Sprengkommando Atlantik

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Filmdaten
Deutscher TitelSprengkommando Atlantik
OriginaltitelNorth Sea Hijack
Sprengkommando atlantik.svg
ProduktionslandGroßbritannien
OriginalspracheEnglisch
Erscheinungsjahr1979
Länge99 Minuten
AltersfreigabeFSK 16
FSK 12 (DVD)[1]
Stab
RegieAndrew V. McLaglen
DrehbuchJack Davies
ProduktionElliott Kastner
MusikMichael J. Lewis
KameraTony Imi
SchnittAlan Strachan
Besetzung

Sprengkommando Atlantik ist ein britischer Actionfilm von Regisseur Andrew V. McLaglen mit Roger Moore aus dem Jahr 1979. Er basiert auf dem Roman Sprengkommando Atlantik (Originaltitel: Esther, Ruth, and Jennifer) von Jack Davies, der auch das Drehbuch schrieb. Der Film startete am 22. Mai 1980 in den bundesdeutschen Kinos.

Inhalt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rufus Excalibur ffolkes ist ein exzentrischer und offenbar sehr reicher Mann, der in Schottland ein kleines privates Sonderkommando aus ehemaligen Marinesoldaten der Royal Navy für maritime Spezialeinsätze trainiert. ffolkes ist wortkarg, direkt und menschenscheu; aus seinen unangenehmen Kindheitserlebnissen heraus hasst er Frauen, liebt dafür aber Katzen und „hasst Menschen, die es nicht tun“. Außerdem hasst er Raucher, trinkt gerne Scotch pur und stickt, um sich zu konzentrieren, ist aber dafür ein hochintelligenter, effizienter und gewiefter Taktiker.

Gleich zu Anfang des Films wird ffolkes von einem befreundeten Mitarbeiter von Lloyd's-Versicherung angeregt, einen Plan für den Fall der Besetzung einer Bohrinsel durch Terroristen zu entwickeln („Es gibt zu viele davon im Nordatlantik und wir versichern fast alle !“).

Eines Tages geht eine Gruppe von Gangstern um einen cholerischen Anführer, der sich „Lou Kramer“ (Anthony Perkins) nennt, als Journalisten getarnt an Bord eines Versorgungsschiffes für eine Reihe von Ölbohrinseln im Nordatlantik. Die Verbrecher bringen das Schiff in ihre Gewalt und platzieren Haftminen an zwei Bohrinseln, um anschließend die britische Regierung (als Hauptaktionär der Betreiberfirma) zu erpressen: Sie fordern 25 Millionen Pfund und drohen bei Nichtlieferung mit der Sprengung beider Plattformen. Da die Royal Navy sich für einen Einsatz gegen die Entführer nicht ausreichend vorbereitet sieht, beauftragt die Regierung in Absprache mit der Lloyd's-Versicherung ffolkes mit der Befreiung des Schiffes und dem Ausschalten der Gangster.

ffolkes hatte schon im Vorfeld überlegt, dass eine solche Aktion von einem Versorgungsschiff aus laufen könnte, und agiert jetzt gemäß seiner Planung für diesen Fall: Er will Kramer in ein psychologisches Zermürbespiel verwickeln, indem er erstens die Lösegeldzahlung soweit hinauszögert wie möglich, zweitens die Sprengung der ersten Plattform vortäuscht, um Kramer seinerseits von deren Zerstörung abzuhalten, und drittens sich in Verkleidung und unter einem Vorwand zusammen mit dem Admiral of the Fleet der Royal Navy, Sir Francis Brindsen (James Mason), an Bord beordern zu lassen und zusammen mit seinen Männern, die das Schiff von See her entern sollen, die Anführer der Verbrecher, die den Zündschalter unter ihrer Kontrolle haben, auszuschalten.

ffolkes begibt sich zusammen mit Admiral Brindsen und dem Lordsiegelbewahrer zur Bohrinsel, um den Plan vorzubereiten. Zunächst klappt der Plan auch wie besprochen, doch als ffolkes sich mit dem Admiral und King, dem Direktor der zweiten Bohrinsel, an Bord des Schiffes begibt, misstraut Kramer dem Neuankömmling – dessen Gesicht ihm nicht gefalle – und lässt ihn wieder von Bord bringen. Ein Kumpan von Kramer, der das Schiff verlassen will, wird von einem Mitglied der Bande erschossen. Damit sieht ffolkes sich zu einer Planänderung gezwungen: Er überredet die Premierministerin, statt des Lösegelds eine Bombe vom Hubschrauber abwerfen zu lassen, um die Sprengung der Plattform zu verhindern, falls es ffolkes und seine Männer nicht schaffen sollten, die Verbrecher in der Zwischenzeit zu überwältigen. Trotz zahlreicher Pannen gelingt es ffolkes und seinem Team, die Verbrecher in letzter Minute außer Gefecht zu setzen und die Zündvorrichtungen auszuschalten. ffolkes kann in letzter Sekunde die Signalleuchtkugel abschießen, und der Helikopterpilot kann noch beim Abwurf der Bombe abdrehen; diese explodiert unmittelbar neben dem Schiff. Der sterbende Kramer versucht noch mit letzter Kraft, die Bombe zu zünden, wird aber von ffolkes gerade noch daran gehindert. Mit den letzten Worten teilt Kramer ihm mit, dass er sein Gesicht immer noch nicht leiden könne.

Die in diesem Plot beteiligten Personen versammeln sich zum Schluss zu einer Ehrungsfeier auf ffolkes' Schloss in Schottland. Da er nichts für Orden und Ehrenbezeugungen übrig hat, überreicht ihm die Premierministerin als Belohnung stattdessen drei junge Katzen namens Esther, Ruth und Jennifer, genannt nach dem Versorgungsschiff und den betroffenen Bohrplattformen.

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Weitgehend langweiliger Abenteuerfilm, weder originell noch spannend.“

„Ein überraschend realistischer Actionfilm.“

Brian Lindsey[2]

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dunguaire Castle in Galway, ffolkes Burg im Film

Der Film verbindet Motive des Krimi- und Actiongenres mit der in den 1970er Jahren aufgekommenen Furcht vor Terrorismus. Auch das Thema Feminismus wird aufgegriffen und ffolkes' Frauenfeindlichkeit gegenübergestellt (eine Frau rettet ihm sogar das Leben). Gedreht wurde der Film unter anderem in Dunguaire Castle und im irischen Galway[3].

Bei Beginn der Dreharbeiten im Sommer 1979 war Margaret Thatcher gerade zur ersten Premierministerin Großbritanniens gewählt worden. Mit der Besetzung durch Faith Brook – deren Darstellung der Premierministerin eindeutige Parallelen zu Margaret Thatcher zeigt – wurde diese Personalie nicht nur gewürdigt, sondern auch filmisch genutzt als der Frauenfeind ffolkes erstaunt sagt: „Sie scheint die Situation zu begreifen !“

Schreibweise des Namens: ffolkes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Beginn des Filmes weist Rufus Excalibur ffolkes darauf hin, dass sein Nachname mit zwei „f“, allerdings nur mit kleinen „f“ zu buchstabieren sei. Als Grund gibt er an, dass einem seiner Vorfahren einmal per Gerichtsurteil das Recht aberkannt worden sei, den Familiennamen mit Großem „F“ zu schreiben.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung für Sprengkommando Atlantik. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft, Februar 2010 (PDF; Prüf­nummer: 51 352 V).
  2. FFOLKES (Memento vom 15. Mai 2006 im Internet Archive)
  3. Sprengkommando Atlantik in der Internet Movie Database (englisch)