S-Bahn Mittelelbe

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S-Bahn Deutschland
S-Bahn Mittelelbe
Karte der S-Bahn Magdeburg.svg
Staat Deutschland
Verkehrsverbund
Tarifverbund
Magdeburger Regionalverkehrsverbund
Linien 1
Streckenlänge 76 km
Stationen 22
Fernbahnhöfe 2
kleinste Taktfolge 30 min
Passagiere etwa 2 Mio. jährlich [1]
Bewohner im Einzugsbereich ca. 400.000
Fahrzeuge Baureihe 425 (Gesamtverkehr)
Betreiber Elbe Saale Bahn
Stromsystem 15 kV 16,7 Hz ~, Oberleitung

Die S-Bahn Mittelelbe ist Bestandteil des öffentlichen Personennahverkehrs im Großraum der sachsen-anhaltischen Landeshauptstadt Magdeburg. Betreiber der S-Bahn ist die Elbe Saale Bahn ein Tochterunternehmen der DB Regio Südost im Auftrag der Nahverkehrsservice Sachsen-Anhalt GmbH.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Magdeburger S-Bahn verkehrt seit ihrer Eröffnung am 29. September 1974[2] auf einer einzigen 39 Kilometer langen Linie auf der Strecke Zielitz – Magdeburg – Schönebeck-Salzelmen in Nord-Süd-Richtung. Mehrfach wurden Linien nach Haldensleben und nach Burg diskutiert, bis heute wurden sie jedoch nicht verwirklicht (Stand 2014).

Die Haltepunkte Schönebeck-Frohse, Schönebeck Süd und Zielitz Ort wurden erst nach 1974 eröffnet.

Zwischen Schönebeck und Haldensleben verkehrte zu DDR-Zeiten zusätzlich eine stündliche Verbindung mit einer um einen Waggon verkürzten S-Bahn-Garnitur und einer Diesellok der DR-Baureihe 110 bzw. 112. Dieser Zug konnte bis Magdeburg-Rothensee zum S-Bahn-Tarif benutzt werden.

Dezember 2007 bis Dezember 2014 wurde die S-Bahnlinie 1 bis auf wenige Züge in Tagesrandlage nur noch montags bis freitags betrieben; am Wochenende wurden die Halte durch die Regionalbahnen bedient.

Im Dezember 2014 wurde die S-Bahnlinie 1 bis nach Stendal über Tangerhütte verlängert. Die bisherige Regionalbahn von/nach Wittenberge verkehrt nun ab/bis Stendal als S-Bahnlinie und dort erfolgt dann ein Zuggattungswechsel ohne das Fahrgäste umsteigen müssen. Dadurch verkehrt die S-Bahnlinie 1 wieder zwischen Schönebeck-Bad Salzelmen und Zielitz im 30-Minuten-Takt an Wochentagen, am Wochenende verkehrt sie nach sieben Jahren auch wieder im Stundentakt.[3]

S-Bahn-Tarif Magdeburg[Bearbeiten]

Triebzug 425 der RB29 im Bahnhof Wolmirstedt
Geplantes Regio-S-Bahn-Netz 2008/2015

Für die S-Bahn Magdeburg sowie auch für alle parallel zur S-Bahn verkehrenden Regionalzüge galt bis zur Einführung des Magdeburger Regionalverkehrsverbunds am 12. Dezember 2010 ein spezieller S-Bahn-Tarif nach dem Vorbild der früheren DR-S-Bahn-Tarife. Im Gegensatz zu diesen wurde der S-Bahn-Tarif Magdeburg allerdings erst am 1. Februar 1994 eingeführt. Gesonderte S-Bahn-Tarife gab es früher auch in den Städten Berlin, Dresden, Erfurt, Leipzig/Halle und Rostock. Im Gegensatz zu Magdeburg wurden diese aber schon deutlich früher durch Verkehrsverbünde abgelöst beziehungsweise im Fall Erfurt durch die Aufgabe der S-Bahn entbehrlich.

Der S-Bahn-Tarif Magdeburg war etwas günstiger als der bundesweit geltende Nahverkehrstarif. Er basierte dabei nicht wie letzterer auf der tatsächlich zurückgelegten Wegstrecke, sondern auf einem Zonensystem. Es existierten insgesamt drei Zonen:

  • „Tarifzone Nord“ (Zielitz und Wolmirstedt)
  • „Tarifzone Stadt“ (Stadtgebiet Magdeburg)
  • „Tarifzone Süd“ (Schönebeck)

Die „Tarifzone Stadt“ wurde dabei grundsätzlich doppelt berechnet, sodass es insgesamt vier Preisstufen gab. Neben Einzelfahrkarten wurden für die S-Bahn Magdeburg auch Mehrfahrtenkarten, Wochenkarten und Monatskarten, jedoch keine Tageskarten (ausgenommen das „Wochenend-Familien-Ticket“) angeboten. Zusätzlich galt der S-Bahn-Tarif auch auf dem Streckenabschnitt Magdeburg-Neustadt – Magdeburg-Herrenkrug.

Für Pendler und Vielfahrer, die in Magdeburg zwischen der S-Bahn und kommunalen Verkehrsmitteln umsteigen wollten, existierte unabhängig vom S-Bahn-Tarif der übergeordnete MUM-Tarif (Magdeburg-Umland-Tarif), welcher auch die Magdeburger Verkehrsbetriebe einschloss. Der MUM-Tarif war jedoch kein echter Verkehrsverbund, denn es wurden nur Zeitkarten (jedoch keine Einzelfahrkarten) angeboten. Dies hatte zur Folge, dass bei Einzelfahrten in der Region Magdeburg bei jedem Umstieg von der S-Bahn auf ein anderes öffentliches Verkehrsmittel eine neue Fahrkarte gelöst werden musste.

Fahrzeugeinsatz[Bearbeiten]

Typisch für die Magdeburger S-Bahn waren zu DDR-Zeiten die Züge aus grünen LOWA-E5-Wagen (Mitteleinstiegswagen). Ab 1990 kamen Doppelstockeinzelwagen zum Einsatz, teilweise wurden Anfang der 1990er Jahre auch vierteilige DBv-Doppelstockzüge eingesetzt. Heute verkehren auf der Linie S 1 Triebwagen der Baureihe 425. 2015 wurden die Triebzüge modernisiert.

Zukunft[Bearbeiten]

Der ÖPNV-Plan des Landes Sachsen-Anhalt [4] sieht für den Zeitraum 2010 bis 2015 bzw. 2025 vor, einige RB-Linien zu S-Bahn-Linien zu erweitern. Als Grundgerüst für das zukünftige S-Bahn-Netz stehen die S-Bahnlinie 1 (in Nord-Süd-Richtung) und die RB-Linie 40 (in Ost-West-Richtung). Die Verbindungen nach Langenweddingen und nach Haldensleben sollen dabei auch integriert werden.

Linie Verlauf
S1 Schönebeck-Bad Salzelmen – Schönebeck (Elbe) – Magdeburg – Wolmirstedt – Zielitz – Tangerhütte
S11 Magdeburg – Dodendorf – Osterweddingen – Langenweddingen
S12 Magdeburg – Barleben – Haldensleben – Wegenstedt – Oebisfelde – Wolfsburg
S14 Burg – Biederitz – Magdeburg – Niederndodeleben – Eilsleben – Helmstedt – Königslutter – Braunschweig

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Jubiläum S-Bahn Mittelelbe; Passagierzahlen Volksstimme vom 23. September 2014
  2. Deutsche Reichsbahn: S-Bahn Magdeburg – ab 29. September 1974 – Informationen. Dewag Werbung, Magdeburg 1974
  3. Kundenmagazin „Auf Achse" Herbst 2014. Abgerufen am 23. November 2014.
  4. Nahverkehrsservice Sachsen-Anhalt: Der ÖPNV-Plan des Landes Sachsen-Anhalt (PDF; 2,0 MB)

Weblinks[Bearbeiten]