Rahel Sophia Süß

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Rahel Sophia Süß (2020)

Rahel Sophia Süß (* 17. April 1987 in Bissendorf) ist eine deutsche Politikwissenschaftlerin und politische Theoretikerin. Rahel Süß ist Mitherausgeberin der Zeitschrift Engagée.

Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Süß studierte ab 2009 das Fach Politikwissenschaft an der Universität Wien und der Karls-Universität in Prag. Das Studium beendete sie mit einer Arbeit zum Begriff der Kollektiven Handlungsfähigkeit, erschienen 2015 unter dem Titel Kollektive Handlungsfähigkeit, Gramsci, Holzkamp, Mouffe/Laclau im Verlag Turia + Kant.

Im Jahr 2020 wurde Rahel Süß bei Oliver Marchart mit der Dissertation Provozierte Demokratie. Elemente einer radikalen Demokratietheorie des experimentellen Handeln promoviert. Gutachter waren Martin Nonhoff und Oliver Flügel-Martinsen. Für den Master und die Promotion erhielt sie ein Stipendium der Rosa-Luxemburg-Stiftung.

Süß hat an zahlreichen Instituten in Deutschland, Großbritannien und in den USA geforscht, darunter das King’s College London, das Center for Humanities and Social Change der Humboldt-Universität zu Berlin sowie Goldsmiths, University of London, Queen Mary University of London, im Center for the Study of Democracy an der University of Westminster, London, (auf Einladung von Chantal Mouffe) und Duke University (auf Einladung von Michael Hardt). Die Aufenthalte wurden durch Stipendien gefördert, u. a. durch das Marietta Blau-Stipendium der Österreichischen Austauschdienst-Gesellschaft.

Im Jahr 2012 hat Rahel Süß die internationale Zeitschrift Engagée gegründet. Die erste Printausgabe erschien im Mai 2015. Süß gehört zum Kreis der Herausgeber, und sie zeichnet – gemeinsam mit Alessio Kolioulis – für das Design der Zeitschrift verantwortlich.

An der Universität Wien ist Süß seit 2015 als Lehrbeauftragte für Politische Theorie tätig.[1] Sie leitet – gemeinsam mit Anna-Verena Nosthoff – das Data Politics Lab an der Humboldt-Universität zu Berlin.[2]

Seit 2017 lebt und arbeitet Rahel Süß in London.

Forschungsgebiete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Forschungsgebiete von Rahel Süß liegen in den Bereichen Politische Theorie, zeitgenössische Demokratietheorie und Politische Ideengeschichte. Zu ihren Arbeitsschwerpunkten gehören die radikale Demokratie, Digitalpolitik und soziale Bewegungsforschung. Ihre Veröffentlichungen zielen auf die Ausarbeitung einer Demokratietheorie experimentellen Handelns auf der Basis des Poststrukturalismus, der Kritischen Theorie und des Pragmatismus.

Soziale und politische Tätigkeitsfelder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 2006 bis 2008 leistete Süß Freiwilligenarbeit für rumänische Straßenkinder in dem Bukarester Sozialzentrum St. Lazar des Vereins Concordia.[3] Den Verein für Sozialprojekte hatte der österreichische Jesuit Georg Sporschill gegründet.[4]

Während ihres Studiums beteiligte sich Süß an den Studentenprotesten in Österreich 2009/2010. Sie war außerdem tätig in der Gemeinwohl-Ökonomie, bei Attac und in der Bewegung Democracy in Europe Movement 2025.

Zitat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Der Sinn von Experimenten mit der Demokratie muss es sein, unsere Handlungsfähigkeit zu erproben.“

Rahel Süß: Demokratie und Zukunft. Was auf dem Spiel steht. Edition Konturen, Wien 2020, S. 50

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Monografien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Herausgeberschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • zusammen mit Collectif engagée (Herausgeberteam engagée): Villes Radicales. Du droit à la ville à la démocratie radicale. Eterotopia, Paris 2019, ISBN 979-10-93250-32-8.
  • zusammen mit Viola Mark, Stefan Heissenberger, Susanne Schramm, Peter Sniesko: Uni brennt: Grundsätzliches – Kritisches – Atmosphärisches. Zweite erweiterte Auflage. Turia + Kant, Wien 2010, ISBN 978-3-85132-612-3.[5]

Beiträge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Elemente einer radikalen Demokratietheorie des Experiments. Am Beispiel der experimentellen Horizontalität munizipalistischer Bewegungen. In: Judith Vey, Johanna Leinius, Ingmar Hagemann (Hrsg.): Handbuch poststrukturalistische Perspektiven auf soziale Bewegungen. Ansätze, Methoden und Forschungspraxis. Transcript, Bielefeld 2019, ISBN 978-3-8376-4879-9, S. 250–263.
  • Theorie und Praxis. In: Dagmar Comtesse, Oliver Flügel-Martinsen, Franziska Martinsen, Martin Nonhoff (Hrsg.): Radikale Demokratietheorie – Ein Handbuch. Suhrkamp, Berlin 2019, ISBN 978-3-518-29848-0, S. 793–806.
  • Demokratie ist radikaler Experimentalismus. In: Elke Rajal, trafo.K, Oliver Marchart, Nora Landkammer, Carina Maier (Hrsg.): Making Democracy – Aushandlungen von Freiheit, Gleichheit und Solidarität im Alltag. Transcript, Bielefeld 2020, ISBN 978-3-8376-5016-7, S. 193–204.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Rahel Süß, Universität Wien.
  2. Personen im Data Politics Lab. Abgerufen am 11. Dezember 2021
  3. Sozialzentrum Sf. Lazăr.
  4. Geschichte von Concordia.
  5. Buchpräsentation am 18. März 2010.