Dürener Kreisbahn

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Dürener Kreisbahn GmbH
DKB Logo.svg
Basisinformationen
Unternehmenssitz Düren
Webpräsenz www.dkb-dn.de
Bezugsjahr 2012[1]
Eigentümer Beteiligungsgesellschaft Kreis Düren mbH
Aufsichtsrat Wolfgang Spelthahn (Vorsitzender) und 17 weitere
Geschäftsführung

Bernd Böhnke, Hans-Peter Nießen

Verkehrsverbund Aachener Verkehrsverbund
Mitarbeiter 10[2]
Umsatz 11,241 Mio. Euro
Linien
Bus 40
Statistik
Fahrgäste 10,77 Mio. pro Jahr
Fahrleistung 84,55 Mio. km pro Jahr
Länge Liniennetz
Buslinien 710 km
Fahrradanhänger an einem Bus der RVE an der Haltestelle Vogelsang Walberhof (Linie SB63)

Die Dürener Kreisbahn GmbH (kurz DKB) ist ein in Düren ansässiges Verkehrsunternehmen. Es betreibt aktuell neben 31 konventionellen Buslinien, deren Liniennetz ungefähr 710 Kilometer umfasst, vier Nachtbus-, vier Anrufbus- und eine Discobuslinie sowie ein Anrufsammeltaxi-Angebot. Dafür stehen insgesamt 77 Fahrzeuge zur Verfügung. Im Jahr 2004 beförderte die DKB damit insgesamt rund 10,77 Mio. Fahrgäste.

Die Dürener Kreisbahn GmbH ist zu 100 Prozent Eigentum der Beteiligungsgesellschaft Kreis Düren mbH.

Geschichte[Bearbeiten]

Netzentwicklung[Bearbeiten]

Das Unternehmen wurde im Jahre 1908 gegründet. Am 6. Oktober dieses Jahres nahm die Kreisbahn auf ihren ersten Straßenbahn- und Eisenbahnlinien den Betrieb auf. Eingerichtet wurden in schneller Folge Straßenbahnlinien zum Dürener Bahnhof, nach Kreuzau, Gürzenich, Lendersdorf und Distelrath. Gemeinsamer Ausgangspunkt war der Marktplatz in Düren. Dazu kamen Eisenbahnlinien (damals entsprechend der Gesetzeslage als Kleinbahn bezeichnet) von Distelrath über Merzenich und Nörvenich nach Zülpich Stadt, sowie eine dem Güterverkehr vorbehaltene Strecke nördlich um die Stadt von Distelrath nach Schneidhausen (Güterring). Die Eisenbahnstrecke nach Zülpich wurde 1911 bis Embken verlängert, wobei ein Anschlussgleis zur Braunkohlenbrikettfabrik Astraea gelegt wurde. Charakteristisch für diese erste Schienenepoche der DKB war, dass von Anfang an ein Mischbetrieb zwischen Straßenbahnen und Klein- bzw. Eisenbahnen eingerichtet wurde. Im Jahre 1939 wurde der Betrieb der ersten Omnibuslinien aufgenommen.[3]

Zwischen den Kriegen elektrifizierte die DKB weitere Abschnitte ihrer Eisenbahnstrecke in Richtung Nörvenich, das vom Fahrdraht 1928 erreicht wurde. Auf den nicht elektrifizierten Strecken setzte sie erste Dieseltriebwagen als Ersatz für die teure Dampftraktion ein.

Einstellung des Schienenverkehrs[Bearbeiten]

Im Zweiten Weltkrieg wurde Düren schwer zerstört und die Strecken der DKB wurden so stark beschädigt, dass einige Abschnitte nicht mehr in Betrieb genommen wurden. So endete der Straßenbahnverkehr nach Kreuzau und zum Bahnhof. Die Haltestelle Markt wurde auf den Kaiserplatz verlegt. Bis 1958 wurden im innerstädtischen Straßenbahnnetz außer der Verbindung Düren Kaiserplatz – Distelrath alle Strecken stillgelegt. 1958 wurden die folgenden Linien befahren (alle Linien außer 7 und 8 mit Omnibussen):[4]

Linie Verlauf
1 Düren Bahnhof – Wirteltorplatz – Kaiserplatz – Oberstraße / Rütger-von-Scheven-Straße – Krauthausen – Niederau – Kreuzau – Winden
2 Düren Nord – Bahnhof – Wirteltorplatz – Kaiserplatz – Rölsdorf – Lendersdorf – Krauthausen / Berzbuir
3 Düren Nord – Bahnhof – Wirteltorplatz – Kaiserplatz – Goethestraße / Rurstraße – Rölsdorf – Gürzenich – Hubertushof – Lager
4 Düren Bahnhof – Wirteltorplatz – Kaiserplatz – Oberstraße – Zülpicher Platz
5 Düren Bahnhof – Wirteltorplatz – Krankenhaus – Grüngürtel – Schoellerstraße – Wirteltorplatz – Bahnhof
6 Düren Bahnhof – Wirteltorplatz – Kaiserplatz – Ebertplatz – Binsfelder Straße – Zülpicher Platz
7 Düren Kaiserplatz – Neuer Friedhof – Distelrath – Merzenich
8 Düren Kaiserplatz – Neuer Friedhof – Distelrath – Merzenich – Girbelsrath – Nörvenich – Müddersheim – Sievernich – Bessenich – Zülpich Kreisbahn – Zülpich Stadt *
9 Düren Kaiserplatz – Wirteltorplatz – Bahnhof – Birkesdorf – Arnoldsweiler – Morschenich – Buir / Merzenich **
11 Düren Bahnhof – Wirteltorplatz – Kaiserplatz – Oberstraße / Rütger-von-Scheven-Straße – Krauthausen – Niederau – Kreuzau – Drove – Thum – Berg
12 Nörvenich – Rath – Wissersheim – Pingsheim – Herrig – Lechenich
13 Düren Nord – Bahnhof – Wirteltorplatz – Kaiserplatz – Rölsdorf – Gürzenich – Hubertushof – Schevenhütte
15 Nörvenich Bahnhof – Fliegerhorst
17 Gladbach – Vettweiß – Froitzheim – Füssenich – Geich
18 Zülpich Bahnhof – Markt – Geich – Füssenich – Juntersdorf – Embken ***
21 Düren Bahnhof – Wirteltorplatz – Kaiserplatz – Oberstraße / Rütger-von-Scheven-Straße – Krauthausen – Niederau – Kreuzau – Winden – Rath – Nideggen

* = elektrischer Betrieb bis Sievernich
** = von Düren Bahnhof bis Birkesdorf keine Unterwegsbedienung
*** = Gemeinschaftsverkehr Dürener Kreisbahn – Deutsche Bundespost

Schon 1957 musste der Eisenbahnabschnitt Zülpich Stadt – Embken dem Braunkohlentagebau Zülpich weichen. Im Kontrast dazu begann die DKB, die Strecke von Nörvenich in Richtung Zülpich-Stadt mit Oberleitung zu versehen. 1960 wurde aber trotz dieser Baumaßnahmen der Abschnitt Nörvenich – Zülpich-Stadt stillgelegt. Die DKB betrieb danach nur mehr die Strecke Düren Kaiserplatz – Nörvenich und den Güterring. Der Verkehr nach Nörvenich wurde schließlich am 30. April 1963 eingestellt, damit endete der schienengebundene Personenverkehr der DKB. Die DKB betrieb danach noch einige Jahre den Güterverkehr nach Nörvenich und auf dem Güterring, dieser wurde allerdings ebenfalls schrittweise stillgelegt, 1968 nach Nörvenich und 1970 der Güterring. Die Strecke zum Übergabebahnhof und zum Bahnhof Düren wurde noch bis zum 31. Januar 1971 mit eigener Lokomotive bedient. Die Bedienung der in ein Industriestammgleis umgewandelten Strecke wurde ab dem 1. Februar 1971 durch die DB übernommen.[5] Damit endete der Schienenverkehr, die DKB war seitdem bis zur Übernahme der Jülicher Kreisbahn ein reiner Busbetrieb.

Weitere Entwicklung des Busverkehrs[Bearbeiten]

Die Dürener Kreisbahn bildete von 1972 bis 1978 gemeinsam mit der Kraftpost Düren die Dürener Verkehrsgemeinschaft (DVG). Seit dem 1. Januar 1979 gehört sie tariflich zum Aachener Verkehrsverbund (AVV).

Neuaufnahme des Schienenverkehrs[Bearbeiten]

Am 1. Januar 1984 übernahm die DKB zunächst den Betrieb der Jülicher Kreisbahn,[6] nachdem die beiden Landkreise bereits 1972 zusammengelegt worden waren. Damit betrieb die DKB wieder Eisenbahnverkehr, wenn auch nur den sehr spärlichen Güterverkehr auf der Strecke der Jülicher Kreisbahn Jülich Nord – Puffendorf.

Ende der 1980er Jahre beabsichtigte die Deutsche Bundesbahn, sich von den Nebenstrecken rund um Düren zu trennen. Jedoch sah der Kreis Düren besonders auf den beiden Strecken entlang der Rur ein ungenutztes Potenzial für den Schienenpersonenverkehr. Daher wurden im Jahr 1993 die Regionalbahnstrecken Düren – Jülich und Düren – Heimbach von der Deutschen Bundesbahn übernommen. Zunächst mit gebrauchten Schienenbussen, bald mit neuen Triebwagen vom Typ RegioSprinter baute die DKB auf diesen Strecken unter dem Namen „Rurtalbahn“ ein Nahverkehrsangebot auf, das inzwischen zum 26. Mai 2002 auf der Jülicher Strecke bis nach Linnich verlängert wurde. Auf den beiden Strecken übernahm die DKB auch den Güterverkehr.

Im Jahre 2000 erfolgte der Einstieg in den Güterverkehr außerhalb des eigenen Schienennetzes.

Am 26. Juni 2001 wurde das Tochterunternehmen Düren Trans GmbH gemeinsam mit der Firma Taeter Aachen gegründet. Dieses übernahm teilweise Verkehrsleistungen des Busbetriebs von der DKB.

Ausgliederung des Schienenverkehrs[Bearbeiten]

Der Betrieb des Schienenverkehrs wurde zum 1. Januar 2003 als eigenständige Rurtalbahn GmbH ausgegliedert, an der die DKB einen Anteil von 25,1 Prozent hielt. Die restlichen 74,9 Prozent übernahm die private R.A.T.H. GmbH. Seitdem ist die DKB zum zweiten Mal in ihrer Geschichte wieder ein reiner Busbetrieb, allerdings hielt sie weiter das Eigentum an den von der Rurtalbahn GmbH betriebenen Bahnstrecken.

Im Oktober 2007 wurde aus der Düren Trans GmbH die Rurtalbus GmbH. Eigentümer der Gesellschaft waren neben der DKB (23,8 %) die Veolia Verkehr Rheinland GmbH (25,2 %) und ab diesem Zeitpunkt die R.A.T.H. GmbH (51,0 %), welche bereits Mehrheitsgesellschafterin der Rurtalbahn GmbH war.

Neuordnung der Gesellschaft[Bearbeiten]

Am 20. Februar 2008 wurde die DKB-Verkehr GmbH als 100-%ige Tochter der Dürener Kreisbahn GmbH gegründet. Diese übernahm ab dem 1. Januar 2009 das operative Busgeschäft (Straßenpersonenverkehr) und die entsprechenden Konzessionen nach PBefG von der DKB. Die DKB-Verkehr GmbH wurde am 7. Januar 2009 in DKB GmbH, am 24. November 2009 schließlich in Dürener Kreisbahn GmbH (DKB) umbenannt.[7]

Am 1. Januar 2009 wurden die Beteiligungsgesellschaft Kreis Düren mbH (ALT) und die DKB Vermögensverwaltung GmbH in die Dürener Kreisbahn GmbH (ALT) als neuer Holdinggesellschaft integriert. Am 13. August 2009 erfolgte die Umbenennung in Beteiligungsgesellschaft Kreis Düren mbH (NEU).[8] Diese Gesellschaft, welche sich zu 100 Prozent im Eigentum des Kreises Düren befindet, ist weiterhin Eigentümerin der Infrastruktur der alten DKB und damit der von der Rurtalbahn GmbH betriebenen Bahnstrecken. Des Weiteren hält sie Beteiligungen an den Tochterunternehmen Dürener Kreisbahn GmbH (100 %), Rurtalbahn GmbH (25,1 %), Rurtalbus GmbH (23,8 %) und weiteren Gesellschaften.

Am 16. August haben die Aufsichtsräte der Beteiligungsgesellschaft Kreis Düren mbH (BTG) sowie der Dürener Kreisbahn GmbH die operative Betriebsführung der Dürener Kreisbahn GmbH rückwirkend zum 1. August 2013 der R.A.T.H. GmbH übertragen. Hauptmotivation für diesen Beschluss waren die aufgrund der geringeren Dividende aus RWE-Aktien gesunkenen Einnahmen der BTG. Damit wurde ebenfalls rückwirkend zum 1. August der Geschäftsführer der Rurtalbahn GmbH, Hans-Peter Nießen, zum weiteren Geschäftsführer der DKB bestellt. Bernd Böhnke bleibt weiterhin Geschäftsführer der DKB.[9][10] Als weitere Sparmaßnahme wurde vom Aufsichtsrat der Rurtalbus GmbH die Einstellung des Betriebes beschlossen und die Aufgaben sowie das Personal der Gesellschaft an die DKB übertragen.[9]

Strecken[Bearbeiten]

Düren Bahnhof – Markt – Kreuzau[Bearbeiten]

Düren Bahnhof – Markt – Kreuzau
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Stromsystem: 600 V =
Zweigleisigkeit: Düren Bahnhof – Markt
Betriebsstellen und Strecken[11]
   
Dürener Eisenbahn von Inden
BSicon .svgBSicon uexSTRrg.svgBSicon uexKBHFr.svg
0,0 Düren Bahnhof
BSicon uxmKRZu.svg Strecke nach Aachen und Rurtalbahn
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Hortplatz
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Wirteltorplatz
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Markt Strecke von/nach Distelrath
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Strecke nach Rölsdorf Dreieck
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Ausweiche
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Bonner Straße
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Friedrichplatz Ausweiche
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Jesuitenhof Ausweiche
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Mühlenweg
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Weyerhof
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Schoellershammer
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Bahnhof Lendersdorf
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Krauthausen Ausweiche
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Wirtschaft Daniels
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Niederau Kirche Abstellgleis
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Niederau Ende
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Ausweiche
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Friedenau-Schneidhausen
BSicon uxmKRZo.svg Rurtalbahn nach Heimbach
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8,8 Kreuzau

Die Straßenbahnstrecke Düren BahnhofMarktKreuzau führte grob in nord-südlicher Richtung etwa parallel zur Rur. Nördlicher Endpunkt war am Haupteingang des Bahnhofs Düren in der heutigen Straße Hauptbahnhof. Die Strecke führte die Bahnhofsauffahrt hinab und bog dann nach links in die heutige Josef-Schregel-Straße ein. Ab hier war die Strecke zweigleisig, wobei direkt nach der Kurve eine Umsetzmöglichkeit bestand. Am Wirteltorplatz bog die Strecke nach rechts in die Schenkelstraße und kurz darauf in die heutige Zehnthofstraße ein. Ab dem damals recht schmalen Durchlass zwischen Kaiserplatz und Marktplatz war die Strecke wieder eingleisig.

Die Haltestelle Markt bestand aus einem einfachen Gleisdreieck mit Fahrtbeziehungen in Richtung Zehnthofstraße, Kölnstraße und Oberstraße. Zusätzlich mündete die Strecke von der Weierstraße in Richtung Kölnstraße und in Richtung Zehnthofstraße in das Gleisdreieck ein, was dem Markt eine komplizierte Gleisanordnung bescherte. Die Bahnen der verschiedenen Richtungen hielten direkt im Gleisdreieck, so dass die Umsteigewege vergleichsweise kurz waren. Auf den Streckengleisen in der Kölnstraße und der Oberstraße bestanden zusätzliche Ausweichen.

Die Strecke nach Kreuzau folgte der Oberstraße, ab dem Friedrichplatz der Nideggener Straße, in Richtung Süden. Ab der Haltestelle Schoellershammer im heutigen Dürener Stadtteil Krauthausen führte die Strecke entlang der Kreuzauer Straße. In Niederau wurde die heutige Cyriakusstraße befahren. Die Strecke vom Dürener Bahnhof bis Niederau Ende wurde am 6. Oktober 1908 für den Linienverkehr eröffnet. Zwischen Niederau und Kreuzau lag die Strecke rechts der Landstraße (Kreuzauer Straße beziehungsweise Dürener Straße). Zur Überquerung der Rurtalbahn musste zwischen Friedenau und Kreuzau ein Viadukt errichtet werden. Deshalb erfolgte die Eröffnung der Strecke bis Kreuzau erst am 15. März 1909. Am Streckenende in Kreuzau gab es ein Abstellgleis.[12]

Nach der Zerstörung Dürens am 16. November 1944 wurde die Strecke nicht mehr befahren. Entgegen erster Planungen wurde die Straßenbahn nach Kreuzau nach dem Zweiten Weltkrieg nicht wieder aufgebaut und stattdessen ab dem 1. Januar 1946 durch eine Omnibuslinie ersetzt.[13]

Als Ersatz für den Streckenabschnitt vom Bahnhof zum Markt versuchte die Dürener Eisenbahn (DEAG) 1950, ihre am Bahnhof endende Strecke in die Innenstadt zum Kaiserplatz zu verlängern. Die geplante Strecke sollte zunächst eingleisig durch die Josef-Schregel-Straße bis kurz vor dem Wirteltorplatz, danach zweigleisig durch die Schenkelstraße bis zur Zehnthofstraße verlaufen. Ab hier sollte in einer eingleisigen Blockumfahrung über Wilhelmstraße, Kaiserplatz und Zehnthofstraße eine große Schleife gefahren werden, um die neue zentrale Haltestelle der DKB am Kaiserplatz zu bedienen.[14] Aufgrund von Unstimmigkeiten zwischen der Stadt Düren, der DKB und der DEAG wurden diese Planungen nicht umgesetzt.[15]

Distelrath – Markt – Gürzenich[Bearbeiten]

Distelrath – Markt – Gürzenich
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Stromsystem: 600 V =
Betriebsstellen und Strecken[11]
Strecke – geradeaus
von Anst. Brückenstraße
   
Strecke vom Übergabebahnhof
   
Strecke von Nörvenich und Ringbahn
   
0,0 Bahnhof Distelrath
   
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Yorckstraße
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Neuer Friedhof Ausweiche
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Scharnhorststr. (bis 1924 Br. Büngeler)
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Kölnplatz – Neuer Wasserturm
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Alter Friedhof
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Post
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Ausweiche
BSicon uexABZq+l.svgBSicon uexBHFABZrd.svgBSicon .svg
Markt bis 1952, Strecke vom/zum Bahnhof
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Strecke nach Kreuzau
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Kaiserplatz Ausweiche, ab 1952
BSicon uexSTRlf.svgBSicon uexABZlg.svgBSicon .svg
Strecke durch die Weierstraße bis 1944
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Moltkedenkmal – Philippstraße
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HolzstraßeAachener Straße
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Jahnstraße
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Ausweiche
BSicon uxmKRZ.svg Rurtalbahn nach Heimbach
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Stadtpark – Rurbrücke
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Rölsdorf Monschauer Straße
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Rölsdorf Dreieck
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BSicon exABZrf.svgBSicon uexABZgl+l.svgBSicon exmABZlg.svg
zum Industriebhf. Rölsdorf
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Rölsdorf Wagenhalle
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Ringbahn nach Lendersdorf
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Anst. Hannemann
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Ringbahn nach Mariaweiler
   
Breuers Häuschen
   
zum Güterbahnhof Gürzenich
   
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Abzw. Gürzenich-Staatsbhf.
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Gasthof Fuchs
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Gürzenich Kirche

Die Straßenbahnstrecke DistelrathMarktGürzenich führte grob in ost-westlicher Richtung durch die Dürener Innenstadt. Beginn der Strecke war der Bahnhof Distelrath, der der Übergang auf die Eisenbahnstrecke in Richtung Nörvenich war. Die Straßenbahn bog nach rechts in die Kölner Landstraße ein. Am damaligen Kölnplatz wurde bis 1944 der Wasserturm südlich umrundet, nach dem Krieg führte die Strecke geradeaus durch den Kreisverkehr Friedrich-Ebert-Platz. Die Strecke führte weiter durch die Kölnstraße zum Marktplatz.

Kurz vor der Haltestelle Markt befand sich noch in der Kölnstraße eine Ausweiche. Am Markt konnte in Richtung Bahnhof und in Richtung Oberstraße abgebogen werden. An dieser zentralen Haltestelle trafen sich alle 15 Minuten die Bahnen der verschiedenen Linien. Der weitere Verlauf durch die östliche Weierstraße wurde nur bis 1944 befahren, nach dem Zweiten Weltkrieg führte die Strecke über den Kaiserplatz.

Im weiteren Verlauf führte die Strecke durch die westliche Weierstraße an der Pleußmühle vorbei und bog dann nach rechts in die Aachener Straße ein. In Höhe der Haltestelle Jahnstraße (heute Rurstraße) tangiert sie den Annakirmesplatz, hinter der Haltestelle gab es wieder eine Ausweiche.[12] Kurz vor der Johannesbrücke wurde die Rurtalbahn nach Heimbach gequert. Die Strecke führte weiter in der Monschauer Straße nach Rölsdorf.

An der Haltestelle Rölsdorf Dreieck verzweigten sich die Straßenbahnstrecken nach Lendersdorf und Gürzenich, außerdem wurde das Gleis der Ringbahn gekreuzt. Das Depot der Straßenbahn lag ein kurzes Stück in Richtung der Lendersdorfer Strecke in Höhe des Rölsdorfer Güterbahnhofs in der heutigen Bahnstraße. Geradeaus in der Monschauer Straße gab es ein kurzes Stumpfgleis, an welchem die in Rölsdorf endenden Wagen der Linie 6 wendeten. Die Gürzenicher Strecke bog nach rechts in die heutige Bahnstraße ein und führte zunächst parallel zur Ringbahn an deren Gleis entlang; die Gleise der Straßenbahn und der Ringbahn wurden unabhängig voneinander betrieben. Es gab allerdings einen die Straßenbahngleise kreuzenden Güteranschluss westlich der Strecke.

Am Breuers Häuschen trennten sich Straßenbahn und Ringbahn wieder, die Straßenbahnstrecke bog nach links in die heutige Valencienner Straße ein. Da der dieser Streckenabschnitt der Straßenbahn bis zum Abzweig zum Staatsbahnhof Gürzenich von Güterzügen mitbenutzt wurde, gab es eine Gleisverbindung zwischen Straßen- und Ringbahn kurz vor der Trennung am Breuers Häuschen.

Am Gasthof Fuchs bog die Strecke nach links in die heutige Schillingsstraße ein. Die Endstation lag in Höhe der Gürzenicher Kirche.

Distelrath – Embken[Bearbeiten]

Die Eisenbahnstrecke Distelrath – Merzenich – Nörvenich – Zülpich – Embken war die Stammstrecke der Dürener Kreisbahn. Sie wurde ab 1909 von der Straßenbahn von Distelrath bis Merzenich mitbenutzt und war in diesem Abschnitt wie auch das Stadtnetz mit 600 Volt Gleichspannung elektrifiziert. Die restliche Strecke wurde im Personen- und Güterverkehr zunächst mit Dampfzügen betrieben.

1928 wurde der elektrische Verkehr bis Nörvenich ausgedehnt. Ab 1938 wurden im Personenverkehr die Dampfzüge durch Dieseltriebwagen abgelöst.

Obwohl in den 1950er Jahren der elektrische Betrieb schrittweise von Nörvenich bis nach Bessenich ausgedehnt wurde, endete der Personenverkehr auf der Neffeltalstrecke zwischen Nörvenich und Zülpich-Stadt bereits wieder 1960, nachdem schon 1957 der Personenverkehr zwischen Zülpich-Stadt und Embken eingestellt worden war. 1962 endete der Güter- und damit der Gesamtverkehr auf der Neffeltalstrecke.

Der Personenverkehr nach Nörvenich wurde 1963 zusammen mit der letzten Dürener Straßenbahnstrecke zum Kaiserplatz aufgegeben, der Güterverkehr endete 1968. Anschließend wurde die Strecke abgebaut.

Distelrath – Schneidhausen[Bearbeiten]

Die Eisenbahnstrecke Distelrath – Birkesdorf – Rölsdorf – Lendersdorf (– Schneidhausen) führte von Distelrath in einem Bogen über Birkesdorf nördlich um die Stadt Düren herum und wurde daher auch als Ringbahn, Umgehungsbahn oder Güterring bezeichnet.

Die Strecke diente vornehmlich dem Güterverkehr zu den Industriebetrieben im Norden der Stadt Düren sowie in Mariaweiler, Rölsdorf, Lendersdorf und Schneidhausen. Auf dem Streckenabschnitt zwischen Distelrath und Mariaweiler wurde zeitweise auch Personenverkehr mit Dieseltriebwagen durchgeführt.

Der Streckenabschnitt Rölsdorf – Lendersdorf Ort wurde bereits am 6. Oktober 1908 eröffnet und bis 1954 von der Straßenbahn der DKB mitbenutzt. Er war daher wie das übrige Stadtnetz mit 600 V Gleichspannung elektrifiziert.

Der Streckenabschnitt Lendersdorf – Schneidhausen wurde nach dem Zweiten Weltkrieg nicht wieder in Betrieb genommen. Der Gesamtverkehr wurde 1970 eingestellt, nachdem mit den an der Bahn angeschlossenen Industriebetrieben eine Entschädigung zur Umstellung auf LKW vereinbart worden war.

Düren – Distelrath[Bearbeiten]

Die Eisenbahnstrecke Düren – Distelrath war die Verbindungsstrecke der Dürener Kreisbahn mit der Reichs- beziehungsweise später der Bundesbahn. Sie wurde 1908 in Betrieb genommen und diente ausschließlich dem Güterverkehr.

Nachdem die DKB den eigenen Schienenverkehr aufgegeben hatte, wurde die Strecke 1969/70 in ein Industriestammgleis umgewandelt und ab 1972 von der DB bedient. Im Zuge der neuen Anbindung des Betriebsbahnhofs Distelrath der Rurtalbahn GmbH über die Bördebahn wurde die Strecke stillgelegt.

Jülich Nord – Puffendorf[Bearbeiten]

Hauptartikel: Jülicher Kreisbahn

Die Eisenbahnstrecke Jülich Nord – Puffendorf war ursprünglich die Stammstrecke der Jülicher Kreisbahn. Die Betriebsführung der Strecke wurde am 1. Januar 1984 von der DKB übernommen. Die Strecke diente zu diesem Zeitpunkt ausschließlich dem Güterverkehr.

Nachdem der Güterverkehr im Lauf der Jahre immer weiter abgenommen hatte und sich zuletzt auf den Abschnitt bis Kirchberg Nord beschränkte, wurde die Strecke ab 1999 nicht mehr befahren. Mit der Ausgründung der Rurtalbahn GmbH ging auch die Betriebsführung an diese Gesellschaft über; die DKB war aber weiterhin Eigentümer der Strecke. Die Stilllegung erfolgte schließlich 2007, nachdem an den Endpunkten Jülich Nord und Puffendorf bereits die Gleise entfernt worden waren.

Liniennetz[Bearbeiten]

Die DKB betreibt Buslinien vor allem in der Stadt und im Kreis Düren. Auf sämtlichen Linien gilt der AVV-Tarif, die erste Ziffer der dreistelligen Liniennummer kennzeichnet seit dem 28. Mai 2000 das Verkehrsgebiet Düren; vorher waren die Liniennummern der DKB ein- oder zweistellig. Einige Buslinien verkehren auch über die Kreisgrenze hinaus in benachbarte Landkreise, z.B. die Linien 208, 212, 215, 217, 218, 228 und 276. Da diese Linien in das Verbundgebiet des Verkehrsverbunds Rhein-Sieg (VRS) hineinreichen, wird hier ein sogenannter Kragentarif AVV/VRS angewendet.[16]

Die nachfolgende Tabelle zeigt das DKB-Liniennetz 2012. Einige Fahrten werden von Subunternehmern im Auftrag der DKB durchgeführt.

Linie Verlauf
201 Kreuzau – Stockheim – Bergheim – Langenbroich – Bogheim – Untermaubach – Obermaubach – Bilstein
202 Düren – Rölsdorf – Lendersdorf – Kufferath/Niederau
203 Kaiserplatz – Städtisches Krankenhaus – Grüngürtel
204 Kaiserplatz – Zülpicher Platz – tedrive/Weyerfeld
205 Kaiserplatz – Bahnhof/ZOB – Lindenbaum
206 Düren – Birkesdorf – Mariaweiler/Hoven – Echtz
207 Düren – Merzenich
208 Düren – Nörvenich – Zülpich
209 Düren – Birkesdorf – Arnoldsweiler – Merzenich/Morschenich
210 Kreuzau – Boich – Nideggen – Schmidt
211 Düren – Kreuzau – Drove – Thum – Berg
212 Nörvenich – Wissersheim – Pingsheim – Lechenich
213 Düren – Gürzenich – Birgel/Derichsweiler
214 Kaiserplatz – Zülpicher Platz – Odenthalstraße
215 Nörvenich – Golzheim – Buir
216 Düren – Birkesdorf – Hoven – Merken (– Schophoven) – Inden/Altdorf – Lamersdorf – Lucherberg
217 Girbelsrath – Golzheim/Morschenich – Merzenich
218 Zülpich – Geich – Füssenich – Embken
221 Düren – Kreuzau – Nideggen
222 Düren – Lendersdorf – Kufferath
224 Kaiserplatz – Gneisenaustraße
225 Kaiserplatz – Stadtwerke – Realkauf
228 Sievernich – Müddersheim – Lechenich
234 (Ellen – Niederzier – Hambach)/Huchem-Stammeln – Krauthausen – Pier – Inden
235 Niederzier – Ellen – Merzenich S-Bhf. – Girbelsrath
239 Birgel – Derichsweiler – Echtz – Mariaweiler
276 Düren – Golzheim – Buir/Blatzheim (– Kerpen)
278 Linnich – Ederen – Aldenhoven
281 Jülich – Koslar – Ederen – Freialdenhoven
A Kaiserplatz – Rütger-von-Scheven-Straße – Odenthalstraße – Gneisenaustraße – Bismarckstraße – Kaiserplatz (Stadtring)
B Kaiserplatz – Clodwigplatz – Gneisenaustraße – Grüngürtel – Kaiserplatz (Stadtring)
City-Bus Annakirmesplatz – Kaiserplatz

Literatur[Bearbeiten]

  •  Bernd Hahne: Immer in Bewegung – 100 Jahre Dürener Kreisbahn 1908–2008. Düren 2008.
  • Bernd Franco Hoffmann: Stillgelegte Bahnstrecken im Rheinland. Sutton-Verlag, Erfurt 2014, ISBN 978-3-95400-396-9.
  • Dieter Höltge: Straßen- und Stadtbahnen in Deutschland. Band 7: Köln, Düren, Aachen. EK-Verlag, Freiburg i.Br. 2001, ISBN 3-88255-338-3.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Beteiligungsbericht des Kreises Düren 2012. Abgerufen am 9. November 2014 (PDF; 541 kB).
  2. Die Dürener Kreisbahn GmbH bedient sich im Rahmen von Anleih- und Anmietverhältnissen des bei der BTG vorhandenen Fahr- und Betriebspersonals.
  3.  Dürener Kreisbahn GmbH (Hrsg.): 75 Jahre Dürener Kreisbahn. Düren 1983, S. 22.
  4. Dürener Kreisbahn Betriebsgesellschaft, Dürener Eisenbahn A.G. (Hrsg.): Fahrplan; Sommer 1958.
  5.  Gerd Wolff: Deutsche Klein- und Privatbahnen, Band 4: Nordrhein-Westfalen – Südlicher Teil. EK-Verlag, Freiburg 1997, S. 45.
  6.  Bernd Hahne: Immer in Bewegung – 100 Jahre Dürener Kreisbahn 1908–2008. Hahne & Schloemer Verlag, Düren 2008, ISBN 978-3-927312-93-7, S. 49.
  7. Beteiligungsbericht des Kreises Düren 2009 – Dürener Kreisbahn GmbH. Abgerufen am 8. August 2012 (PDF; 241 kB).
  8. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatBeteiligungsbericht des Kreises Düren 2009 – Beteiligungsgesellschaft Kreis Düren mbH. Abgerufen am 8. August 2012 (PDF; 1,2 MB).
  9. a b Kreis Düren: Beteiligungsgesellschaft des Kreises wurde neu strukturiert. Abgerufen am 28. August 2013.
  10. DKB: Impressum. Abgerufen am 28. August 2013.
  11. a b  Dürener Kreisbahn GmbH (Hrsg.): 75 Jahre Dürener Kreisbahn. Düren 1983, S. 14–15.
  12. a b  Bernd Hahne: Immer in Bewegung – 100 Jahre Dürener Kreisbahn 1908–2008. Hahne & Schloemer Verlag, Düren 2008, ISBN 978-3-927312-93-7, S. 38.
  13.  Bernd Hahne: Immer in Bewegung – 100 Jahre Dürener Kreisbahn 1908–2008. Hahne & Schloemer Verlag, Düren 2008, ISBN 978-3-927312-93-7, S. 98.
  14. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatDürener Zeitung vom 19.8.1950. Abgerufen am 6. März 2012.
  15. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatWisoveg – Festschrift BKB-MLB. Abgerufen am 8. Februar 2012.
  16. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatKragentarif zwischen dem Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS) und dem Aachener Verkehrsverbund (AVV). Abgerufen am 12. Juni 2012 (PDF; 100 kB).