Schneeglöckchen

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Schneeglöckchen
Kleines Schneeglöckchen (Galanthus nivalis), Illustration

Kleines Schneeglöckchen (Galanthus nivalis), Illustration

Systematik
Monokotyledonen
Ordnung: Spargelartige (Asparagales)
Familie: Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae)
Unterfamilie: Amaryllidoideae
Tribus: Galantheae
Gattung: Schneeglöckchen
Wissenschaftlicher Name
Galanthus
L.
Kleines Schneeglöckchen (Galanthus nivalis): Links die normale Form und rechts die gefülltblühende Ausleseform, Galanthus nivalis forma pleniflorus 'Flore Pleno'

Die Schneeglöckchen (Galanthus) bilden eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae). Die etwa 20 Arten kommen von Mittel-, Südeuropa bis Vorderasien und den Kaukasus vor. Sie sind seit Jahrhunderten beliebte Zierpflanzen, da sie zu den ersten Blütenpflanzen des Vorfrühlings gehören. Drei Arten haben ihre Blütezeit bereits im Herbst. In Mitteleuropa ist nur das Kleine Schneeglöckchen heimisch. Einige andere Arten treten hier stellenweise verwildert auf. Das Hauptverbreitungsgebiet der Schneeglöckchen liegt in den Ländern rund um das Schwarze Meer.

Namensgebung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der botanische Name Galanthus ist abgeleitet aus den griechischen Wörtern gála für Milch und ánthos für Blüte. Der deutsche Name „Schneeglöckchen“ bezieht sich auf das, den Frühling anzeigende Herausragen von Galanthus nivalis aus dem Schnee.[1] Andere deutsche Trivialnamen sind: Frühlingsglöckchen, Hübsches Februar-Mädchen, Lichtmess-Glöckchen, Lichtmess-Glocken, Märzglöckchen, Märzveilchen, Marienkerzen, Milchblume, Schnee-Durchstecher, Schneetulpe, Weiße Jungfrau, Weißglatze.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schneeglöckchen-Arten sind ausdauernde krautige Pflanzen. Diese Geophyten bilden Zwiebeln als Überdauerungsorgane. Zwei bis – selten – drei parallelnervige Laubblätter stehen grundständig zusammen.

Dann wird der Blütenstand ausgetrieben mit einem langen Blütenschaft und nur einer Blüte. Anfangs umgibt ein Hochblatt die Blüten und schützt diese vor strenger Witterung. Bei günstigen Bedingungen durchbricht die Blüte die Scheide. Da der Stiel schwach gebaut ist, senkt sich die Blüte und nickt.

Die duftende, zwittrige, radiärsymmetrische Blüte besteht (wie bei Einkeimblättrigen üblich) aus dreizähligen Blütenblattkreisen. Die Blütenhülle besteht aus drei weißen freien äußeren Blütenhüllblättern und drei verwachsenen grünlichweißen inneren Blütenhüllblättern. Die drei inneren Blütenhüllblätter sind viel kleiner als die drei äußeren und normalerweise grün gezeichnet. Sie sind das Charakteristikum dieser Gattung. Zwei mal drei spitzkegelförmige Staubblätter stehen dicht zusammen. Drei Fruchtblätter sind zu einem unterständigen Fruchtknoten verwachsen mit einem weißen Stempel und einer kopfigen Narbe. Die Bestäubung erfolgt durch Insekten.

Blütenformel:

Es werden Kapselfrüchte gebildet, die 18 bis 36 Samen enthalten. An den hellbraunen Samen, mit 3,5 mm Durchmesser, ist ein großer fleischiger Nährkörper (Elaiosom) angewachsen. Da der Stängel nach der Fruchtbildung schlaff auf den Boden fällt, können Ameisen (Myrmekochorie) an die Samen kommen. Sie haben eine Vorliebe für den am Samen festgewachsenen Nährkörper und tragen daher die Samen zu ihrem Bau. Unterwegs fressen sie den Nährkörper häufig auf und lassen den eigentlichen Samen unbeachtet liegen. So tragen sie zur weiten Ausbreitung des Schneeglöckchens bei.

Die Blütezeit der Wildarten reicht von Oktober (Königin-Olga-Schneeglöckchen und Galanthus peshmenii) bis zum Ende des Frühlings (Kleines Schneeglöckchen); die Kulturarten blühen teilweise bis in den April.

Alle Wildarten stehen seit 1973 (CITES, Washingtoner Artenschutzübereinkommen) unter Artenschutz.

Zur Vermehrung der Pflanzen tragen außerdem auch Tochterzwiebeln bei, so dass sich häufig dichte Horste bilden. Diese können nach der Blüte geteilt werden, während die Pflanzen noch grün sind.[2]

Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Heimat der Arten ist Europa und Südwestasien, von Kleinasien, über den Kaukasus bis zur Region um das Kaspische Meer. Anderswo, zum Beispiel in Nordamerika, sind Arten nur verwildert. In England sind Schneeglöckchen außerhalb der Gärten erst ab 1770 nachgewiesen. Sie verwilderten vermutlich aus Klostergärten.[3]

Sie kommen in Waldwiesen, Auen und Laubwäldern vor und bevorzugen feuchte und schattige Standorte. Sie werden häufig als erste Frühlingsboten betrachtet und deshalb auch gerne in Grünanlagen und Gärten gepflanzt. In der Phänologie bedeutet die Erst-Blüte den Anfang des Vorfrühlings.

Verbreitung von 19 Schneeglöckchenarten (Galanthus) in Europa und Vorderasien. Versuch einer Darstellung gemäß der natürlichen Verbreitung (Wikipedia en, de, ru, fr)

Arten und Klassifikation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt etwa 20 Arten in der Gattung Schneeglöckchen (Galanthus).[4] Die am häufigsten als Zierpflanzen verwendeten Arten sind neben dem Kleinen Schneeglöckchen auch das Elwes-Schneeglöckchen oder Riesenschneeglöckchen mit breiten mattgrünen Blättern und das Woronow-Schneeglöckchen mit breiten glänzenden Blättern. Da häufig auch Züchtungen und Hybriden angepflanzt werden, ist eine sichere Bestimmung der Art nicht immer möglich. Zur Artbestimmung einiger Arten findet man einen illustrierten Bestimmungsschlüssel in den Weblinks.[5] Die folgende Zusammenstellung der Galanthus Arten gibt neben Namen und Abbildung auch das Verbreitungsgebiet, die Blütemonate am Naturstandort sowie einige charakteristische Merkmale der Arten an.

Name Trivialname Blüte-
zeit
Bild Verbreitung Besondere
Merkmale
Galanthus alpinus[6] Sosn. Kaukasus-Schneeglöckchen 2 – 5 [Abb. im Weblink 1] Kaukasus
Galanthus angustifolius[6]
Koss
Schmalblättriges Schneeglöckchen 3 – 5 Galanthus angustifolius, from Rize DSC06951.jpg Nord Kaukasus
Galanthus cilicicus[6]
Baker
Cilicisches Schneeglöckchen 11 – 1 [Abb. im Weblink 1] Zentral- und Süd-Anatolien
Galanthus elwesii
Hook. f.
Elwes-Schneeglöckchen[7], Riesenschneeglöckchen, Türkische Schneeglöckchen[8] 2 – 5 Blüte vom Elwes-Schneeglöckchen mit der charakteristischen Zeichnung Balkanhalbinsel, südwestliche Ukraine, Türkei mattgrüne breite Laubblätter
Galanthus fosteri[6]
Baker
Foster-Schneeglöckchen 1 – 3 (4) [Abb. im Weblink 1],
[Abb. im Weblink 2]
Zentral-Anatolien, Syrien bis Jordanien
Galanthus gracilis[6]
Čelak.
Zierliches Schneeglöckchen 2 – 5 Snowdrop Galanthus gracilis.jpg
Bulgarien, Rumänien, Griechenland, südwestliche Ukraine, West-Anatolien schmale Blätter
Galanthus ikariae[6]
Baker
Ikaria-Schneeglöckchen 2 – 3 [Abb. im Weblink 1] die ägäischen Inseln Skyros, Andros, Naxos und Ikaria
Galanthus koenenianus[6]
Lobin, C.D.Brickell & A.P.Davis
Koenen-Schneeglöckchen 2 – 3 [Abb. im Weblink 1] Nordost-Anatolien
Galanthus krasnovii[6]
Khokhr.
Krasnov-Schneeglöckchen 3 – 5 [Abb. im Weblink 1] Nordost-Anatolien bis West-Transkaukasien mehr als 30 mm breite Blätter
Galanthus lagodechianus[6] Kem.-Nath. Lagodechi-Schneeglöckchen (2)3 – 4 [Abb. im Weblink 1] Kaukasus und Transkaukasien
Galanthus nivalis[7] L. Kleines Schneeglöckchen[7] oder Gewöhnliches Schneeglöckchen[6] 2 – 3 (4) Galanthus nivalis close-up aka.jpg Europa von den Pyrenäen bis zur Ukraine
Galanthus panjutinii[9] Zubov & A.P.Davis 3 [Abb. im Weblink 1] Die Art wurde 2012 aus dem westlichen Transkaukasien erstbeschrieben.
Galanthus peshmenii[6] A.P.Davis & C.D.Brickell Peshmen-Schneeglöckchen 10 – 11 [Abb. im Weblink 1] Südwest-Anatolien sowie die zu Griechenland gehörende Insel Megisti Herbstblüher
Galanthus platyphyllus[6] Traub & Moldenke Breitblättriges Schneeglöckchen 5 – 6 (7) [Abb. im Weblink 1] Heimat: West- und Zentral-Kaukasus
Galanthus plicatus[7] M.Bieb. Clusius-Schneeglöckchen oder Faltblatt-Schneeglöckchen 2 – 4 Підсніжники в урочищі Холодний Яр.jpeg Rumänien, Krim, Ukraine, Nord-Anatolien, Nordwest-Kaukasus glänzende „gefaltete“ Laubblätter
Galanthus reginae-olgae[6] Orph. Königin-Olga-Schneeglöckchen, Herbst-Schneeglöckchen[7] 10 – 12
+
12 - 3
Galanthus reginae-olgae closeup leaves.jpg Nordwest-Sizilien, nordwestliche und westliche Balkanhalbinsel Blätter mit weisslichen Mittelstreifen; Herbstblüher
Galanthus rizehensis[6] Stern Rizasee-Schneeglöckchen 1 – 3 (4) [Abb. im Weblink 1] nordöstliches Anatolien und westlicher Kaukasus
Galanthus samothracicus[4] Kit Tan & Biel 1 – 2 [Abb. im Weblink 3] Die Art wurde 2013 von der nordägäischen Insel Samothraki erstbeschrieben.
Galanthus transcaucasicus[6] Fomin Kaspisches Schneeglöckchen oder Transkaukasisches Schneeglöckchen 12 – 4 [Abb. im Weblink 1] Südliches und östliches Transkaukasien und nördlicher Iran
Galanthus trojanus[10] A.P.Davis & Özhatay 3 [Abb. im Weblink 1] Türkei
Galanthus woronowii[6] Losinsk. Woronow-Schneeglöckchen 1 – 4 Galanthus woronowii closeup cropped.jpg Westlicher und zentraler Kaukasus und nordöstlichen Anatolien glänzende breite Laubblätter

Weblinks zu Abbildungen:

  1. a b c d e f g h i j k l m Bilder von Galanthus Arten auf Plantarium.ru (Latein + Russisch)
  2. Bilder von G. fosteri auf "revolution-snowdrops.co.uk" (in Engl.)
  3. Bilder von G. samothracicus auf "revolution-snowdrops.co.uk" (in Engl.)
Die drei verschiedenen Formen des Blattaustriebes aus der Zwiebel: flach (applanate), gefaltet (explicativ) zusammengerollt (convolute) v. l. n. r.

Eine morphologische Klassifikation nach Stern (1956),[11] verwendet die Anordnung der Laubblätter in der Zwiebel als Unterscheidungsmerkmal (erkennbar beim Austrieb aus der Zwiebel oder im Querschnitt). Weitere Unterscheidungsmerkmale sind z. B. die Art und Form der charakteristischen grünen Zeichnungen der inneren Blütenblätter oder die Farbe und Form der Laubblätter. Stern teilte die Gattung in drei Sektionen:

  • Sektion nivalis (Beck) flache Blätter
  • Sektion plicati (Beck) gefaltete Blätter
  • Sektion latifolii (Beck) gerollte Blätter

Die Arbeiten von Artjushenko (1965, 1966, 1970)[12][13][14] führten zu einer weitgehend akzeptierten Klassifikation der Schneeglöckchenarten. Die Autorin nutzte nach detaillierten Studien neue Unterscheidungsmerkmale der Pflanzenanatomie. U.a. die Größe der Luftröhrchen im Blattquerschnitt oder die Form der Zellen in der Blattepidermis. Diese Merkmale kombinierte sie mit den bekannten morphologischen Merkmalen. Vorgeschlagen wurde eine Einteilung in zwei Gruppen: 1) Arten aus Europa und Kleinasien und 2) Arten aus dem Kaukasus. Durch Verwendung der Blattstellung beim Austrieb aus der Zwiebel[15][11] als weiteres Merkmal, erfolgte eine Einteilung in insgesamt 5 Gruppen.

Gruppe Form der Epidermiszellen Hohlräume in den Blättern Blattlage Vorkommen Name
I rechteckig keine gerollt Kaukasus und Insel Ikaria (Ägäis) G. ikariae (inkl. G. woronowii)
G. krasnovii
G. platyphyllus
ja Kaukasus G. alpinus
G. bortkewitschianus
G. caucasicus
groß flach Kaukasus und Kleinasien G. lagodechimus
G. transcacasicus (inkl. G. rhizehsensis)
II spitz zulaufend groß flach Europa und Kleinasien G. corcyrensis
G. nivalis
G. reginae-olgae
am Rande stark verengt gefaltet G. plicatus
G. byzantinus

Eine andere Unterteilung in die beiden Sektionen Galanthus und Viridifolii Kem. Nath. erfolgte hauptsächlich anhand der Form der Epidermiszellen und des Verbreitungsgebietes. Die Blattfarbe ist hier ein Unterscheidungsmerkmal.[13][14]

Sektion 1 GALANTHUS Sektion 2 VIRIDIFOLII Kern.-Nath.
Blätter grau-grün,
Epidermis der Blätter besteht aus länglichen Zellen die zum Rand verjüngt sind,
Vorkommen in Mittel- und Südeuropa und in NW Kleinasien.
Blätter grau-grün oder grün (glänzend, matt oder glanzlos),
Epidermis der Blätter besteht aus rechteckigen Zellen,
Vorkommen im Kaukasus und Kleinasien (ohne den NW - Ausnahme ist hierbei G. ikariae)
1a G. nivalis L. subsp. Nivalis
1b G. nivalis subsp. anpshilius (Koss) Artjush.
2 G. reginae-olgae Orph.
3 G. corcyrensis (Beck) Stern
4 G. gracilis Orph. ex Boiss.§
5 G. elwesii Hook.f. §
6 G. plicatus M.Bieb.
7 G. byzantinus Bake
8 G. caucasicus (Baker) Grossh.
9 G. alpinus Sosn.
10 G. bortkewitshianus Koss
11 G. ikariae Baker
   (inkl. G.woronowii Losinsk., in syn.)
12 G. platyphyllus Traub & Moldenke
13 G. krasnovii A.P.Khokhr.
14 G. fosteri Baker §
15 G. transcaucasicus Fomin
   (incl. G. rizehenis Stern, in syn.)
16 G. cilicicus Baker §§
17 G. lagodechianus Kern.-Nath.

Klassifikation von Galanthus nach Artjuschenko 1966 und 1970. (§ + §§ Arten wurden im Ref.[16] hinzugefügt.)


Kladogramm der evolutionären Entwicklung der Gattung Galanthus nach Ronsted et al.[17]

 Galanthus 
   Platyphyllus 

G. krasnovii


   

G. platyphyllus


   

G. panjutinii



   
  Trojanus 

G. trojanus


   

   Ikariea  

G. ikariae


   Elwesii  

G. cilicicus


   

G. elwesii


   

G. gracilis


   

G. peshmenii




   
   Nivalis  

G. nivalis


   

G. plicatus


   

G. reginae-olgae



   
  Woronowii  

G. fosteri


   

G. lagodechianus


   

G. rizehensis


   

G. woronowii



 Alpinus  

G. × allenii


   

G. angustifolius


   

G. alpinus


   

G. koenenianus


   

G. transcaucasicus








Vorlage:Klade/Wartung/Style
Kladogram der evolutionären Entwicklung der Gattung Galanthus nach Ronsted et al. (2013).[17]
[[]]

Züchtung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

G. nivalis mit gefüllter Blüte (flora plena)

Die intensivere Züchtung begann nach dem Krimkrieg (1853–1856), als Soldaten von der Halbinsel Krim Zwiebeln von Galanthus plicatus aus ihrer Heimat mitbrachten, welche sich in England in den Gärten mit dem einheimischen Galanthus nivalis und dem türkischen Galanthus elwesii kreuzten. Waren über Jahrzehnte nur ein paar Sorten bekannt, ist die Sortenvielfalt durch die Arbeit erfolgreicher Züchter heute schon fast unübersichtlich groß geworden. Derzeit sind etwa 800 Sorten (davon 500 registrierte) von Schneeglöckchen bekannt, die aus mehreren Arten hervorgegangen sind. Ziel der Züchtung und der Auslese sind hauptsächlich die Blütenform und -größe sowie die Blühdauer. Einige Sorten haben gefüllte Blüten oder spezielle Muster bzw. Zeichnungen auf den inneren oder äußeren Blütenblättern. Eine weitere Besonderheit sind Blüten die kein Blattgrün enthalten und deshalb weiß-gelb erscheinen.[18][19][20][21] Eine übliche Vermehrungsmethode um z. B. sterile Sorten zu Vermehren ist das Twin-Scaling, ein Teilen der Zwiebel in ruhendem Zustand. Hierbei wird die Zwiebel bis auf den Zwiebelboden herunter mit vielen Schnitten „gereizt“ oder vollständig in etwa 10 Teile zerschnitten, um sie so für die Bildung neuer Nebenzwiebeln anzuregen.[22]

Heilwirkung und Giftigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Galantamin wird als Mittel gegen Demenz genutzt und um das Fortschreiten der Alzheimer-Krankheit zu bremsen.

Alle Pflanzenteile, besonders die Zwiebel, enthalten giftige Alkaloide. In der Zwiebel befindet sich vorwiegend das Amaryllidaceen-Alkaloid, in anderen Pflanzenteilen Tazettin, Galantamin und Lycorin. Eine kritische Dosis ist nicht bekannt.

Mögliche Vergiftungssymptome: Es kommt zu vermehrtem Speichelfluss, Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Gelegentlich werden Kreislaufstörungen mit Schweißausbruch und Benommenheit beobachtet.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Aaron P. Davis: The Genus Galanthus. A Botanical Magazine Monograph. Royal Botanical Gardens, Kew 1999, ISBN 0-88192-431-8.
  • Gerald B. Straley, Frederick H. Utech: Galanthus. In: Flora of North America Editorial Committee (Hrsg.): Flora of North America North of Mexico. Volume 26: Magnoliophyta: Liliidae: Liliales and Orchidales. Oxford University Press, New York/Oxford u. a. 2002, ISBN 0-19-515208-5, S. 280 (englisch, online [abgerufen am 14. Juli 2018]).
  • Hanneke van Dijk, Gert-Jan van der Kolk: Schneeglöckchen. Über Blumen, Galantophile und andere Dinge (übersetzt von Mechthild Ragg). Landwirtschaftsverlag, Münster 2004, ISBN 3-7843-3314-1.
  • Heinz-Dieter Krausch: Kaiserkron und Päonien rot … Entdeckung und Einführung unserer Gartenblumen. Dölling und Galitz, Hamburg 2003, ISBN 3-935549-23-7.
  • Clemens Heidger, Josh Westrich, Veronica Cross: For Galanthophiles: Präsentation von 50 gartenwürdigen Schneeglöckchen. Edition Art & Nature, ISBN 978-3-00-034969-0.
  • Maria Mail-Brandt: Schneeglöckchen-ABC Galanthus – Snowdrops – Sneeuwklokjes – Perce-Neiges – Wildarten und über 800 Sorten. BOD, Norderstedt ISBN 978-3-7347-0977-7.
  • Enno Logemann: Galanthus nivalis – Nicht nur ein Frühlingsbote. In: Toxichem Krimtech Band 83, II, 2016, S. 121–125 (PDF).
  • Günter Waldorf: Schneeglöckchen: Zauber in Weiß – Über dreihundert Sorten im Fotoporträt. DVA, München, ISBN 978-3-421-04020-6.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Thomas Richter: Das Schneeglöckchen zwischen Mariensymbolik und moderner Indikation. In: Tempora mutantur et nos? Festschrift für Walter M. Brod zum 95. Geburtstag. Mit Beiträgen von Freunden, Weggefährten und Zeitgenossen. Hrsg. von Andreas Mettenleiter, Akamedon, Pfaffenhofen 2007, ISBN 3-940072-01-X, S. 359–362, hier: S. 359 f.
  2. Ein Meer an Blüten: Schneeglöckchen vermehren. In: ndr.de
  3. Katherine Swift: The Morville Year. Bloomsbury, London 2011, ISBN 978-1-4088-1109-2, S. 262, eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche.
  4. a b Rafael Govaerts: World Checklist of Amaryllidaceae. Galanthus. Royal Botanic Gardens, Kew 2012, Internet-Veröffentlichung (online), letzter Zugriff am 20. September 2016.
  5. blumeninschwaben.de
  6. a b c d e f g h i j k l m n o p Eckehart J. Jäger, Friedrich Ebel, Peter Hanelt, Gerd K. Müller (Hrsg.): Exkursionsflora von Deutschland. Begründet von Werner Rothmaler. Band 5: Krautige Zier- und Nutzpflanzen. Springer, Spektrum Akademischer Verlag, Berlin/Heidelberg 2008, ISBN 978-3-8274-0918-8, S. 760–764.
  7. a b c d e Walter Erhardt, Erich Götz, Nils Bödeker, Siegmund Seybold: Der große Zander. Enzyklopädie der Pflanzennamen. Band 2: Arten und Sorten. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2008, ISBN 978-3-8001-5406-7, S. 1426.
  8. galanthomanie.de
  9. Dmitriy A. Zubov, Aaron P. Davis: Galanthus panjutinii sp. nov.: a new name for an invalidly published species of Galanthus (Amaryllidaceae) from the northern Colchis area of Western Transcaucasia. In: Phytotaxa. Band 50, 2012, S. 55–63, (PDF).
  10. Aaron P. Davis, Neriman Özhatay: Galanthus trojanus: a new species of Galanthus (Amaryllidaceae) from north-eastern Turkey. In: Botanical Journal of the Linnean Society. Band 137, Nr. 4, 2001, S. 409–412, doi:10.1006/bojl.2001.0480.
  11. a b Frederick Claude Stern: Snowdrops and Snowflakes – a study of the genera “Galanthus” and “Leucojum”. Royal Horticultural Society 1956 (books.google.com).
  12. Z. T. Artjushenko: A contribution to the taxonomy of the genus “Galanthus”. In: Botanicheskii Zhurnal (Moskau & Leningrad). 50, Nr. 10, 1965, S. 1430–1447.
  13. a b Z. T. Artjushenko: A Critical review of the genus “Galanthus”. In: Botanicheskii Zhurnal (Moskau & Leningrad). 51, Nr. 10, 1966, S. 1437–1451.
  14. a b Z. T. Artjushenko: Amarylldaceae J. St.-Hil. Akademii Nauk SSSR. Botanicheskii Institut, Leningrad 1970.
  15. P. von Gottlieb-Tannenhain: Studien über die Formen der Gattung „Galanthus“. In: Abhandlungen der Kaiserlich-Königlichen zoologisch-Botanischen Gesellschaft in Wien. 2, Nr. 4, 1904, S. 29.
  16. A. P. Davis, J. R. Barnett: The leaf anatomy of the genus Galanthus L. (Arnaryllidaceae J. St.-Hil.) In: Botanical Joumal of the Linnean Society. 123, 1997, S. 333–352.
  17. a b Nina Rønsted, Dimitri Zubov, Sam Bruun-Lund, Aaron P. Davis: Snowdrops falling slowly into place: An improved phylogeny for “Galanthus” (Amaryllidaceae). In: Molecular Phylogenetics and Evolution. Band 69, Nr. 1, Oktober 2013, S. 205–217, doi:10.1016/j.ympev.2013.05.019.
  18. galanthus-online.de
  19. michaelcamphausen.de
  20. galanthomanie.de
  21. galanthus.co.uk
  22. judyssnowdrops.co.uk

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schneeglöckchen (Galanthus) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien