SV Germania Weingarten

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Vereinsdaten
Gründung 1904
Mitglieder 500
Adresse SV Germania 04 Weingarten
Ringstraße 67
76356 Weingarten
Vereinsfarben schwarz-rot
Vorsitzender Ralph Oberacker
Sportstätte Mineralix-Arena
Ringstraße 67
76356 Weingarten
Trainer Frank Heinzelbecker
Waldemar Galwas
Internet www.svgermania04.de
www.ringen-in-weingarten.de

Der SV Germania 04 Weingarten ist ein Ringsportverein aus Weingarten (Baden), der 2011, 2012 und 2017 deutscher Mannschaftsmeister wurde.

Der Verein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 26. April 1904 gründete der Sohn eines Weingartener Lehrers und spätere Reichssportwart Heinrich Brunner mit einigen Freunden in der Halle des Gasthauses „Rößle“ den „Kampfsportverein Germania“. Als der junge Kraftsportverein bald auch eine Fußballabteilung gegründet hatte, änderte er seinen Namen in „Sportverein Germania“. Seit den 50er Jahren ist der Sportverein ein reiner Ringerverein.

Heute hat der Verein rund 500 Mitglieder und ist seit 1999 in der höchsten deutschen Ringerliga vertreten. Neben der ersten Mannschaft ringen auch die 2. und 3. Mannschaft und die Schülermannschaft regelmäßig in der Nordbadenliga. Durch den Abstieg in der Saison 2017 von der Oberliga in die Verbandsliga tritt der Verein 2018 mit der zweiten Mannschaft in der Verbandsliga und einer weiteren Mannschaft in der Landesliga an.[1]

Seit 2007 wird der Verein durch den 1. Vorsitzenden Ralph Oberacker geführt.

Im Jahre 2015 wurde der Bundesligabetrieb in eine GmbH ausgegliedert. Seit der Saison 2017/2018 ringt die bisherige Bundesligamannschaft des SVG mit vier weiteren Top-Clubs in der neu gegründeten Deutschen Ringerliga.[2]

Sportliche Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gründerjahre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Weltmeisterschaften in Düsseldorf am 6. Juni 1910 wurde Fritz Kärcher (Gewichtsklasse bis 85 kg/griechisch-römisch) Vizeweltmeister und konnte elf Jahre später bei den Europameisterschaften in Offenbach in der Klasse bis 82,5 kg erneut die Silbermedaille mit nach Weingarten bringen.

70er- und 80er-Jahre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem in den 70er Jahren in der Nordbadischen Landesliga gerungen wurde gelang den Weingartener Ringern 1983 der Sprung in die Oberliga. Reiner Kunzmann, der bereits 1982 3. der Deutschen A-Jugendmeisterschaft in der Klasse bis 60 kg in Baunatal wurde, konnte 1985 den Titel des Militärweltmeisters im griechisch-römischen Stil mit nach Hause bringen. Bei den Deutschen Meisterschaften 1986 in Schifferstadt erzielte er den 3. Platz im Federgewicht.

Die 90er-Jahre – Aufstieg in die Bundesliga[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1994 gelang der 1. Mannschaft des SV Germania der Aufstieg in die 2. Bundesliga Südwest, in der die Mannschaft in den darauf folgenden fünf Jahren vordere Plätze belegte und drei Mal Vizemeister und zwei Mal Dritter wurde. 1999 gelang dem SVG unter Trainer Willi Ullrich mit dem Aufstieg in die Ringer-Bundesliga schließlich der bis dahin größte sportliche Erfolg.

Das neue Millennium – Weingarten erstmals in der Endrunde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach zwei Jahren Bundesliga mit dem Ziel Klassenerhalt gelang dem SV Germania in der dritten Erstligasaison im Jahr 2002 erstmals der Einzug in die Endrunde um die deutsche Meisterschaft. In der Saison 2005/06 gelang den Germanen zum zweiten Mal der Einzug in die Endrunde, nachdem man diese in den vorigen drei Jahren nur knapp verfehlt hatte. In der Saison 2006/07 konnte man sich zum ersten Mal für das Halbfinale qualifizieren und sich unter den vier besten Mannschaften Deutschlands einreihen.

Den bis dahin größten Erfolg der Vereinsgeschichte erreichte der SVG in der Saison 2009/10, als man sich unter Trainer Frank Heinzelbecker und dem sportlichen Leiter Sebastian Mayer erstmals für das Finale qualifizieren konnte und hinter dem KSV Aalen 05 Deutscher Vizemeister wurde.

Ringsport in einer neuen Dimension[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der darauf folgenden Saison 2010/11 qualifizierte man sich ebenfalls für das Finale. Gegen die RWG Mömbris-Königshofen wurde man vor über 4000 Zuschauern in der Karlsruher dm-Arena erstmals Deutscher Mannschaftsmeister. In der Saison 2011/2012 konnte Weingarten am 15. Januar 2012 den Titel erfolgreich verteidigen: Im Rückkampf des Finales in Homburg wurde der Drei-Punkte-Rückstand gegen den KSV Köllerbach mit einem 24:12-Auswärtserfolg wettgemacht.

Weingarten gegen Nendingen – das Duell der kommenden Jahre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den Folgejahren, Saison 2013/14, Saison 2014/15[3] und Saison 2015/16 schaffte der SV Germania ebenfalls den Einzug in das Finale. Man beendete die Bundesligasaison jeweils als Vizemeister hinter dem ASV Nendingen. Da gegen einen Ringer aus Nendingen ein Verfahren wegen Dopings läuft, könnte das Ergebnis des Finales im Januar 2016 jedoch noch zugunsten des SVG geändert werden.

Aus Mangel an geeigneten Hallen für die Endrunde im Raum Karlsruhe machte sich der SV Germania Weingarten in Ringer-Deutschland auch durch die außergewöhnlichen Wettkampfstätten einen Namen. Während man 2013/2014 in einer alten Fabrikhalle der Holzindustrie in Bruchsal ringen musste, stellte der Verein in den beiden folgenden Playoff-Teilnahmen ein großes Event-Zelt auf dem Festplatz gegenüber der Mineralix-Arena mit einem Fassungsvermögen von rund 3000 Zuschauern.[4]

In der Saison 2016/17 schaffte man es, im Halbfinale Nendingen zu schlagen, und zog abermals in das Finale ein. Dort traf man auf den KSV Ispringen. Nach einem 4-Punkte-Vorsprung aus dem Hinkampf reichte eine 11:13-Niederlage für das Erringen der dritten Deutschen Meisterschaft der Vereinsgeschichte.[5] Die nötigen Punkte sicherte Weltmeister Frank Stäbler im vorletzten Kampf des Abends.

Start in der Deutschen Ringerliga[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach jahrelangen Streitigkeiten um die Ligastrukturen, Richtlinienänderungen, Androhung von Sanktionen und über die Präsentation des Ringens kam es im Jahr 2016 zum Zerwürfnis mit dem Deutschen Ringerbund. Fünf Mannschaften der deutschen Spitzenclubs, darunter auch die deutschen Meister der vergangenen Jahre Weingarten und Nendingen, gründeten schließlich am 31. Juli 2016 die Deutsche Ringerliga. Die Vereine gehen nicht selbst, sondern mit ihren jeweiligen Kapitalgesellschaften an den Start.

Die Wettkämpfe der Deutschen Ringerliga wurden erstmals zur Saison 2017/2018 ausgetragen. Während Germania Weingarten den 3. Platz erreichen konnte, wurde der KSV Ispringen der erste deutsche Meister in der DRL.[6]

Wichtigste Ziele der DRL sind die Interessenvertretung sowie die demokratische Selbstbestimmung der Mitgliedsvereine innerhalb der DRL. Die Liga dient dazu, den Ringsport professionell zu vermarkten.[7]

Frauenringen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aushängeschild im Bereich des Damenringens beim SV Germania Weingarten ist Luisa Niemesch. Das Eigengewächs konnte schon einige nationale und internationale Erfolge feiern. Ihre bisher größten Erfolge waren der 2. Platz bei der Weltmeisterschaft der Juniorinnen in Zagreb 2014 sowie die Teilnahme an den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro, Brasilien 2016. Bei der WM in Paris 2017 erreichte sie einen sehr guten 5. Platz und konnte sich damit endgültig in der Weltspitze etablieren.[8]

Bekannte Ringer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nationalität Name im Verein von… bis…
DeutschlandDeutschland Deutschland Adam Juretzko 2009–2019
Oliver Hassler 2010–2017
Marcel Ewald 2005–2015
Frank Stäbler 2016–2017
Luisa Niemesch seit 2002
UngarnUngarn Ungarn Mihaly Deak-Bardos 2008–2012
Arpad Ritter 2006–2010
Peter Modos 2013–2014
RumänienRumänien Rumänien Ionut Panait seit 2007
Szabolcs Laszlo 2006–2014
BulgarienBulgarien Bulgarien Anatoli Guidea 2011–2016
SchwedenSchweden Schweden Jimmy Lidberg 2014–2015
ArmenienArmenien Armenien Roman Amoyan 2015–2016
AlbanienAlbanien Albanien Sahit Prizreni 2009–2015
TurkeiTürkei Türkei Taha Akgül 2011–2013
UkraineUkraine Ukraine Zhan Belenjuk 2012–2013
PolenPolen Polen Damian Janikowski 2016–2017
FrankreichFrankreich Frankreich Melonin Noumonvi 2010–2011

Die Germania-Halle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1964 begann man mit dem Bau der „Germania-Halle“, die nach dreijähriger Bauzeit eingeweiht werden konnte und bis Anfang 2006 die Heimat des SV Germania Weingarten war.[9]

Durch ein innovatives Konzept wurde im Jahr 2005 ein Vertrag mit der Gemeinde Weingarten (Baden) abgeschlossen, der den Neubau eines Sport- und Kulturzentrums ermöglichen sollte. Diese neue Halle ist heute nicht nur die neue Heimkampfstätte des SVG, sondern bietet auch ausreichend Platz und Trainingsmöglichkeiten für weitere Sport- und Kulturvereine. Der Bau wurde Anfang 2007 fertiggestellt und am 28. April 2007 als Kleiberit-Arena festlich eingeweiht.

Seit dem 1. August 2013 trägt das Kultur- und Sportzentrum des SV Germania Weingarten den neuen Namen Mineralix-Arena, da nach dem Auslaufen der Partnerschaft mit der Firma Kleiberit mit der Firma MinERALiX GmbH ein neuer Partner und Namenspate gefunden werden konnte.

Weblink[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Klaus Armbruster, NOVA Software GmbH: Ringer-Ligendatenbank. Abgerufen am 20. Mai 2018.
  2. Deutsche Ringerliga e. V. Abgerufen am 22. August 2017.
  3. Ringen: ASV Nendingen erneut Deutscher Mannschaftsmeister. In: Sport1.de. (sport1.de [abgerufen am 22. August 2017]).
  4. SVG ringt erstmals auf dem Festplatz gegenüber der Mineralix-Arena. (svgermania04.de [abgerufen am 22. August 2017]).
  5. Ringen – Bundesliga-Finale: Weingarten ist deutscher Ringermeister – Sport. In: swr.de. 14. Januar 2017, abgerufen am 11. Februar 2017.
  6. Der KSV Ispringen ist Deutscher Meister 2018. In: Deutsche Ringerliga e.V. 9. Februar 2018 (ringerliga.de [abgerufen am 9. April 2018]).
  7. Ziele und Philosophie – Deutsche Ringerliga e. V. Abgerufen am 22. August 2017.
  8. dpa: Vierte deutsche Medaille: Ringerin Aline Focken gewinnt WM-Silber. (shz.de [abgerufen am 25. August 2017]).
  9. Die Geschichte des SV Germania 04 Weingarten – SV Germania 04 Weingarten. Abgerufen am 22. August 2017.