Slovenske železnice

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Dieser Artikel beschreibt die slowenische Bahngesellschaft Slovenske železnice. Für die historische slowakische Bahngesellschaft siehe Slovenské železnice.
Slowenische Eisenbahnen
Logo der ŽS
Rechtsform GmbH
Gründung 1991
Sitz Ljubljana, Slowenien
Leitung Dušan Mes
Branche Eisenbahn
Website slo-zeleznice.si
Dieseltriebwagen SŽ 715-127

Slovenske železnice () [slo'venske ʒe'leznitse] (Slowenisch: Slowenische Eisenbahnen) ist die staatliche slowenische Eisenbahngesellschaft.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der überwiegende Teil des Netzes entstand zu der Zeit, als Slowenien als Herzogtum Krain zur Österreich-Ungarischen Monarchie gehörte. Bedeutendste dieser Strecken war die Kronprinz Rudolf-Bahn von Wien über Maribor und Ljubljana (Laibach) nach Triest.[1] Mit der Liquidation der Österreich-Ungarischen Monarchie nach dem Ersten Weltkrieg fiel Slowenien überwiegend an das Königreich Serbien (ab 1929: Königreich Jugoslawien), ein westlicher Teil an das Königreich Italien. Serbien und Italien integrierten die jeweils nach dort gefallenen Streckenabschnitte in ihre jeweiligen Staatsbahnen, die Jugoslovenske Železnice (JŽ/ЈЖ) und die Ferrovie dello Stato Italiane (FS). Nach dem Zweiten Weltkrieg musste Italien das nach dem Ersten Weltkrieg von Österreich übernommene Gebiet des ehemaligen Krain – bis auf die Stadt Triest und einen schmalen Geländestreifen entlang der Adria – an Jugoslawien abtreten.

Die Bahnstrecken wurden nun in die JŽ/ЈЖ betrieben. Wichtigstes Eisenbahn-Neubaubrojekt dieser Zeit war die Bahnstrecke Prešnica–Koper (31,5 km), die 1967 eröffnet wurde und den Hafen von Koper mit dem Eisenbahnnetz des Hinterlandes verbindet. Da sie starke Steigungen aufweist, wird eine Neutrassierung erwogen.[2]

Als Jugoslawien Anfang der 1990er Jahre zerfiel, gründeten die unabhängig werdenden einzelnen Staaten jeweils eine eigene Staatsbahn. Slowenien gründete aus dem Bestand der Direktion Ljubljana 1991 die Slovenske Železnice (SŽ).[3] Seit dem 10. Juni 1992 sind die SŽ Mitglied im UIC. Konsequenz aus dem Zerfall Jugoslawiens war weiter, dass zwei Nebenbahnen, die nach Kroatien führten, im grenzüberschreitenden Verkehr stillgelegt wurden. Andererseits wurde die schon zuvor grenzüberschreitend stillgelegte Bahnstrecke Ormož–Zalalövő (Ungarn) wieder in Betrieb genommen wurde, um eine Kroatien umfahrende Verbindung nach dort herzustellen.[4]

Die Slovenske železnice wurde aufgrund europarechtlicher Vorgaben zum 1. September 2011 in eine staatseigene Holding umgewandelt. Das operative Geschäft obliegt seither den jeweils vollständig von der SŽ gehaltenen Tochtergesellschaften

  • SŽ – Infrastruktura, d.o.o. (Eisenbahninfrastruktur),
  • SŽ – Potniški promet, d.o.o. (Personenverkehr) und
  • SŽ – Tovorni promet, d.o.o. (Güterverkehr).

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Länge des slowenischen Streckennetzes beträgt 1229 km mit 128 Bahnhöfen, davon elf nur für den Güterverkehr. 504 km des Streckennetzes sind mit 3000 Volt 3 kV Gleichstrom elektrifiziert (Stand 2004).[5] Die Wahl dieses Systems rührt daher, dass in den ehemals italienischen Teilen Sloweniens 1942 erste Strecken elektrifiziert wurden und dabei ein in Italien übliches System eingebaut wurde.

Personenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem Jahr 2000 wird ein Intercityverkehr betrieben, der zunächst zwischen Ljubljana und Maribor aufgenommen wurde (Teil der Bahnstrecke Spielfeld-Straß–Triest). Zwischen Maribor und Ljubljana verkehren auch Pendolino-Züge der SŽ-Baureihe 310, die als InterCity Slovenija (ICS) bezeichnet werden. Einzelne Verbindungen gibt es auch nach Koper.

Fahrzeuge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Fuhrpark der SŽ ist sehr vielfältig und besteht vor allem aus deutschen, französischen und amerikanischen Lizenzbauten. Dazu kommen noch Elektrolokomotiven italienischer Bauart, wie z. B. die Baureihen 342 und 362. Weiterhin verfügt die SŽ über 30 elektrische Triebwagen vom Typ Siemens Desiro, die 2000–2002 angeschafft wurden und die Bezeichnung SŽ-Baureihe 312 haben.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eisenbahnatlas Italien und Slowenien / Atlante ferroviario d’Italia e Slovenia. Schweers + Wall 2010. ISBN 978-3-89494-129-1

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bahnverkehr in Slowenien – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Eisenbahnatlas Italien, S. X.
  2. Eisenbahnatlas Italien, S. X.
  3. Eisenbahnatlas Italien, S. X.
  4. Eisenbahnatlas Italien, S. X, 16.
  5. Eisenbahnatlas Italien, S. X, 16.