Scandlines

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Scandlines GmbH
Logo
Rechtsform GmbH
Gründung 1998
Sitz Hamburg, Deutschland

Leitung

  • Bengt Phil
  • Tage Reinert
Mitarbeiter 1488 (2015)[1]
Umsatz 460 Mio. Euro (2015)[1]
Branche Schifffahrt (Fährrouten-Betreiber)
Website www.scandlines.de
Fähre Prinsesse Benedikte vor Puttgarden

Die Scandlines GmbH mit Sitz in Hamburg ist eine deutsch-dänische Reederei, die mit ihren Fähren zwei kurze Ostsee-Fährrouten zwischen Deutschland und Dänemark betreibt.

Das Unternehmen ist Tochter der Scandferries Holding GmbH in Rostock. Das Unternehmen vereint unter seinem Dach die Scandlines Deutschland GmbH und die Scandlines Danmark A/S.

Das Scandlines-Logo steht als Symbol für die wichtigsten Märkte von Scandlines. Die verschiedenen Farben des Dreieckes symbolisieren die Länder, die die Routen von Scandlines in der südlichen Ostsee miteinander verbinden. Gelb steht für Deutschland, Rot für Dänemark und Blau für Schweden.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

GVG-Lokomotive 109-2 mit Scandlines-Schriftzug im Jahr 2009 im Berliner Hauptbahnhof auf dem Weg nach Sassnitz

Nach der Wiedervereinigung Deutschlands fusionierten am 1. Januar 1994 die beiden deutschen Staatsbahnen (Deutsche Bundesbahn und Deutsche Reichsbahn) zur Deutschen Bahn AG. Die von beiden Eisenbahnen betriebenen Trajektdienste waren bereits zum 1. April 1993 jeweils ausgegliedert und zur Deutschen Fährgesellschaft Ostsee mbH (DFO) vereinigt worden. Das neu entstandene Unternehmen baute seine Routen aus und modernisierte die Flotte.

1995 wurde von den Dänischen Staatsbahnen deren Fährreederei als DSB Rederi A/S ausgegliedert und 1997 in Scandlines A/S umbenannt. Am 21. Juli 1998 schloss sich die DFO mit der dänischen Scandlines A/S zusammen, es entstand die Scandlines AG. Eigentümer blieben weiterhin die Deutsche Bahn AG sowie das Königreich Dänemark, vertreten durch das Verkehrsministerium. Das Unternehmen expandierte in den darauf folgenden Jahren stark in die baltischen RoRo-Märkte, meist durch den Erwerb von Reedereien. Im Jahr 1999 klagte Scandlines erfolglos gegen Stena Line, um das Vorkaufsrecht an der schwedischen Scandlines AB zu bekommen.

Am 30. August 2007 verkauften die Eigentümer ihre Anteile an die Finanzinvestoren 3i und Allianz Capital[2], die je 40 Prozent übernahmen, sowie an die Deutsche Seereederei GmbH (DSR) aus Rostock, die sich mit 20 Prozent beteiligte. Zum 6. November 2008 wurde die Scandlines AG in die Scandlines GmbH (Sitz Rostock) umgewandelt[3], bestehend aus den Tochtergesellschaften Scandlines Deutschland GmbH (Sitz Rostock) und Scandlines Danmark A/S (Sitz Kopenhagen).[4]

Am 29. Oktober 2010 gab die DSR bekannt, ihren 20-%-Anteil an Scandlines zu gleichen Teilen an die Finanzinvestoren 3i und Allianz Capital Partners (ACP) zu verkaufen.[5] Im November 2007 verkaufte Scandlines die innerdänischen Fährrouten (Scandlines Sydfynske A/S) und ihren 30-prozentigen Aktienanteil an Mols-Linien an die dänische Clipper Group. Die Routen EsbjergFanø (heute Fanøtrafikken), BøjdenFynshav (heute Alstrafikken) und TårsSpodsbjerg (heute Langelandstrafikken) unterstehen Danske Færgen A/S.

Im Februar 2009 wurden Informationen über eine Reduzierung der Mitarbeiterzahl von 2400 auf 2000 bis Ende 2010 bekanntgegeben. In diesem Zusammenhang sollte ein Großteil der Verwaltungsmitarbeiter in Puttgarden konzentriert werden.[6] Im Jahresdurchschnitt 2010 beschäftigte das Unternehmen 2146 Mitarbeiter, 144 weniger als 2009 und 356 weniger als 2008.[7] Im Jahr 2012 waren durchschnittlich 2112 Vollzeit-Mitarbeiter bei der Scandferries-Gruppe beschäftigt.

Mit Beschluss vom 27. Januar 2010 hat das Bundeskartellamt der Scandlines Deutschland GmbH, Eigentümer des Fährhafens Puttgarden und bisher einziger Anbieter von Fährdienstleistungen auf dieser Strecke, aufgegeben, anderen Fährunternehmen die Möglichkeit zu gewähren, einen weiteren Fährbetrieb auf der Strecke Puttgarden–Rødby einzurichten. Gegen ein angemessenes Entgelt sollten Wettbewerber Zugang zu den wesentlichen Einrichtungen erhalten.[8] Die Beschwerde von Scandlines hiergegen hatte zunächst Erfolg: Das Oberlandesgericht Düsseldorf hob den Beschluss den Bundeskartellamtes am 10. Juni 2010 auf, da der Zugang von Drittparteien zum Hafen unter juristischen und wirtschaftlichen Aspekten unmöglich sei.[7] Diesen Beschwerdebeschluss hob wiederum der Bundesgerichtshof am 11. Dezember 2012 auf und verwies die Sache zur erneuten Entscheidung an das OLG Düsseldorf zurück.[9]

Im Frühjahr 2010 bestellte Scandlines zwei neue Großfähren (Auftragsvolumen für Neubauten und Anpassungen an den Fährhäfen 230 Millionen Euro) bei der P+S Werften GmbH (Volkswerft Stralsund). Nachdem die Werft erhebliche Schwierigkeiten beim Bau der beiden Schiffe Berlin und Copenhagen hatte, kündigte Scandlines die Verträge. Die P+S Werften mussten dadurch Insolvenz anmelden. Scandlines kaufte die nicht fertiggestellten Schiffe aus der Insolvenzmasse und lies sie bei der dänischen Fayard A/S in Munkebo umbauen. Im Mai und Dezember 2016 wurden die Fähren in Dienst gestellt.

Im Jahr 2012 hat Scandlines die Strecken Travemünde–Ventspils/Liepaja, Nynäshamn–Ventspils, Rostock–Trelleborg und Sassnitz–Trelleborg an Stena Line verkauft.[10][11] Außerdem wurden die Route Rostock–Hanko und die Fährschiffe Merchant, Aurora und Urd an die Swedish Orient Line (SOL) veräußert.[12] Damit betreibt Scandlines nur noch eine Trajekt-Verbindung.

Ende 2012 wurde bekannt, dass die beiden zu dieser Zeit beteiligten Finanzinvestoren 3i und Allianz Capital Partners (ACP) einen Verkauf der Reederei Scandlines anstreben.[13][14] DFDS hatte Interesse an Scandlines, das Angebot wurde aber nicht angenommen[15]. Im Herbst 2013 verkauften ACP ihren Anteil an der Reederei an den britischen Finanzinvestor 3i für 165 Mio. Euro, so dass dieser jetzt alleiniger Eigentümer von Scandlines ist.[16] Zuletzt war das Angebot des US-amerikanischen Investors TPG mit über 1,3 Milliarden Euro abgelehnt worden; man erwartete ein Angebot von 1,4 Milliarden Euro.

Im Jahr 2014 beförderte Scandlines 0,7 Mio. t Fracht, 2,5 Mio. Pkw und 11,1 Mio. Passagiere.[17]

Die ab dem Jahr 2000 zusammen mit der Stena Line betriebene kurze Fährlinie von Helsingør (Dänemark) nach Helsingborg (Schweden) wurde rückwirkend zum 1. Januar 2015 inklusive der fünf hier verkehrenden Fährschiffe (davon zwei von Scandlines) an First State Investments verkauft.[18] Die HH Ferries Group betreibt diese Linie weiterhin unter der Marke Scandlines Helsingborg–Helsingör .

Im Frühjahr 2015 verlagerte Scandlines den Unternehmenssitz nach Hamburg.

Am 7. Juni 2017 wurden die Routen Puttgarden - Rödbyhavn und Rostock - Gedser aufgrund einer Bombendrohung vorübegehend eingestellt.[19][20]

Kennzahlen der Unternehmensgruppe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Umsatz in Mio. Euro Betriebsergebnis in Mio. Euro Jahresüberschuss in Mio. Euro Mitarbeiter Passagiere in Mio.
2007 589,6 2945 20,5
2008 584,0 131,0 −20 2729 17,3
2009 504,9 159,0 −5 2604 12,0
2010 567 177 22 2442 12,4
2011 611 182 10 2177 12,0
2012 608 76 2112 11,7
2013 505 172 11
2014[1] 445 160 60 1533
2015[1] 460 170 108 1488 7,6

Die Zahlen wurden den laufenden Geschäftsberichten bzw. den Pressemitteilungen[21] entnommen.

Die drei Fährrouten der Scandferries-Gruppe

Fährlinien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Flotte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • DeutschlandDeutschland Berlin (Rostock – Gedser)
  • DanemarkDänemark Copenhagen (Rostock – Gedser)
  • DeutschlandDeutschland Kronprins Frederik (Puttgarden – Rødby, Rostock – Gedser, Reserveschiff)
  • DeutschlandDeutschland Deutschland (Puttgarden – Rødby)
  • DeutschlandDeutschland Schleswig-Holstein (Puttgarden – Rødby)
  • DanemarkDänemark Prinsesse Benedikte (Puttgarden – Rødby)
  • DanemarkDänemark Prins Richard (Puttgarden – Rødby)
  • DanemarkDänemark Holger Danske (Puttgarden – Rødby, nur Gefahrgut)
  • DanemarkDänemark Hamlet* (Helsingør – Helsingborg)
  • DanemarkDänemark Tycho Brahe* (Helsingør – Helsingborg) (Umrüstung auf Batteriebetrieb)[22]
  • DanemarkDänemark Aurora af Helsingborg* (Helsingør – Helsingborg) (Umrüstung auf Batteriebetrieb)

* betrieben von HH Ferries Group

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Unternehmen ist Mitglied im ShortSeaShipping Inland Waterway Promotion Center.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Scandlines – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Scandlines Pressemitteilung Geschäftszahlen 2015 http://www.scandlines.de/uber-scandlines/presse#/pressreleases/scandlines-richtete-2015-ihren-fokus-auf-das-kerngeschaeft-und-investierte-in-die-zukunft-1402332
  2. Scandlines privatisiert in 2007 (Memento vom 2. Januar 2012 im Internet Archive)
  3. Amtsgericht Rostock, HRB 7831, Bekanntmachung vom 7. November 2008
  4. Scandlines Wir über uns (Memento vom 21. Juni 2012 im Internet Archive)
  5. „Deutsche Seereederei steigt bei Scandlines aus“ – Zeitung die Welt vom 2. November 2010
  6. „Scandlines-Rückzug aus Warnemünde in der Kritik“ – NDR online vom 12. Juni 2009
  7. a b Geschäftsbericht 2010, abgerufen am 16. September 2010
  8. Beschluss des Bundeskartellamtes vom 27. Januar 2010
  9. Pressemitteilung des BGH vom 11. Dezember 2012 zum Beschluss zum AZ KVR 7/12
  10. Scandlines verkauft den Großteil der Frachtrouten an Stena Line (Scandlines Pressemitteilung vom 30. Mai 2012)
  11. Stena betreibt jetzt 37 Schiffe. In: Täglicher Hafenbericht vom 15. Oktober 2012, S. 3
  12. Pressemitteilung
  13. http://www.thb.info/news/single-view/id/scandlines-verkauf-rueckt-naeher-1.html Kündigung Neubauverträge
  14. Scandlines-Verkauf rückt näher. In: Täglicher Hafenbericht vom 28. November 2012, S. 3
  15. Scandlines geht nicht an DFDS: http://www.thb.info/news/single-view/id/scandlines-geht-nicht-an-konkurrent-dfds.html
  16. Michael Meyer: 3i und Allianz einigen sich über Ausstieg bei Scandlines. In: Täglicher Hafenbericht vom 6. November 2013, S. 1/4
  17. Scandlines-Schiffe wieder zu Wasser gelassen. In: Hansa, Heft 6/2015, S. 8
  18. Fährroute Helsingør–Helsingborg. In: Schiff & Hafen, Heft 4/2015, S. 54
  19. Fähren fahren wieder normal nach Dänemark. Abgerufen am 8. Juni 2017.
  20. POL-HL: OH-Puttgarden-Fährhafen / Bombendrohung auf dänischen Fährschiffen- Abschlussmeldung. 7. Juni 2017, abgerufen am 8. Juni 2017.
  21. Pressemitteilungen Scandlines
  22. http://www.scandlines.se/om-scandlines/batteridrivna-farjor.aspx