Sievershausen (Lehrte)

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Koordinaten: 52° 22′ 15″ N, 10° 7′ 41″ O

Sievershausen
Stadt Lehrte
Wappen von Sievershausen
Höhe: 66 (63–67) m ü. NN
Fläche: 6,54 km²
Einwohner: 2375 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 363 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. März 1974
Eingemeindet nach: Lehrte
Postleitzahl: 31275
Vorwahl: 05175
Karte

Die Lage von Sievershausen im Stadtgebiet von Lehrte

Sievershausen (niederdeutsch Siewershusen) ist ein Dorf in der Region Hannover, 20 km östlich der Landeshauptstadt Hannover und 10 km westlich von Peine, in Niedersachsen (Deutschland).

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sievershausen ist Teil der Stadt Lehrte in der Region Hannover im Bundesland Niedersachsen und hat als Nachbarorte:

Sievershausen liegt an der Autobahn A2.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sievershausen wurde erstmals 1234 als Sifrideshusen urkundlich erwähnt.

Zwischen Sievershausen und Arpke fand am 9. Juli 1553 die Schlacht bei Sievershausen statt. Die Teilschlacht im Zweiten Markgrafenkrieg mit rund 30.000 Kämpfern und etwa 4.000 Toten war (neben der Schlacht bei Lutter 1626) eine der blutigsten kriegerischen Auseinandersetzungen auf dem Gebiet des heutigen Niedersachsens. 300 Jahre nach der Schlacht wurde 1853 ein Gedenkstein für Kurfürst Moritz aufgestellt.

Ab 1967 fanden in der evangelischen Kirchengemeinde von Sievershausen auf Initiative des damaligen Pastors Klaus Rauterberg Veranstaltungen der Friedensbewegung unter der Bezeichnung Anti-Kriegswerkstatt statt. Anlass, die Arbeit zu institutionalisieren, bot eine größere Gedenkveranstaltung am Erinnerungsstein für Kurfürst Moritz am 9. Juli 1978, die von zahlreichen Anwesenden aufgrund der Redebeiträge als zynisch erlebt wurde. In der Folge bildete sich im Spätherbst 1978 die Initiative, eine Dokumentationsstätte zu errichten. Am 1. September 1979 wurde der Grundstein für das heutige Gebäude gelegt, das dem Verein geschenkt worden war und das Jugendliche abbrachen und neu errichteten: Das Antikriegshaus Sievershausen wird vom Verein Dokumentationsstätte zu Kriegsgeschehen und über Friedensarbeit e.V. getragen. Die Arbeit des Vereins war im Dorf teilweise umstritten.[2] Neben Ausstellungen und Veranstaltungen bietet das Haus auch einfache Übernachtungsmöglichkeiten.

Am 1. März 1974 wurde Sievershausen in die Stadt Lehrte eingegliedert.[3]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsrat besteht aus sieben stimmberechtigten Mitgliedern: vier CDU, drei SPD und einem beratendem Mitglied: Die Linke[4]

Ortsbürgermeister ist Armin Hapke (CDU).

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf blauem Wappenschild zwischen schrägem silbernem Band oben rechts zwei gekreuzte Schwerter und unten links ein silberner Pflug. Das Wappen erinnert an die Schlacht von 1553.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf den Grundmauern des ersten Kirchengebäudes, das im Jahr 990 errichtet wurde, steht heute die St.-Martins-Kirche. Sievershausen war bis 1965 Sitz eines eigenen evangelisch-lutherischen Kirchenkreises, der im Osten bis Meinersen und im Süden bis Stederdorf reichte. Bei dessen Auflösung wurde die Gemeinde dem Kirchenkreis Burgdorf zugeschlagen. Ihre Orgel stammt aus der profanierten Kirche St. Bruder Konrad (Hannover).

Baudenkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Discounter-Firma Aldi-Nord ist mit einer ihrer Regionalniederlassungen und einem großflächigen Zentrallager in Sievershausen ansässig. Der Discounter Penny-Markt betreibt eine Verkaufsniederlassung und ein großflächiges Zentrallager. Ebenso betreibt die Rewe Group ein großflächiges Zentrallager.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sievershausen verfügt über einen Sportverein (TSV 03 Sievershausen) mit verschiedenen Sportabteilungen und zwei Kulturabteilungen, der Karnevalsgesellschaft SOS (Sievershausen ohne Sorgen) und der Theatergruppe Brummerbühne.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Otto Dempwolff: Sievershausen, Stadt Lehrte – Fortschreibung und Ergänzung der Ortsgeschichte. Stadt Lehrte (Hrsg.), Arbeitskreis Ortsgeschichte Sievershausen, 2003.
  • Klaus Gerber: Sievershausen. Antikriegshaus am Rande des Schlachtfeldes. In: Peter Becher/Rolf Koppe (Hrsg.): Fünf Kirchen unter einem Dach. Evangelische Heimatkunde. Lutherhaus Verlag, Hannover 1981, S. 73–74, ISBN 3-87502-061-8.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Sievershausen (Lehrte) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Einwohnerzahlen und Gebietsfläche auf www.lehrte.de
  2. Klaus Gerber: Sievershausen. Antikriegshaus am Rande des Schlachtfeldes, in: Peter Becher/Rolf Koppe (Hrsg.): Fünf Kirchen unter einem Dach. Evangelische Heimatkunde, Lutherhaus Verlag, Hannover 1981, S. 73–74, ISBN 3-87502-061-8
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 222.
  4. Aufstellung "Ortsrat Sievershausen" der Stadt Lehrte (PDF-Datei, 28 kB)