Südwest Presse

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Südwest Presse
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Beschreibung Regionale Abonnement-Tageszeitung
Verlag Neue Pressegesellschaft mbh & Co. KG
Erstausgabe 1946
Erscheinungsweise werktäglich
Verkaufte Auflage 257.323 Exemplare
(IVW 2/2019, Mo–Sa)
Reichweite 0.86 Mio. Leser
(MA 2012)
Chefredakteur Ulrich Becker
Herausgeber Beirat
Geschäftsführer Thomas Brackvogel (Vorsitzender), Matthias Bikowski, Andreas Simmet
Weblink www.swp.de
ZDB 1360527-6

Die Südwest Presse (Eigenschreibweise SÜDWEST PRESSE) ist eine deutsche Zeitung aus Ulm.

Die verkaufte Auflage beträgt 257.323 Exemplare, ein Minus von 26 Prozent seit 1998.[1] Mit Partnertiteln und Beteiligungen erreicht die Zeitung rund 1,1 Mio. Leser pro Tag und erscheint in mehr als einem Drittel des Landes Baden-Württemberg.[2]

Das Unternehmen hinter der Südwest Presse ist die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG mit Sitz in Ulm, die auch 100 % an der Märkischen Oderzeitung und Lausitzer Rundschau hält. Gesellschafter der Neue Pressegesellschaft sind jeweils zu 50 Prozent die Ebner Pressegesellschaft mbH & Co. KG (Ulm) und die ZVD Mediengesellschaft mbH (Göppingen). Anders als häufig behauptet, ist die Neue Pressegesellschaft keine Beteiligung der SWMH.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Südwest Presse ist Nachfolger des 1859 gegründeten Ulmer Tagblatts, das 1877 vom Ebner Verlag übernommen wurde. Während der Zeit des Nationalsozialismus wurde die Zeitung am 2. Mai 1934 mit dem Ulmer Sturm vereinigt. Nach dem Zweiten Weltkrieg erhielten 1945 Kurt Fried, Johannes Weißer und Paul Thielemann von den amerikanischen Besatzungsbehörden die Lizenz zur Herausgabe der Schwäbischen Donau-Zeitung.[3]

Schon 1952 hatte die Familiengesellschaft J. Ebner erste bedeutende Verträge mit dem Zeitungsverlag geschlossen. 1955, nach dem Tod von Johann Weißer, traten Max und Carl Ebner mit 50 Prozent der Anteile in die Zeitung ein. Im Jahr 1962 fusionierte die Tageszeitung Ulmer Nachrichten, die ebenfalls seit 1949 erschienen war, mit der Schwäbischen Donauzeitung. 1968 wurde die Schwäbische Donauzeitung in Südwest Presse umbenannt. Es begann eine Kooperation mit anfangs neun Lokalzeitungen aus dem westlichen Württemberg (Tübingen, Balingen, Schwenningen, Metzingen/Bad Urach, Reutlingen) und weiteren Lokalzeitungen, deren Verbreitungsgebiet in Ostwürttemberg (u. a. in Aalen, Schwäbisch Hall, Bad Mergentheim, Crailsheim) sowie im Großraum Stuttgart lag. 1974 schloss sich die Südwest Presse mit der Neuen Württembergischen Zeitung Göppingen zusammen. Deren Verlag tritt in diesem Zusammenhang als Gesellschaft mit einem Anteil von 50 Prozent in den Ulmer Zeitungsverlag ein.[3]

Auflage und technische Daten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Südwest Presse und die meisten der angeschlossenen Zeitungen erscheinen im „Rheinischen Format“, einige angeschlossene Zeitungen im kleineren „Berliner Format“. Gedruckt wird sie an sieben Standorten.[2]

Wie die meisten deutschen Tageszeitungen hat die Südwest Presse in den vergangenen Jahren an Auflage eingebüßt. Die verkaufte Auflage ist in den letzten 10 Jahren um durchschnittlich 2 % pro Jahr gesunken. Im letzten Jahr hat sie um 2,8 % abgenommen.[4] Sie beträgt gegenwärtig 257.323 Exemplare für alle Ausgaben zusammengenommen (ohne Bietigheimer Zeitung und Eberbacher Zeitung),[5] davon 52.521 Exemplare für die eigentliche Südwest Presse (Ulm, Neu-Ulm, Alb-Donau-Kreis).[6] Der Anteil der Abonnements an der verkauften Gesamtauflage liegt bei 90,5 Prozent.

Entwicklung der verkauften Auflage[7]


Zeitungsverbund und Verbreitungsgebiet[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Insgesamt gehören heute über 20 Zeitungstitel zur Südwest Presse, verteilt über ein geographisches Gebiet von Bad Mergentheim im Norden bis Villingen-Schwenningen im Südwesten, das sich grob halbmondförmig von Osten um den Großraum Stuttgart legt (mit zwei wesentlichen Ausnahmen: der Bietigheimer Zeitung, die in Bietigheim-Bissingen im Großraum Stuttgart erscheint, und der Eberbacher Zeitung, die in Eberbach, Baden erscheint). Das Verbreitungsgebiet überschneidet sich mit denen diverser anderer Tageszeitungen (u. a. der Schwäbischen Zeitung, der Augsburger Allgemeinen oder der Stuttgarter Nachrichten-Gruppe).[8][9]

Wie bei der Printausgabe der Zeitung funktioniert die Zusammenarbeit des Verbunds auch im Internet. Unter swp.de – einem Nachrichtenportal mit nationaler und lokaler Berichterstattung – sind die Angebote der Tageszeitungen vereint. Daneben gibt es mobile Seiten von swp.de, einen Facebook-Auftritt und seit September 2013 eine eZeitung der Südwest Presse und ihrer Lokalzeitungen im Abonnement.[10][11][12] Parallel wurden ein Web-Abo und ein Bezahlmodell für das Nachrichtenportal swp.de und seine Lokalausgaben eingeführt.[13]

Die Neue Pressegesellschaft gibt eine Reihe von Wochenblättern heraus. Für diese werden Sonderveröffentlichungen mit einer Mischung aus Nachrichten und Anzeigen produziert. Diese Anzeigenblätter unter dem Dach der Neue Pressegesellschaft gibt es jede Woche kostenlos für nahezu alle Haushalte im Verbreitungsgebiet. Sie erreichen eine wöchentliche Gesamtauflage von knapp 2 Millionen Exemplaren.[14] Das Ulmer Wochenblatt, gegründet 1966, wurde 2013 mit dem Preis für Bürgernähe des Bundesverbands Deutscher Anzeigenblätter (BVDA) ausgezeichnet.[15]

Besonderheiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Südwest Presse investierte in den letzten Jahren in neue Druckmaschinen. Ende 2011 wurde für rund 22 Mio. Euro ein neues Druckzentrum in Crailsheim errichtet. An den Standorten Ulm und Weingarten wurden neue Druckmaschinen in Betrieb genommen, die eine Produktionsgeschwindigkeit von 45.000 Exemplaren pro Stunde ermöglichen. Außerdem wird am Druckstandort Frankfurt/Oder in das regionale Druckzentrum investiert. Im Jahr 2014 fand der Umzug einer Geoman-Zeitungsrotation vom Druckhaus Ulm-Oberschwaben nach Frankfurt/Oder einschließlich eines umfassenden Upgrades der Maschinen und Leitstandtechnik sowie umfangreicher Überholungs- und Retrofitarbeiten an Druckwerken und Falzwerk statt.[13]

Vor mehr als 40 Jahren hat die Südwest Presse die „Aktion 100 000“ ins Leben gerufen, durch die soziale Einrichtungen und Einzelpersonen im Verbreitungsgebiet unterstützt werden. Im Jahr 2012/2013 wurden 900.000 Euro gesammelt.

Das 2011 begonnene Bildungsprojekt „Wir lesen“ der Südwest Presse ist ein Angebot für weiterführende Schulen in der Region. Paten schenken Schulen Zeitungsabonnements für ein Jahr. Außerdem organisiert das Projektteam zusammen mit den Paten in- und außerhalb des Klassenzimmers monatliche Veranstaltungen im kulturellen, politischen und wirtschaftlichen Bereich. Das Projekt wird von festangestellten Pädagogen betreut.[16]

Beteiligungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Neue Pressegesellschaft[17] bündelt als Holding mittel- und unmittelbar zahlreiche Medienunternehmen, wie beispielsweise die Hörfunksender Radio 7, Radio Regenbogen oder Berliner Rundfunk. Auch im TV-Bereich ist die Gruppe mit Regio TV aktiv. Im Jahr 2012 übernahm die Neue Pressegesellschaft sämtliche Anteile an der Märkischen Oderzeitung, zu der auch der Oranienburger Generalanzeiger sowie große Anzeigenblätter (Brawo, Märker, Märkischer Markt, Märkischer Sonntag) gehören. 2018 erwarb die Neue Pressegesellschaft über ihre Tochtergesellschaft Märkisches Medienhaus die Lausitzer Rundschau zu hundert Prozent.[18] Es werden weitere Bereiche erschlossen, wie beispielsweise das Agentur-Geschäft (Staufen Plus, Schwäbische Messegesellschaft) oder Geschäftsfelder im Bereich Logistik (Südwest-Mail, Freyplus) und Reisen (Hapag-Lloyd Reisebüro). Die NPG Digital GmbH berät kleine und mittelständische Unternehmen bei der Entwicklung und Umsetzung von digitalen Kampagnen (Google Adwords, Facebook Ads, Aufbau mobiler Webseiten). Gedruckt wird an sieben Standorten, an denen die Neue Pressegesellschaft mindestens eine bedeutende Beteiligung hält.[19][2]

Daneben entwickelt die Südwest Presse Print-Erzeugnisse im Buchformat, beispielsweise historische Bildbände, Druckerzeugnisse mit Freizeittipps und Reiseführer.[20]

Regionalausgaben und angeschlossene Zeitungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Regionalausgaben (Beteiligung >50 %)
Ort Ausgabe Verkaufte Auflage[21]
Ulm Südwest Presse – (ehemals Schwäbische Donau Zeitung) 48.254
Crailsheim Hohenloher Tagblatt 12.805
Gaildorf Rundschau für den Schwäbischen Wald – Der Kocherbote 3.990
Geislingen an der Steige Geislinger Zeitung 10.378
Göppingen NWZ – Neue Württembergische Zeitung 27.141
Hechingen Hohenzollerische Zeitung 5.595
Münsingen Alb-Bote 4.267
Metzingen/Reutlingen Metzinger-Uracher Volksblatt / Der Ermstalbote und Reutlinger Nachrichten 10.948
Schwäbisch Hall Haller Tagblatt 15.260
Anzeigen- und Redaktionsgemeinschaft
Ort Ausgabe Verkaufte Auflage[22]
Aalen, Ellwangen Schwäbische Post 24.496
Balingen, Albstadt Zollern-Alb-Kurier mit Schmiecha-Zeitung 17.596
Bietigheim-Bissingen Bietigheimer Zeitung 9.917
Eberbach Eberbacher Zeitung 1.808
Heidenheim an der Brenz Heidenheimer Neue Presse 3.515
Heidenheim an der Brenz Heidenheimer Zeitung 24.134
Horb am Neckar Neckar-Chronik 4.303
Kirchheim unter Teck Der Teckbote 13.194
Schwäbisch Gmünd Gmünder Tagespost 10.205
Tübingen Schwäbisches Tagblatt mit Rottenburger Post und Steinlach-Bote 36.232
Villingen-Schwenningen Südwest Presse – Die Neckarquelle 6.022

Die Minderheitsbeteiligung der Südwest Presse an der Druck- und Verlagsgesellschaft Bietigheim (Bietigheimer Zeitung) wurde mit Wirkung zum 1. Januar 2019 an die Stuttgarter Zeitung Verlagsgesellschaft (eine Tochter der SWMH) verkauft.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Südwest Presse – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. laut IVW (Details auf ivw.eu)
  2. a b c d Daniel Torka: Neue Pressegesellschaft. In: neue-pressegesellschaft.de. Abgerufen am 6. Januar 2017.
  3. a b Daniel Torka: Neue Pressegesellschaft. In: neue-pressegesellschaft.de. Abgerufen am 28. Dezember 2016.
  4. laut IVW, http://www.ivw.eu/aw/print/qa/titel/2032
  5. laut IVW, zweites Quartal 2019, Mo–Sa (Details und Quartalsvergleich auf ivw.eu)
  6. laut IVW, zweites Quartal 2019, Mo–Sa (Details und Quartalsvergleich auf ivw.eu)
  7. laut IVW, jeweils viertes Quartal (Details auf ivw.eu)
  8. Daniel Torka: Neue Pressegesellschaft. In: neue-pressegesellschaft.de. Abgerufen am 28. Dezember 2016.
  9. neue-pressegesellschaft.de
  10. swp.de
  11. swp.de (Memento des Originals vom 22. Februar 2014 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.swp.de
  12. Daniel Torka: Neue Pressegesellschaft. In: neue-pressegesellschaft.de. Abgerufen am 6. Januar 2017.
  13. a b Daniel Torka: Neue Pressegesellschaft. In: neue-pressegesellschaft.de. Abgerufen am 6. Januar 2017.
  14. neue-pressegesellschaft.de
  15. „Durchblick“ – BVDA-Preis für Bürger- und Verbrauchernähe 2013 ausgeschrieben. (Memento des Originals vom 13. Februar 2015 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.bvda.de BVDA, 7. November 2013
  16. Wir lesen. (Nicht mehr online verfügbar.) Südwest Presse Online-Dienste GmbH, archiviert vom Original am 29. Juli 2016; abgerufen am 6. Januar 2017. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.swp.de
  17. Daniel Torka: Neue Pressegesellschaft - das moderne Medienhaus. In: neue-pressegesellschaft.de. Abgerufen am 30. Dezember 2016.
  18. Neue Pressegesellschaft plant Erwerb der „Lausitzer Rundschau“. In: BDZV.de. Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger e. V., 13. März 2018, abgerufen am 28. Mai 2019.
  19. Daniel Torka: Neue Pressegesellschaft. In: neue-pressegesellschaft.de. Abgerufen am 30. Dezember 2016.
  20. Daniel Torka: Neue Pressegesellschaft. In: neue-pressegesellschaft.de. Abgerufen am 30. Dezember 2016.
  21. IVW 2/2019, Mo–Sa ( Details auf ivw.eu)
  22. IVW 2/2019, Mo–Sa ( Details auf ivw.eu)