Geschäfte Puffendorfs sind ein Bauernladen und der Hofverkauf eines Geflügelzüchters; die letzte Gaststätte ist seit einigen Jahren geschlossen.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die nächsten Autobahnanschlussstellen sind Aldenhoven an der A 44, Erkelenz-Süd an der A 46 sowie Weisweiler (ab Ende 2006 Eschweiler-Ost) an der A 4.

Die nächstgelegenen DB-Bahnhöfe sind „Übach-Palenberg“ (9 km entfernt) und „Geilenkirchen“ (7 km) an der Strecke Aachen–Mönchengladbach sowie „Eschweiler Hbf“ (17 km) an der Strecke Aachen–Köln. Der nächstgelegene (9 km) Euregiobahn-Haltepunkt ist „Alsdorf-Annapark“.

In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts verkehrte durch das heutige Stadtgebiet die Geilenkirchener Kreisbahn auf der Strecke Alsdorf–Baesweiler–Setterich–Puffendorf–Immendorf–Geilenkirchen. Die Strecke wurde 1953 stillgelegt. Der Volksmund erzählt noch, gewollt zweideutig, dass man „von Puffendorf mit dem Triebwagen nach Geilenkirchen“ fuhr. Bis nach Puffendorf führt auch heute noch die von Jülich ausgehende Strecke der ehemaligen Jülicher Kreisbahn, die in der Dürener Kreisbahn (DKB) aufgegangen ist. Diese Strecke ist bis kurz vor den ehemaligen Bahnhof noch vorhanden, doch verkehren dort seit mehreren Jahren keine Züge mehr. Die Reste der Gleisanlagen auf dem Bahnhofsgelände selbst wurden im Frühjahr 2010 im Zuge der Erschließung eines Neubaugebiets entfernt.

Bis zur Stilllegung der Geilenkirchener Kreisbahn hatte Puffendorf zwei nebeneinander liegende Bahnhöfe. Wegen der unterschiedlichen Spurweite beider Bahnen war die gemeinsame Nutzung eines Bahnhofs nicht möglich.

Mehrere Buslinien des Aachener Verkehrsverbunds (AVV) verbinden Puffendorf mit den benachbarten Orten sowie mit Baesweiler, Geilenkirchen, Jülich und Linnich.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 310.