Scandlines

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Scandlines Deutschland GmbH
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Rechtsform GmbH
Gründung 1998
Sitz Hamburg, Deutschland
Leitung Heiko Kähler

Gerald Lefold

Mitarbeiter ca. 1500 (saisonal bedingt) (2016)
Umsatz 470 Mio. Euro (2016)
Branche Schifffahrt (Fährrouten-Betreiber)
Website www.scandlines.de
Stand: 14. September 2017 Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Stand 2017
Fähre Prinsesse Benedikte vor Puttgarden

Die Scandlines Deutschland GmbH mit Sitz in Hamburg ist eine deutsch-dänische Reederei, die zwei kurze Ostsee-Fährrouten zwischen Deutschland und Dänemark betreibt. Sie ist Tochtergesellschaft der Scandferries Holding ApS mit Hauptsitz in Kopenhagen (Dänemark).

Das Scandlines-Logo steht als Symbol für die wichtigsten Märkte von Scandlines. Die verschiedenen Farben des Dreieckes symbolisieren die Länder, die die Routen von Scandlines in der südlichen Ostsee miteinander verbinden: Gelb steht für Deutschland, Rot für Dänemark und Blau für Schweden.

Geschichte und Unternehmensstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

GVG-Lokomotive 109-2 mit Scandlines-Schriftzug im Jahr 2009 im Berliner Hauptbahnhof auf dem Weg nach Sassnitz

Die Geschichte der Fähraktivitäten der deutschen Eisenbahngesellschaften zwischen Deutschland und Skandinavien reicht bis in das Jahr 1903 zurück, als die erste Eisenbahnfährverbindung zwischen Warnemünde (Deutschland) und Gedser (Dänemark) eröffnet wurde. 1909 folgte der erste Eisenbahnfährbetrieb zwischen Deutschland und Schweden, die „Königslinie“ zwischen Sassnitz (Deutschland) und Trelleborg (Schweden).

Mit der Eröffnung der „Vogelfluglinie“, einer Fährverbindung zwischen Puttgarden (Insel Fehmarn) und Rødby (Insel Lolland in Dänemark), wurde die Kooperation zwischen den beiden Fährgesellschaften in Dänemark und Deutschland im Jahr 1963 weiter vertieft.

Scandlines Deutschland (damals noch DFO) wurde 1993 im Zuge der Zusammenführung der ehemaligen ost- und westdeutschen Eisenbahnunternehmen – Deutsche Reichsbahn (DR) und Deutsche Bundesbahn (DB) – als privatrechtliche Gesellschaft gegründet.

1997 investierte die DFO insgesamt rund 250 Millionen Euro in den Ausbau der Vogelfluglinie, u.a. in die Modernisierung der Hafenanlagen in Puttgarden sowie in den Bau von vier modernen, baugleichen Doppelendfähren (Deutschland, Schleswig-Holstein, Prinsesse Benedikte, Prins Richard).

Die deutsche Reederei DFO fusionierte 1998 dann mit der Partnerreederei Scandlines Danmark A/S (heute Scandlines Danmark ApS), die 1995 aus den Dänischen Staatsbahnen (DSB) ausgegliedert worden war.

Eigentümer blieben weiterhin die Deutsche Bahn AG sowie das Königreich Dänemark, vertreten durch das Verkehrsministerium. In den darauffolgenden Jahren baute Scandlines das internationale Routennetz kontinuierlich aus, zum Beispiel durch die Eröffnung neuer Fährverbindungen in die Baltischen Staaten und nach Finnland.

2007 verkauften die Eigentümer ihre Anteile an die Finanzinvestoren 3i und Allianz Capital, die je 40 Prozent übernahmen, sowie an die Deutsche Seereederei GmbH (DSR) aus Rostock, die sich mit 20 Prozent beteiligte. Zum 6. November 2008 wurde die Scandlines AG in die Scandlines Deutschland GmbH (heutiger Sitz Hamburg) umgewandelt[3].[4]

Am 29. Oktober 2010 gab die DSR bekannt, ihren 20-%-Anteil an Scandlines zu gleichen Teilen an die Finanzinvestoren 3i und Allianz Capital Partners (ACP) zu verkaufen.

Im Frühjahr 2010 bestellte Scandlines zwei neue Hybrid-Großfähren (Auftragsvolumen für Neubauten und Anpassungen an den Fährhäfen 230 Millionen Euro) bei der P+S Werften GmbH (Volkswerft Stralsund). Nachdem die Werft erhebliche Schwierigkeiten beim Bau der beiden Schiffe Berlin und Copenhagen hatte, kündigte Scandlines die Verträge. Die P+S Werften mussten dadurch Insolvenz anmelden. Scandlines kaufte später die wegen zu hohen Gewichts nicht abgenommenen Schiffe aus der Insolvenzmasse und ließ sie bei der dänischen Werft Fayard A/S in Munkebo umbauen. Im Mai und Dezember 2016 wurden die Fähren in Dienst gestellt. Sie verkehren jetzt auf der Strecke Rostock-Gedser und sind zurzeit die größten Hybridfähren der Welt mit einer Länge von jeweils 170 Metern und Platz für 1300 Passagiere sowie 460 Pkw oder 96 Lkw.

Im Jahr 2012 verkaufte Scandlines die Strecken Travemünde–Ventspils/Liepaja, Nynäshamn–Ventspils, Rostock–Trelleborg und Sassnitz–Trelleborg an Stena Line.[10][11] Außerdem wurden die Route Rostock–Hanko und die Fährschiffe Merchant, Aurora und Urd an die Swedish Orient Line (SOL) veräußert.[12]

Seit 2013 ist der britische Finanzinvestor 3i alleiniger Eigentümer der Scandferries Holding ApS und damit auch der Scandlines Deutschland GmbH.

Die ab dem Jahr 2000 zusammen mit der Stena Line betriebene kurze Fährlinie von Helsingør (Dänemark) nach Helsingborg (Schweden) wurde rückwirkend zum 1. Januar 2015 inklusive der fünf hier verkehrenden Fährschiffe (davon zwei von Scandlines) an First State Investments verkauft.[18] Die HH Ferries Group betreibt diese Linie weiterhin unter der Marke Scandlines Helsingborg–Helsingör.

Am 7. Juni 2017 wurden die beiden Scandlines-Routen PuttgardenRødby, RostockGedser aufgrund einer nicht näher spezifizierten Drohung vorübergehend eingestellt[1]. Obwohl die Route Helsingør–Helsingborg nicht mehr zu Scandlines gehört, wurde auch hier der Fährverkehr sicherheitshalber vorübergehend eingestellt, da die Drohung nicht auf eine bestimmte Route bezogen war und die Schiffe hier noch unter dem Namen „Scandlines“ verkehren.

Im Jahr 2016 beförderte Scandlines auf ihren beiden Strecken Rødby–Puttgarden und Gedser–Rostock 7,6 Mio. Passagiere, 1,8 Mio. Pkw und 0,6 Mio. Frachteinheiten.

In den Häfen von Puttgarden und Rostock betreibt Scandlines zwei „BorderShops“ mit einem breiten Sortiment an alkoholischen und nicht-alkoholischen Getränken sowie Süßigkeiten, mit denen im Jahr 2016 fast 30 Prozent des Unternehmensumsatzes erzielt wurden.

Kennzahlen der Unternehmensgruppe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Umsatz in Mio. Euro Betriebsergebnis in Mio. Euro Jahresüberschuss in Mio. Euro Mitarbeiter Passagiere in Mio.
2007 589,6 2945 20,5
2008 584,0 131,0 −20 2729 17,3
2009 504,9 159,0 −5 2604 12,0
2010 567 177 22 2442 12,4
2011 611 182 10 2177 12,0
2012 608 76 2112 11,7
2013 505 172 11
2014[2] 445 160 60 1533
2015[2] 460 170 108 1488 7,6
2016[3] 470 180 147 1506 7,6

Die Zahlen wurden den laufenden Geschäftsberichten bzw. den Pressemitteilungen[4] entnommen.

Die drei Fährrouten der Scandferries-Gruppe

Fährlinien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Folgende Route wird von der HH Ferries Group auch noch unter dem Namen „Scandlines“ betrieben:

Helsingør (DK) – Helsingborg (S): Autofähre (bis 2000 Eisenbahnfähre)

Flotte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge der unternehmenseigenen Strategie „Von Hybrid zu emissionsfreien Fähren“ wurde das Fährschiff „Prinsesse Benedikte“ auf der Strecke Puttgarden-Rødby 2013 als erstes zu einer Hybridfähre umgerüstet. 2014 folgten dann die restlichen drei auf der Strecke verkehrenden Schiffe. Die Fähren werden nun durch ein Hybridsystem angetrieben, das den traditionellen Dieselmotor mit elektrischem Batterieantrieb kombiniert. Überschüssige Energie wird in Batterien gespeichert, die die elektrischen Antriebsmotoren antreiben. So können die Fähren ihren Treibstoffverbrauch senken und besser an die Auslastung anpassen. Angaben der Reederei zufolge werden auf diese Weise bis zu 15 % der CO2-Emissionen eingespart. Gleichzeitig wurden die Schiffe mit einem Abgaswäscher (Scrubber) ausgerüstet, der die Schadstoff-Emissionen der Fähren um 90 % senkt.

Parallel dazu wurden für die Strecke Rostock–Gedser die Hybridfähren Berlin und Copenhagen gebaut und 2016 in Dienst gestellt. Im Vergleich zu konventionellen Fähren kann durch das Hybrid-Antriebssystem der neuen Fähren der Route Rostock–Gedser der Brennstoffverbrauch pro Überfahrt um 2/3 reduziert werden.

Heute sind sechs von acht Schiffen der Reederei Hybridfähren; damit besitzt und betreibt Scandlines 2017 die größte Hybridflotte der Welt.[5]

Folgende Schiffe werden von der HH Ferries Group betrieben:

  • DanemarkDänemark Aurora af Helsingborg (Helsingør–Helsingborg, Umrüstung auf Batteriebetrieb[6])
  • DanemarkDänemark Tycho Brahe (Helsingør–Helsingborg, Umrüstung auf Batteriebetrieb)
  • DanemarkDänemark Hamlet (Helsingør–Helsingborg)

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Unternehmen ist Mitglied im ShortSeaShipping Inland Waterway Promotion Center.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Scandlines – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. [POL-HL: OH-Puttgarden-Fährhafen / Bombendrohung auf dänischen Fährschiffen- Abschlussmeldung. Pressemitteilung POL-HL.] Abgerufen am 8. Juni 2017.
  2. a b Scandlines Pressemitteilung Geschäftszahlen 2015 http://www.scandlines.de/uber-scandlines/presse#/pressreleases/scandlines-richtete-2015-ihren-fokus-auf-das-kerngeschaeft-und-investierte-in-die-zukunft-1402332
  3. Scandlines Pressemitteilung. Abgerufen am 14. September 2017.
  4. Pressemitteilungen Scandlines
  5. [Scandlines.de Scandlines.de.] 14. September 2017, abgerufen am 14. September 2017.
  6. http://www.scandlines.se/om-scandlines/batteridrivna-farjor.aspx