ROS (Betriebsart)

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ROS-Signal mit 8 Baud, ca. 150 Zeichen pro Minute
ROS-Erfinder José Ros vor einem Diagramm zum Shannon-Hartley-Gesetz (2012)

ROS ist eine Fernschreib-Betriebsart im Amateur- und CB-Funk.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

ROS wurde 2010 vom spanischen Funkamateur José Alberto Nieto Ros (Amateurfunkrufzeichen EA5HVK) publiziert. Es eignet sich für schwierige Übertragungsverhältnisse, wie sie auf Kurzwelle oder bei Erde-Mond-Erde typisch sind (niedriges Signal-Rausch-Verhältnis und Mehrwegempfang). Das Signal kann noch decodiert werden, wenn es mehr als 30 dB schwächer als das Rauschen ist, d.h. vom menschlichen Ohr nicht mehr wahrgenommen werden kann.

Das Signal wird mit Mehrfach-Frequenzumtastung (MFSK mit 16 Tönen)[1] und einer Vorwärtsfehlerkorrektur (FEC) gesendet, vergleichbar mit Olivia MFSK, aber aufgrund der höheren Bandbreite mit geringeren Anforderungen an das Signal-Rausch-Verhältnis. Ein ROS-Signal kann verschiedene Formate haben, verwendet wird üblicherweise eine Bandbreite von 2250 Hz mit einer Baudrate von 4, 8 oder 16.[2] Die Töne haben einen Abstand von 125 Hz, bei der schmalbandigeren Variante 32,5 Hz und bei der Version für die Amateurfunkbänder auf Mittel- und Langwelle einen Abstand von nur 6,5 Hz.[3]

Da der Erfinder ROS zuerst als Spread-Spectrum-Verfahren bezeichnete, äußerte die amerikanische Lizenzbehörde FCC Bedenken zur Verwendung auf Kurzwelle.[4] In den USA darf Spread Spectrum von Funkamateuren nur auf Frequenzen ab 220 MHz verwendet werden.[5] Es handelt sich jedoch nicht um ein Spread-Spectrum-Verfahren.[6]

Die erste Verbindung mit ROS fand am 18. Februar 2010 auf dem 40-Meter-Band statt, von Spanien nach den Niederlanden. Am 22. Februar 2010 folgte die erste Erde-Mond-Erde-Zweiwegverbindung, zwischen Deutschland und Griechenland im 2-Meter-Band.[7] Die erste ROS-Verbindung mit einer speziell dazu lizenzierten Amateurfunkstation in den USA fand am 1. Februar 2012 (UTC) auf dem 30-Meter-Band nach Spanien statt.[8]

Frequenzen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Amateurfunk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Folgende Frequenzen sind Vorzugsfrequenzen von ROS im Amateurfunk:

2,2 km Mode
136 kHz USB
630 m Mode
476 kHz USB
160 m Mode
1.840 kHz USB
80 m Mode
3.583 kHz USB
3.585 kHz USB
3.587 kHz USB
3.589 kHz USB
60 m[Anmerkung 1] Mode
5.367 kHz USB
40 m Mode
7.040 kHz USB
7.044 kHz USB
7.046 kHz USB
7.048 kHz USB
30 m Mode
10.132 kHz USB
10.134 kHz USB
20 m Mode
14,088 MHz USB
14,101 MHz USB
14,103 MHz USB
14,116 MHz USB
17 m Mode
18,107 MHz USB
18,111 MHz USB
15 m Mode
21,110 MHz USB
21,115 MHz USB
12 m Mode
24,916 MHz USB
24,926 MHz USB
10 m Mode
28,185 MHz USB
28,295 MHz USB
6 m Mode
50,245 MHz USB
4 m[Anmerkung 1] Mode
70,280 MHz USB
2 m Mode
144,980 MHz USB
70 cm Mode
432,097 MHz USB

CB-Funk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Folgende Frequenzen im 11-Meter-Band sind Vorzugsfrequenzen von ROS im CB-Funk:

11 m CEPT-Kanal Mode
27,245 MHz Kanal 25 USB
27,365 MHz Kanal 36 USB
27,610 MHz (kein Kanal) USB

Die Frequenz 27,610 MHz liegt außerhalb der für CB-Funk oder Amateurfunk zugelassen Bereiche. Sie ist somit in Deutschland i.A. nicht legal nutzbar.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eike Barthels: ROS - eine neue digitale Sendeart. In: Funkamateur. Nr. 9, 2010, ISSN 0016-2833, S. 918–919.
  • Urs Sigrist und Dora Mayer Sigrist: Die neue Betriebsart ROS. In: CQ DL. Nr. 5, 2013, ISSN 0178-269X, S. 316–317.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. üblicherweise in der Modulationsart J2B, vgl. VO Funk, 2012, Appendix 1
  2. Jesus Vidal (CO2DC): ROS Help. 17. Januar 2012, abgerufen am 7. Februar 2013 (PDF; 124 kB, englisch).
  3. Luis A. del Molino: El modo ROS: ¿ya lo has probado? In: CQ, Oktober 2011, Seiten 18–23; November 2011, Seiten 19–25; Dezember 2011, Seiten 8–14.
  4. FCC Reaffirms Statement on ROS
  5. 47 CFR 97.305 (Code of Federal Regulations, Title 47, Chapter I, Subchapter D, Part 97, Subpart D, Section 97.305 - Authorized emission types)
  6. Mike Richards: Spread-spectrum? - No, it´s not! In: Practical Wireless, Mai 2011, Seiten 36–38.
  7. ROS User´s Guide V2.0 (engl.) (PDF; 6,4 MB)
  8. FCC Spread Spectrum tests off to a good start

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b In Deutschland gemäß Amateurfunkverordnung (AFuV) nicht erlaubt.