Rudolf Sallinger

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Rudolf Sallinger (* 3. September 1916 in Lassee, Niederösterreich; † 7. März 1992 in Wien) war ein österreichischer Politiker (ÖVP).

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als gelernter Maurer und Steinmetzmeister führte Rudolf Sallinger ab 1943 den Steinmetzbetrieb seiner Frau mit etwa 50 Mitarbeitern in Wien-Margareten. Als Student stellte Sallinger im April 1938 einen Antrag auf Aufnahme in die NSDAP, in dem er auf seine politischen Aktivitäten für die NSDAP in Form von Verteilung von Streuzetteln und einer Polizeistrafe 1933 verwies. Der Antrag wurde jedoch 1941 abgelehnt, da Sallingers Tätigkeit in der „Kampfzeit“ nicht „den Erfassungsvoraussetzungen entspricht“.[1]

Nach Ende des Zweiten Weltkriegs war er in verschiedenen Funktionen der Wirtschaftsvertretungen, wie in der Innung tätig. Ab 1953 war er Kurator des Wirtschaftsförderungsinstitutes in Wien. So wurde das WIFI Wien auf dem Grund des ehemaligen Rotschildspitals am Währinger Gürtel erbaut.[2]

Seine bekannteste Tätigkeit war als Präsident der Bundeskammer der gewerblichen Wirtschaft vom 14. Februar 1964 bis Dezember 1990, als er altersbedingt nicht mehr kandidierte. Er übernahm das Amt von dem kurz vorher verstorbenen Julius Raab. Unter ihm wurde das Netz der Auslandsvertretungen der österreichischen Wirtschaft weltweit aufgebaut.[2]

Außerdem war er von 1966 bis 1980 Obmann des Österreichischen Wirtschaftsbundes und Abgeordneter zum Nationalrat.

Ein Hauptanliegen war ihm immer ein Funktionieren der Sozialpartnerschaft, die er zeitgleich mit dem damaligen Gewerkschaftsbundpräsidenten Anton Benya als Gegenüber lebte, was ihm große Anerkennung einbrachte. Kritisch wurde sein Verhalten in der Auseinandersetzung um den Bau des Kraftwerks Hainburg betrachtet, für dessen Errichtung er sich wie Benya einsetzte.

Der in der ÖVP einflussreiche Sallinger gilt auch als Königsmacher von zuerst Erhard Busek und später von Wolfgang Schüssel.[3]

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wiener Zentralfriedhof - Ehrengrab von Rudolf Sallinger

Sallinger wurde neben Julius Raab und Leopold Figl in einem Ehrengrab auf dem Wiener Zentralfriedhof (Gruppe 14 C, Nummer 21 B) beigesetzt.

Im Jahr 1992 wurde in Wien Landstraße (3. Bezirk) der Rudolf-Sallinger-Platz nach ihm benannt. 2000 wurde in Wien-Margareten der Rudolf-Sallinger-Park nach ihm benannt.

Der nach ihm benannte Rudolf-Sallinger-Fonds vergibt jährlich den Rudolf-Sallinger-Preis.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Straßennamen Wiens seit 1860 als „Politische Erinnerungsorte“ (PDF; 4,4 MB), S. 245f, Forschungsprojektendbericht, Wien, Juli 2013
  2. a b Rudolf Sallinger. Mächtiger Sozialpartner und einflussreicher ÖVP-Königsmacher. Ein großer Mann von kleinem Wuchs mit weitem Herzen. in der Presse vom 30. November 2007, abgerufen am 4. November 2010
  3. Paul Lendvai: Mein Österreich, Seite 67 ISBN 978-3-902404-46-6