Blumberg

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Blumberg (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Blumberg
Blumberg
Deutschlandkarte, Position der Stadt Blumberg hervorgehoben
Koordinaten: 47° 50′ N, 8° 32′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Landkreis: Schwarzwald-Baar-Kreis
Höhe: 704 m ü. NHN
Fläche: 98,68 km²
Einwohner: 9920 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 101 Einwohner je km²
Postleitzahl: 78176
Vorwahlen: 07702 und 07736Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: VS
Gemeindeschlüssel: 08 3 26 005
Stadtgliederung: 10 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Hauptstraße 97
78176 Blumberg
Webpräsenz: www.stadt-blumberg.de
Bürgermeister: Markus Keller (CDU)
Lage der Stadt Blumberg im Schwarzwald-Baar-Kreis
Schweiz Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald Landkreis Emmendingen Landkreis Konstanz Landkreis Tuttlingen Landkreis Waldshut Ortenaukreis Landkreis Rottweil Bad Dürrheim Blumberg Bräunlingen Bräunlingen Brigachtal Dauchingen Donaueschingen Furtwangen im Schwarzwald Gütenbach Hüfingen Hüfingen Königsfeld im Schwarzwald Mönchweiler Niedereschach St. Georgen im Schwarzwald Schönwald im Schwarzwald Schonach im Schwarzwald Tuningen Triberg im Schwarzwald Unterkirnach Unterkirnach Unterkirnach Villingen-Schwenningen Villingen-Schwenningen Villingen-Schwenningen VöhrenbachKarte
Über dieses Bild

Blumberg ist eine Stadt 19 km südlich von Donaueschingen, am Südrand des Schwarzwaldes an der Grenze zum Schweizer Kanton Schaffhausen in Baden-Württemberg.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick von Osten auf die Blumberger Pforte (Bildmitte), den Schwarzwald (hinten) und dazwischen die Wutachschlucht

Blumberg liegt im Tal der Urdonau östlich der Wutachschlucht. Die Europäische Wasserscheide verläuft östlich der Kernstadt durch das Stadtgebiet, der Bahnhof Zollhaus (auf dem höchsten Punkt der Bahnlinie), die Ortsteile Randen und Kommingen liegen auf der Wasserscheide des Randen.

Der Blaue Stein, eine Basalt-Säule, befindet sich zwei Kilometer östlich des Teilortes Randen. Er ist geologisch der westlichste Punkt des Hegaus.


Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Stadt Blumberg gehören die Stadtteile Achdorf, Blumberg, Epfenhofen, Fützen, Randen, Hondingen, Kommingen, Nordhalden, Riedböhringen, Riedöschingen und Zollhaus mit 41 amtlich benannten Wohnplätzen. Die Stadtteile bilden mit Ausnahme der Stadtteile Blumberg, Randen und Zollhaus Ortschaften im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung mit jeweils eigenem Ortschaftsrat und Ortsvorsteher als dessen Vorsitzender.

→ Siehe auch: Liste der Orte im Schwarzwald-Baar-Kreis

Achdorf im Tal der Wutach
Blick auf Blumberg von Süden

Im Stadtteil Achdorf liegen die Wüstungen Helzenhofen, z. T. als Hetzenhofen zum Stadtteil Achdorf, Kazunstaige und Keglingen (z. T. auch zum Stadtteil Riedböhringen). Im Stadtteil Blumberg liegt die Wüstung Bislingen. Im Stadtteil Fützen liegen die Wüstungen Hetzenhofen (auch teilweise als Helzenhofen zum Stadtteil Achdorf), Schlatt, Moggerenmühle und Talerhof. Im Stadtteil Hondingen liegen die Wüstungen Bollhof und Hofen. Im Stadtteil Riedböhringen liegen die Wüstungen Keglingen (z. T. auch zum Stadtteil Achdorf), Wallenberg und Weil. Im Stadtteil Riedöschingen liegt die Wüstung Aitlingen.[2]

Die Stadt besitzt mit dem Dorf Achdorf am Wutachknie die einzige dauerhafte Besiedlung innerhalb der 30 km langen Wutachschlucht.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blumbergs Entstehung geht auf die Herrschaftsentwicklungen im 13. Jahrhundert zurück. Die Herren von Blumberg, die man Blumegger Herkunft zuordnet, wurden erstmals im Jahre 1260 erwähnt. Die tatsächliche Entstehung Blumbergs wird aber weit vor diesem Datum vermutet. Jedenfalls haben schon in der Steinzeit hier Menschen gelebt, wie archäologische Funde belegen.

Der Steppacher Hof als eine der ältesten Siedlungen tauchte schon im 12. Jahrhundert erstmals auf. Im Mittelalter entstand oberhalb des Wutachtals die Burg Blumberg, die erheblich zur Siedlungsentwicklung beitrug. Um die Burg wuchs – wie in der mitteleuropäischen Entwicklung üblich – allmählich das sogenannte „Städtle“.

Unter der Herrschaft der Fürstenberger (seit 1537) wuchs Blumberg zu größerer Bedeutung heran und erhielt Anfang des 15. Jahrhunderts den Titel „Stadt“. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Burg zerstört. Nach 1648 erlebte Blumberg aufgrund von Doggererz-Vorkommen eine Blütezeit, die allerdings nicht sehr lange anhielt.

Siehe auch: Burg Alt-Blumberg, Burg Grünburg, Burg Neuenberg

20. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Zeit des Nationalsozialismus wurde von 1934 bis 1942 erneut Erz abgebaut. Infolge des Bergbaus durch die Doggererz AG vervielfachte sich die Einwohnerzahl der bis dahin landwirtschaftlich geprägten Stadt. Zum Teil wurden Zwangsarbeiter eingesetzt. Am 27. April 1945 wurde die Stadt nach teilweise heftigen Kämpfen und größeren Zerstörungen von den Franzosen besetzt.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge der Gemeindegebietsreform in Baden-Württemberg wurden folgende Gemeinden nach Blumberg eingemeindet:

  • 1. Januar 1971: Epfenhofen, Kommingen und Nordhalden
  • 1. April 1972: Achdorf, Hondingen, Riedböhringen und Riedöschingen
  • 1. Januar 1975: Fützen

Kirchen und Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auch nach der Reformation blieb Blumberg römisch-katholisch geprägt, in der Stadt und ihren Stadtteilen gibt es vier römisch-katholische Pfarrämter. Daneben sind auch die altkatholische Kirche mit zwei Pfarrämtern (Blumberg und Kommingen) sowie die evangelische und eine neuapostolische Kirchengemeinde vertreten. In Blumberg gibt es auch eine Biblische Missionsgemeinde, Zeugen Jehovas und einen muslimischen Kulturverein.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahl vom 25. Mai 2014 führte bei einer Wahlbeteiligung von 47,3 % (− 2,1) zu folgendem Ergebnis:[3]

Partei / Liste Stimmenanteil +/− Sitze +/−
CDU 48,1 % − 7,3 14 − 4
Freie Liste 32,3 % + 8,8 9 + 2
FDP 5,0 % − 8,8 1 − 2
SPD 14,6 % + 4,4 4 + 1

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Blasonierung des Wappens lautet: „Unter einem durch Wolkenschnitt von Silber und Grün abgeteilten Schildhaupt in Silber ein rotes Zahnrad, worin zwei gekreuzte rote Berghämmer; unter dem Zahnrad ein grünes Eichenblatt, schräggekreuzt mit einem grünen Buchenblatt.“

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Partnergemeinden von Blumberg sind Valdoie in der Region Bourgogne-Franche-Comté (Frankreich) und Kunszentmiklós in Ungarn.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Lage von Blumberg an der Wutachtalbahn
Das Zollamt von Fützen an der deutsch-schweizerischen Grenze

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blumberg liegt an der Wutachtalbahn von Lauchringen nach Hintschingen und ist an das Ringzug-System angeschlossen, das Blumberg mit Immendingen, Tuttlingen und Rottweil verbindet. Darüber hinaus verkehrt die Museumsbahn Wutachtalbahn („Sauschwänzlebahn“) zwischen Blumberg und Weizen, die von der Stadt seit ihrer Gründung im Jahr 1976 maßgeblich unterstützt wird. So fungiert die Stadt Blumberg als Eisenbahninfrastrukturunternehmen (EIU) für die gesamte Wutachtalbahn.[4] Blumberg verfügt über Ringzug-Haltepunkte in den Stadtteilen Zollhaus und Riedöschingen sowie über die Halte Epfenhofen, Fützen und Wutachblick, die von der Museumsbahn bedient werden. Blumberg ist in den Verkehrsverbund Schwarzwald-Baar eingegliedert.

Über die Bundesstraße 27 (BlankenburgLottstetten) und die Bundesstraße 314 (LauchringenSingen) ist Blumberg an das überregionale Straßennetz angebunden.

Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort ist Standort eines der bedeutendsten Hersteller von Motorventilen (früher TRW Automotive, das Werk wurde Anfang 2015 von Federal-Mogul übernommen[5]), und Standort einer Wellpappfabrik (Straub Verpackungen). Außerdem ist ein namhafter Hersteller Schwarzwälder Schinkens ortsansässig (Schwarzwaldhof GmbH).

Die Firma METZ CONNECT (Hersteller von analogen und digitalen Telekommunikationskomponenten, Anschlussklemmen, aktiven und passiven Netzwerkkomponenten, Zeit- und Industrierelais sowie analoge und digitale Feldbus I/O Komponenten), die Firma Feederle (Stahlbau) und die Firma Teubert (Maschinenbau) sind ebenfalls in Blumberg ansässig.

Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Blumberg betreibt der Südkurier eine Lokalredaktion für die Region.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Kernstadt befinden sich eine Realschule, mit der Viktor-von-Scheffel-Schule eine Hauptschule mit Werkrealschule[6] und mit der Weiherdammschule eine Förderschule. Grundschulen bestehen in der Kernstadt sowie in Riedöschingen, Fützen und Riedböhringen. Für die jüngsten Einwohner bestehen drei kommunale, drei römisch-katholische und ein evangelischer Kindergarten.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St. Andreas Blumberg
St. Cyriak Blumberg
Stellwerk am Museum der Wutachtalbahn im Stadtteil Zollhaus

Blumberg liegt am Ostweg, am Schluchtensteig und am Schwarzwald-Querweg Freiburg–Bodensee, Fernwanderwegen, die an vielen Sehenswürdigkeiten vorbeiführen.

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirchen
  • St. Andreas Blumberg, römisch-katholisch
  • St. Cyriak (Blumberg-Kommingen), röm.-katholisch
  • St. Johannes (Blumberg-Kommingen), evangelisch
  • St. Gallus (Blumberg-Epfenhofen), röm.-katholisch
  • St. Genesius (Blumberg-Riedböhringen), röm.-katholisch
  • Christus-Kirche Blumberg, altkatholisch
  • Erlöser-Kirche (Blumberg-Fützen), altkatholisch
  • Johannes-Kirche (Blumberg-Kommingen), altkatholisch
  • St. Stephan (Blumberg-Randen), altkatholisch
  • Evangelische Kirche Blumberg
Profanbauwerke
  • Kellhof des Klosters St. Blasien (Blumberg-Fützen)[7]
  • Das von Egon Eiermann entworfene Fabrikgebäude, das 1950 als seinerzeit modernste Taschentuchfabrik Europas eingeweiht und 1969 mit dem Hugo-Häring-Preis ausgezeichnet wurde, ist nach längerem Verfall 2009 abgerissen worden.

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Bahnhof Zollhaus-Blumberg ist das Museum der Wutachtalbahn zu besichtigen.

In Riedböhringen ist im Geburtshaus von Kardinal Bea ein Museum über ihn eingerichtet worden. Führungen finden nach Absprache statt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden Baden-Württembergs 2014 (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VI: Regierungsbezirk Freiburg Kohlhammer, Stuttgart 1982, ISBN 3-17-007174-2, S. 550–555.
  3. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg 2014
  4. Eisenbahninfrastrukturunternehmen in der BRD. Eisenbahn-Bundesamt, 6. Juli 2012, abgerufen am 12. Juli 2012 (Excel-Dokument, 90 kB).
  5. Jürgen Müller: Verkauf der TRW-Ventilsparte an Federal Mogul jetzt perfekt. In: Südkurier. 11. Februar 2015, abgerufen am 29. September 2015.
  6. Viktor-von-Scheffelschule (Zugriff am 27. August 2012)
  7. Kristina Hahn, Ulrike Schubart: Klösterliche Grundherrschaftsverwaltung in Südwestdeutschland. Der Kellhof von Sankt Blasien in Blumberg-Fützen. In: Denkmalpflege in Baden-Württemberg, 37. Jg. 2008, Heft 4, S. 226–232 (PDF)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Blumberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien