Schuberth GmbH

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Schuberth GmbH
Rechtsform GmbH
Gründung 1922
Sitz Magdeburg
Leitung Jan-Christian Becker,Frank Danielzik (Geschäftsführer) [1]
Mitarbeiter ca. 400 (2015)[2]
Umsatz 60,8 Mio. Euro (2014)[3]
Branche Kopfschutztechnologie
Website schuberth.de
Stand: 2014 Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Stand 2014

Die Schuberth GmbH ist ein deutsches Unternehmen in der Kopfschutztechnologie. Das Unternehmen stellt High-Tech-Helme und Zubehör her. Neben der Produktion verschiedenster Schutzhelme für Feuerwehr, Polizei, Armee sowie Motorradfahrer ist das Unternehmen weltweit bekannt als Ausrüster im Motorsport. Seit 1999 ist die Firma in der Formel 1 engagiert;[4] aktuell ist Schuberth Ausrüster des Teams von Mercedes AMG[5].

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick in die Fabrikation
Schuberth GmbH - Werk in Magdeburg

Die Firma Schuberth wurde 1922 als Möbeltischlerei in Braunschweig gegründet, um altgediente und gebrechliche Arbeiter der benachbarten Brauerei weiter beschäftigen zu können.[6]

Die Entwicklung und Produktion von Helmen startete in den frühen 1950er Jahren. 1952 wurde der erste Schuberth-Arbeitsschutzhelm vorgestellt. 1954 erschien der erste Motorradhelm unter dem Namen „Aero“. Unter der Führung des Unternehmers Christian Zahn wuchs Schuberth zum größten Helmhersteller Europas.[7]

Unter seinem Sohn Alexander Zahn verlagerte das Unternehmen 2003 zunächst die Produktion von Braunschweig (Niedersachsen) nach Magdeburg (Sachsen-Anhalt).[8] 2006 ging der einstige Familienbesitz in das Eigentum eines US-amerikanischen Private-Equity-Fonds über.[9] 2008 zogen Forschung und Entwicklung, Marketing und Vertrieb ebenfalls nach Magdeburg.[10]

2013 erwarb der Perusa Fonds die Mehrheit der Geschäftsanteile an der Schuberth Holding GmbH und deren Tochtergesellschaften (Schuberth Gruppe).[11]

Produkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Unternehmen hat seinen Ruf mit seinen Klapphelmen im Motorradbereich begründet. Das Modell C3 wurde Sieger in Vergleichstests.[12] Der erste „Supersporthelm“ von Schuberth, der SR1, gewann ebenfalls einen Vergleichstest.[13]

Schuberth führte mehrere Innovationen in den Helmbau ein, etwa die integrierte Sonnenblende, oder im Integralhelm S2 eine integrierte Antenne für ein Kommunikationssystem.[14] Die Helme werden im betriebseigenen Wind- und Akustikkanal auf ihre Aerodynamik getestet.[15]

Schuberth gewann 2014 zum neunten Mal in Folge die Leserwahl „Best Brand“ von Europas größtem Motorrad-Magazin Motorrad in der Kategorie Helme.[16] Der aktuelle Klapphelm C3 Pro wurde mit dem iF product design Award 2014 ausgezeichnet.[17]

Schuberth produziert zudem Schutzhelme für das Bau-, Stahl-, Chemie-, Energie- und Forstgewerbe.[18]

Seit Gründung stattet Schuberth die Bundeswehr aus und war maßgeblich an der Weiterentwicklung des Gefechtshelms beteiligt. Für Paraden und Postenstehen (Protokollhelm) wurde 1956 ein Helm der Firma aus Kunststoff eingesetzt, der nur 235 Gramm wog.[19] Auch das Schweizer Militär trägt Schuberth-Helme.[20] Neben der deutschen Polizei[21] und Feuerwehr[22] sind auch viele europäische Einsatzkräfte mit Helmen des Unternehmens ausgestattet. Die Grenzschutzgruppe 9 (GSG 9) stattete ihre Helme mit Helmfutter der modernen Variante der Firma Schuberth aus.[23]

Formel 1[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1999 begann Schuberth sein Formel-1-Projekt. Als erster Fahrer trug Nick Heidfeld in der Saison 2000 einen Schuberth-Helm.[24] Mit Formel-1-Rekordweltmeister Michael Schumacher entwickelte sich eine langjährige Verbindung,[25] nachdem dieser 2001 die Helmmarke gewechselt hatte.[26] Insgesamt trugen elf Fahrer bei 1226 Starts Schuberth-Helme (Stand 20. April 2014).

In der Saison 2014 rüstete Schuberth Nico Rosberg (Mercedes), Fernando Alonso (Ferrari), Nico Hülkenberg (Force India), Felipe Massa (Williams) und Jules Bianchi (Marussia) aus.[27] Die Helm-Manufaktur Schuberth kooperiert mit dem „Road Safety Fund“, der Stiftung des Automobilweltverbands FIA.[28] Nach dem Unfall von Felipe Massa beim Großen Preis von Ungarn 2009 in Budapest wurde der Formel-1-Helm in den Medien positiv erwähnt.[29] [30]

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bekanntheit erlangte in den späten 1980ern der Motorradhelm Speed durch die Erwähnung in der Comicserie Werner (Comic). Der aus strömungstechnischen Gründen wie ein Golfball gestaltete Helm galt dort als ein Erkennungszeichen der ungeliebten, rollerfahrenden Popper. Obwohl das Design spaltete, war der 1983 vorgestellte Helm der erste Motorradhelm bei dessen Entwicklung die Erkenntnisse der Aerodynamik Anwendung fanden. Der Helm genießt heute Kultstatus.[31]

Im Jahr 2001 kam es zu Problemen mit dem Feuerwehrhelm Typ H2 der Firma Schubert. Dies hatte einen Beitrag im Fernsehmagazin Frontal21 am 22. Januar 2002 zur Folge,[32] und führte zu einer Anordnung zur Abwendung besonderer Unfall- und Gesundheitsgefahren nach § 17 Abs. 1 Nr. 2 SGB VII (Gesetzliche Unfallversicherung).[33]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schuberth – Sammlung von Bildern, Videos und AudiodateienVorlage:Commonscat/Wartung/P 2 fehlt, P 1 ungleich Lemma

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Perusa erwirbt Mehrheit an Schuberth-Gruppe in: News aktuell Presseportal vom 18. September 2013, abgerufen am 25. April 2014.
  2. Stephan Maderner, Schuberth: Finanzfundament für die nächsten sechs Jahre. Wachstum setzt sich fort, Bike + Business vom 3. Februar 2016, abgerufen am 6. April 2016.
  3. bundesanzeiger.de
  4. Formel-1-Helme: Handwerk und Hightech aus Magdeburg automobil-produktion.de.
  5. Mercedes AMG Petronas und Schuberth arbeiten an Sicherheitsverbesserungen Website Mercedes-Benz, abgerufen am 5. April 2016.
  6. Aus Betriebstischlerei wurde Helmhersteller von Weltruf in: Braunschweiger Zeitung vom 23. Juli 2003, abgerufen am 15. Februar 2014.
  7. Der Mitternachtsschrei wurde leiser in: Braunschweiger Zeitung vom 12. Juli 2006, abgerufen am 25. April 2014.
  8. Schuberth verlagert Firmensitz in: Motorrad online vom 12. Juli 2006, abgerufen am 24. April 2014.
  9. Schuberth verlagert Firmensitz in: Motorrad online vom 12. Juli 2006, abgerufen am 24. April 2014.
  10. Schuberth verlässt Firmensitz in: Motorrad online vom 16. September 2006, abgerufen am 24. April 2014.
  11. Perusa erwirbt Mehrheit an Schuberth-Gruppe in: News aktuell Presseportal vom 18. September 2013, abgerufen am 25. April 2014.
  12. Das muss klappen in: Motorrad online vom 31. März 2011, abgerufen am 24. April 2014.
  13. Produkt-Test:Racing-Helme in: Motorrad online vom 7. Mai 2012, abgerufen am 24. April 2014.
  14. Seit über 70 Jahren produziert SCHUBERTH Helme in höchster Qualität! Firmenhomepage.
  15. Der Schritt in die Königsklasse Firmenhomepage.
  16. Best Brands 2014 (Teil 7) Helme: Schuberth in: Motorrad online vom 17. März 2014, abgerufen am 4. Mai 2014.
  17. iF online exhibition, abgerufen am 4. Mai 2014.
  18. Arbeitsschutz Firmenhomepage.
  19. Die Zeit, 4. Oktober 1956 Nr. 40, S. 2.
  20. Militär Firmenhomepage.
  21. Polizei Firmenhomepage.
  22. Feuerwehr Firmenhomepage.
  23. Floyd R. Tubbs: Stahlhelm. Evolution of the German Steel Helmet. State University Press, Kent 2000, ISBN 0-87338-677-9, S. 114.
  24. Der Schritt in die Königsklasse Firmenhomepage.
  25. Michael Schumacher testet für Schuberth Motorrad Helme in: Braunschweiger Zeitung vom 31. März 2008, abgerufen am 25. April 2014.
  26. Eine Million für einen Helm Der Spiegel Ausgabe 5/2001, S. 184.
  27. Automobil-Rennsport Firmenhomepage.
  28. Automobil-Rennsport Firmenhomepage.
  29. Schumis Helm rettete Massa das Leben in: Auto Bild vom 27. Juli 2009, abgerufen am 25. April 2014.
  30. Damon Lavrinc, Here’s What Makes F1 Helmets So Insanely Safe, in: wired.com vom 9. April 2013, abgerufen am 7. April 2016.
  31. Der Golfball. Motorrad. 6. Januar 2006, abgerufen am 4. Mai 2016..
  32. Gemeinsamer Hinweis des Innenministeriums und der Landesfeuerwehrschule Baden-Württemberg UKBW, abgerufen am 6. April 2016.
  33. Anordnung gemäß § 17 Abs. 1 Nr. 2 SGB VII zu Feuerwehrhelmen, Landesfeuerwehrverband Hessen, abgerufen am 6. April 2016