Sender-Empfänger-Modell

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (beispielsweise Einzelnachweisen) ausgestattet. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst entfernt. Bitte hilf der Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst. Näheres ist eventuell auf der Diskussionsseite oder in der Versionsgeschichte angegeben. Bitte entferne zuletzt diese Warnmarkierung.
Sender-Empfänger-Modell nach Shannon und Weaver

Das Sender-Empfänger-Modell ist ein klassisches Kommunikationsmodell. Es wurde in den 40er Jahren von Claude E. Shannon und Warren Weaver entwickelt und ist daher auch unter dem Namen „Shannon-Weaver-Modell“ bekannt. Es handelt sich um ein binäres mathematisches Modell mit dem Ziel der Optimierung der Kommunikation im nachrichtentechnischen Sinn als Austausch von Informationen zwischen zwei Systemen, dem Sender und dem Empfänger.

Modellbeschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beide Modellentwickler arbeiteten für eine Telefongesellschaft, so dass das Modell ursprünglich technisch unter dem Blickwinkel des Mediums Telefon bezüglich einer Reduktion der Störanfälligkeit zwischen Übertragung und Empfang ausgerichtet war und die inhaltliche Bedeutung der Botschaft selbst nicht primär thematisierte.[1] Shannon und Weaver propagierten die Modellkomponenten: Sender als Informationsquelle und Empfänger als Adressaten, Sendegerät als Kodierer und Empfängergerät als Dekodierer, zu übertragende Signale, einen Übertragungskanal sowie auftretende, potentielle Störungen,[2] wobei je nach Literatur die Elemente Signal und Störung weggelassen werden.[3] Bedingung für den Kommunikationsprozess ist die Einrichtung eines geeigneten Kommunikationskanals. Dies kann die Herstellung eines Blickkontaktes oder auch die Anwahl der gewünschten Telefon- beziehungsweise Handynummer sein.[4] Der Sender wählt eine Nachricht aus, verschlüsselt sie mittels Gerät und schickt die umgewandelten Signale durch den Kanal an das entschlüsselnde Empfängergerät, wo sie dann auf den Adressaten treffen. Diesbezüglich ist zu beachten, dass in der Regel neben der Sprache auch nonverbale Signale wie Mimik und Gestik gesendet werden.[5]

Störungen im Kommunikationsprozess[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunikation kann als erfolgreich gewertet werden, wenn die gesendete Nachricht mit der empfangenen identisch ist. Voraussetzung dafür ist, dass die benutzten Geräte kompatibel sind, die Ver- und Entschlüsselung übereinstimmen und die Übertragung selbst störungsfrei abläuft. Als Erfolgskontrolle kann die Rückmeldung des Empfängers an den Sender gelten, die aber nicht zwangsläufig denselben Kanal nutzen muss.[6]

Das Ausbleiben oder eine vom Sender nicht intendierte Reaktion des Empfängers deuten auf Störungen hin. Störungen können technischer, systemimmanenter Natur oder auch in den Kommunikationspartnern behaftet sein. Als besonders störanfällig wird der Vorgang der Signalübertragung (z.B. durch Rauschen) betrachtet.[7] Weitere Störquellen sind medienimmanent bei verzerrten Funkwellen oder Bildstörungen auszumachen. Aber auch bei der zwischenmenschlichen Kommunikation, bei der die Nachricht aus der gesprochenen Sprache besteht, kann es dann zu Störungen kommen, wenn es nicht vollkommen leise ist. Beispielsweise könnten gelangweilte Zuhörer in einer Vorlesung durch sekundäres Quatschen Hintergrundgeräusche erzeugen, so dass die Nachricht nicht deutlich wahrgenommen werden kann.[8] Auch eine Verfälschung durch den Stille Post-Effekt ist möglich. Neben der erforderlichen gegenseitigen Aufmerksamkeit kann es zu Mehrdeutigkeiten und Übertragungsfehlern kommen, wenn die Zeichenverwendungen für den Kodierungsvorgang nicht eindeutig belegt sind, wie dies unter anderen bei der Übersetzung von einer Sprache in eine andere der Fall ist[9] oder wenn die Kommunikationspartner aus unterschiedlichen Kulturkreisen stammen[10] sogar verschiedener Generationen angehören.[11]

Ursächlich für weitere Störungen, die den an der Kommunikation beteiligte Personen zuzuschreiben sind, können unter anderem in der sozialen Informationsverarbeitung und der damit verbundenen Haltung gegenüber der Information selbst und der Beziehung zwischen den Partners gesehen werden, was die Wahrnehmung verzerren könnte. Hier fällt auch die Kongruenz zwischen verbalen und nonverbalen Signalen hinein. Dies zielt insbsondere auf die Motivation und Fähigkeit ab, Nachrichten zielgruppenadäquat zu kodieren und darauf, dies entsprechend zu dekodieren und damit zu verstehen. Beispielsweise könnte in Artikeln die Verständlichkeit durch die Verwendung von Fachbegriffen für bestimmte Personengruppen erschwert werden. In diesem Zusammenhang spielt auch Zeitdruck eine Rolle.[12] Den Sender kann zu einer reibungsfreieren Kommunikation beitragen, indem er Methoden zur Erhöhung der Verständlichkeit im Vorfeld mit einbezieht wie kurze Sätze, die Nutzung von Wort und Bild und ähnliches.[13]

Modellvarianten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Kommunikationspsychologie und in der Gruppendynamik wird das ursprünglich technisch-orientierte Modell variiert, indem insbesondere die psychosoziale Komponente betrachtet wird. Das Vier-Seiten-Modell von Friedemann Schulz von Thun beispielsweise baut das ursprüngliche Modell dahingehend aus, dass Nachrichten sowohl vom Sender als auch vom Empfänger nach den vier Seiten Sachinhalt, Selbstoffenbarung, Beziehung und Appell interpretiert werden können.

Ein weiteres Sender-Empfänger-Modell, welches den Kommunikationsprozess auf ähnliche Art und Weise wie das Shannon-Weaver-Modell darstellt und das in der Organisationspsychologie Anwendung findet, wurde von Graumann entwickelt. Kommunikationsbarrieren bzw. Störungen können dabei zum einen durch Fehler bei der Enkodierung und Dekodierung und zum anderen durch einen ungeeigneten Kommunikationskanal entstehen.[14]

Anwendungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dieser Artikel oder Abschnitt bedarf einer Überarbeitung. Näheres ist auf der Diskussionsseite angegeben. Hilf mit, ihn zu verbessern, und entferne anschließend diese Markierung.

Dieses Kommunikationsmodell deckt sich mit dem Konzept der Kommunikation, wie es in der Nachrichtentechnik und der klassischen Informationstheorie verwendet wird. Es reicht jedoch in anderen Bereichen, vor allem der verbalen menschlichen Kommunikation nicht aus: So kann zum Beispiel das Ausbleiben einer Nachricht eine Information übertragen, oder es werden Informationen empfangen, ohne dass es einen wirklichen Sender gibt, wie zum Beispiel bei einer physikalischen Messung.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Jessica Röhner, Astrid Schütz: Psychologie der Kommunikation. 2. Auflage. Springer Verlag, Wiesbaden 2015, ISBN 978-3-658-10024-7, S. 21 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  2. Jessica Röhner, Astrid Schütz: Psychologie der Kommunikation. 2. Auflage. Springer Verlag, Wiesbaden 2015, ISBN 978-3-658-10024-7, S. 21 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  3. Eva Traut-Mattausch, Dieter Frey: Kommunikationsmodelle. Abgerufen am 26. Juli 2016.
  4. Eva Traut-Mattausch, Dieter Frey: Kommunikationsmodelle. Abgerufen am 27. Juli 2016.
  5. Eva Traut-Mattausch, Dieter Frey: Kommunikationsmodelle. Abgerufen am 27. Juli 2016.
  6. Jessica Röhner, Astrid Schütz: Psychologie der Kommunikation, Basiswissen Psychologie. 2. Auflage. Springer Verlag, Wiesbaden 2015, ISBN 978-3-658-10024-7, S. 21 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  7. Jessica Röhner, Astrid Schütz: Psychologie der Kommunikation, Basiswissen Psychologie. 2. Auflage. Springer Verlag, Wiesbaden 2015, ISBN 978-3-658-10024-7, S. 21 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  8. Jessica Röhner, Astrid Schütz: Psychologie der Kommunikation, Basiswissen Psychologie. 2. Auflage. Springer Verlag, Wiesbaden 2015, ISBN 978-3-658-10024-7, S. 22 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  9. Jessica Röhner, Astrid Schütz: Psychologie der Kommunikation, Basiswissen Psychologie. 2. Auflage. Springer Verlag, Wiesbaden 2015, ISBN 978-3-658-10024-7, S. 22 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  10. Jilline Bornand: Einführung in die Psychologie und Pädagogik: Lerntext, Aufgaben mit kommentierten Lösungen und Glossar. Compendio Bildungsmedien AG, Zürich 2004, ISBN 978-3-7155-9221-3, S. 109 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  11. Jürgen Wingchen: Kommunikation und Gesprächsführung für Pflegeberufe: Ein Lehr- und Arbeitsbuch. Schlütersche Verlagsgesellschaft, Hannover 2014, ISBN 978-3-8426-8536-9, S. 16 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  12. Eva Traut-Mattausch, Dieter Frey: Kommunikationsmodelle. Abgerufen am 27. Juli 2016.
  13. Eva Traut-Mattausch, Dieter Frey: Kommunikationsmodelle. Abgerufen am 27. Juli 2016.
  14. Nerdinger, F. W., Blickle, G. & Schaper, N. (2008). Arbeits- und Organisationspsychologie. Heidelberg: Springer, S. 60.