Schwarzwaldmädel (1950)

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Filmdaten
OriginaltitelSchwarzwaldmädel
Schwarzwaldmädel 1950 Logo 001.svg
ProduktionslandDeutschland
OriginalspracheDeutsch
Erscheinungsjahr1950
Länge104 Minuten
AltersfreigabeFSK 12
Stab
RegieHans Deppe
DrehbuchBobby E. Lüthge
ProduktionBerolina-Filmproduktion, Berlin
(Kurt Ulrich)
MusikFrank Fox
KameraKurt Schulz
SchnittMargarete Steinborn
Besetzung

Schwarzwaldmädel ist eine deutsche Operettenverfilmung aus dem Jahr 1950. Regie führte Hans Deppe. Die Geschichte des Films beruht auf der gleichnamigen Operette von Leon Jessel mit dem Libretto von August Neidhart.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf einem Bühnenball lernt der junge Maler Hans Hauser die Sekretärin Bärbele Riederle kennen, die in der Tracht eines Schwarzwaldmädels erschienen ist. Hans Hauser ist eng mit dem Revuestar Malwine Heinau befreundet, die zusammen mit ihrem Bühnenpartner Richard Petersen ebenfalls auf dem Ball ist. Malwine, der Star der großen Eisrevue im Kristallpalast, trägt an diesem Abend einen kostbaren Schmuck, den der Juwelier Bussmann eigentlich nur für Werbeaufnahmen zur Verfügung gestellt hatte. Sein Angestellter, Theo Patzke, der für die Sicherheit des Schmucks zuständig ist, hat sich so heftig in Malwine verliebt, dass er ihr die Bitte, diesen Schmuck auch am Abend auf dem Ball tragen zu dürfen, nicht abschlagen konnte. Voller Entsetzen sieht er plötzlich seinen Chef Fritz Bussmann im Ballgeschehen. Geistesgegenwärtig lässt er sich den Schmuck von Malwine aushändigen. Als Bärbel Riederle, Bussmanns Sekretärin, bemerkt, dass Patzke mehr trinkt, als ihm gut tut, nimmt sie den Schmuck sicherheitshalber an sich.

Malwine flirtet, wie stets, ungeniert mit allen Männern, auch Herr Bussmann gehört zu ihrer Verehrerschar. Keck fragt sie: „Muß denn die Lieb’ stets Tragödie sein?“ Ihr Bühnenpartner nimmt ihre Flirterei nicht weiter tragisch, Hans Hauser allerdings will ihr an diesem Abend einmal zeigen, wie das für den Partner ist, wenn man sich so verhält. Und da kommt das entzückende „Schwarzwaldmädel“ Bärbele Riederle ihm gerade recht. Unerwartet verliebt er sich im Laufe des Abends ernsthaft in die junge Dame. Aber wie heißt es so schön: „Mädle aus dem schwarzen Wald, die sind nicht leicht zu habe!“ Als er sich suchend umblickt, ist sein „Schwarzwaldmädel“ verschwunden. Bärbele hat auf der Tombola einen Hauptgewinn, ein kleines Auto, gewonnen und sich auf die Fahrt in den Schwarzwald begeben, um dort ihre Tante, die Wirtschafterin beim Domkapellmeister Römer in der Schwarzwaldgemeinde St. Christoph ist, zu vertreten. Bei ihrem hastigen Aufbruch hat sie nicht daran gedacht, den Schmuck an den Juwelier weiterzuleiten. Also muss Theo Patzke hinterher. Der Juwelier Bussmann wiederum glaubt, dass Theo Patzke sich den Schmuck aneignen will, und folgt diesem. Am Ende treffen sich alle in St. Christoph wieder, da auch die Freunde Hans Hauser und Richard Petersen sowie Malwine Heinau ihren Urlaub im Schwarzwald verbringen wollen. Die Sache mit dem Schmuck ist schnell geklärt. Herr Bussmann bleibt trotzdem, weil er sich bei Malwine eine Chance ausrechnet: „Malwine, ach Malwine“. Der Wirt des Gasthauses „Blauer Ochse“ würde den wohlbetuchten Gast gar zu gern mit seiner Tochter Lorle verkuppeln. Lorle ist aber mit dem Knecht Gottlieb zusammen und der kennt kein Pardon, wenn es um sein Mädchen geht, und verfolgt alles, was Fritz Bussmann tut, argwöhnisch. Auch Domkapellmeister Blasius Römer, der Bärbele durch ihre Vertretung in seinem Haushalt näher kennengelernt hat, macht sich stille Hoffnungen auf die bezaubernde junge Frau.

Richard Petersen möchte seinen Freund Hans wieder mit Malwine versöhnen, aber Hans hat längst andere Pläne. Er weiß, dass Bärbele die Richtige für ihn ist. Die gekränkte Malwine legt dem Paar jedoch jede Menge Steine in den Weg. Zum glücklichen Ende kommt es dann aber doch: Auf dem großen Cäcilienfest mit Bärbele als Schwarzwaldkönigin im Festzug erklingen später „zum Tanze die Geigen“ und Hans kann seine Bärbele endlich in die Arme schließen. Und auch Richard Petersen kann Malwine, nachdem sein Freund nicht mehr interessiert ist, endlich seine Liebe gestehen. Und natürlich gibt es auch ein Happy End für Lorle und Gottlieb. Nur Domkapellmeister Römer, Fritz Bussmann und Theo Patzke gehen leer aus: „Im Lenz kannst du’s überlegen, doch wird es Herbst, dann entsag’!“

Produktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Operette war bereits dreimal (1920, 1929 und 1933) ohne nennenswerten Erfolg verfilmt worden. Erst Deppes Farbfilm mit seiner romantisch-optimistischen Grundstimmung erreichte das Publikum und beendete die Phase der Trümmerfilme.

Als Atelier diente das UFA-Filmstudio in Berlin-Tempelhof. Gedreht wurde vom 1. Mai bis zum 3. Juni 1950, wodurch Kameramann Kurt Schulz zahlreiche blühende Obstbäume aufnehmen konnte. Eine wichtige Kulisse gab die Kirche von Kloster St. Peter auf dem Schwarzwald ab, zu deren Füßen ein Volksfest stattfindet, in dessen Verlauf sich die Paare finden. Weitere Drehorte waren Baden-Baden, der Schwarzwald sowie Garmisch.[1]

Trotz des Schwarzwälder Lokalkolorits hatte die tatsächliche Herkunft der Schauspieler keine Bedeutung. Zur Premiere des Films am 7. September 1950 im Universum-Lichtspiel-Theater in Stuttgart erschien Sonja Ziemann in Schwarzwälder Tracht. Im Kino der DDR hatte der Film am 4. Februar 1955 Premiere.

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film, neben dem in der DDR gedrehten Film Das Kalte Herz die erste deutsche Nachkriegsproduktion in Farbe (beide Produktionen auf Agfa Agfacolor der Filmfabrik Wolfen), lockte 16 Millionen Zuschauer in die deutschen Kinos. Sonja Ziemann und Rudolf Prack gewannen 1950 die Bambi-Leserwahl und wurden deshalb mit jeweils einem Bambi ausgezeichnet.[2]

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Die Trachten sind bunt und die Schwarzwaldtannen grün; eine Dreiecksgeschichte sorgt für Verwicklungen, doch in der harmoniesüchtig heiteren Welt endet alles happy – ‚und die Geigen erklingen dazu‘. Ein Heimat-, Musik- und Ausstattungsfilm, der in den fünfziger Jahren die Herzen höher schlagen ließ.“ (Wertung: 2 Sterne = durchschnittlich)[3]

„Die modernisierte Filmfassung der Operette von Leon Jessel, eine süßliche Schnulze, war die erste Farbproduktion nach Ende des Zweiten Weltkriegs, prägte den Stil des neuen deutschen Heimatfilms und wurde zum immensen Publikumserfolg.“[4]

Erster bundesrepublikanischer Heimatfilm und erste Farbfilmproduktion nach dem Krieg. Die Verfilmung der bekannten Operette im (damals) neuen „Heimat“-Stil mit modernisierter Handlung und effektvoller Ausstattung wurde zu einem großen Publikumserfolg. (Frühere Verfilmung: „Schwarzwaldmädel“, 1933)[5]

Die bekannte Operette erlebt in diesem ersten deutschen Nachkriegsfarbfilm ihre Wiedererweckung im (damals) neuen ‚Heimat‘-Stil mit modernisierter Handlung und effektvoller Ausstattung.[6]

E.P.M. film-dienst kam zu dem Urteil, „dass es nicht verwunderlich [se]i, dass dieser erste neue deutsche Farbfilm sich zu einem großen Publikumserfolg aus[wachse], da er doch nach dem unfehlbaren Rezept [verfahre]: ‚Für jeden etwas.‘ Für Naturliebhaber [gäbe] es Landschaften wie aus dem Bilderbuch, Musikfreunde dürf[t]en bald im Chorgesang, bald in Tschintara schwelgen, und wer sich am Tanze laben [wolle], bekomm[e] von der Eisrevue bis zum Trachtentanz am Cäcilienfest allerlei geboten. […] Das Publikum flüchte aus der harten Realität hypervergnügt in die farbigen Traumgefilde. Warum nicht? Diese harmlose Augen- und Ohrenweide [sei] immerhin sehenswerter als so mancher Schauer- und Schurkenfilm.“[7]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Filmpreis Bambi des Jahres 1951 für den geschäftlich erfolgreichsten Film[8]
  • Kassenschimmel 1951 des Berliner Fachblattes Filmblätter für den im Saisonjahr 1950/51 meistterminierten Spielfilm

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Dr. Alfred Bauer: Deutscher Spielfilm Almanach. Band 2: 1946–1955, S. 150–151
  2. Rüdiger Klausmann: Die Jugend setzt sich durch. In: Bambi.de. Abgerufen am 22. September 2018.
  3. Vgl. Adolf Heinzlmeier, Berndt Schulz: Lexikon „Filme im Fernsehen“ (Erweiterte Neuausgabe). Rasch und Röhring, Hamburg 1990, ISBN 3-89136-392-3, S. 731.
  4. Lexikon des Internationalen Films. Band 7. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1990, ISBN 3-499-16322-5, S. 3359.
  5. Schwarzwaldmädel. In: Lexikon des internationalen Films. Zweitausendeins, abgerufen am 22. September 2018.
  6. Vgl. 6000 Filme. Kritische Notizen aus den Kinojahren 1945 bis 1958. Handbuch V der katholischen Filmkritik, 3. Auflage, Verlag Haus Altenberg, Düsseldorf 1963, S. 385
  7. Schwarzwaldmädel E.P.M. film-dienst, Nr. 41 vom 3. November 1950 bei filmportal.de.
  8. Schwarzwaldmädel. In: filmportal.de. Deutsches Filminstitut, abgerufen am 22. September 2018.