Sandbeiendorf

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Sandbeiendorf
Gemeinde Burgstall
Wappen von Sandbeiendorf
Koordinaten: 52° 23′ 35″ N, 11° 43′ 0″ O
Höhe: 42 m ü. NN
Fläche: 8,9 km²
Einwohner: 220 (31. Dez. 2017)
Bevölkerungsdichte: 25 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 2010
Postleitzahl: 39517
Vorwahl: 039364

Sandbeiendorf ist ein Ortsteil der Gemeinde Burgstall im Landkreis Börde in Sachsen-Anhalt.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sandbeiendorf östlich der Colbitz-Letzlinger Heide wird vom Tanger-Quellbach, der nahe Tangermünde in die Elbe fließt, durchzogen. Die Umgebung Sandbeiendorfs ist leicht hügelig und steigt nach Westen allmählich an. Die Stadt Tangerhütte liegt in etwa 8 km Entfernung. Die Gemarkung des Ortsteils grenzt im Norden an den Landkreis Stendal.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Januar 2010 schlossen sich die bis dahin selbstständigen Gemeinden Sandbeiendorf, Cröchern und Dolle mit Burgstall zur neuen Gemeinde Burgstall zusammen.[1]

Baudenkmäler und Gedenkstätten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Ortsmitte befindet sich die bis auf die Zeit der Romanik zurückgehende Dorfkirche Sandbeiendorf.

Auf dem Ortsfriedhof ist für fünf unbekannte KZ-Häftlinge, die bei einem Todesmarsch im April 1945 ihr Leben verloren haben, ein Sammelgrab angelegt. Südlich der Kirche steht ein Kriegerdenkmal.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen wurde am 29. März 1996 durch das Regierungspräsidium Magdeburg genehmigt.

Blasonierung: „In Blau; gekreuzt eine goldene Sense und ein goldener Dreschflegel begleitet von drei goldenen Sternen (2:1).“

Abgeleitet vom Wappen sind die Gemeindefarben der ehemaligen Gemeinde Gold (Gelb)-Blau.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sandbeiendorf wird vorwiegend von der Landwirtschaft geprägt, unter anderem mit Pferdezucht und Ökohof.

Schweineproduktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Schweinezucht „van Gennip Tierzuchtanlage GmbH“ des niederländischen Großproduzenten umfasst über 60.000 Schweine[2] Amtliche Kontrollen bestätigten Vorwürfe der Tierschutzaktivisten von Animal Rights Watch, die 2013 erhebliche Missstände dokumentiert hatten,[3] woraufhin der Betreiber der Anlage ein Zwangsgeld zahlen musste.[4] Gegen die Tierschützer wurde Anzeige wegen Hausfriedensbruch erstattet. In zweiter Instanz erfolgte vor dem Landgericht Magdeburg ein Freispruch wegen rechtfertigenden Notstands nach § 34 StGB.[5] Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, da vom Kläger Revision vor dem OLG Naumburg eingelegt wurde.[6]

Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von Sandbeiendorf aus führen Landstraßen nach Dolle an der Bundesstraße 189 (MagdeburgStendal), nach Tangerhütte sowie über Uchtdorf nach Angern / Rogätz. Der nächste Bahnhof befindet sich in der sieben Kilometer entfernten Gemeinde Mahlwinkel an der Magdeburg-Wittenbergeschen Eisenbahn.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt: Gebietsänderungen 2010 Abgerufen am 26. Februar 2013
  2. Barbara Supp: Schweine bis zum Horizont. In: Der Spiegel. Nr. 36, 2007, S. 70–76 (online3. September 2007, (PDF; 1 MB)).
  3. ARIWA erstattet Strafanzeige gegen einen der größten deutschen Schweinehalter. ARIWA, abgerufen am 27. November 2017.
  4. Christoph Richter: Tierquälerei in ostdeutschen Schweinebetrieben. In: Deutschlandfunk. 10. Dezember 2013, abgerufen am 27. November 2017.
  5. Freispruch in zweiter Instanz. Abgerufen am 8. November 2017.
  6. Landwirt - Die Fachzeitschrift für die bäuerliche Familie, Ausgabe 21/2017, S. 47.