Staffan de Mistura

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Staffan de Mistura (2015)

Staffan Domingo de Mistura (* 25. Januar 1947 in Stockholm) ist ein italienisch-schwedischer Diplomat. Er wurde im Juli 2014 zum UNO-Gesandten für Syrien ernannt und wurde einer breiten Öffentlichkeit im Zusammenhang mit dem Kampf um Kobanê und den Vermittlungsbemühungen der UNO im Syrischen Bürgerkrieg bekannt.[1]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

De Mistura ist Sohn einer schwedischen Mutter und eines Vaters, der einer italienischen Adelsfamilie aus Šibenik (Sebenico) im (jetzt zu Kroatien gehörenden) Dalmatien entstammt. Dalmatien hatte lange Zeit zur Republik Venedig gehört. Die dort lebende italienischsprachige Bevölkerung verließ nach dem Zweiten Weltkrieg dieses Gebiet.

De Mistura wuchs auf der Insel Capri und in Rom auf, wo er die Jesuitenschule Istituto Massimiliano Massimo besuchte. Danach studierte er an der römischen Universität La Sapienza Politikwissenschaft.

1971 begann er seine berufliche Laufbahn bei den Vereinten Nationen. Er arbeitete drei Jahrzehnte für die in Rom ansässige Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen und das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen, aber auch für die UNICEF und als Sondergesandter des UNO-Generalsekretärs. Im Lauf der Zeit diente er in etlichen Ländern der Welt, unter anderem auf Zypern, in Äthiopien, im Sudan, in Afghanistan, in Albanien, im Irak, im ehemaligen Jugoslawien, in Somalia, in Ruanda und im Libanon.

Von Ende 2011 bis Anfang 2013 war er Staatssekretär im italienischen Außenministerium. Danach entsandte ihn die italienische Regierung in diplomatischer Mission nach Indien. Er wurde auch Präsident des European Institute of Peace in Brüssel, Direktor der schwedischen Villa San Michele auf Capri und dort auch schwedischer Honorarkonsul.

Staffan de Mistura ist schwedischer und italienischer Staatsbürger. Sein AdelstitelMarchese“ wird von der Republik Italien nicht anerkannt. De Mistura spricht Schwedisch, Italienisch, Englisch, Französisch, Deutsch, Spanisch und etwas Arabisch. Er hat zwei Töchter.

Im Oktober 2016 bot De Mistura den Rebellen bzw. Terroristen in Ost-Aleppo an, sie beim Verlassen der Stadt schützend zu begleiten. Er wies dabei darauf hin, dass andernfalls Aleppo binnen der nächsten zwei Monate wohl vollständig zerstört würde und tausende Zivilisten ihr Leben lassen würden.[2]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Staffan de Mistura – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. UN chief appoints Staffan de Mistura as special envoy for Syria crisis. In: UN News Centre. Vereinte Nationen, 10. Juli 2014, abgerufen am 10. Oktober 2014 (englisch).
  2. Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH: Ungewöhnliches Angebot: UN-Sonderbeauftragter würde Rebellen aus Aleppo begleiten. In: FAZ.NET. 7. Oktober 2016, abgerufen am 7. Oktober 2016.