Schloss Dachau

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Schloss Dachau aus dem Park
Schloss Dachau, vom Schlossplatz gesehen
Laubengang im Schlosspark

Das Dachauer Schloss auf dem Schlossberg von Dachau war lange Zeit bevorzugte Sommerresidenz der Wittelsbacher. Aus der mittelalterlichen Burg war im 16. Jahrhundert ein Renaissanceschloss entstanden, das im Barock teilweise umgestaltet wurde, und von dessen vier Flügeln sich nur einer bis heute erhalten hat.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unter Herzog Wilhelm IV. und Albrecht V. wurde 1546 bis 1577 die damals dort befindliche Burg zu einem Schloss u. a. durch die Münchner Hofbaumeister Heinrich Schöttl und Wilhelm Egkl mit vier Flügeln ausgebaut. Der Saal im Südwestflügel wurde von Hans Wisreutter aus München in den Jahren 1564 bis 1566 mit einer prachtvollen Holzdecke ausgestattet, die bis heute erhalten ist. Er gilt als einer der herausragendsten Säle aus der Renaissance nördlich der Alpen. Den Ursprung der Schleißheimer Schlösser bildete dann eine von Herzog Wilhelm V. vom Freisinger Domkapitel 1597 nahe Dachau erworbene Schwaige mit einer kleinen Kapelle. Danach verlor Dachau für den Hof an Bedeutung.

Das Schloss wurde im 18. Jahrhundert von Hofbaumeister Joseph Effner auf Wunsch von Kurfürst Max Emanuel umgestaltet. Das Treppenhaus und die Westfassade von 1715 sind im Régence-Stil erbaut.

Das heutige Schloss stellt nur einen Teil der ursprünglichen Anlage dar, da König Max Joseph I. zu Beginn des 19.Jahrhunderts drei der vier Flügel abreißen ließ, die durch die Einquartierung napoleonischer Truppen schweren Schaden genommen hatten. Lediglich der barocke Festsaaltrakt blieb erhalten. Dieser Festsaal im Obergeschoss dient heute als Konzertsaal. Erst 1977 wurde die Decke an der ursprünglichen Stelle wieder angebracht.

Schlosspark[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Hofgarten entstand ab 1572. Nicht zuletzt, um die bemerkenswerte Aussicht vom Schlossberg genießen zu können, wurden mehrere Pavillons errichtet, von denen heute noch drei erhalten sind. Berühmt und mit dem Weinbergschloss Sanssouci vergleichbar, waren die „hängenden Gärten“ des Schlossberges: Terrassenanlagen mit kostbarem Spalierobst. Zur Gartengestaltung des oberen Parterres gehört der heute noch bestehende Laubengang aus Lindenbäumen. Joseph Effner, der Dachauer Hofgärtnersohn, ging 1706 zum Studium der Gartenkunst nach Paris und gestaltete mit seinem Bruder Johann Christoph Effner dann im Jahre 1717 den Garten im barocken Stil. Als Vertreter eines aufgeklärten Absolutismus ließ Kurfürst Max III. Joseph bereits 1765 einen Bereich als englischen Landschaftsgarten entwickeln. Heute sind die unteren Gartenteile aufgegeben und harren ihrer Wiederbelebung.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Georg Dehio (Begr.), Ernst Götz (Bearb.): Bayern, Band 4: München und Oberbayern (Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler). Deutscher Kunstverlag, München 1990, ISBN 3-422-03010-7, S. 174 ff.
  • Georg Paula, Timm Weski: Landkreis München Ensembles, Baudenkmäler, archäologische Denkmäler (Denkmäler in Bayern; Band 1, Teilband 17). Lipp Verlag, München 1997, ISBN 3-87490-576-4.
  • Norbert Hierl-Deronco: Kanäle und Schiff-Fahrt. In: Ders.: „Es ist eine Lust zu bauen“. Von Bauherren, Bauleuten und vom Bauen im Barock in Kurbayern, Franken, Rheinland. Edition Hierl-Deronco, Krailling 2001, ISBN 3-929884-08-9.
  • Heidrun Kurz: Schloß Dachau. (zugl. Magisterarbeit Universität München, 1988), München 1988 (= Schriften aus dem Institut für Kunstgeschichte der Universität München, Band 30), ISBN 3-88073-279-5.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schloss Dachau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 48° 15′ 29″ N, 11° 25′ 59″ O