S-Bahn Hannover

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S-Bahn Deutschland
S-Bahn Hannover
S-Bahn Hannover Netzplan.svg
Staat Deutschland
Linien 9 (+ 1)
Streckenlänge 385 km
Stationen 74
kleinste Taktfolge 30 min
Fahrzeuge 424, 425
Betreiber DB Regio Nord
Logo S-Bahn Hannover

Die S-Bahn Hannover ist seit dem Jahr 2000 ein Verkehrsträger des öffentlichen Personennahverkehrs. Schwerpunkt des Verkehrsnetzes ist die Region Hannover, die Linien reichen bis in benachbarte Landkreise (Celle, Hameln-Pyrmont, Hildesheim, Nienburg und Schaumburg) und in das Land Nordrhein-Westfalen (Kreise Minden-Lübbecke, Höxter, Lippe und Paderborn). Durch die Einführung der S-Bahn wurde der Schienenpersonennahverkehr der Deutschen Bahn im Raum Hannover modernisiert. 2011 wurden 30,9 Millionen Fahrgäste mit der S-Bahn Hannover befördert.

Im Bereich der Stadt Hannover gibt es am Hauptbahnhof sowie an weiteren S-Bahn-Stationen Umsteigemöglichkeiten zur Stadtbahn Hannover (siehe Nahverkehr in Hannover). Die S-Bahn ist nach der Stadtbahn Hannover der bedeutendste Verkehrsträger in der Region Hannover. Daneben gibt es weiteren Schienenpersonennahverkehr mit Regional-Express- und Regionalbahn-Zügen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits in den 1960er Jahren war geplant, das hannoversche Nahverkehrsnetz der Eisenbahn auszubauen. Zunächst richtete man Nahschnellverkehrslinien auf der Ost-West-Achse Nienburg und Minden – Wunstorf – Hannover – Lehrte – Celle und zwischen 1965 und 1970 auf der Deisterbahn ein. Wegen Uneinigkeit zwischen Bund, Land und Großraumverband unterblieben weitere Ausbauten. 1984 wurde als Vorleistung für einen Ausbau der Strecke zwischen Wunstorf und Hannover der Bahnhof Seelze verlegt und mit Überholgleisen neu gebaut. Ab 27. Mai 1989 wurde die Deisterbahn und die Strecke Hannover–Hameln als CityBahn im Stundentakt betrieben.

S-Bahn-Bau zur Expo 2000[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem Hannover im Jahr 1990 den Zuschlag zur Expo 2000 bekommen hatte, wurde die ursprünglich für später geplante Einführung der S-Bahn vorgezogen und am 12. November 1990 ein Ausbauvertrag zwischen dem Bundesland Niedersachsen, dem Kommunalverband Großraum Hannover und der Deutschen Bundesbahn unterzeichnet. In relativ kurzer Zeit wurden die jahrzehntelang nahezu unverändert gebliebenen Strecken in und um Hannover erheblich ausgebaut. Die Bauarbeiten begannen 1993 mit dem ersten Rammschlag für die neue Station Hannover Karl-Wiechert-Allee an der Bahnstrecke Hannover–Braunschweig, die eine Verknüpfung zur Stadtbahn herstellen sollte.

Bahnhof Hannover-Linden/Fischerhof (oben S-Bahn, unten Stadtbahn)

Auf der westlichen Strecke vom Hauptbahnhof in Richtung Wunstorf wurden bis Seelze ab 1994 zwei zusätzliche Gleise für den S-Bahn-Verkehr errichtet und 1997 in Betrieb genommen. Zwischen Seelze und Leinhausen wurden die Gleise nördlich, zwischen Leinhausen und Hauptbahnhof südlich der bestehenden Strecke verlegt, wobei in Hainholz und am ehemaligen Hauptgüterbahnhof die Trassen nicht mehr benötigter Gütergleise genutzt wurden. In Leinhausen entstand dabei ein umfangreiches Überwerfungsbauwerk, welches den Nah- und Fernverkehr in Richtung Norden und Westen kreuzungsfrei trennt und gleichzeitig die S-Bahn-Strecke vom Süden in den Norden (bzw. umgekehrt) der bestehenden Strecke wechseln lässt. Die neue S-Bahn-Station Hannover-Nordstadt ersetzte den bisherigen Vorortbahnhof Hannover-Hainholz.

Die Strecke in Richtung Norden wurde bis Langenhagen um zwei Gleise für die S-Bahn ergänzt. Der Bahnhof Hannover-Herrenhausen wurde durch die neue S-Bahn-Station Hannover-Ledeburg ersetzt. Die Strecke bis nach Bennemühlen wurde elektrifiziert und bis Bissendorf zweigleisig ausgebaut. Der Flughafen Hannover-Langenhagen erhielt erstmals einen schienengebundenen Nahverkehrsanschluss über das frühere Gütergleis, welches angehoben, um einen Tunnel unter dem neuen Terminal C ergänzt und elektrifiziert wurde.

Im Osten wurde die Strecke bis zur schon zuvor errichteten Station Karl-Wiechert-Allee um ein Gleis erweitert und 1999 in Betrieb genommen. Weiter bis Ahlten erhielt sie zwei Gleise zusätzlich und dann bis Lehrte wieder ein Gleis, diese wurden im Juni 2000 in Betrieb genommen. Diese Erweiterung gehörte zu den Verkehrsprojekten „Deutsche Einheit“.

Im Süden wurde ab 1996 zwischen Hannover Bismarckstraße und dem Nordkopf des Bahnhofes Hannover-Wülfel ein zusätzliches Gleis zum völlig neugestalteten Bahnhof Hannover Messe/Laatzen errichtet.

Auf der Deisterbahn wurden zwischen Lemmie und Egestorf hinter dem Bahnübergang Weetzen ein zehn Kilometer langer zweigleisiger Begegnungsabschnitt geschaffen, um Wartezeiten bei Zugkreuzungen zu vermeiden.

Die Stationen wurden soweit notwendig barrierefrei umgebaut. Die meisten Baumaßnahmen konnten pünktlich zur Expo 2000 abgeschlossen werden, sodass seither in Hannover ein umfangreiches Netz zur Verfügung steht. Aus Zeit- und Kostengründen wurde der Umbau einiger Stationen vor der Expo nicht mehr begonnen.

Der Betrieb der S-Bahn wurde zur Expo 2000 am 28. Mai 2000 mit folgenden Linien aufgenommen:

Linie Linienverlauf Mai bis November 2000 Takt
S 1 Minden – Bückeburg – Haste – Wunstorf – Hannover – Hannover Messe/Laatzen 60'
S 2 Nienburg (Weser) – Neustadt am Rübenberge – Wunstorf – Hannover – Hannover Messe/Laatzen 60'
S 4 Bennemühlen – Langenhagen Mitte – Hannover – Hannover Messe/Laatzen 30'
S 5 Hannover Flughafen – Langenhagen Mitte – Hannover – Hannover Messe/Laatzen 15'/30'

Umgestaltung nach der Expo[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Ende der Expo 2000 erfolgte am 5. November 2000 die Aufnahme des regulären Betriebes mit angepassten und erweiterten Linienführungen. Das Netz wurde über die Deisterbahn nach BarsinghausenBad NenndorfHaste sowie über Springe nach Hameln verlängert. Der Bahnhof Hannover Messe/Laatzen gehörte nun nicht mehr zum regulären Netz. Im Normalverkehr wurden fünf Linien bedient, eine zusätzliche Bedarfslinie verkehrte bei Großmessen auf dem Messegelände Hannover. Diese verband den Flughafen mit dem Bahnhof Messe/Laatzen. Bei solchen Anlässen wurde auch die S4 von Bennemühlen über Hannover Hbf bis Messe/Laatzen geführt.

Die Linien S4 und S5 fuhren zwischen Hannover Hbf und Hameln im Zugverband, in Hannover wurden die Züge gestärkt und geschwächt. Beide Linien bedienten zwischen Linden/Fischerhof und Weetzen nicht alle Stationen. Die S5 hielt zwischen Flughafen und H-Nordstadt nur in Langenhagen/Mitte.

Liniennetz bis Dezember 2008

Mit dem Fahrplanwechsel vom 15. Dezember 2002 gab es Veränderungen für die Linien S4 und S5:

  • Die Linie S4 endete von Bennemühlen nunmehr in Hannover Hbf., die Koppelung mit der S5 wurde aufgegeben.
  • Die Linie S5 wurde über Hameln hinaus nach Bad Pyrmont und seit Dezember 2004 mit jeweils nur einem Zugteil nach Paderborn verlängert. Die Linie bediente nun alle Stationen zwischen Flughafen und H-Nordstadt sowie H-Bismarckstraße.

Auf dem Abschnitt Bad Pyrmont – Paderborn ähnelt das Angebot eher einer Regionalbahn, lediglich der durchgehende Betrieb nach Hannover macht es zu einer S-Bahn.

Linie Linienverlauf Dezember 2002 bis Dezember 2008 (Kursiv: November 2000 bis Dezember 2002) Takt
S 1 Minden – Bückeburg – Haste – Wunstorf – Hannover – Weetzen – Barsinghausen – Bad Nenndorf – Haste 60'
S 2 Nienburg (Weser) – Neustadt a.R. – Wunstorf – Hannover – Weetzen – Barsinghausen – Bad Nenndorf – Haste 60'
S 3 Celle – Burgdorf – Lehrte – Hannover 60'
S 4 Bennemühlen – Langenhagen Mitte – Hannover (– Weetzen – Springe – Hameln) 30'
S 5 Hannover Flughafen – Langenhagen Mitte – Hannover – Weetzen – Springe – Hameln (bis 2002 Endbahnhof)– Bad Pyrmont – Paderborn 30'
S 6 Hannover Flughafen – Langenhagen Mitte – Hannover – Hannover Messe/Laatzen Bedarfslinie

Erweiterungen seit 2008[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 14. Dezember 2008 erfolgte eine Erweiterung um drei zuvor als Regionalbahn und Regional-Express fahrende Linien nach Hildesheim und Celle. Der Bahnhof Hannover Messe/Laatzen wurde dabei in das reguläre Netz einbezogen.

Mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2013 wurden zwei zusätzliche Sprinterlinien eingeführt, die Montag bis Freitag zur Hauptverkehrszeit auf zwei Strecken die stark belasteten Linien S1, S2 und S5 ergänzen. Die S21 verkehrt zusätzlich zur S1 und S2 auf der Deisterstrecke zwischen Hannover Hbf und Barsinghausen. Die S51 verstärkt die S5 zwischen Hannover Hbf und Hameln sowie seit dem 31. März 2014 auch die S1 und S2 zwischen Hannover Hbf und Seelze.[1]

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Streckennetz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Reine S-Bahn-Strecken gibt es nur zwischen Seelze und Hannover Hbf und zwischen Hannover Hbf und Lehrte. Auf den Strecken nach Soltau und Hameln und auf der Deisterstrecke gibt es neben dem S-Bahn-Verkehr zwar keinen Fernverkehr, aber eine geringe Nutzung durch Güterverkehr. Auf den Strecken im Bereich Hannover Hbf ist das Güterverkehrsaufkommen ebenfalls gering, da der Güterverkehr hier überwiegend über eigene Gleise verfügt.

Fast alle Strecken sind zweigleisig ausgebaut. Ausnahmen stellen lediglich die eingleisigen Streckenabschnitte Egestorf – Haste, Langenhagen-Pferdemarkt – H-Flughafen und Bissendorf – Bennemühlen dar. Auf der mehrgleisigen Strecke Hannover – Lehrte steht der S-Bahn zwischen Hannover Hbf und Hannover Karl-Wiechert-Allee und zwischen Ahlten und Lehrte nur ein Gleis zur Verfügung.

Stationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das S-Bahn-Netz besitzt 74 Stationen. Davon liegen 49 in der Region Hannover. Zentraler Knotenpunkt ist der Hauptbahnhof Hannover, an dem alle S-Bahn-Linien halten.

Alle S-Bahn-Stationen haben einen barrierefreien Zugang. Zum 1. November 2013 wurden auch die letzten Stationen (Hannover-Bornum, Empelde und Holtensen/Linderte) barrierefrei fertiggestellt.[2]

Die Bahnsteige haben eine Standardhöhe von 76 cm über Schienenoberkante. Diese Bahnsteighöhe ist für den niveaugleichen Einstieg in das S-Bahnfahrzeug erforderlich.

Die Länge der Bahnsteige beträgt überwiegend mindestens 210 m, so dass dort 3-Wagen-Zügen der S-Bahn halten können. Die Bahnsteige auf der Strecke Hannover – Hildesheim über den Streckenast Rethen wurden mit einer Länge von 170 m (Mischverkehr), über den Streckenast Sehnde mit 140 m (2-Wagen-Züge S-Bahn) gebaut. Ebenso weisen die Bahnsteige auf der Strecke Lehrte – Celle (außer Burgdorf) eine Länge von 170 m auf.

Linien und Fahrbetrieb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Linienbezeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur S-Bahn Hannover gehören sieben Linien im Regelverkehr (S1 bis S7), zwei zur Hauptverkehrszeit verkehrende Sprinterlinien (S21 und S51) und eine Bedarfslinie (S8).

Linie Linienverlauf Takt Bahnstrecken Bemerkungen
S 1 MindenBückeburgHasteWunstorf
HannoverWeetzenBarsinghausen – Haste
60' Hannover–Minden
Hannover–Altenbeken
Deisterbahn
Zugnummernwechsel in H-Hbf
Mit S 2 30'-Takt Wunstorf–Haste
S 2 NienburgNeustadt am Rübenberge – Wunstorf –
Hannover – Weetzen – Barsinghausen – Haste
60' Bremen–Hannover
Hannover–Altenbeken
Deisterbahn
Mit S 1 30'-Takt Wunstorf–Haste
Sonntags nur Nienburg–Hannover
S 21 Hannover – Weetzen – Barsinghausen 60' Hannover–Altenbeken
Deisterbahn
HVZ-Sprinterlinie, hält nur an wenigen Stationen
Mo–Fr sechs Zugpaare täglich
S 3 HildesheimSehndeLehrte – Hannover 60' Lehrte–Nordstemmen
Hannover–Braunschweig
Mit S 7 30'-Takt Lehrte–Hannover
S 4 (Hildesheim – SarstedtHannover Messe/Laatzen –)
Hannover – LangenhagenBennemühlen
(60')
30'
Lehrte–Nordstemmen
Hannöversche Südbahn
Heidebahn
S 5 (PaderbornAltenbekenBad Pyrmont –) Hameln
Weetzen – Hannover – Langenhagen – Hannover Flughafen
(60')
30'
Hamm–Warburg
Hannover–Altenbeken
Hannover–Hamburg
Langenhagen Pferdemarkt–Flughafen Hannover-Langenhagen
Hält nicht in Ronnenberg,
Empelde, H-Bornum
S 51 Hameln – Springe – Hannover – Seelze 60' Hannover–Altenbeken
Hannover–Minden
HVZ-Sprinterlinie, hält nur an wenigen Stationen
Mo–Fr sieben Zugpaare täglich[3]
S 6 CelleBurgdorf – Hannover 60' Lehrte–Celle
Hannover–Braunschweig
Hält nicht in H-Kleefeld,
H-Anderten-Misburg, Ahlten
S 7 Celle – Burgdorf – Lehrte – Hannover 60' Lehrte–Celle
Hannover–Braunschweig
Mit S 3 30'-Takt Lehrte–Hannover
Mit S 6 30'-Takt Celle–Aligse
S 8 Hannover Flughafen – Langenhagen –
Hannover – Hannover Messe/Laatzen

Langenhagen Pferdemarkt–Flughafen Hannover-Langenhagen
Hannover–Hamburg
Hannöversche Südbahn
Bedarfslinie

Liniennetz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Liniennetz seit März 2014

Die Linien S3, S6 und S7 nutzen im Hauptbahnhof Hannover die Gleise 13 und 14 und verkehren von dort ausschließlich in Richtung Osten. Die anderen Linien fahren über die Stammstrecke Nordstadt – Bismarckstraße und halten am Hauptbahnhof auf den Gleisen 1 und 2.

Die S8 ist eine Bedarfslinie, die nur bei Großveranstaltungen auf dem Messegelände verkehrt und eine umsteigefreie Verbindung zwischen Flughafen und Messe herstellt.

Die S21 verkehrt auf der Deisterstrecke zwischen Hannover Hbf und Barsinghausen. Sie hält unterwegs nur an den Stationen Bismarckstraße, Linden/Fischerhof, Empelde, Weetzen und Wennigsen. Die Züge fahren ab Hannover Hbf als S4 weiter nach Bennemühlen.

Die S51 verkehrt zwischen Seelze und Hameln und hält unterwegs nur in Letter, Hannover Hbf, Bismarckstraße, Linden/Fischerhof und Springe.[4]

Betreiber[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit Betriebsaufnahme betreibt die DB Regio Nord das S-Bahn-Netz. Für den Zeitraum ab Dezember 2012 wurde das Netz von den beteiligten Aufgabenträgern Region Hannover, Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG) und Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) europaweit ausgeschrieben. Dabei setzte sich eine 100%ige Tochtergesellschaft von DB Regio gegenüber einem Mitbewerber durch,[5] welche bis zu ihrer Auflösung als S-Bahn Hannover GmbH firmierte.

Fahrplan[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die S-Bahn verkehrt täglich von ca. 5 Uhr bis ca. 1 Uhr, auf der Strecke Hannover Hauptbahnhof – Flughafen von ca. 4 Uhr bis ca. 1:30 Uhr. Die S-Bahn wird nach einem Taktfahrplan betrieben, der zwischen Wochentags-, Samstags- sowie Sonn- und Feiertags-Plan unterscheidet. Die Bahnen verkehren in der Regel im 60-Minuten-Takt. Bei der S4 und der S5 wird die Taktfolge jeweils auf einer Teilstrecke auf einen 30-Minuten-Takt verkürzt. Durch Überlagerung mehrerer S-Bahn-Linien besteht auf den Hauptstrecken im Kernbereich des Netzes wenigstens ein 30-Minuten-Takt.

Die Sprinterlinien S21 und S51 verkehren nur in der Hauptverkehrszeit.

In den Nächten von Freitag auf Samstag sowie vor Sonn- und Feiertagen gibt es auf den Strecken Neustadt – Hannover (S2) – Burgdorf (S7) und Bennemühlen – Hannover (S4) – Springe (S5) durchgehenden Nachtverkehr (Nachtsternverkehr). Die Abfahrten erfolgen jeweils etwa zur vollen Stunde ab Hannover Hauptbahnhof. Nur bei den Fahrten ab Hannover werden alle Stationen bedient, auf den Rückfahrten werden die meisten Halte ausgelassen.

Planungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Linienänderung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Änderung der Linien S4 und S5 wird geprüft. Demnach könnte die S4 aus Hildesheim in einem möglichen neuen System im Flughafen Hannover enden statt bisher in Bennemühlen. Die geänderte Linie S5 würde dann zwischen Bennemühlen und Hameln verkehren, wobei ein neuer Regionalzug den bisherigen Endpunkt der S5 Paderborn mit Hannover Hauptbahnhof verbinden würde.

Stationsausbesserungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnsteig 2 in Barsinghausen soll betriebsfähig werden.[6]

Neue Stationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Nahverkehrsplan (NVP) 2008 der Region Hannover regt eine Verbesserung des Netzes durch das Hinzufügen zusätzlicher Stationen an, welches eine Erhöhung der Attraktivität zur Folge hätte. Er stellt die Wirtschaftlichkeit der folgenden Stationen fest:[7]

  • Neubau eines Haltepunktes Waldhausen: Eine neue Station über der Hildesheimer Straße soll Naherschließungsfunktionen und Umsteigemöglichkeiten zur Stadtbahn bieten. Beim Neubau der Stadtbahnstation Döhrener Turm im Jahr 2004 wurde diese bereits in Richtung S-Bahn-Überführung verlegt. Die Vorplanung ist abgeschlossen, sodass derzeit Verhandlungen mit der Deutschen Bahn über die Realisierung dieser Station laufen. Eine Umsetzung ab 2020 scheint möglich. Um die Fahrzeitverlängerung auf den Linien S1 und S2 auszugleichen muss ein Abschnitt zwischen Bantorf und Winninghausen zweigleisig ausgebaut werden, um die planmäßige Zugkreuzung näher an Hannover durchführen zu können.
  • Neubau eines Haltepunktes Braunschweiger Platz: Mittelfristig soll hier eine Station mit Umsteigemöglichkeit zu Stadtbahn und Bus entstehen.

Der NVP 2008 kam zu dem Schluss, dass unter der Berücksichtigung der betrieblichen Durchführbarkeit zu der Zeit lediglich nur eine Station gebaut werden könne und gab dem Haltepunkt Waldhausen den Vorrang.[7] Ferner kam der NVP zu dem Schluss, dass ohne zusätzliche Maßnahmen die Errichtung des Haltepunktes Braunschweiger Platz „nicht möglich“ sei.[8] Es ist geplant, nach dem Bau des Haltepunktes Waldhausen, den möglichen Haltepunkt Braunschweiger Platz erneut auf seine betriebliche Durchführbarkeit zu überprüfen.[6]

Für die folgenden möglichen neuen Haltepunkte wurde bereits eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben:

  • Laatzen-Mitte in Höhe der Würzburger Straße in der Stadt Laatzen.
  • Springe Deisterpforte.

Weitere Stationen könnten entstehen, falls individuelle Randbedingungen erfüllt sind:

  • Seelze Lohnde: Zwischen den Haltepunkten Seelze und Dedensen/Gümmer in Lohnde. Ein vorheriger Streckenausbau ist dabei eine Voraussetzung.[9][10]
  • Wunstorf-Barnestraße: Voraussetzung ist ein vorheriger Streckenausbau.[10]
  • Barsinghausen West: Rentiert sich nur bei einer Siedlungsverdichtung in diesem Bereich, die derzeit nicht absehbar ist. Gemäß dem NVP 2015 wurden die Planungen bereits eingestellt.[10]

Von Seiten der Stadt Hildesheim wird darüber hinaus die Einrichtung einer Station im Stadtteil Himmelsthür befürwortet.

In einem von der Region Hannover in Auftrag gegebenen Gutachten kam Prof. Thomas Siefer zu dem Ergebnis, dass die Umsetzung der Ausbauplanungen wegen der begrenzten Kapazitäten des Eisenbahnnetzes in der Region nur mit erheblichen finanziellen Aufwendungen möglich wäre. Die Region ist daher bei der Ausschreibung des S-Bahn-Netzes im Jahr 2010 vom bestehenden Netz ausgegangen.[11]

Der Fahrgastverband PRO BAHN hat die Verlängerung der S4 bis zum Bahnhof Hildesheim Ost ins Gespräch gebracht,[12] dies würde jedoch eine Elektrifizierung dieses Streckenabschnitts erfordern. Statt dessen wird diese Station mittlerweile vom RE10 bedient. Der Landkreis Celle strebt die Errichtung eines Haltepunktes Adelheidsdorf (Großmoor) an.

Fahrzeuge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Triebwagen 424 in Nienburg/Weser
Triebwagen 425 am Eröffnungstag der S-Bahn in Hildesheim

Speziell für die S-Bahn Hannover wurden 40 Triebwagen des Typs 424 angeschafft. Diese unterscheiden sich von den Fahrzeugen der Baureihe 423 durch die niedrigere Fußbodenhöhe von ca. 80 cm, durch die Anzahl der Türen und die vorhandenen Toiletten. Obwohl schon 1998 mit der Auslieferung begonnen worden war, waren die 424 beim Start des S-Bahn-Netzes zur Expo 2000 aufgrund technischer Probleme noch nicht einsatzbereit. Die Deutsche Bahn musste sich daher vorübergehend die später ausgelieferten Fahrzeuge des Typs 423 der S-Bahn München leihen.

Dazu kamen sechs Fahrzeuge der weitgehend identischen Baureihe 425 (425 150 bis 425 155), die mit Variotrittstufen nachgerüstet wurden. Damit wird an niedrigeren Bahnsteigen der Zugang ermöglicht, ohne auf den barrierefreien Einstieg an Hochbahnsteigen verzichten zu müssen. Auf der S 5 nach Paderborn Hbf fahren diese gekuppelt mit Fahrzeugen der Baureihe 424 und ab Hameln allein weiter nach Paderborn. Auf diesem Abschnitt sind niedrigere Bahnsteige vorhanden.

2008 stieg der Fahrzeugbedarf durch die Erweiterung nach Hildesheim und so wurden 13 Fahrzeuge der Baureihe 425.2 (425 271 bis 425 283) beschafft, da keine neue Bauserie der Baureihe 424 aufgelegt wurde.

Seit Dezember 2013 werden zusätzlich neun Triebwagen der ersten Serie der Baureihe 425 – ohne Spaltüberbrückung und Stufen im Eingangsbereich – eingesetzt. Diese Züge sind als nicht barrierefrei mit einem gelb-orangen Streifen gekennzeichnet. 2015 wurden an diesen Triebwagen die Trittstufen im Türbereich geschlossen, so dass sie die normale Fußbodenhöhe aufweisen. Außerdem wurden sie mit Rampen für Rollstühle nachgerüstet.

In allen Triebwagen der S-Bahn werden 2015 die Klappsitze im Mehrzweckbereich teilweise entfernt, um mehr Platz für Fahrräder zu schaffen.[13]

Namensliste der Triebwagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

DB 424-026 S-Bahn Hannover mit Vollwerbung für Designer Outlets Wolfsburg – S5 -> Hannover Flughafen in Hannover Hauptbahnhof

33 der 68 Triebzüge tragen einen Namen mit Bezug zur Region.[14]

Fahrzeug Name Benannt am
424 001 Burgdorf 23. Mai 2008
424 002 Bückeburg 28. Juni 2005
424 004 Lehrte 28. Juni 2007
424 005 Wedemark 13. Juni 2008
424 006 Neustadt am Rübenberge 12. Juni 2009
424 007 Bad Nenndorf 31. Oktober 2007
424 011 Stadthagen 28. September 2007
424 014 Springe 10. Mai 2006
424 016 Wennigsen (Deister) 24. August 2012
424 017 Bad Münder am Deister 4. Mai 2007
424 018 Residenzstadt Celle 8. Mai 2003
424 019 Stadt Minden (Westf) 15. Mai 2003
424 021 Wunstorf 13. April 2007
424 024 Stadt Seelze 27. Oktober 2005
424 025 Stadt Nienburg 25. Juni 2003
424 026 Vollwerbung Designer Outlets Wolfsburg
424 027 Landeshauptstadt Hannover 8. Juli 2003
424 032 Das Fürstenbad Bad Pyrmont 14. Juni 2004
424 033 Rattenfängerstadt Hameln 16. April 2003
424 035 Haste 26. September 2008
424 037 Stadt Langenhagen 28. April 2003
424 038 Stadt Barsinghausen 7. Mai 2004
424 039 Ronnenberg 24. Juni 2011
425 013 Emmerthal 16. September 2014
425 050 Altenbeken 4. Juli 2015
425 150 Paderborn 18. Oktober 2013
425 152 Hannover Airport Line 4. Oktober 2007
425 155 Hannover Airport 8. Dezember 2006
425 271 Laatzen 8. Mai 2009
425 272 Sehnde 29. Mai 2009
425 275 Sarstedt 16. August 2010
425 276 Algermissen 2. Juli 2011
425 281 Hildesheim 26. Juni 2009
425 283 Lindhorst 26. April 2013

Tarif[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Bereich der Region Hannover gilt der Tarif des Großraum-Verkehrs Hannover (GVH). Da das Netz der S-Bahn Hannover über dessen Tarifbereich hinausreicht, besteht kein für das gesamte Netz gültiger einheitlicher Verbundtarif.

Nach und nach wurden auch die Bahnhöfe in an die Region Hannover angrenzenden Landkreisen durch Regionaltarife in den GVH-Tarif eingebunden. Im Bereich der S-Bahn sind das Landkreis Schaumburg, Landkreis Celle, Landkreis Hameln-Pyrmont und seit dem 14. Dezember 2008 Landkreis Nienburg und Landkreis Hildesheim. Dort ist die Benutzung der S-Bahnen mit bestimmten GVH-Zeitkarten möglich.

Für Strecken außerhalb des GVH-Bereiches gilt bei Einzelfahrkarten seit 9. Juni 2013 der Niedersachsentarif. Bei der S 5 gelten zwischen Lügde und Paderborn die regionalen Verbundtarife „Hochstift-Tarif“ (Nahverkehrsverbund Paderborn-Höxter) und „Der Sechser“ (OWL Verkehr GmbH) sowie der NRW-Tarif.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: S-Bahn Hannover – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gute Zusammenarbeit von Stadt Seelze und Bahn: Express-Linie S51 fährt seit 31. März bis Seelze (Memento vom 4. Januar 2015 im Internet Archive)
  2. Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 2. November 2013, S. 18
  3. Fahrplan Linie S51 auf efa.de , abgerufen am 23. Januar 2013
  4. Es wird voll auf den Gleisen, Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 16. Oktober 2013
  5. Gremien von Region Hannover, LNVG und NWL stimmen für DB Regio: Zuschlag für die S-Bahn Hannover Ende Juli 2010 vorgesehen Pressemitteilung vom 6. Juli 2010
  6. a b Nahverkehrsplan 2015. 29. Oktober 2015, S. 225, abgerufen am 26. März 2016 (PDF; 18,4 MiB).
  7. a b Nahverkehrsplan 2008. 17. Dezember 2012, S. 219, abgerufen am 26. März 2016 (PDF; 10,7 MiB, deutsch).
  8. Nahverkehrsplan 2008. S. 214, abgerufen am 26. März 2016 (PDF).
  9. Hannoversche Allgemeine Zeitung, Hannover, Niedersachsen, Germany: Seelze – Kein S-Bahn-Halt in Lohnde. In: Hannoversche Allgemeine Zeitung. Abgerufen am 26. März 2016 (de-de).
  10. a b c Nahverkehrsplan 2015. S. 226, abgerufen am 26. März 2016 (PDF).
  11. Regionsdrucksache zum Ausbau des Schienenpersonennahverkehrs vom 4. Dezember 2008
  12. PRO BAHN Braunschweig-Hildesheim vom 3. März 2010
  13. Bahn schafft Platz In: Hannoversche Allgemeine Zeitung, 2. Februar 2015, abgerufen am 5. Februar 2015
  14. S-Bahn-Zug auf den Namen „Altenbeken“ getauft. DB Mobility Logistics AG, 4. Juli 2015, abgerufen am 17. Februar 2016.