Reda

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Reda (Begriffsklärung) aufgeführt.
Reda
Wappen von Reda
Reda (Polen)
Reda
Reda
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Pommern
Powiat: Wejherowo
Fläche: 29,45 km²
Geographische Lage: 54° 37′ N, 18° 20′ OKoordinaten: 54° 37′ 0″ N, 18° 20′ 0″ O
Einwohner: 23.821
(30. Jun. 2015)[1]
Postleitzahl: 84-240
Telefonvorwahl: (+48) 58
Kfz-Kennzeichen: GWE
Wirtschaft und Verkehr
Straße: DK 6 (E 28): Danzig-Stettin
DW 216: Reda-Władysławowo-Hel
Schienenweg: Bahnstrecke Stargard Szczeciński–Gdańsk
Bahnstrecke Reda–Hel
Nächster int. Flughafen: Danzig
Gmina
Gminatyp: Stadtgemeinde
Einwohner: 23.821
(30. Jun. 2015)[1]
Gemeindenummer (GUS): 2215011
Verwaltung (Stand: 2007)
Bürgermeister: Krzysztof Krzemiński
Adresse: ul. Pucka 9
84-240 Reda
Webpräsenz: www.reda.pl



Reda (deutsch Rheda) ist eine Stadt im Powiat Wejherowski (Neustädter Distrikt) der polnischen Woiwodschaft Pommern .

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ortschaft liegt in der historischen Landschaft Westpreußen, in der Kaschubei, in dem von der Eiszeit geformten Urstromtal der Flüsse Rheda (Reda) und Leba (Łeba). Durch die Stadt führt die Hauptstraße zur Halbinsel Hela.

Stadtbild aus der Vogelperspektive

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rheda östlich von Neustadt in Westpreußen, unweit der Putziger Wiek, nördlich von Danzig, auf einer Landkarte von 1910.
Katholische Kirche
Ehemalige evangelische Kirche

Eine hölzerne Kirche wurde im 12. Jahrhundert errichtet. Die erste schriftliche Erwähnung eines Ortes in der Gegend des heutigen Reda stammt aus dem Jahr 1245.

Von 1308 bis 1466 gehörte der Neustädter Distrikt zum Deutschordensstaat Preußen. Etwa 1340 wurden eine Mühle und eine Schmiede errichtet. 1357 erhält der Ort des Deutschen Ordens das Stadtrecht nach Kulmer Recht. 1358 wird der Name Granslaw, 1398 Granslow und Granissow, 1400 Redau und 1433 Rede genannt. Den heutigen Namen Reda trägt der Ort seit etwa 1500. Im 17. Jahrhundert wurde die hölzerne Kirche abgebrannt.

Bereits während der Zeit des Deutschordensstaats war die Region um Neustadt von Danzig aus verwaltet worden, das sich 1440 dem Preußischen Bund und 1466 freiwillig dem autonomen, unter der Schirmherrschaft der polnischen Krone stehenden Preußen Königlichen Anteils angeschlossen hatte. Durch sein Dekret vom 16. März 1569 auf dem Lubliner Reichstag kündigte König Sigismund II. August die Autonomie Westpreußens jedoch unter Androhung herber Strafen einseitig auf, weshalb die Oberhoheit des polnischen Königs in diesem Teil des ehemaligen Gebiets des Deutschen Ordens von 1569 bis 1772 als Fremdherrschaft empfunden wurde.[2]

Am 8. März 1635 bestätigt König Władysław IV. Wasa dem Schultheißen Simon Borsch, dessen Privilegien während des Kriegs gegen Danzig einem Brand zum Opfer gefallen waren, den Besitz der Schultheißerei Rheda und sämtliche von altersher dazu gehörigen Rechte und Pflichten.[3]

Durch die Erste Teilung Polen-Litauens 1772 wurde das westliche Preußen mit dem Gebiet um Neustadt und Putzig unter Friedrich II. von Preußen mit dem östlichen Teil des Königreichs Preußen in dem Maße wiedervereinigt, wie diese Teile zur Zeit des Deutschordensstaats Preußen miteinander verbunden gewesen waren, und so von der polnischen Fremdherrschaft befreit. Von da an gehörte Rheda zum Königreich Preußen. Im Jahr 1785 wird Reda als ein königliches Dorf mit einer katholischen Kirche, einem Lehnmannsgut, einer Eisenfabrik und einem Krug bezeichnet, das 20 Feuerstellen (Haushaltungen) aufwesit.[4] 1888 wird eine öffentliche Schule eingeweiht. 1903 wurde eine Kirche im neogotischen Stil errichtet.

Bis 1920 gehörte Rheda zum Kreis Neustadt in Westpreußen im Regierungsbezirk Danzig der Provinz Westpreußen des Deutschen Reichs.

Nach dem Ersten Weltkrieg musste der Kreis Neustadt mit Reda 1920 aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags zum Zweck der Einrichtung des Polnischen Korridors an Polen abgetreten werden, mit Wirkung vom 20. Januar 1920 und ohne Volksabstimmung. Durch den Polenfeldzug im September 1939 kam das entnommene Territorium des Polnischen Korridors an das Reichsgebiet zurück. Der Kreis Neustadt wurde anschließend dem Reichsgau Danzig-Westpreußen angegliedert, zu dem Rheda bis 1945 gehörte.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs besetzte am 12. März 1945 die Rote Armee die Ortschaft. Bald darauf wurde der Kreis Neustadt zusammen mit Westpreußen und der südlichen Hälfte Ostpreußens von der Sowjetunion unter polnische Verwaltung gestellt. Danach begann in Rheda der Zuzug polnischer Zivilisten, die sich der Behausungen und Anwesen der eingesessenen deutschen Bevölkerung bemächtigten und die Einwohner daraus verdrängten. Für den Ortsnamen wurde die ältere Schreibweise Reda wieder eingeführt. Soweit die eingesessenen deutschen Dorfbewohner nicht geflohen waren, wurden sie in der darauf folgenden Zeit von der örtlichen polnischen Verwaltungsbehörde vertrieben.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Ortschaft zunächst Teil der Gemeinde Wejherowo (Neustadt in Westpreußen). Am 1. Januar 1955 wurde im Ort ein Dorfrat eingesetzt und ein Jahr später wurde der Ort wieder eine selbständige Siedlung. Die erneute Vergabe des Stadtrechtes dauerte allerdings bis 1967. Bei einer Verwaltungsreform 1975 wird der Ort Teil der Woiwodschaft Danzig, eine erneute Reform bewirkt, dass der Ort 1999 wieder Teil des Woiwodschaft Pommern wird.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1829 1872 1924 1968 1982 1991 2000 2005 2011
Einwohner[5] 74 763 1.000 5.400 6.091 14.000 17.663 18.360 22.030

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnhof in Reda
  • Bahnhof und umliegende Gebäude, errichtet um 1875
  • Speicher und Wohnhaus in der ul. Pucka aus dem 14./15. Jahrhundert

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Reda – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2015. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (ZIP-Ordner mit XLS-Dateien; 7,82 MiB), abgerufen am 28. Mai 2016.
  2. Hans Prutz: Geschichte des Kreises Neustadt in Westpreußen. Danzig 1872, S. 104.
  3. Hans Prutz: Geschichte des Kreises Neustadt in Westpreußen. Danzig 1872, S. 206.
  4. Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preußen. Teil I, Königsberg/Leipzig 1785, Volständige Topographie vom West-Preußischen Cammer-Departement, S. 183.
  5. für 31. Dez. 2005, Główny Urząd Statystyczny: http://www.stat.gov.pl/dane_spol-gosp/ludnosc/stan_struk_teryt/2005/31_12/tablica8.xls