Spirit (Depeche-Mode-Album)

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Spirit
Studioalbum von Depeche Mode
Veröffentlichung 17. März 2017
Aufnahme April–August 2016
Label Sony Music, Columbia Records
Genre Synthie Pop, Synthie Rock, Alternative Rock
Anzahl der Titel 12
Laufzeit 49:18

Besetzung

Produktion James Ford
Studio Sound Design (Santa Barbara), Jungle City (New York City) Vorlage:Infobox Musikalbum/Wartung/Aufnahmeort und Studio
Chronologie
Delta Machine
(2013)
Spirit
Singleauskopplungen
2. Februar 2017 Where’s the Revolution
23. Juni 2017 Going Backwards

Spirit ist das vierzehnte Studioalbum der britischen Gruppe Depeche Mode. Es erschien am 17. März 2017 weltweit.

Neben der obligatorischen CD-Version wurde das Album auch als Deluxe-Edition mit zwei CDs veröffentlicht.

Auf der Pressekonferenz bei der Ankündigung des Albums, die live auf Facebook übertragen wurde, wurde auch die im Mai startende Global Spirit Tour angekündigt.[1] Die Band wird 32 Konzerte in 21 Ländern geben, darunter sieben in Deutschland. Nach diesen Konzerten will die Band durch Amerika touren.

Entstehung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Ende der Delta Machine Tournee Anfang 2014 gingen die Bandmitglieder zunächst wieder getrennte Wege. Dave Gahan arbeitete mit den Soulsavers am Album Angels & Ghosts (2015), wovon auch eine kleine Mini-Tournee folgte. Martin Gore überarbeitete nicht veröffentlichte Demos, die ursprünglich auf dem Vorgängeralbum Delta Machine erscheinen sollten, und gab diese als Soloalbum unter dem Titel MG heraus.

Im August 2016 begann die Band dann mit den Aufnahmen für das nächste Studioalbum. Als Produzent wurde James Ford engagiert, der auch die Abmischung übernahm und Schlagzeug spielte.[2] Anton Corbijn übernahm wie bei den Vorgängeralben das Cover. Die Aufnahmen wurden im August 2016 beendet.

Im Gegensatz zu den beiden Vorgängeralben enthält Spirit auch Lieder, die zum ersten Mal gemeinsam von Dave Gahan mit Peter Gordeno sowie Christian Eigner geschrieben wurden.

Titelliste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Standardalbum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Going Backwards – 5:43
  2. Where’s the Revolution – 4:59
  3. The Worst Crime – 3:48
  4. Scum – 3:14
  5. You Move – 3:50 (Dave Gahan, Martin Gore)
  6. Cover Me – 4:52 (Dave Gahan, Peter Gordeno, Christian Eigner)
  7. Eternal – 2:25
  8. Poison Heart – 3:17 (Dave Gahan, Peter Gordeno, Christian Eigner)
  9. So Much Love – 4:29
  10. Poorman – 4:26
  11. No More (This is the Last Time) – 3:14 (Dave Gahan, Kurt Uenala)
  12. Fail – 5:07

Sofern nicht anders angegeben, wurden die Lieder von Martin Gore geschrieben.

Deluxe-Edition[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Edition beinhaltet neben dem Standardalbum eine zweite CD mit fünf Remixen sowie ein Hardcover-Booklet.

CD 2 – Bonus Tracks
  1. Cover Me (Alt Out) – 4:27
  2. Scum (Frenetic Mix) – 5:26
  3. Poison Heart (Tripped Mix) – 4:16
  4. Fail (Cinematic Cut) – 5:38
  5. So Much Love (Machine Mix) – 7:20

Singleauskopplungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Where’s the Revolution[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als erste Singleauskopplung aus Spirit erschien am 2 Februar 2017 Where’s the Revolution. Premiere der Single war exklusiv auf Polskie Radio 3 in Polen. In Deutschland erschien die Single zunächst als Download-Version, bevor am 3. März eine Maxi-CD mit vier darauf enthaltenen Remixen unter dem Titel Where’s the Revolution (Remixes) erschien.

Das Video zu Where’s the Revolution wurde von Regisseur Anton Corbjin gedreht.[3]

Veröffentlichung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Album wurde am 17. März 2017 als Standard-CD, Deluxe-Album mit Bonus-CD sowie als Doppel-Vinyl und Download veröffentlicht. Bei der Vinyl-Edition sind drei Seiten bespielt, die vierte Seite enthält eine Gravur des Spirit Schriftzuges.[4] Daneben erschien am 22. März 2017 in Japan eine Japanese Deluxe Edition als Blu-spec CD.[5]

Am Tag der Veröffentlichung des Albums fand ein einstündiges Release-Konzert vor tausend Personen im Funkhaus Nalepastraße in Berlin statt, das im Internet weltweit live übertragen wurde. Dabei wurden neben älteren Titeln vier Stücke des neuen Albums vorgetragen.[6]

In der ersten Woche wurde das Album weltweit 233.000 Mal in physischer und digitaler Form verkauft, in der zweiten Woche folgten 93.000 Verkäufe.[7]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Album erhielt eher gemischte Kritiken. Angemerkt wurde, dass Spirit im Gegensatz zu allen Vorgängeralben deutlich düsterer ausfällt.[8][9] Einige Lieder des Albums behandeln als Thematik politische Umbrüche wie damit auch verbundene Gefahren vor einem Rückfall in Autokratie oder ähnliches. Michael Schuh kritisiert bei laut.de, dass es „keine Standout-Tracks mehr“ in dieser „blassen Ford-Vorstellung“ gäbe und vermisst Kreativität in der Komposition.[10] Für Jens Uthoff von der taz ist das „Album Numero 14 wahrlich kein Höhepunkt in der Karriere der […] Band“, er bemängelt die Texte der Stücke, „die voller Phrasen sind“ und bezeichnet das Album gar als „peinlich“.[11] Einig sind sich die Rezensoren darin, dass Depeche Mode keine Synthiepop-Band mehr ist.[12] Jörn Karstedt vom Sonic Seducer lobt das Album und empfiehlt, es nicht gleich „in die Ecke“ zu schmeißen, da es etwas Zeit braucht, bis sich die Musik dem Hörer erschließt. „Wem […] noch der Sinn nach Synthiepop steht, hört halt Synthiepop, wer ein verdammt gutes Album erleben will, beschäftigt sich bitte mit ‚Spirit‘.“[13] Oliver Götz vom Musikexpress sieht das ähnlich: „Aber auch in einem mit Ambientflächen, Steelguitar und White Noise aufgeschichteten Formen- und Farbenspiel rund um das sauber einzugrenzende Thema ‚Erfrierungsfantasie in Synthesizer-Pop‘ zeigt die DeMo-/Ford-Kombi all den todesöden ‚Atmosphärische Elektronik‘-Acts dort draußen, wie man es richtig macht.“[14]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Sven Plaggemeier: Depeche Mode gehen 2017 wieder auf Tour. In: depechemode.de. 11. Oktober 2016, abgerufen am 11. März 2017.
  2. Booklet von der Spirit Deluxe Ausgabe
  3. Sven Plaggemeier: Behind the Scenes: Where’s the Revolution. In: depechemode.de. 8. März 2017, abgerufen am 11. März 2017.
  4. Depeche Mode: The Archives – discography / albums – Spirit. In: depechemode.com. Abgerufen am 21. März 2017 (englisch).
  5. CDJapan : Depeche Mode „Spirit“ Japanese Blu-spec CD2 Edition. In: cdjapan.co.jp. 2. Februar 2017, abgerufen am 21. März 2017 (englisch).
  6. Sassan Niasseri: Depeche Mode live in Berlin: Grandioser Auftritt vor kleinem Publikum. In: rollingstone.de. 18. März 2017, abgerufen am 21. März 2017.
  7. GLOBAL ALBUM CHART. week 14 / 2017. In: mediatraffic.de. 8. April 2017, abgerufen am 10. April 2017.
  8. Steffen Rüth: «Wir wollen die Leute zum Denken bewegen»: Depeche Mode sind zurück. In: aargauerzeitung.ch. Aargauer Zeitung, 5. März 2017, abgerufen am 11. März 2017.
  9. Jean-Martin Büttner: Depeche Mode und der langsame Abschied. In: tagesanzeiger.ch. 22. Februar 2017, abgerufen am 11. März 2017.
  10. Michael Schuh: „Spirit“ von Depeche Mode: Music For The Trollarmee. In: laut.de. 17. März 2017, abgerufen am 17. März 2017 (Wertung: 2/5).
  11. Jens Uthoff: Rezension: Depeche Mode „Spirit“. In: taz.de. 19. März 2017, abgerufen am 26. März 2017.
  12. Nordbuzz: Rezension: Schwierige Zeiten erfordern klare Worte. In: nordbuzz.de. 16. März 2017, abgerufen am 29. März 2017.
  13. Jörn Karstedt: Rezension: Depeche Mode „Spirit“. In: sonic-seducer.de. 17. März 2017, abgerufen am 17. März 2017.
  14. Oliver Götz: Rezension: Depeche Mode „Spirit“. In: musikexpress.de. 16. März 2017, abgerufen am 13. März 2017.