Space Quest: The Sarien Encounter

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Space Quest I: The Sarien Encounter ist ein 1986 erschienenes Grafik-Adventure und der Auftakt der erfolgreichen Space-Quest-Reihe, die bis 1995 vom Computerspiel-Hersteller Sierra On-Line sowohl produziert als auch veröffentlicht worden ist. In allen 6 veröffentlichten Spielen geht es um die Abenteuer des Weltraum-Hausmeisters Roger Wilco. Im Rahmen der Handlung werden eine Vielzahl von Science-Fiction Themen, z. B. aus den Star-Wars-Filmen und den Star-Trek-Filmen parodiert.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptfigur des Spiels ist ein Hausmeister, der seinen Dienst auf der Weltraumstation Arcada versieht. An Bord der Raumstation befindet sich ein neuartiger Sternengenerator, der in der Lage ist, einen Planeten in eine Sonne zu transformieren. Dies ist auch dringend erforderlich, da die Sonne des Heimatsystems Earnons langsam erlischt, so dass die betroffenen Planeten immer kälter werden und die Nahrungsmittelvorräte zur Neige gehen. Mit dem Sternengenerator hoffen die Wissenschaftler des Planeten Xenon, das Heimatsystem vor dem Untergang zu retten. Um den Sternengenerator zu testen, befindet sich die Raumstation am Rande des Earnon Systems. Während eines kurzen Nickerchens des Helden in einer Abstellkammer greifen die Sariener – berüchtigte Weltraumpiraten – die Raumstation an, um in den Besitz des Sternengenerators zu gelangen, da sich der Sternengeneator auch als ultimative Waffe verwenden lässt. Mit Not und Mühe gelingt es dem Protagonisten, die Raumstation in einer Fluchtkapsel zu verlassen, bevor die Raumstation vernichtet wird.

Leider stürzt die Fluchtkapsel auf dem Wüstenplaneten Kerona ab. Dort muss unser Held eine Reihe von Abenteuern in der Wildnis bestehen bis er den Planeten verlassen kann. So muss er z. B. eine Spionagedrone der Sariener vernichten und – im Auftrag einer insektenähnlichen Alienrasse - ein Monster mit dem Namen Orat auf der Planetenoberfläche töten. Später erreicht er die Siedlung Ulence Flats, in der er in der einzigen Bar beim Glückspiel so viel Geld gewinnt, dass er sich ein gebrauchtes Raumschiff und ein Navigationsroboter bei den örtlichen Händlern kaufen kann. In der Bar erhält er auch Informationen über den Aufenthaltsort des Raumschiffs Deltaur, auf dem sich der Sternengenerator befindet. Er beschließt, den Sternengenerator wieder aus den Händen der Sariener zu entreißen.

Mit List und Geschick gelingt es unserem Helden, das Raumschiff der Sariener erfolgreich zu infiltrieren, und die Selbstzerstörungssequenz des Sternengenerators zu aktivieren. Bevor das Raumschiff der Sariener explodiert, kann unser Held das Schiff lebend verlassen.

Nach der Vernichtung des Sternengenerators wird er auf dem Planeten Xenon als Held gefeiert. Zum Dank für seine Heldentaten erhält er eine bedeutende Auszeichnung: den goldenen Mop.

Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entwicklungsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entwickelt wurde das Spiel von den beiden Programmieren Scott Murphy und Mark Crowe. Beide hatten bereits an anderen Sierre Online Spielen mitgewirkt (z. B. King’s Quest II: Romancing the Throne), bei Space Quest 1 handelte es sich jedoch um das erste Spiel der beiden Programmierer, welches von ihnen entworfen und umgesetzt worden ist.

Space Quest 1 erschien im Oktober 1986 ursprünglich für den PC. Im gleichen Jahr erschien ferner eine Portierung sowohl für den Apple II als auch für den Atari ST. 1987 folgten schließlich Versionen für den Amiga, den Apple IIgs sowie den Apple Macintosh. Die verschiedenen Versionen unterschieden sich – abgesehen von kleineren Unterschieden bei der Grafik und dem Sound - nur geringfügig.

Schließlich veröffentlichte Sierre Online 1991 ein Remake des Spiels für den PC, den Amiga und den Macintosh mit verbesserter Grafik und Steuerung. Auch wurde ein Teil der Rätsel modifiziert sowie neue Szenen und neue Texte hinzugefügt.

Technik und Steuerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die PC Version des Spiels von 1986 verwendete das damals neue EGA Grafiksystem. Bei einer Auflösung von 160 × 200 Pixel konnten 16 Farben gleichzeitig dargestellt werden. Die Tonausgabe erfolgte – da Soundkarten nicht unterstützt wurden – über den internen Lautsprecher des PCs. Für die Erstellung des ursprünglichen Spiels wurde von Sierra On-Line ein Entwicklungstool mit dem Namen Adventure Game Interpreter (AGI) verwandt.

Bei dem Spiel handelt es sich um ein Grafik-Adventure mit 3D-Pseudografik, die es dem Spieler ermöglicht, mit seiner Spielfigur sowohl vor als auch hinter Objekten in Räumen und Landschaften zu gehen. Die Steuerung der Spielfigur über den Bildschirm erfolgt hierbei entweder über die Tastatur (Pfeil-Tasten) oder einen Joystick. Durch die Verwendung eines Text-Parsers ist es möglich, der Spielfigur Befehle zu erteilen (z. B. take rock, press button). Das Spiel enthält ferner einen Action-Teil, bei dem der Held bei einem Flug mit einem Schwebegleiter über die Oberfläche des Planeten Felsen ausweichen muss.

Die 1991 für den PC, den Amiga und den MacIntosh veröffentlichte Remake-Version des Spiels verfügte über VGA Grafik mit 256 Farben, die im Gegensatz zur Ursprungsversion des Spiels auch Soundkarten unterstützte. Ferner wurde der Text-Parser durch eine Point-and-Click-Steuerung ersetzt. Als Entwicklungstool verwendete Sierre Online für die Remake-Version von Space Quest 1 den Sierra Creative Interpreter (SCI).

Besonderheiten bei der Spielmechanik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Spiel macht es dem Nutzer nicht einfach. Es gibt vielfältige Möglichkeiten - oft auch ohne Vorwarnung - zu Tode zu kommen, zum Beispiel durch Laserstrahlen, durch einen unbedachten Schritt auf einer Klippe, durch zu geringe Aufnahme von Wasser oder durch ein Monster. Jeder einzelne Tod wird vom Spiel sarkastisch kommentiert, so dass die Tode durchaus ihre Reize haben. Das Spiel ermöglicht es dem Nutzer, jederzeit zu speichern, wovon rege Gebrauch gemacht werden sollte.

Während die Tode durchaus amüsant sind, sind die im Spiel vorhandenen Sackgassen ärgerlich. Falls man bestimmte Gegenstände im Laufe des Spiels nicht bekommt, ist es nicht mehr möglich, das Spiel zu beenden. So ist es z. B. keine gute Idee, den Zündschlüssel im Schwebegleiter in Ulence Flats stecken zu lassen, da der Schwebegleiter ansonsten gestohlen wird und nicht mehr durch den Spieler verkauft werden kann, was jedoch zwingend erforderlich ist, um an Geld für ein neues Raumschiff zu kommen. Auch wenn der Spieler zu früh auf das Kaufangebot für den Schwebegleiter eingeht, bekommt man nicht das später dringend benötigte Jetpack.

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den nachfolgenden Spielen und der Remake-Version des Spiels trägt der Held den Namen Roger Wilco. Der Vornahme „Roger“ stammt aus dem Funkalphabet der US Armee (Joint Army/Navy Phonetic Alphabet) von 1941 und wurde für den Buchstaben R verwendet, was in diesem Kontext für „received“ (englisch für „empfangen“, „erhalten“) steht. Beim Nachnamen „Wilco“ handelt es sich dagegen um eine Standardphrase aus dem Flugfunk und steht als Abkürzung von „I will comply“ (englisch für „ich werde befolgen“). In den beiden ersten Teilen wird der Spieler aufgefordert, seinen Namen anzugeben. Nur für den Fall, dass der Spieler keinen Namen eingibt, wird der Name Roger Wilco verwandt.

Das Spiel enthält sehr viele Anspielungen auf berühmte Science-Fiction Filme und Bücher. Zum Beispiel erinnert die Siedlung Ulance Flat und die Bar an Örtlichkeiten auf dem Wüstenplaneten Tatooine aus dem Film Star Wars Episode IV: Eine neue Hoffnung Bei der Remakeversion des Spiels parkt ferner vor der Bar ein Shuttle aus der TV Serie Star Trek: Next Generation. Auch Figuren aus dem Buch Per Anhalter durch die Galaxis von Douglas Adams werden parodiert, wie z. B. Marvin der paranoide Android (im Spiel der Droide in der Waffenkammer des Raumschiffs Deltaur).

Ein amüsantes Feature sind auch Gastauftritt der Blues Brothers, ZZ Top und – bei der Remake-Version des Spiels - sogar Madonna in der Bar. Die nicht autorisierte Verwendung von ZZ Top hatte zu einer rechtlichen Auseinandersetzung zwischen der Band und Sierra Online geführt, mit dem Ergebnis, dass die Band aus dem Spiel herausgenommen werden musste. In der späteren Remake-Version des Spiels ist der Auftritt von ZZ Top jedoch wieder enthalten. Eine weitere rechtliche Auseinandersetzung gab es mit dem Spielzeughändler Toys “R” Us, der Sierra Online wegen der Verwendung des Namens Droid „R“ us für einen Laden für Gebrauchtroboter im Spiel verklagt hatte. Die Klage wurde jedoch abgewiesen.

Nachfolger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Space Quest II: Vohaul's Revenge (Erscheinungsjahr: 1987)
  • Space Quest III: The Pirates of Pestulon (Erscheinungsjahr: 1989)
  • Space Quest IV: Roger Wilco and the Time Rippers (Erscheinungsjahr: 1991)
  • Space Quest V: The Next Mutation (Erscheinungsjahr: 1993)
  • Space Quest VI: The Spinal Frontier (Erscheinungsjahr: 1995)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]