Schloss Burgk

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Dieser Artikel behandelt das Schloss Burgk in Thüringen, es gibt auch ein Schloss Burgk im sächsischen Freital.
Schloss Burgk vom Saaleturm aus gesehen
Schloss Burgk über der Talsperre Burgkhammer

Schloss Burgk an der Saale ist ein ehemaliges Schloss der Fürsten Reuß im heutigen Saale-Orla-Kreis im thüringischen Vogtland. Schloss und Ortschaft Burgk liegen exponiert auf einem Felsplateau oberhalb des Burgker Ortsteils Burgkhammer und der gleichnamigen Talsperre an einer Saaleschleife.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die Vögte von Gera (Vorfahren der Reußen) wurde schon im Mittelalter an der wehrtechnisch günstig gelegenen Stelle eine Burg errichtet. Nach einer zeitweiligen Veräußerung an die Deutschritter kam es wieder zu den Geraer Vögten (später Herren), um nach deren Aussterben an die Greizer Reußen zu fallen. Innerhalb dieser älteren Linie des Hauses Reuß war Burgk von 1596 bis 1640 und von 1668 bis 1697 eine eigene Herrschaft, nämlich Reuß-Burgk, mit Burgk als Residenzort. Diese Herrschaft umfasste jedoch nur ein kleines Territorium mit wenigen Ortschaften. Bemerkenswert ist der von Wallenstein 1632 der Herrschaft ausgestellte Schutzbrief, der für einen beträchtlichen Geldbetrag erworben wurde.

Ab dem 17. Jahrhundert wurde die Anlage durch Graf Heinrich III. umfassend modernisiert. Der Ostturm wurde abgetragen und die Vorderfront erneuert. Die Fenster wurden verbreitert und mit neuen Gewänden versehen. Auch der Aborterker und das Sommerhäuschen wurden entfernt. Da es an einem Garten fehlte, ließ der Graf den südlich gelegenen Bergsporn planieren und gestaltete auch den Sophienweg zum Lusthaus. Mit dem Park wurde eine Anlage geschaffen, die den Charakter des Bauwerks endgültig hin zum Lustschloss bestimmte. 1763 erfolgte die Innenausstattung. Mit diesen Maßnahmen hatten sich die Grafen ein repräsentatives Jagd- und Lustschloss geschaffen.[1] Ab 1768 war es ein Wohnsitz des Fürstenhauses Reuß älterer Linie (Greiz).

Nach Ende des Ersten Weltkrieges mit dem Sturz der Monarchie und der Ausrufung der Republik in der Novemberrevolution erklärte Fürst Heinrich XXVII. seinen Thronverzicht und die beiden reußischen Fürstentümer – nämlich Reuß ältere Linie und Reuß jüngere Linie – wurden am 11. November 1918 zu Freistaaten, die sich am 4. April 1919 wiederum zum Volksstaat Reuß mit der Hauptstadt Gera zusammenschlossen. Am 1. Mai 1920 ging der Volksstaat Reuß schließlich im neugegründeten Land Thüringen auf. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam das Schloss durch Enteignung in staatlichen Besitz und wurde Anfang der 1950er Jahre der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Da das Schloss bis 1945 dem Haus Reuß gehörte, ist eine reiche Innenausstattung vorhanden, die durch Einrichtungsgegenstände und Kunstwerke aus anderen Schlössern ergänzt wurde.

Anlage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das sehr gut erhaltene Schloss hat noch den Charakter einer Burg mit vielen mittelalterlichen Details. So ist der ursprüngliche Palas noch komplett erhalten, ebenso der Bergfried und beide steinernen Brücken, die in den inneren Ring bzw. zum Palas führen. Früher waren beide Brücken Zugbrücken. An der äußeren Brücke ist unter dem Amtshaus eine Zolltariftafel ausgestellt.

Als 1739 das zweite Torhaus abgerissen wurde, fand man eine Kammer mit einem Hund. Vermutlich wurde dieser dort als Bauopfer (Opfergabe) etwa 400 Jahre zuvor lebendig eingemauert. Heute ist dieser Hund im Eingangsbereich in mumifiziertem Zustand hinter einer Glasscheibe zu sehen. Die Schlosskapelle und die Küche befinden sich in einem sehr guten Zustand. Bemerkenswert ist insbesondere der sehr gut erhaltene Abzugskamin der Küche. Am westlichen Ende der Anlage steht der Rote Turm mit einer Fachwerkhaube im Stil der Spätrenaissance. Besonderer Erwähnung bedarf auch der Zugang zum Roten Turm, der über einen begehbaren und gedeckten Wehrgang führt, von welchem noch drei weitere, tw. übereinander gelegene Wehrgänge abgehen, die sich in der Mauer befinden. Im Zentrum des Mitte des 18. Jahrhunderts in französischer Manier angelegten Parks südlich des Schlosses befindet sich der als Sophienlust bezeichnete spätbarocke/klassizistische Pavillon.

Räume[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Rittersaal des Schlosses finden regelmäßig Konzerte statt. Zudem geben das barocke Prunkzimmer mit Bettalkoven und die teilweise der Chinoiserie des 18. Jahrhunderts verpflichteten Wohnräume im Stil des Rokoko einen guten Einblick in das Leben deutscher Fürsten. Eine umfangreiche Waffen- und Trophäensammlung im Jagdzimmer verweist auf die Nutzung der Anlage als Jagdschloss. Ein besonderes Merkmal der Schlosskapelle ist die 1743 geweihte Orgel von Gottfried Silbermann.[2]

Filmkulisse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Schloss diente und dient zahlreichen Film- und Fernsehproduktionen als Kulisse. Bisher waren dies z. B.:

  • 1968: Im Himmel ist doch Jahrmarkt (DEFA)
  • 1969: Du bist min. Ein deutsches Tagebuch. (DEFA-Dokfilm)
  • 1970: Die Mutprobe (DFF)
  • 1973-75: Das Wasserschloß, 3. Teil des Fernsehfilms Das unsichtbare Visier (DDR-Fernsehen)
  • 1975: Til Eulenspiegel (DEFA)
  • 1980/81: Retter, Rächer und Rapiere (DDR-Fernsehen)
  • 2005: Abenteuer Mittelalter – Leben im 15. Jahrhundert (MDR)
  • 2006: Galileo (Pro 7)
  • 2013: Die goldene Gans (Märchenfilm) (ZDF)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schloss Burgk – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Heiko Laß: Jagd- und Lustschlösser des 17. und 18. Jahrhunderts in Thüringen, Michael Imhof Verlag, 2006, ISBN 3-86568-092-5, S. 285–287
  2. Orgelporträt auf der Webseite der Gottfried Silbermann-Gesellschaft, abgerufen am 9. April 2013.

Koordinaten: 50° 33′ 13″ N, 11° 42′ 56″ O