Weisweiler

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel behandelt den Eschweiler Stadtteil Weisweiler in Nordrhein-Westfalen; für andere Bedeutungen siehe Weisweiler (Begriffsklärung).

50.8291666666676.3158333333333118Koordinaten: 50° 49′ 45″ N, 6° 18′ 57″ O

Weisweiler
Wappen des Ortsteils Weisweiler
Höhe: 118 m
Fläche: 9,86 km²
Eingemeindung: 1. Januar 1972
Postleitzahl: 52249
Vorwahl: 02403

Weisweiler ist ein Ort im Rheinischen Braunkohlengebiet und ein östlicher Stadtteil von Eschweiler in der Städteregion Aachen in Nordrhein-Westfalen. Wahrzeichen ist das Kraftwerk Weisweiler.

Geschichte[Bearbeiten]

Bei der Grabstätte von Severinus, 346 auf einem Konzil zum dritten Bischof von Köln gewählt, wird um 800 die Kirche des Heiligen Severin genannt. Eine sich ausbreitende Verehrung dieses Heiligen über Köln hinaus begann erst im 10. Jahrhundert, und so wird 1282 das Gereonstift in Köln als Collator (Beisteuernder) der Weisweiler Kirche St. Severin genannt. Die Kirche ist nach dem Prinzip des fränkischen Kirchenbaus in typischer West-Ost-Höhenlage auf einer Terrasse über dem zwischen Weisweiler und Hücheln verlaufenden Tal der Inde gebaut. Der erste Teil des Ortsnamens geht wahrscheinlich auf Wiese zurück. Der Ortsname wird auf einer französischen Landkarte von 1802 "Weisweiler" und auf einer preußischen Landkarte von 1846 "Weissweiler" geschrieben.

Weisweiler ist spätestens seit dem 18. Jahrhundert eng mit Eschweiler verbunden. Von 1794 bis 1814 gehören Weisweiler und Hücheln mit zusammen etwa 850 Einwohnern zum Kanton Eschweiler, ab 1815 dann zur Bürgermeisterei Langerwehe im damaligen Landkreis Düren, während Eschweiler an den damaligen Landkreis Aachen kommt. 1808 gehört Weisweiler zum Friedensgericht Eschweiler, 1927 dann zum Arbeitsamtbezirk Eschweiler. 1961 gehört Weisweiler mit 5182 Weisweiler (über Eschweiler) postalisch zu Eschweiler, ebenso hat es dieselbe Telefonvorwahl 02403.

Am 1. Januar 1972 kommt Weisweiler aufgrund des Aachen-Gesetzes zusammen mit Hücheln und Wilhelmshöhe an die Stadt Eschweiler und wechselte vom Kreis Düren in den Kreis Aachen.[1]

Industrie und Gewerbe[Bearbeiten]

Braunkohlekraftwerk Weisweiler

Bei Weisweiler liegt die Zentralkläranlage der Stadt Eschweiler, das Braunkohlekraftwerk Weisweiler samt direkt angrenzender Müllverbrennungsanlage Weisweiler, das Ferrolegierungswerk Elektrowerk Weisweiler samt ehemaligem Elektrowerk-Kamin Weisweiler sowie die Gewerbegebiete In der Krause und Industrie- und Gewerbepark Eschweiler (IGP).

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Euregiobahn in Weisweiler

Seit den 1930er Jahren hat Weisweiler eine Auffahrt auf die A 4: „Weisweiler“, von 1972 an „Eschweiler-Weisweiler“, später wieder „Weisweiler“.

Durch den Ortskern verläuft die B 264. Die lang geplante Umleitung dieser Bundesstraße zur Entlastung Weisweilers wurde 2007 als Kölner Straße dem Verkehr übergeben.

Über zehn Haltestellen wird Weisweiler von den Buslinien 94/294, 96/296, 28 und 52 mit Langerwehe, Inden, Hücheln, Wilhelmshöhe und „Eschweiler Bushof“ verbunden.

Der Bahnhof Eschweiler-Weisweiler wurde 1873 als Bahnhof Weisweiler eröffnet und 1983 für den Personenverkehr stillgelegt. Bahnhof und Bahnhofsgebäude lagen an der Hüchelner Straße und somit unweit vom heutigen euregiobahn-Haltepunkt. 2004 wurde der Stationsstandort Weisweiler als euregiobahn-Haltepunkt Eschweiler-Weisweiler reaktiviert und 2005 das alte Bahnhofsgebäude wegen der neu gebauten B 264 abgerissen. Im Jahr 2007 wurde der Haltepunkt nach dem Bau eines zweiten Gleises als Kreuzungsmöglichkeit wieder zum Bahnhof.

Sport[Bearbeiten]

Bekanntester Sportverein Weisweilers ist der SV Fortuna Weisweiler, der mit seinen Abteilungen Fußball und Turnen im Jahr 2008 sein einhundertjähriges Bestehen feierte. Die Fußballabteilung des Vereins trägt seine Heimspiele im Hubert-Bündgens-Sportstadion (6.500 Plätze) aus.

Vereine[Bearbeiten]

Neben dem SV Fortuna existieren noch weitere Vereine in Weisweiler, wie beispielsweise die St. Sebastianus Schützenbruderschaft, eine Ortsgliederung des Malteser Hilfsdienstes e.V. und die Karnevalsgesellschaft "Blaue Funken".

Bildergalerie[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 305.