Rehbach (Rhein)

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Rehbach
Winzinger Wassergescheid als Rehbach-Ursprung: Der Speyerbach fließt nach rechts weiter, der Rehbach entsteht links.

Winzinger Wassergescheid als Rehbach-Ursprung:
Der Speyerbach fließt nach rechts weiter, der Rehbach entsteht links.

Daten
Gewässerkennzahl DE: 23798
Lage Haardtrand

Vorderpfälzer Tiefland

Nördliche Oberrheinniederung


Deutschland

Flusssystem Rhein
Abfluss über Rhein → Nordsee
Abzweig am Winzinger Wassergescheid in Neustadt nach links vom Speyerbach
49° 21′ 20″ N, 8° 9′ 17″ O
Quellhöhe 131 m ü. NHN[1]
Mündung zwischen Altrip und Ludwigshafen von links in den RheinKoordinaten: 49° 26′ 47″ N, 8° 26′ 41″ O
49° 26′ 47″ N, 8° 26′ 41″ O
Mündungshöhe 89 m ü. NHN[1]
Höhenunterschied 42 m
Sohlgefälle 1,4 ‰
Länge 29 km[2]
Einzugsgebiet 149,894 km²[2]
Linke Nebenflüsse Mußbach, Landwehrgraben (nach Ableitung zurück), Steinbach, Ranschgraben
Rechte Nebenflüsse Rückgängergraben (nach Ableitung zurück)
Großstädte Ludwigshafen am Rhein
Mittelstädte Neustadt an der Weinstraße
Kleinstädte Schifferstadt
Gemeinden Haßloch, Böhl-Iggelheim, Limburgerhof, Neuhofen
Unterhalb der Waldmühle

Unterhalb der Waldmühle

Der Rehbach ist ein 29 km langes Fließgewässer in Rheinland-Pfalz und ein linker Zufluss des Rheins. Er bezieht sein Wasser hauptsächlich vom Speyerbach, dessen linker Mündungsarm er ist.

Der Bach ist als Gewässer II. Ordnung eingestuft.[3] Von kommunaler Seite ist für seine Betreuung der Gewässer-Zweckverband Rehbach-Speyerbach zuständig, der 1985 gegründet wurde und seinen Sitz in Ludwigshafen hat.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Rehbach besitzt keine eigene Quelle, sondern trennt sich auf 131 m Höhe[1] in Neustadt an der Weinstraße am Winzinger Wassergescheid mit einem Drittel der Wassermenge vom Speyerbach nach links ab. In die Sandsteinquader des vor 1561 künstlich geschaffenen Wasserbauwerks wurden bei Renovierungen 1569 und 1745 entsprechende Inschriften eingemeißelt.[4] Innerhalb der von Rehbach und Speyerbach gebildeten Gabelung liegt seit 1969 das Kurfürst-Ruprecht-Gymnasium.

Nach dem Verlassen der Neustadter Gemarkung durchfließt der Rehbach anfangs in östlicher, später in nordöstlicher Richtung den Westteil der Rheinebene. Er bewegt sich dabei im Bereich der Nordkante des dreieckigen, sich nach Osten verbreiternden Schwemmfächers entlang, in dem Speyerbach und Rehbach Sedimente abgelagert haben. Der Bach berührt auf seinem Lauf durch die Ebene die Gemeinden Haßloch, Böhl-Iggelheim, Schifferstadt, Limburgerhof und Neuhofen.

Im Osten der Gemarkung von Ludwigshafen-Rheingönheim mündet der Rehbach auf 90 m Höhe von links in den Oberrhein.

Zu- und Abflüsse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die wichtigsten linken Nebenflüsse des Rehbachs sind der knapp 12 km lange Mußbach, der zwischen dem gleichnamigen Neustadter Ortsteil und Haßloch mündet, der Landwehrgraben, der in Haßloch nach links abgeleitet und 7 km unterhalb in Iggelheim wieder eingeleitet wird, der 9,2 km lange Steinbach, der oberhalb von Schifferstadt in den Rehbach fließt, sowie der 18,4 km lange Ranschgraben. Dieser geht wie der Rehbach selbst aus dem Speyerbach hervor – im Süden von Haßloch – und mündet nördlich von Limburgerhof-Rehhütte von links in den Rehbach, nachdem er diesen einige hundert Meter zuvor beim Kohlhof von rechts kommend sogar unterquert hat. Der Ranschgraben verläuft auf der ursprünglichen geologischen Abflusslinie des Speyerbachs.

Wenige Meter oberhalb der Mußbachmündung wird aus dem Rehbach nach rechts der Rückgängergraben abgeleitet. Er fließt anschließend auf 2,8 km im Abstand von 200 bis 400 m etwa parallel zum Rehbach und bewässert dabei den Nordrand des Ordenswalds. Sein Name weist auf die Fortbewegungsart der im Graben vorkommenden Flusskrebse hin. Der Rückgängergraben mündet westlich von Haßloch von rechts in den Rehbach zurück.[5]

Als Querverbindung vom Rehbach (Abfluss Schifferstadt) in Nordrichtung zur Isenach (Einleitung Lambsheim) verläuft der etwa 16 km lange Floßbach. Er sammelt das Wasser von Bewässerungsgräben, führt aber in Abhängigkeit von dessen Verbrauch durch die Landwirtschaft vor allem im Südteil nicht ständig Wasser. Seine Gewässergüte wird mit „vollständig verändert“ angegeben.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Rehbach wurde bereits im Mittelalter im damaligen Dorf Winzingen, das heute ein Stadtviertel von Neustadt ist, aus dem Speyerbach nach links abgeleitet.

Im Bereich von Haßloch und Iggelheim wurde der Bach auf etwa 7 km Länge in zwei parallele Arme aufgeteilt. Sie lieferten das Antriebswasser für die örtlichen Mühlen und Sägewerke. Am südlichen Arm, dem eigentlichen Rehbach, sind noch drei Anlagen erhalten. Der nördliche Arm ist der Landwehrgraben, der in Iggelheim von links wieder einmündet. Unterhalb von Böhl-Iggelheim empfängt der Rehbach über den Steinbach zusätzlich das Wasser des 10 Hektar großen Niederwiesenweihers, eines renaturierten Baggersees, der ab 1973 in einer vormaligen Kiesgrube entstand.

1981 wurden große Teile des von Speyerbach und Rehbach durchflossenen Gebiets zwischen Neustadt und Speyer, die nicht baulicher Nutzung unterliegen, zum Landschaftsschutzgebiet Rehbach-Speyerbach erklärt.[6]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Lage und Höhe des Winzinger Wassergescheids als Rehbachursprung auf: Kartendienst des Landschaftsinformationssystems der Naturschutzverwaltung Rheinland-Pfalz (LANIS-Karte) (Hinweise), abgerufen am 28. Februar 2021.
  2. a b GeoExplorer der Wasserwirtschaftsverwaltung Rheinland-Pfalz (Hinweise)
  3. Änderung der Rechtsverordnung des Überschwemmungsgebietes der Gewässer 2. Ordnung Rehbach und Speyerbach. (PDF) (Nicht mehr online verfügbar.) Gemeindeverwaltung Haßloch, 29. Februar 2012, archiviert vom Original am 14. August 2012; abgerufen am 12. Januar 2015.
  4. Das Winzinger Wassergescheid bei Neustadt. speyerbach.info, abgerufen am 11. Februar 2015.
  5. Geoportal Wasser Rheinland-Pfalz. Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Ernährung, Weinbau und Forsten, 2001, abgerufen am 14. September 2014.
  6. Rechtsverordnung über das Landschaftsschutzgebiet „Rehbach-Speyerbach“. Bezirksregierung Rheinhessen-Pfalz, 14. Juli 1987, abgerufen am 14. September 2014 (PDF; 26 kB).