Regula Engel-Egli

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Regula Engel-Egli

Regula Engel-Egli (* 5. März 1761 in Fluntern; † 25. Juni 1853 in Zürich) war die Frau eines schweizerischen Söldneroffiziers im Dienste Napoleons.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Regula Eglis Vater war ein ehemaliger Offizier in der preussischen Armee. Drei Jahre nach der Geburt der Tochter trennte er sich von seiner Frau. Regula wuchs im Waisenhaus auf, später lebte sie bei ihrer Mutter in Chur. Mit 17 Jahren heiratete sie 1778 Florian Engel, einen Bündner Offizier aus Langwies bei einem Schweizer Fremdenregiment in der französischen Armee. Während mehr als zwanzig Jahren begleitete Regula Engel ihren Mann auf seinen Feldzügen durch Europa und Ägypten. Oft soll «Frau Oberst Engel» auch selbst in Uniform in der Schlacht mitgekämpft haben. Nach Napoleons Abdankung im April 1814 folgten ihm die Engels nach Elba ins Exil, wo ihnen das ruhige Leben gefiel. In der Schlacht von Waterloo 1815 fielen ihr Mann und zwei Söhne, Regula wurde in Offiziersuniform schwer verwundet nach Brüssel ins Krankenhaus gebracht.

In dieser Zeit wurde Regula Engel-Egli Mutter von einundzwanzig Kindern, von denen nur fünf überlebten. Napoleon soll sie meine kleine Schweizerin genannt haben und wurde Pate ihrer Zwillinge Napoleon Baptist und Napoleon Heinrich sowie ihrer Tochter Maria Louise.

Nach der Rückkehr in die Schweiz begann sie mittellos und allein, in ganz Europa ihre letzten fünf Kinder zu suchen – vergeblich. Ihren Sohn Caspar fand sie sterbend in New Orleans in den USA. 1824 kehrte sie nach über vierzig Jahren in die Schweiz zurück, wo sie ihre Memoiren veröffentlichte. Diese verkauften sich so gut, dass eine zweite Auflage nachgedruckt wurde.

1827 verfasste Regula Engel-Egli einen zweiten Teil ihrer Memoiren, der im Jahr darauf erschien. Darin liefert sie den Lebensbericht einer vitalen und mutigen Frau, die sich nicht scheute, Betrachtungen zur Napoleonischen Armee und zur Situation der Schweiz anzustellen. Trotz der guten Verkaufszahlen war sie in Geldnöten und von Bekannten abhängig; ihre Hoffnung auf eine Pension der französischen Armee wurde nicht erfüllt. Erst zwanzig Jahre nach ihrer Rückkehr in die Schweiz durfte sie als Kostgängerin im Zürcher Predigerspital bleiben, wo sie am 25. Juni 1853 im Alter von 92 Jahren verstarb. Ihren Heimatort Langwies hatte sie nie besucht.[1]

Engel-Strasse im Kreis 4

Im Zürcher Stadtkreis 4 ist die „Engel-Strasse“ nach der Regula Engel-Egli benannt.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Lebensbeschreibung der Wittwe des Obrist Florian Engel von Langwies, in Bündten, geborener Egli von Fluntern, bey Zürich, Enthaltend die Geschichte ihres Herkommens, Jugendschicksale, Verheurathung und weitläufige Reisen im Gefolge der französischen Armeen durch ganz Frankreich, die Niederlande, Italien, Spanien, Portugall, die Oesterreichischen und Preussischen Staaten, Deutschland und besonders auch der Expedition in Egypten und einer späteren Reise nach Amerika. Von ihr selbst beschrieben, und von einem älteren Verwandten revidiert und mit Anmerkungen begleitet (= Schweizer Schicksal und Erlebnis, Band 2). Rascher, Zürich 1914, DNB 579735311, OCLC 9780920.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Regula Engel: Frau Oberst Engel: Memoiren einer Amazone aus Napoleonischer Zeit. Limmat, Zürich 2009, ISBN 978-3-85791-587-1 [2]
  • Regula Engel-Egli: Die schweizerische Amazone. J. Walt, Schiers 1904.
  • Alex Capus, Himmelsstürmer. Zwölf Portraits, Albrecht Knaus Verlag, München, 2008. ISBN 978-3-813-50314-2
  • Ursina Trautmann: Als Amazone Napoleons kämpfte sie in Waterloo, in: Die Südostschweiz vom 8. August 2015, S. 21.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Terra Grischuna 6/2209
  2. Kurze Inhaltsangabe des Limmat-Verlags «Wann liest man schon einmal die Erinnerungen einer Frau, die in Schlachten zog, 21 Kinder zur Welt brachte und von Napoleon ‹meine kleine Schweizerin› genannt wurde?» Münchner Merkur.