8,5-Meter-Klasse der DGzRS

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8,5-m-Klasse
SRB Günther Schöps.jpg
Schiffsdaten
Flagge DeutschlandDeutschland Deutschland
Schiffstyp Seenotrettungsboot
Heimathafen Bremen
Eigner DGzRS
Bauwerft Fassmer / Schweers
Schiffsmaße und Besatzung
Länge
8,28 / 8,52 m (Lüa)
Breite 3,10 m
Tiefgang max. 0,85 / 0,95 m
Verdrängung 4,6 / 5,5 t
 
Besatzung 2
Maschine
Maschine Diesel
Maschinen-
leistung
220 PS (162 kW)
Höchst-
geschwindigkeit
18 kn (33 km/h)
Propeller 1

Die 8,5-Meter-Klasse umfasst 18 Seenotrettungsboote (SRB) der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS). Zwischen 1987 und 1994 wurden 17 Schiffe bei der Fassmer-Werft und eins bei der Schiffs- und Bootswerft Schweers gebaut. Heute sind noch 14 Boote dieser Klasse im Dienst der DGzRS.

Eigenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem die DGzRS seit den 1970er Jahren Erfahrungen mit Seenotrettungsbooten gesammelt hatte, entstand am Ende der 1980er Jahre die zweite Generation dieser leistungsfähigen Schiffe. Die wichtigsten Verbesserungen waren eine deutlich gesteigerte Geschwindigkeit bei hoher Seetüchtigkeit, eine erweiterte rettungsdienstliche und medizinische Ausrüstung sowie ein umlaufendes Fendersystem, welches das Längsseitsgehen auch bei schwierigen Bedingungen ermöglicht. Eine Bergungspforte auf der Steuerbordseite nahezu auf Höhe der Wasserlinie in der Bordwand auf ermöglicht es, im Wasser treibende Schiffbrüchige an Bord zu nehmen, ohne sie aufrichten zu müssen.

Der Rumpf wurde in bewährter Weise aus seewasserbeständigem Aluminium aus einem Netzspantensystem gebaut. Zur Steuerung stehen sowohl ein unterer Fahrstand im Schiff und ein offener, oberer Fahrstand zur Verfügung. Angetrieben werden die Schiffe von einem Dieselmotor mit 215 PS, der über ein Wendegetriebe einen Festpropeller antreibt. Damit erreichen sie eine Geschwindigkeit von 18 Knoten, die Reichweite beträgt etwa 200 Seemeilen.

Zur Ausrüstung gehören ein Schlepphaken, Suchscheinwerfer, mobile Lenzpumpen, medizinische und technische Ausrüstung sowie Funk- und Navigationstechnik.

Ab 1987 wurden drei Prototypen gebaut, um das Konzept zu testen und Erfahrungen zu sammeln. Die folgenden Serienschiffe, welche ab 1992 gebaut wurden, sind 24 cm länger und als Selbstaufrichter konzipiert.

Die Seenotrettungsboote dieser Klasse werden bei Bedarf von Freiwilligen der DGzRS kurzfristig besetzt und kommen in der Nord- und Ostsee zum Einsatz.

Nach der Wiedervereinigung lösten einige von ihnen die Motorrettungsboote des Seenotrettungsdienstes der DDR ab. Inzwischen sind bereits vier Schiffe dieser Klasse aus dem Dienst der DGzRS ausgeschieden. In den kommenden Jahren sollen weitere Boote dieser Klasse durch Neubauten der 10,1-m-Klasse ersetzt werden.[1]

Die Boote[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Name Bauname Rufzeichen Baujahr Bauwerft (Nummer) Taufe Namensgeber Stationierung
Asmus Bremer KRST 29 DF7680 1987 Fassmer (1062) Kiel-Schilksee, 21. Dez. 1987 Asmus Bremer 1987–2012 Kiel-Schilksee
Marie Luise Rendte KRST 30 DF7681 1988 Fassmer (1063) Brunsbüttel, 23. Juni 1988 Förderin der DGzRS 1988–1999 Brunsbüttel,
1999–2003 Ueckermünde,
2003–2012 Kiel-Schilksee
Franz Stapelfeldt KRST 31 DA3112 1990 Schweers (6482) Burgstaaken, 17. Aug. 1990 Franz Stapelfeldt 1990–2000 Puttgarden,
2000–2011 Maasholm,
2011–2012 Reserveboot,
2012–2015 Kiel-Schilksee
Günther Schöps SRB 32 DH3767 1992 Fassmer (1256) Timmendorf (Poel), 23. Juni 1992 Förderer der DGzRS ab 1992 Timmendorf
Gerhard ten Doornkaat SRB 33 DH3768 1992 Fassmer (1257) Bremen, 10. Nov. 1992 Gerhard ten Doornkaat Koolman-Stiftung ab 1992 Ueckermünde
Karl van Well SRB 34 DH3769 1992 Fassmer (1258) Bremen, 10. Nov. 1992 Förderer der DGzRS ab 1992 Damp
Dornbusch SRB 35 DH3770 1993 Fassmer (1259) Vitte (Hiddensee), 15. Apr. 1993 Naturschutzgebiet Dornbusch 1993–2006 Vitte,
ab 2006 Breege
Cassen Knigge SRB 36 DH3771 1993 Fassmer (1260) Norddeich, 15. Juni 1993 getöteter Rettungsmann der Otto Schülke ab 1993 Norddeich
Putbus SRB 37 DH3772 1993 Fassmer (1261) Lauterbach (Rügen), 7. Juni 1993 Stadt Putbus auf Rügen ab 1993 Lauterbach
Juist
Walter Merz
SRB 38 DH3773 1993 Fassmer (1262) Juist, 21. Juni 1993,
5. Okt. 2008
Insel Juist,
Förderer der DGzRS
1993–2007 Juist,
ab 2007 Schleswig
Otto Behr SRB 39 DH3774 1993 Fassmer (1263) Wilhelmshaven, 13. Juli 1993 Förderer der DGzRS ab 1993 Wilhelmshaven
Hellmut Manthey SRB 40 DH3775 1993 Fassmer (1264) Lippe, 24. Sept. 1993 Förderer der DGzRS ab 1993 Lippe
Hermann Onken SRB 41 DH3776 1993 Fassmer (1265) Fedderwardersiel, 29. Okt. 1993 langjähriger Vormann der dortigen Station ab 1993 Fedderwardersiel
Jens Füership SRB 42 DH3777 1993 Fassmer (1266) Gelting, 22. Nov. 1993 Friedrich Lorenzen, genannt Füerschipp (Feuerschiff) ab 1993 Gelting
Crempe SRB 43 DH3778 1994 Fassmer (1267) Neustadt in Holstein, 3. Mrz. 1994 mittelalterliche Bezeichnung von Neustadt ab 1994 Neustadt
Baltrum SRB 44 DH3779 1994 Fassmer (1268) Baltrum, 7. Apr. 1994 Insel Baltrum 1994–2004 Baltrum,
2005 Horumersiel
Bottsand SRB 45 DH3780 1994 Fassmer (1269) Laboe, 29. Mai 1994 Naturschutzgebiet Bottsand 1994–2014 Laboe
Stralsund SRB 46 DH3781 1994 Fassmer (1270) Stralsund, 1. Juni 1994 Hansestadt Stralsund 1994–2006 Stralsund,
ab 2006 Prerow-Wiek

Besonderheiten einzelner Boote[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Asmus Bremer ist seit dem 9. November 2012 vor dem Haupteingang des Deutschen Museums in München aufgestellt.

Die Franz Stapelfeldt steht seit Mitte 2015 als Denkmal vor der DGzRS-Station Schilksee.

Die Juist wurde im Jahr 2008 in Walter Merz umbenannt.

Fotos[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Seenotretter geben drei neue Rettungseinheiten für Freiwilligen-Stationen in Auftrag