Bahnhof Geilenkirchen

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Geilenkirchen
Bhf-geilenkirchen.jpg
Bahnhof Geilenkirchen
Daten
Lage im Netz Durchgangsbahnhof
Bahnsteiggleise 3
Abkürzung KGEK[1]
IBNR 8002206
Kategorie 5[2]
Eröffnung 1852
Webadresse www.bahnhof.de
Lage
Stadt/Gemeinde Geilenkirchen
Land Nordrhein-Westfalen
Staat Deutschland
Koordinaten 50° 57′ 40″ N, 6° 7′ 27″ OKoordinaten: 50° 57′ 40″ N, 6° 7′ 27″ O
Eisenbahnstrecken
Bahnhöfe in Nordrhein-Westfalen
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Der Bahnhof Geilenkirchen ist einer von zwei Bahnhöfen in der Stadt Geilenkirchen. Der Bahnhof liegt an der Bahnstrecke Aachen–Mönchengladbach (Kursbuchstrecke 485). Er war bis 1971 der Verknüpfungspunkt mit der Geilenkirchener Kreisbahn.

Zwischen dem 5. November 2007 und dem 10. November 2013 war der Bahnhof Lindern im Zuge der Einführung des Elektronischen Stellwerks (ESTW) Grevenbroich lediglich ein Haltepunkt, zwecks erneuter Anbindung der Strecke Lindern–Heinsberg wurde der Haltepunkt wieder zu einem Bahnhof aus- und umgebaut.

Der Bahnhof Geilenkirchen verfügt über ein Empfangsgebäude. In ihm befinden sich eine Wartehalle, ein Reisezentrum[4] und ein Fastfood-Restaurant.[5]

Gleisanlagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhof Geilenkirchen hat drei Gleise für den Personenverkehr. Alle Gleise werden planmäßig von Zügen angefahren. Auf Gleis 3 endet und wendet morgens die Euregiobahn. Bis Juli 2014 gab es im Bahnhof ein Anschlussgleis zur WestEnergie und Verkehr GmbH.[6] Dort wurden regelmäßig Güterwagen, die meist mit Loks der Baureihe 294 in den Anschluss gebracht werden, entladen. Bei Bauarbeiten an der Strecke wurde der Anschluss auch genutzt, um Bauzüge abzustellen, z. B. zur Zeit der Bauarbeiten für die Anbindung an das ESTW im Oktober 2007.

Stellwerk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

ehemaliges Stellwerk Geilenkirchen

Bis zum 5. November 2007 war in Geilenkirchen das Fahrdienstleiterstellwerk Gf für die drei Bahnübergänge sowie die Weichen und Signale des Bahnhofs zuständig. Am 5. November 2007 wurde diese Aufgabe vom ESTW Grevenbroich übernommen, als dessen 2. Baustufe abgeschlossen war. Nach zahlreichen Vandalismusschäden an den stillgelegten Stellwerken zwischen Rheydt und Übach-Palenberg wurden im November 2009 an sämtlichen Stellwerken auf dem Abschnitt, somit auch in Geilenkirchen, die Türen gegen Sicherheitstüren getauscht und die Fenster mit Lochblechplatten gesichert. Nach langen Verhandlungen zwischen Politik und der Deutschen Bahn wurde das Stellwerk am 23./24. August 2014 abgerissen.[7]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnhof Geilenkirchen im Jahr 1899
Rollbock in Meterspur, diente dem Transport normalspuriger Wagen auf Kreisbahngleisen

Der erste Bahnhof in Geilenkirchen wurde im Jahr 1852 mit der Eröffnung des Streckenabschnitts Herzogenrath – Rheydt eröffnet. 1900 wurde der zweite Bahnhof, der der Geilenkirchener Kreisbahn gehörte, eröffnet. Wegen der zentralen Lage wurde dieser zum größten der Kreisbahn. Im Kreisbahnhof gab es einen Lokschuppen und Werkstätten. Wegen des Meterspursystems der Kreisbahn war es nicht möglich, Güterwagen direkt auf die Gleise der Staatsbahn zu rangieren. Diese mussten auf speziellen Ladegleisen umgeschlagen werden. 1938 wurde es durch das Rollbocksystem möglich, die normalspurigen Wagen auf den Meterspurgleisen der Geilenkirchener Kreisbahn zu bewegen. Die Bahnhofsanlage bestand somit aus zwei Empfangsgebäuden, einer Lagerhalle für Güter- und Gepäckabfertigung, einer Verladerampe und einem Kopfgleis zur Beladung von Waggons mit Fahrzeugen (Geilenkirchen ist Bundeswehrstandort). Nach dem Ende des Schienenbetriebs der Kreisbahn wurde auf dem Gelände der Geilenkirchener Kreisbahn der Busbetriebshof der späteren Kreiswerke Heinsberg errichtet. Diese übernahmen den Personenverkehr mit Omnibussen, die die Personenzüge der Kreisbahn nun ersetzten. Heute heißen die ehemaligen Kreiswerke Heinsberg West Verkehr.

Früher fuhren die Baureihen 103 und 101 regelmäßig mit dem Interregio Aachen–Berlin den Bahnhof Geilenkirchen an. Mit der Einführung des Sommerfahrplans 2001 wurde diese Verbindung gestrichen. Ab dem Winterfahrplan 2013 halten einmal werktäglich IC-Züge der Strecke Aachen–Berlin im Bahnhof Geilenkirchen.[8]

2008 übernahm die Stadt Geilenkirchen das Empfangsgebäude von der Deutschen Bahn und begann mit dringenden Sanierungsarbeiten. Neue Geschäftsfelder sollen in das Gebäude integriert werden. So eröffnete bereits 2008 eine McDonald’s-Filiale[5] und eine Bäckerei im Bahnhof. Ein Kiosk und eine Taxizentrale sollten folgen, sind aber über Jahre hinweg nicht gekommen. Zudem sollen ein aufgewerteter Wartebereich mit Service-Schalter und neue Toilettenanlagen den ca. 3000 Pendlern am Tag den Aufenthalt im und am Bahnhof attraktiver machen.[9]

Bahnlinien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Geilenkirchen halten Züge der folgenden Linien des Schienenpersonenverkehrs:

Linie Linienverlauf Takt
IC 32 IC 1918/1919:
(Köln Hbf ← Düren ←) Aachen Hbf – Herzogenrath – Geilenkirchen – Rheydt Hbf – Mönchengladbach Hbf ( → Viersen) – Krefeld Hbf – Duisburg Hbf ( → Gelsenkirchen Hbf) – Dortmund Hbf – Hamm (Westf) – Gütersloh Hbf – Bielefeld Hbf – Herford – Hannover Hbf – Wolfsburg Hbf – Berlin-Spandau – Berlin Hbf (tief) ( ←Berlin Ostbahnhof /  → Berlin Südkreuz → Dresden-Neustadt → Dresden Hbf)
ein Zug (Fr/So)
IC 32 IC 2222/2223:
Aachen Hbf – Herzogenrath – Geilenkirchen – Rheydt Hbf – Mönchengladbach Hbf – Viersen – Krefeld Hbf – Duisburg Hbf – Mülheim (Ruhr) Hbf – Essen Hbf – Bochum Hbf – Dortmund Hbf – Hamm (Westf) – Gütersloh Hbf – Bielefeld Hbf – Herford – Hannover Hbf - Wolfsburg Hbf – (Stendal ←) Berlin-Spandau – Berlin Hbf (tief) – Berlin Südkreuz
ein Zugpaar (Mo-Fr)
RE 4 Wupper-Express:
Aachen Hbf – Aachen Schanz – Aachen West – Herzogenrath – Übach-Palenberg – Geilenkirchen – Lindern – Hückelhoven-Baal – Erkelenz – Rheydt Hbf – Mönchengladbach Hbf – Neuss Hbf – Düsseldorf Hbf – Wuppertal-Vohwinkel – Wuppertal Hbf – Wuppertal-Barmen – Wuppertal-Oberbarmen – Schwelm – Ennepetal (Gevelsberg) – Hagen Hbf – Witten Hbf – Dortmund Hbf
Stand: Fahrplanwechsel Dezember 2015
60 min
RB 20 euregiobahn:
Geilenkirchen – (Übach-Palenberg →) Herzogenrath – Kohlscheid – Aachen West – Aachen Schanz – Aachen Hbf
Stand: Fahrplanwechsel Juni 2016
2 Züge (HVZ)
RB 33 Rhein-Niers-Bahn:
Zugteil 1: Duisburg Hbf – Duisburg-Hochfeld Süd – Rheinhausen Ost – Rheinhausen – Krefeld-Hohenbudberg Chempark – Krefeld-Uerdingen – Krefeld-Linn – Krefeld-Oppum – Krefeld Hbf – Forsthaus – Anrath – Viersen – Mönchengladbach Hbf – Rheydt Hbf – Wickrath – Herrath – Erkelenz – Hückelhoven-Baal – Brachelen – Lindern
Zugteil 2: Heinsberg (Rheinl) – Heinsberg Kreishaus – Heinsberg-Oberbruch – Heinsberg-Dremmen – Heinsberg-Porselen – Heinsberg-Horst – Heinsberg-Randerath – Lindern
Flügelung bzw. Zusammenführung: Lindern – Geilenkirchen – Übach-Palenberg – Herzogenrath – Kohlscheid – Aachen West – Aachen Schanz – Aachen Hbf
Stand: Fahrplanwechsel Dezember 2016
60 min

Buslinien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unmittelbar vor dem Empfangsgebäude befindet sich der Busbahnhof Geilenkirchen als zentrales Bindeglied zum Busliniennetz der WestEnergie und Verkehr GmbH bzw. des Aachener Verkehrsverbunds. Hier verkehren die folgenden Buslinien:

Linie Verlauf
71 Geilenkirchen Bf – Beggendorf – Baesweiler – Setterich – Siersdorf – Schleiden – Aldenhoven
407 Geilenkirchen Bf –Süggerath – Müllendorf – Kogenbroich – Nirm – Kraudorf – Randerath Bf – Hilfarth – Hückelhoven – Millich – Ratheim – Gerderath – Myhl
410 Geilenkirchen Bf – Tripsrath – Schleiden – Straeten – Aphoven – Heinsberg Busbf
431 Geilenkirchen Bf – Übach-Palenberg Bf – Baesweiler
432 Geilenkirchen Bf – Prummern – Immendorf – Apweiler – Floverich – Loverich – Puffendorf – Setterich – Baesweiler
434 Geilenkirchen Bf – Bauchem – Hatterath – Gillrath – Stahe – Niederbusch – Gangelt – Hastenrath – Höngen
435 Geilenkirchen Bf – Bauchem – Gillrath – Stahe – Birgden – Kreuzrath – Gangelt – Süsterseel – Hillensberg – Wehr – Tüddern – Höngen
437 Geilenkirchen Bf – Bauchem – Hatterath – Gillrath – Stahe – Niederbusch – Gangelt – Hastenrath – Höngen
491 Geilenkirchen Bf – Bauchem – Teveren – Scherpenseel – Übach-Palenberg Bf
494 Geilenkirchen Bf – Süggerath – Müllendorf – Würm – Beeck – Leiffarth – Lindern Bf – (Kogenbroich – Nirm – Kraudorf / Honsdorf – Flahstraß)
SB1 Schnellbus:
Erkelenz Bf – Wassenberg – Heinsberg Busbf – Geilenkirchen Bf – Übach-Palenberg Bf
SB3 Schnellbus:
Geilenkirchen Bf – Bauchem – Gillrath – Stahe – Gangelt – Süsterseel – Höngen – Tüddern – Sittard Stadhuis – Sittard Bf Nederlandse Spoorwegen logo.svg
GK1 Geilenkirchen Bf – Burg Trips – Bauchem – Niederheid
GK2 Geilenkirchen Bf – Niederheid – Rischden – Tripsrath

Für Reisende, die mit dem PKW aus dem Geilenkirchener Umland den Bahnhof erreichen wollen, steht hinter dem Bahnhof ein kostenloses Park-and-Ride-Parkhaus mit 530 Stellplätzen zur Verfügung. Durch eine Fußgängerunterführung sind von dort alle Bahnsteige, das Empfangsgebäude sowie der davor befindliche Busbahnhof erreichbar. Neben dem Empfangsgebäude befinden sich Stellplätze für Zweiräder und vor dem Haupteingang ist ein Haltestreifen mit Taxistand.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bahnhof Geilenkirchen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Übersicht der Betriebsstellen und deren Abkürzungen aus der Richtlinie 100. DB Netz AG, August 2015, S. 39, abgerufen am 7. Januar 2016 (PDF-Datei; 744 KB).
  2. Bahnhofskategorieliste 2016. DB Station&Service, 1. Januar 2016, abgerufen am 12. Februar 2016 (PDF-Datei; 337 kB).
  3. Kursbuchstrecke 485. Deutsche Bahn, 13. Dezember 2015, abgerufen am 7. Januar 2016 (PDF-Datei; 208 KB).
  4. Guter Service vor Ort. Aachener Verkehrsverbund, abgerufen am 7. Januar 2016.
  5. a b 24 Sitzplätze, um Burger und Fritten zu essen. In: Aachener Nachrichten. 11. Februar 2008, abgerufen am 7. Januar 2016.
  6. Georg Schmitz: West Energie und Verkehr stellt Güterverkehr in Geilenkirchen ein. In: Aachener Nachrichten. 26. Juni 2014, abgerufen am 7. Januar 2016.
  7. Georg Schmitz: Altes Stellwerk am Bahnübergang in Hünshoven abgerissen. In: Aachener Nachrichten. 24. August 2014, abgerufen am 7. Januar 2016.
  8. Plötzliche Wende im Wirbel um Intercity: Neuer IC stoppt nun doch. In: Aachener Nachrichten. 24. Oktober 2013, abgerufen am 7. Januar 2016.
  9. Bahnhofsgebäude - in neuem Glanz. In: Stadtentwicklung Geilenkirchen. Stadt Geilenkirchen - Wirtschaftsförderung, abgerufen am 7. Januar 2016.