Sersch Sargsjan

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Sersch Sargsjan im Jahr 2010
Unterschrift von Sersch Sargsjan

Sersch Asati Sargsjan (armenisch Սերժ Ազատի Սարգսյան/Sersch Asati Sargsjan, in wissenschaftlicher Transliteration Serž Azati Sargsyan; * 30. Juni 1954 in Stepanakert, Bergkarabach, Aserbaidschanische SSR) ist der gegenwärtige Staatspräsident Armeniens.

Berufliche Laufbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach offiziellen Angaben studierte Sargsjan von 1970 bis 1979 an der philologischen Fakultät der Staatlichen Universität Jerewan, unterbrochen vom Militärdienst 1972–1974. Anschließend arbeitete er als Funktionär der KPdSU und der Jugendorganisation Komsomol in seiner Geburtsstadt Stepanakert (Xankəndi) und in Bergkarabach. Sargsjan engagierte sich in der Bewegung für die Unabhängigkeit Bergkarabachs von der Aserbaidschanischen SSR bzw. Aserbaidschan, war von 1989 bis 1993 Chef der so genannten Selbstverteidigungskräfte der Republik Bergkarabach und zusätzlich von 1990 bis 1993 Abgeordneter der Nationalversammlung von Armenien. Seit 2004 ist er Präsident des armenischen Schachverbandes.[1]

Von 1993 bis 2007 war Sargsjan Verteidigungsminister Armeniens (der offizielle Titel wechselte). Zwischen März 2007 und April 2008 bekleidete er das Amt des Ministerpräsidenten. Im Februar 2008 wurde er zum Nachfolger von Staatspräsident Robert Kotscharjan gewählt.[2] Obgleich die OSZE-Wahlbeobachter den Wahlgang als weitgehend fair bezeichneten, rief der Kandidat Lewon Ter-Petrosjan nach der Wahl zu Demonstrationen auf und forderte eine Annullierung der seiner Meinung nach gefälschten Wahl. Am 1. März 2008 wurde eine Massendemonstration gewaltsam aufgelöst.[3]

Am 9. April 2008 wurde Sargsjan als Staatspräsident Armeniens vereidigt. Bei den armenischen Präsidentschaftswahlen am 18. Februar 2013 wurde er im Amt bestätigt.[4]

Am 10. Oktober 2014 unterzeichnete er in Minsk ein Abkommen zum Beitritt Armeniens in die Eurasische Wirtschaftsunion.[5] In der Folge kam es deswegen mehrfach zu Demonstrationen gegen Sargsjan, an denen sich mehr als 10.000 Menschen beteiligten.[6]

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sargsjan ist mit der Musiklehrerin Rita Aleksandri Sargsjan (* 6. März 1962) verheiratet und hat zwei Kinder, darunter die Tochter Satenik (* 17. August 1986).

Neben seiner Muttersprache Armenisch spricht Sargsjan fließend Russisch. Daneben hat er gute Kenntnisse der türkischen bzw. aserbaidschanischen Sprache und er versteht rudimentär Englisch.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Sersch Sargsjan – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Verbands-Geschichte auf der Website des armenischen Schachverbandes, 2013, abgerufen am 1. August 2016 (englisch).
  2. Vorwurf Wahlfälschung: Sarkissjan neuer Präsident Armeniens. N24.de, 20. Februar 2008, abgerufen am 1. August 2016.
  3. В Ереване полиция разогнала митинг оппозиции. NEWSru.com, 1. März 2008, abgerufen am 1. August 2016 (russisch).
  4. Armenien hat gewähltSarkissjan bleibt Präsident. n-tv, 19. Februar 2013, abgerufen am 1. August 2016.
  5. Beitritt Armeniens zur Eurasischen Wirtschaftsunion. Neue Zürcher Zeitung, 10. Oktober 2014, abgerufen am 1. August 2016.
  6. Armenier protestieren gegen Wirtschaftsunion. Frankfurter Rundschau, 10. Oktober 2014, abgerufen am 1. August 2016.
    Armenien: Proteste gegen Staatspräsident Sarkissjan. Deutschlandfunk, 25. Oktober 2014, archiviert vom Original am 25. Oktober 2014, abgerufen am 1. August 2016.