Sessa TI

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TI ist das Kürzel für den Kanton Tessin in der Schweiz und wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Sessaf zu vermeiden.
Sessa
Wappen von Sessa
Staat: Schweiz
Kanton: Tessin (TI)
Bezirk: Bezirk Luganow
Kreis: Kreis Sessa
BFS-Nr.: 5222i1f3f4
Postleitzahl: 6997
Koordinaten: 706783 / 95098Koordinaten: 45° 59′ 56″ N, 8° 49′ 1″ O; CH1903: 706783 / 95098
Höhe: 393 m ü. M.
Fläche: 3,4 km²
Einwohner: 703 (31. Dezember 2016)[1]
Einwohnerdichte: 207 Einw. pro km²
Website: www.sessa-ti.ch
Sessa TI

Sessa TI

Karte
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Kirche San Martino
Landschaft

Sessa ist eine politische Gemeinde im Kreis Sessa, im Bezirk Lugano des Kantons Tessin in der Schweiz und besteht aus den Ortsteilen La Costa, Beredino, Lanera, Bonzaglio und Suino. Das Dorfbild ist im Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS) als schützenswertes Ortsbild von nationaler Bedeutung eingestuft.[2][3]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das sehr alte Dorf steht auf einer kleinen Anhöhe über den Prati Vergani genannten schönen Wiesenplan. Sessa befindet sich 5 km nordwestlich von Ponte Tresa TI und 2 km nordöstlich von Cremenaga.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kaiser Friedrich II. (HRR) erwähnte die Burg von Sessa 1240, die vermutlich im Dorfkern lag. Das Dorf wird urkundlich erstmals erwähnt als Sexa im Jahr 1244[4]. Man fand dort römische Münzen und 1929 in der Ortschaft Bonzaglio alte Gräber aus unbekannter Zeit. Die Gemeinde wird 1335 erwähnt; doch bestand im Mittelalter neben der vicinìa eine Korporation von capitanei. Man weiss nicht, an welchem Ort das Schloss Sessa stand, vielleicht im südwestlichen Teil des Dorfs, wo noch bedeutende Bauten mit romanischen Kapitälen zu sehen sind.

Es war 1240 im Besitz der capitanei de Sessa: Adelige Familie, die schon im 13. Jahrhundert erwähnt wird. Sie bildete die zahlreiche Korporation der capitanei oder Edlen von Sessa, die ihre eigene Organisation und eine Patronatskapelle in der frühem Kirche San Martino besass und im 15. Jahrhundert mit den capitanei von Locarno verbunden war. Die Korporation zählte 1508 noch etwa zehn Familien. Mitte des 13. Jahrhunderts besassen die capitanei das Schloss Sessa als Reichslehen[5]. In der 1. Hälfte des 15. Jahrhunderts hatte das Dorf dem Herzog von Mailand 29 Soldaten zu stellen. Eine Schule wird 1599 erwähnt.[6]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1801 1850 1900 1950 1970 1980 1990 2000[7] 2005 2010 2012 2014 2016
Einwohner 687 621 625 452 402 442 554 604 605 658 681 682 703

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorfbild ist im Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS) als schützenswertes Ortsbild von nationaler Bedeutung eingestuft.[8]

  • Propsteikirche San Martino, erstmals 1288 erwähnt; in der 1. Hälfte des 15. Jahrhunderts hatte sie einen Rektor. Im Innern ein Hochaltar aus geschnitztem Holz mit reichgeschmücktem monumentalem Tabernakel, um 1670, ausgeführt von Antonio Pini von Bellagio und Carlo Antonio Ramponi von Sessa. Sehenswertes Baptisterium mit geschnitztem Holzaltar[9][10][11] von Carlo Antonio Ramponi von Monteggio und Antonio Pini von Bellagio
  • Tribunale oder Casa dei Landfogti, 1601 im Renaissance-Stil erbaut: das sogenannte Landvogthaus resp. ehemalige Gerichtsgebäude enthält Fresken und Wappen der Vögte Püntener[12][10][13]
  • Kirche Sant’Orsola beendigt 1602[10][14][15]
  • Oratorium Santa Maria di Corte gegründet 1334, umgebaut zwischen 1684 und 1692[10][16] mit Fassadenfresko Madonna col Bambino, einer Kopie von Piccola Madonna Cowper von Raffael[17]
  • Wohnhaus Marchesi-De Sexa mit Stuckarbeit an der Fassade[18][19][20]
  • Wohnhaus Casa del Torchio mit alter Traubenpresse[10][21][22]
  • Wohnhaus Ca’ di Sciori[23]
  • Oratorium Santa Lucia im Ortsteil Suvino, erstmals 1599 erwähnt, neugebaut 1638 und restauriert 1812–1818[10][24]
  • Wohnhaus Trezzini im Ortstei Lanèra[25]
  • Oratorium San Rocco im Ortsteil Beredìno 1599 im Bau begriffen[10][26]
  • Wohnhaus Rossi im Ortsteil Beredìno[10]

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Francesco Bertogliatti: Profilo storico di Sessa. Bertogliatti-Emo Cavalleri, Chiasso-Como 1942.
  • Filippo Milesi: Da Sessa a Friborgo. Note biografiche su Mons. Celestino Trezzini. Tipografia La Buona Stampa, Lugano-Stazione 1968.
  • Ersilia Tettamanti: Il Piccolo di Sessa. In: Rivista di Lugano. Lugano 7. Januar 2011.
  • Inge Beckel, Christof Kübler: Ferien für alle. Zu den Anfängen eines sozialen Tourismus in der Schweiz. In: Arte e Architettura in Svizzera. Hrsg. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK, 62. Jahrgang, Nummer 2, Bern 2011.
  • Bernardino Croci Maspoli: Sessa. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 2011.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Sessa, Switzerland – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach institutionellen Gliederungen, Geschlecht, Staatsangehörigkeit und Alter (Ständige Wohnbevölkerung). In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik (BFS), 29. August 2017, abgerufen am 20. September 2017.
  2. Liste der Ortsbilder von nationaler Bedeutung, Verzeichnis auf der Website des Bundesamts für Kultur (BAK), abgerufen am 3. Juni 2016.
  3. Sessa auf www.artistiticinesi-ineuropa.ch
  4. Celestino Trezzini: Sessa auf biblio.unibe.ch/digibern/hist_bibliog_lexikon_schweiz, S. 353, (abgerufen am 22. Oktober 2017).
  5. Celestino Trezzini: Sessa, de auf biblio.unibe.ch/digibern/hist_bibliog_lexikon_schweiz, S. 353, (abgerufen am 22. Oktober 2017).
  6. Celestino Trezzini: Sessa auf biblio.unibe.ch/digibern/hist_bibliog_lexikon_schweiz, S. 353, (abgerufen am 22. Oktober 2017).
  7. Bernardino Croci Maspoli: Sessa. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 2011.
  8. Liste der Ortsbilder von nationaler Bedeutung, Verzeichnis auf der Website des Bundesamts für Kultur (BAK), abgerufen am 10. Januar 2018.
  9. Celestino Trezzini: Sessa auf biblio.unibe.ch/digibern/hist_bibliog_lexikon_schweiz, S. 353, (abgerufen am 22. Oktober 2017).
  10. a b c d e f g h Simona Martinoli und andere: Guida d’arte della Svizzera italiana. Hrsg. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, ISBN 978-88-7713-482-0, S. 410–411.
  11. Propsteikirche San Martino (Foto)
  12. Celestino Trezzini: Sessa auf biblio.unibe.ch/digibern/hist_bibliog_lexikon_schweiz, S. 353, (abgerufen am 22. Oktober 2017).
  13. Casa dei Landvogti (Foto)
  14. Kirche Sant’Orsola in portal.dnb.de (abgerufen am: 21. Mai 2016.)
  15. Kirche Sant’Orsola (Foto)
  16. Oratorium Santa Maria di Corte (Foto)
  17. Mariusz Karpowicz: Raffaello a Sessa. In: Arte&Storia, Edizioni Ticino Management, 7. Jahrgang, Nummer 31, Lugano 2006, S. 52–55.
  18. Wohnhaus Marchesi-De Sexa (Foto)
  19. Stuckarbeit (Foto)
  20. Stuckarbeit (Foto)
  21. Wohnhaus mit alte Weintresterpresse (Foto)
  22. Weintresterpresse (Foto)
  23. Wohnhaus Ca’ di Sciori (Foto)
  24. Oratorium Santa Lucia (Foto)
  25. Wohnhaus Trezzini (Foto)
  26. Oratorium San Rocco (Foto)