Wenn der weiße Flieder wieder blüht

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Filmdaten
OriginaltitelWenn der weiße Flieder wieder blüht
ProduktionslandBundesrepublik Deutschland
OriginalspracheDeutsch
Erscheinungsjahr1953
Länge98 Minuten
AltersfreigabeFSK 12
Stab
RegieHans Deppe
DrehbuchEberhard Keindorff,
Johanna Sibelius
ProduktionKurt Ulrich
(Berolina Produktion)
MusikFranz Doelle
KameraKurt Schulz
SchnittWalter Wischniewsky
Besetzung

Wenn der weiße Flieder wieder blüht ist ein deutscher Spielfilm von Hans Deppe aus dem Jahr 1953, der zu den bekanntesten und populärsten Werken Anfang der 1950er Jahre gehört. Nicht zuletzt durch die regelmäßigen Wiederholungen im Fernsehen ist er auch noch heute einem breiten Publikum bekannt. Das Drehbuch basiert auf einer Novelle von Fritz Rotter. Die Hauptrollen sind mit Willy Fritsch, Magda Schneider, Hertha Feiler und Paul Klinger besetzt. Der Film stellt Romy Schneiders und Götz Georges Filmdebüt dar.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chronischer Geldmangel ist der Hauptstörfaktor der Ehe des Wiesbadener Kneipensängers Willy Forster und der Näherin Therese. Nach einem sehr heftigen Streit verlässt Willy seine Frau Hals über Kopf, ohne zu wissen, dass sie ein Kind von ihm erwartet. In seiner Abwesenheit kommt Evchen zur Welt. Sie wird alleine von ihrer Mutter und dem väterlichen Freund Peter großgezogen.

Nach fünfzehn Jahren kehrt Willy, der mittlerweile unter dem Pseudonym Bill Perry eine Weltkarriere als Sänger gemacht hat, im Rahmen einer Europa-Tournee nach Wiesbaden zurück. Sein erster Weg führt zu Therese, die ihm verschweigt, dass sie eine Tochter von ihm hat. Da Evchen aber ein großer Fan von „Bill Perry“ ist, lernt sie ihn trotzdem kennen, und so erfährt Willy letztlich durch Zufall, dass es sich bei Evchen um seine Tochter handelt.

Der Besuch Willys bringt nicht das von allen erwartete Ende. Vielmehr stellen Therese und Peter fest, dass sie eigentlich längst ein Paar sind, ebenso wie Willy bemerkt, dass sein ganzes Glück nicht in der Freude gelegen hat, seine Therese wiederzusehen, sondern vielmehr im harmonischen Zusammenleben mit seiner langjährigen Managerin Ellen. Und auch Evchen ist letztendlich froh darüber, wie sich alles gefügt hat.

Produktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Produktionsnotizen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es handelt sich um einen Gevaert Color-Film nach Agfa und Gevaert Patenten, Tonsystem Klangfilm Eurocord, hergestellt in den Filmstudios Berlin-Tempelhof. Für die Bauten waren Ernst Schomer und Peter Schlewski verantwortlich.

Die Bergkirche inmitten des Bergkirchenviertels in Wiesbaden, Drehorte des Films

In Wiesbaden und Umgebung gedreht, gehört Wenn der weiße Flieder wieder blüht zu den wenigen Heimatfilmen, die im Hessischen spielen. Aufnahmen der Wiesbadener Altstadt gehören mit zu den Höhepunkten des Films. So war die Bergkirche in Wiesbaden einer der Drehorte, ebenso wie das Bergkirchenviertel und der Wiesbadener Kurpark. Weitere Drehorte waren das Hessische Staatstheater und das Neroberghotel in Wiesbaden.

Weißer blühender Flieder

Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Franz Doelles Lied Wenn der weiße Flieder wieder blüht, das dem Film seinen Namen gab, war bereits in den 1920er Jahren ein populärer Schlager. Außerdem fanden eine Menge anderer Franz-Doelle-Hits Verwendung, wie z. B. An einem Tag im Frühling aus dem deutschen Spielfilm Victor und Victoria aus dem Jahr 1933. Die Liedtexte stammen von Fritz Rotter, Bruno Balz und Fred Ignor. Es spielte die Kapelle Egon Kaiser und Solisten.

  • Wenn der weiße Flieder wieder blüht, Vortrag: Zarah Leander & Liane Augustin
  • An einem Tag im Frühling, Text: Bruno Balz
  • Stunden voller Seligkeit, Text: Fred Ignor
  • Weil wir uns so versteh’n, Text: Fred Ignor
  • Ja, ein Leben ohne dich, Text: Fred Ignor
  • Baby, mein Mädi, Text: Fred Ignor

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In diesem Spielfilm treffen Stars wie Willy Fritsch, Paul Klinger, Magda Schneider und Hertha Feiler, die bereits vor dem Zweiten Weltkrieg zur ersten Garde deutscher Filmschauspieler gehörten, mit den Kindern bekannter Filmschauspieler zusammen. Romy Schneider, Tochter von Magda Schneider und Wolf Albach-Retty, Nina von Porembsky, ihre Mutter war Alexa von Porembsky, sowie Götz George, Sohn von Heinrich George und Berta Drews, spielen hier ihre erste Filmrolle.

Dieser Musikfilm gehört zu den wenigen Werken dieser Epoche, deren Happy-End nicht gleich von Anfang an vorhersehbar ist.

Veröffentlichung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Bundesrepublik Deutschland hatte der Film am 24. November 1953 Premiere, in Österreich im Dezember 1953. In den Niederlanden erfolgte eine Veröffentlichung im März 1954, in Dänemark im November 1956 und in Finnland im Januar 1957. Veröffentlicht wurde er zudem in Argentinien, Belgien, in der Tschechoslowakei, in Spanien, Frankreich, im Vereinigten Königreich, in Griechenland und in Portugal.

Wenn der weiße Flieder wieder blüht wurde am 7. November 2008 von Studiocanal in der Reihe „Ein Wiedersehen mit…“ zusammen mit Die Deutschmeister auf DVD herausgegeben.[1] Am 17. Februar 2011 erfolgte eine weitere Veröffentlichung des Films durch Studiocanal innerhalb der Reihe Ein Stück Heimat zum Sammeln (inklusive Blechschild des Filmplakats)[2] Zudem wurde er am 1. Dezember 2017 von Alive innerhalb der Reihe „Juwelen der Filmgeschichte“ veröffentlicht.[3]

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Schlagerfrohe Herzens- und Landschaftsromantik, Musik und Sentiment, Humor und Wehmutstränchen.“

„Bis zum Glück – mit einem anderen Partner – gilt es noch, die genreüblichen kleinen Konflikte und großen Gefühle zu ordnen. Umrahmt von viel Gesang, wird auf gefühlvolle Unterhaltung gesetzt, die stets an der Oberfläche und damit thematisch belanglos bleibt.“

Lexikon des internationalen Films (CD-ROM-Ausgabe), Systhema, München 1997

„Gefühlvoller deutscher Durchschnittsfilm […] Eingerahmt von Liedern, Revuen und Heimatlandschaften. Für Anspruchslose, mit Vorbehalt in bezug auf die oberflächliche Ehesicht.“

6000 Filme. Kritische Notizen aus den Kinojahren 1945 bis 1958. Handbuch V der katholischen Filmkritik, 3. Auflage, Verlag Haus Altenberg, Düsseldorf 1963, S. 482

„[…] gelungene Unterhaltung […] (Wertung: 2 Sterne – durchschnittlich)“

Adolf Heinzlmeier und Berndt Schulz in Lexikon Filme im Fernsehen (erweiterte Neuausgabe). Rasch und Röhring, Hamburg 1990, ISBN 3-89136-392-3, S. 914

„Diese biedere musikalische Romanze verdient eigentlich nur deswegen Beachtung, weil hier zwei junge gleichaltrige Schauspieler ihren ersten Leinwandauftritt hatten, der für beide weitreichende Folgen haben sollte. […] Ein rührselig-spießiger Musikfilm mit einigen beschwingten Melodien – sauber und angepasst wie die Zeit, in der er entstand.“

-jg- in: Das große TV Spielfilm Filmlexikon. Digitale-Bibliothek-Sonderband (CD-ROM-Ausgabe). Directmedia, Berlin 2006, ISBN 3-89853-036-1, S. 13870/13872

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Robert Amos (Hrsg.): Mythos Romy Schneider – Ich verleihe mich zum Träumen. Melzer Verlag, Neu Isenburg 2006, 288 S., ISBN 3-939062-02-2

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wenn der weiße Flieder wieder blüht Abb. DVD-Hülle „Ein Wiedersehen mit…“
  2. Wenn der weisse Flieder wieder blüht Abb. DVD-Hülle „Ein Stück Heimat zum Sammeln“
  3. Wenn der weiße Flieder wieder blüht Abb. DVD-Hülle „Juwelen der Filmgeschichte“