Solarpark Weesow-Willmersdorf

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Solarpark Weesow-Willmersdorf
Lage
Solarpark Weesow-Willmersdorf (Brandenburg)
Solarpark Weesow-Willmersdorf
Koordinaten 52° 39′ 2″ N, 13° 41′ 12″ OKoordinaten: 52° 39′ 2″ N, 13° 41′ 12″ O
Land Deutschland
Ort Werneuchen
Daten
Typ Photovoltaikkraftwerk
Primärenergie Solarenergie
Leistung 187 MWp (elektrisch)
Eigentümer EnBW Energie Baden-Württemberg
Betreiber EnBW Solarpark Weesow-Willmersdorf GmbH
Projektbeginn 2009
Betriebsaufnahme Anfang 2021
Eingespeiste Energie pro Jahr 187 GWh
Website EnBW
Stand September 2021
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Der Solarpark Weesow-Willmersdorf ist eine von EnBW Energie Baden-Württemberg realisierte Photovoltaik-Freiflächenanlage in Werneuchen (Brandenburg). Der Solarpark wird bei vollständiger Inbetriebnahme im Jahr 2020 mit 187 MWp der größte Solarpark Deutschlands sein und ist zugleich einer der ersten Solarparks in Deutschland, der keine staatliche Förderung durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz in Anspruch nimmt. Stattdessen soll das Projekt ausschließlich durch am freien Markt erzielte Erlöse refinanziert werden.[1][2]

Möglich ist dies laut EnBW, weil die Kosten der Photovoltaik binnen eines Jahrzehnts um mehr als 80 Prozent fielen und eine lange Lebensdauer der Anlage angenommen werden kann. Im Oktober 2019 traf EnBW die endgültige Investitionsentscheidung. Als Kosten für das Projekt gibt das Unternehmen etwa 100 Mio. Euro an.[3][2]

Zusammen mit zwei weiteren etwas kleineren Solarparks, die EnBW ebenfalls ohne eine staatliche Förderung zu beziehen 2021 in Nachbargemeinden realisieren will, soll ein Solarkomplex mit einer Leistung von rund 500 MWp entstehen, der rechnerisch 130.000 Haushalte mit elektrischer Energie versorgen soll. Insgesamt will EnBW ca. 250 Mio. Euro für den Bau der drei Anlagen investieren.[4][5]

Geschichte und Technik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ursprünglich entwickelt wurde das Projekt zunächst vom Cottbuser Unternehmen Procon Solar GmbH, Mitte 2018 wurde es durch EnBW übernommen.[6] Baubeginn der Anlage, die 40 Jahre lang Energie liefern soll, war im März 2020.[7] Die teilweise Inbetriebnahme fand im November 2020 statt.[2]

Insgesamt sollen auf einer Fläche von 164 Hektar in den Ortsteilen Weesow und Willmersdorf rund 465.000 Solarmodule installiert werden. Das prognostizierte jährliche Regelarbeitsvermögen soll 187 GWh betragen. Dies entspricht dem Jahresstrombedarf von etwa 50.000 Haushalten. Damit sollen pro Jahr etwa 129.000 Tonnen des klimaschädlichen Treibhausgases Kohlenstoffdioxid eingespart werden.[8]

Ende November 2020 wurde der erste Teil der Anlage in Betrieb genommen.[9] Die vollständige Inbetriebnahme erfolgte Anfang des Jahres 2021.[10]

Netzanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eingespeist wird die produzierte Energie über zwei Erdkabel mit einer Länge von rund 4 bzw. 7 Kilometer in zwei extra für den Solarpark errichtete Umspannwerke.[11] Zuständig für die Netzanbindung auf 110-kV-Hochspannungsebene ist der regionale Netzbetreiber E.DIS Netz.

Bebauungsplan[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit dem Bebauungsplan Energiepark Weesow-Willmersdorf sind auf den Flächen Nutzungsvorgaben und ein Maßnahmenkonzept zum Schutz, zur Pflege und zur Entwicklung von Natur und Landschaft festgesetzt worden.

Nutzungsvorgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Zulässigkeit des Betriebs der Solaranlagen bis Ende 2061
  • Begrenzung der Versiegelung auf 5 Prozent der Fläche
  • Die Flächen unterhalb der Module sind von Ackerlandflächen in Grünlandflächen umzuwandeln und mit einer Kräuter-Grasmischung aus einheimischen standortgerechten Arten anzusäen
  • Die Grünlandflächen sind durch Schnitt zu pflegen
  • Auf den Flächen dürfen weder Herbizide noch Pestizide ausgebracht werden
  • Die Anlage von Wegen ist nur in wasser- und luftdurchlässigem Aufbau herzustellen

Maßnahmenkonzept[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weesower Luch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Süden grenzt die Solarpark-Fläche an das Naturschutz- und FFH-Gebiet Weesower Luch.[8] Dieses Luch kennzeichnet die Lebensraumtypen Magere Flachland-Mähwiesen und Natürliche eutrophe Seen mit einer Vegetation des Magnopotamions oder Hydrocharitions. Geschützt werden die Anhang-II-Arten: Rotbauchunke, Nördlicher Kammmolch und Großer Feuerfalter

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. EnBW will größten deutschen Solarpark bauen – und plant ohne staatliche Fördergelder. In: Handelsblatt. 5. Februar 2019, abgerufen am 16. Oktober 2019.
  2. a b c Größter Solarpark Deutschlands geht teilweise ans Netz. In: ZfK Zeitung für kommunale Wirtschaft. VKU Verlag GmbH München/Berlin, 24. November 2020, abgerufen am 25. November 2020.
  3. EnBW baut in Brandenburg den größten Solarpark Deutschlands. In: Wirtschaftswoche. 16. Oktober 2019, abgerufen am 16. Oktober 2019.
  4. Jürgen Flauger und Kathrin Witsch: EnBW baut riesigen Solarkomplex in Ostdeutschland – so stark wie ein Kohlekraftwerk. In: Handelsblatt, 2. Dezember 2020, abgerufen am 3. Dezember 2020.
  5. Henning Jauernig: EnBW will größten Solarpark Deutschlands erweitern. In: Spiegel Online, 2. Dezember 2020, abgerufen am 3. Dezember 2020.
  6. Deutschlands größter Solarpark bei Werneuchen geplant. In: rbb24. 16. Oktober 2019, abgerufen am 17. Oktober 2019.
  7. Sandra Enkhardt: EnBW beginnt mit Bau seines 187 Megawatt großen förderfreien Solarparks. In: pv magazine. pv magazine group GmbH & Co. KG, 16. März 2020, abgerufen am 16. März 2020.
  8. a b Grünes Licht für Deutschlands größten Solarpark. Pressemitteilung von EnBW. Abgerufen am 26. Dezember 2020.
  9. Erste Kilowattstunde von Deutschlands größtem Solarpark. EnBW, 24. November 2020, abgerufen am 13. September 2021.
  10. Projekttagebuch Solarpark Weesow-Willmersdorf. EnBW, abgerufen am 13. September 2021 (Siehe auch die Bilderreihe mit Beschreibung).
  11. Baustart für den größten Solarpark Deutschlands in Brandenburg. In: Märkische Oderzeitung. 18. März 2020, abgerufen am 19. März 2020.