Wolmirstedt

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Wolmirstedt
Wolmirstedt
Deutschlandkarte, Position der Stadt Wolmirstedt hervorgehoben
Koordinaten: 52° 15′ N, 11° 38′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen-Anhalt
Landkreis: Börde
Höhe: 50 m ü. NHN
Fläche: 54,29 km²
Einwohner: 11.502 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 212 Einwohner je km²
Postleitzahl: 39326
Vorwahl: 039201
Kfz-Kennzeichen: BK, BÖ, HDL, OC, OK, WMS, WZL
Gemeindeschlüssel: 15 0 83 565
Stadtgliederung: 5 Ortsteile bzw. Stadtbezirke
Adresse der
Stadtverwaltung:
August-Bebel-Straße 24
39326 Wolmirstedt
Webpräsenz: www.stadtwolmirstedt.de
Bürgermeister: Martin Stichnoth (CDU)
Lage der Stadt Wolmirstedt im Landkreis Börde
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Über dieses Bild

Wolmirstedt ist eine Stadt im Landkreis Börde in Sachsen-Anhalt.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt liegt an der Ohre, 14 Kilometer nördlich von Magdeburg. Im Süden durchquert der Mittellandkanal das Stadtgebiet.

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Jahresniederschlag liegt bei 472 mm und ist damit extrem niedrig, da er in das untere Zwanzigstel der in Deutschland erfassten Werte fällt. An nur einem Prozent der Messstationen des Deutschen Wetterdienstes werden niedrigere Werte registriert. Der trockenste Monat ist der Februar, die meisten Niederschläge fallen im Juni. Im Juni fallen 1,8 mal mehr Niederschläge als im Februar.

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Ortsteile der Stadt sind ausgewiesen:

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur ersten urkundlichen Erwähnung der Ortschaft kam es 1014. Dabei wurde in einer Chronik des Thietmar von Merseburg über ein Ereignis berichtet, das sich fünf Jahre zuvor hier ereignet hatte, so dass der erste schriftliche Beleg des Ortes auf das Jahr 1009 verweist. 1590 erhielt Wolmirstedt das Stadtrecht. Im Dreißigjährigen Krieg erlitt es schwere Zerstörungen, gehörte ab 1680 zum brandenburg-preußischen Herzogtum Magdeburg und lag im damaligen Holzkreis.

In den Jahren 1848 bis 1849 erhielt Wolmirstedt mit dem Bahnhofsgebäude Anschluss an das Eisenbahnnetz. Ab 1850 siedelte sich die Lederindustrie mit sechs Betrieben in Wolmirstedt an. Seit 1895 hat Wolmirstedt sein eigenes Elektrizitätswerk. Später wurde Wolmirstedt mit dem Umspannwerk Wolmirstedt zu einem wichtigen Knoten im Stromnetz.

Die US-amerikanischen Truppen besetzten Wolmirstedt am 13. April 1945. Am 1. Juli 1945 wurde Wolmirstedt an die sowjetischen Truppen übergeben. 1952 wurde der Ort Elbeu eingemeindet. Im ehrenamtlichen Aufbauwerk entstanden in den Folgejahren: das „Stadion des Friedens“, die Freilichtbühne und die Uferpromenade an der Ohre. In den 1970er Jahren wurde in Wolmirstedt der Wohnungsbau vorangetrieben; 3000 Wohnungen entstanden vorrangig in Plattenbauweise.

Wolmirstedt war bis 1994 Kreisstadt des gleichnamigen Landkreises. 1994 wurden die Landkreise Haldensleben und Wolmirstedt zum Ohrekreis zusammengeführt mit dem Sitz von Landratsamt und Kreistag in Haldensleben. Am 1. Juli 2007 wurde der Ohrekreis mit dem Bördekreis zum Landkreis Börde zusammengeschlossen.

Im Jahr 2009 feierte Wolmirstedt „1000 Jahre Wolmirstedt“.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Elbeu wurde am 1. Juli 1950 eingemeindet.[2] Mose kam am 1. Januar 1993 hinzu.[3] Am 1. Januar 2009 wurde die bis dahin selbstständige Gemeinde Farsleben eingemeindet.[4] Das Stadtgebiet vergrößerte sich dadurch von 31,76 km² auf 38,88 km². Mit der Eingemeindung von Glindenberg am 1. Juli 2009[5] vergrößerte sich das Stadtgebiet auf 54,29 km².

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen wurde am 20. Juni 1997 durch das Regierungspräsidium Magdeburg genehmigt. Blasonierung: „In Silber die heilige Katharina in rotem Gewand mit goldenem Haar und goldenem Nimbus, in der rechten Hand ein gestürztes silbernes Schwert mit goldener Parierstange und goldenem Griff, in der linken ein gebrochenes goldenes Rad mit fünf Speichen und vier Zacken; vor ihren Füßen ein blauer Schild mit einer silbernen Lilie.“

Die Farben der Stadt sind Blau - Silber (Weiß).

Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Flagge Wolmirstedt

Die Stadtfahne ist diagonal in zwei Felder geteilt, im linken oberen Feld blau, im rechten unteren Feld weiß. In der Mitte enthält sie das Wappen der Stadt.

Gedenkstätten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Mahnmal auf dem Friedhof St. Katharinen für sechs unbekannte KZ-Häftlinge, die am Haidberg bei Lindhorst im April 1945 ermordet, dort zunächst verscharrt und 1946 hier begraben wurden. Sie gehörten vermutlich einem Todesmarsch aus dem KZ Dora-Mittelbau an.
  • Grabstätten auf dem gleichen Friedhof für 32 namentlich bekannte Frauen und Männer verschiedener Nationen, die während des Zweiten Weltkrieges nach Deutschland verschleppt und Opfer von Zwangsarbeit in der Landwirtschaft und der Zuckerfabrik des Großgrundbesitzers Loß wurden.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kommunalwahl 2014[6]
 %
50
40
30
20
10
0
45,64 %
17,39 %
13,44 %
8,30 %
7,05 %
4,79 %
2,52 %
Anmerkungen:
e UWG = Unabhängige Wählergemeinschaft
g FUWG = Freie und Unabhängige Wählergemeinschaft
Expression-Fehler: Unerwartete schließende eckige Klammer

Stadtrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 hat der Stadtrat 28 Mitglieder. Die Wahlbeteiligung lag bei 39,1 Prozent. Die Wahl brachte folgendes Ergebnis:

CDU SPD Linke FDP Grüne UWG FUWG
2014 13 Sitze 5 Sitze 4 Sitze 2 Sitze 1 Sitz 2 Sitze 1 Sitz

Weiteres Mitglied des Stadtrates und dessen Vorsitzender ist der Bürgermeister. Am 17. Februar 2013 wurde Martin Stichnoth zum Bürgermeister gewählt. Bereits im ersten Wahlgang bekam er 54,0 Prozent der Stimmen und machte somit eine Stichwahl unnötig. Die Wahlbeteiligung lag bei 48,0 Prozent.[7]

Städtepartnerschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wolmirstedt unterhält eine Partnerschaft mit Wunstorf in Niedersachsen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zugang zur Fußgängerzone
Sanierte Häuser in der Altstadt (Friedensstraße)
Hauptartikel: Schloss Wolmirstedt

Die denkmalgeschützten Objekte Wolmirstedts sind im örtlichen Denkmalverzeichnis eingetragen. Im historischen Stadtkern ist ein Laubenganghaus in der August-Bebel-Straße 49 aus dem 18. Jahrhundert erwähnenswert. Im Kern bereits aus der Zeit um 1600 stammt das heute als Wohn- und Geschäftshaus genutzte Alte Rathaus. Im Jahr 1995 entstand für 30 Millionen Mark das „Kurfürst-Joachim-Friedrich-Gymnasium“, in welchem derzeit rund 1200 Schüler von über 70 Lehrern im Hauptgebäude und der Außenstelle unterrichtet werden.

Bemerkenswerteste Baudenkmäler der Stadt sind das Schloss und die historische Schlosskirche als Zeugnisse der norddeutschen Backsteingotik. Ortsansässig als Schlossdomäne bezeichnet, ist das Schloss heute Sitz der Zweigstelle des Amtsgerichts Haldensleben. Im 16. Jahrhundert lebte der spätere Kurfürst Joachim Friedrich von Brandenburg als Administrator auf der damaligen Burg. In dieser Zeit wurde es zu einer repräsentativen Renaissanceresidenz (ähnlich dem Schloss Bernburg). Später verfiel die Burg, und zum Wiederaufbau der zerstörten Stadt wurden viele Teile am Ende des Dreißigjährigen Krieges abgetragen. Im 18. Jahrhundert erhielt das Schloss seine heutige Form im schlichten Barock. Seit dieser Zeit wurde das Schloss vom preußischen Staat als landwirtschaftliche Domäne genutzt. Heute erhaltene Bauten sind das Schloss mit Kapelle, das Herrenhaus (18. Jahrhundert), Torhaus, Stallungen (heute Bibliothek) sowie Feldsteinscheune (Kreismuseum). Die erste urkundliche Erwähnung 1014 beschreibt einen Angriff im Jahre 1009 auf die östliche Mauer der Oberburg. Diese Mauer blieb bis in jüngste Zeit fragmentarisch erhalten und war als ältestes Bauwerk der Stadt anzusprechen. Im Jahre 2007 wurden die Mauerfragmente abgerissen, um Pkw-Parkplätze zur 1000-Jahr-Feier 2009 zu schaffen.

Westlich der Stadt steht die 1842 errichtete Bockwindmühle Auerbachs Mühle. Etwas südlich hiervon befindet sich der Jüdische Friedhof.

Kirchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die evangelische Sankt-Katharinen-Kirche steht im Ortskern von Wolmirstedt. Etwas östlich von ihr befindet sich die sogenannte Neue Abtei. Wolmirstedt ist Sitz des Kirchenkreises Haldensleben-Wolmirstedt, er gehört zur Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.

Die katholische Kirche St. Josef befindet sich an der Friedrich-Ebert-Straße; sie ist benannt nach Josef von Nazaret. Sie wurde 1936 erbaut, heute gehört sie zur Pfarrei St. Christophorus mit Sitz in Haldensleben.[8]

Eine neuapostolische Kirche befindet sich an der Friedensstraße. Ihre Gemeinde geht auf das Jahr 1905 zurück. Die Pfingstgemeinde Wolmirstedt gehört zum Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden. Ihre Gottesdienste finden im Bürgerhaus auf der Schlossdomäne statt.

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Museum Wolmirstedt wurde 1927 auf die Initiative des Lehrers Hans Dunker gegründet. Es liegt in einer rekonstruierten Bruchsteinscheune inmitten der historischen Schlossdomäne der Stadt und beherbergt mehrere Dauerausstellungen zur Stadtgeschichte, ferner naturkundliche und geologische Ausstellungen und drei historische Werkstätten: eine Stellmacherei, eine Schmiede und eine Sattlerei.[9]

Ferner gibt es in der Stadt in der ersten Etage der über 300 Jahre alten Adler-Apotheke ein Apothekenmuseum (Friedensstraße 48), das nach Vereinbarung öffentlich zugänglich ist. Dazu gehört ein Kräutergarten mit zahlreichen Arzneipflanzen. Leiter des Museums ist Konrad Riedel. [10]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

380 kV-Umspannwerk Wolmirstedt
Der Mittellandkanal

Energie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Wolmirstedt befindet sich ein großes 380-kV-Umspannwerk, das Umspannwerk Wolmirstedt. Auf dem Areal dieses Umspannwerks sollte zu DDR-Zeiten eine HGÜ-Kurzkupplung mit einer Übertragungsleistung von 600 Megawatt entstehen, doch wurde dieser Plan nach der deutschen Wiedervereinigung 1990 aufgegeben, da man beschloss, die Stromnetze Ost- und Westdeutschlands zu synchronisieren, siehe auch innerdeutscher Stromverbund. Die Stromrichterhalle wurde allerdings fertiggestellt (Koordinate:52° 15′ 0″ N, 11° 37′ 0″ O). Die vom Umspannwerk Wolmirstedt zum stillgelegten Kernkraftwerk Lubmin führende 380-kV-Leitung war die längste Stromleitung in Deutschland.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnhof Wolmirstedt, 1880

Wolmirstedt besitzt einen Bahnhof an der Bahnstrecke Magdeburg–Wittenberge und ist über Regionalbahn- und Regionalexpress-Züge sowie die S-Bahn Magdeburg zu erreichen. Bis 1965 war der Ort ferner Ausgangspunkt der Kleinbahn Wolmirstedt–Colbitz.

Bei Wolmirstedt quert der Mittellandkanal die Elbe. Die Stadt ist über die Anschlussstelle Magdeburg-Zentrum der Bundesautobahn 2, die Anschlussstelle Wolmirstedt der Bundesautobahn 14 sowie die Bundesstraße 189 zu erreichen.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bodelschwingh Haus Wolmirstedt e. V., sozialdiakonische Einrichtung
  • Bildungs- und Freizeitzentrum

Schulen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Wolmirstedt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, Bevölkerung der Gemeinden – Stand: 31. Dezember 2014 (PDF) (Fortschreibung) (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7.
  3. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1993
  4. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2009, 1. Liste
  5. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2009, 2. Liste
  6. Stadt Wolmirstedt, Stadtrat
  7. Landeswahlleiter: Bürgermeisterwahl am 17.02.2013 in der Stadt Wolmirstedt. Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, 14. März 2013, abgerufen am 21. Mai 2013.
  8. Kath. Kirchengemeinde Wolmirstedt. In: Gemeindeverbund Aller-Ohre St. Christophorus. Pfarrei St. Christophorus – Haldensleben, abgerufen am 28. November 2015.
  9. http://elbe-ohre-heide.de/museum-wolmirstedt
  10. Eckart Roloff und Karin Henke-Wendt: Ein Paradies für Augen, Nasen und Gaumen. (Das Apothekenmuseum Wolmirstedt) In: Besuchen Sie Ihren Arzt oder Apotheker. Eine Tour durch Deutschlands Museen für Medizin und Pharmazie. Band 1, Norddeutschland. Verlag S. Hirzel, Stuttgart 2015, S. 230-231, ISBN 978-3-7776-2510-2.