Syrah

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Syrah
Synonyme Shiraz, Balsamia
Syrah
Art Edle Weinrebe (Vitis vinifera subsp. vinifera)
Beerenfarbe rot
Verwendung
Herkunft Rhônetal, Frankreich
VIVC-Nummer 11748
Abstammung

Kreuzung aus
Mondeuze Blanche × Dureza

Liste von Rebsorten
Traube einer Syrah-Rebe
Blatt des Syrah

Syrah (auch Shiraz oder Balsamia) ist eine nicht sehr ertragreiche, aber hochwertige rote Rebsorte, die ursprünglich vor allem im Rhônetal in Frankreich kultiviert wurde. In Südafrika, in Australien, in den USA und in Kanada heißt die Sorte Shiraz. Die Rebe hat so hohe Bedeutung erlangt und ist so begehrt, dass sie in die Nobilität der Weinwelt aufrückte und als Edelrebe bezeichnet wird.

Charakteristik[Bearbeiten]

Syrah-Weine haben meist ein kräftiges Johannisbeer-Aroma. Die Rebe liefert bei normaler Maischegärung einen dunkelfarbigen Wein mit hohem Tanningehalt, der zur Minderung der Adstringenz einer langen Flaschenreife bedarf (siehe hierzu auch den Artikel Phenole im Wein).

Herkunft[Bearbeiten]

Aufgrund von DNA-Analysen der University of California in Davis aus dem Jahr 1998 konnte eindeutig nachgewiesen werden, dass Syrah eine Kreuzung der alten französischen Sorten Dureza und Mondeuse Blanche ist und daher mit höchster Wahrscheinlichkeit aus dem Tal der Rhône stammt.[1]

Abstammung: Dureza x Mondeuse Blanche

Gemäß einer Untersuchung zweier Genetiker, José Vouillamoz und Stella Grando am Forschungszentrum IASMA in San Michele all´Adige in Italien, ist die Syrah mit weiteren mitteleuropäischen Rebsorten verwandt, höchstwahrscheinlich sogar ein Urenkel des Pinot Noir. Zusätzliche Verwandtschaftsbeziehungen bestehen auf der anderen Seite der Alpen, nämlich in die Region Südtirol/Trentino mit ihren Sorten Lagrein, Marzemino und Teroldego.[2] Nach Meinung der beiden Forscher wird es allerdings kaum möglich sein, den Stammbaum der europäischen Rebsorten jemals vollständig zu rekonstruieren, da viele davon ausgestorben sind.

Anbau[Bearbeiten]

Da der Syrah spät austreibt, ist er recht unempfindlich gegen Spätfröste. Kalte, nasse Witterung in der Blütezeit führt jedoch zu empfindlichen Ertragseinbußen. Normalerweise führen seine kleinbeerigen, aber reichlich vorhandenen Trauben zu zufriedenstellenden Erträgen. Problematisch ist aber das Reifeverhalten. Bei ungünstiger Witterung (zu wenig Sonne) reift er nicht ganz aus; dies führt wegen des außerordentlich hohen Tanningehaltes zu einem wenig erfreulichen Geschmack, der oft mit grün, unreif oder uncharmant beschrieben wird. Bei voller Sonne zur Reifezeit kippt er sehr schnell von der Reife zur Überreife, verliert seine Säure und sein reichfruchtiges Aroma.

So erklärt es sich, dass der Syrah (bei perfekter Reife für Weinkenner einer der größten Weine der Welt) als so problematisch galt, dass seine Rebfläche in Frankreich auf zwischenzeitlich nur gut 3.000 ha zurückging. Die inzwischen erreichbaren Preise haben aber wieder zu einem Anstieg auf über 50.000 ha geführt. Weltweit sind ca. 145.000 ha Rebfläche mit der Sorte bestockt.

Anbaugebiete[Bearbeiten]

Frankreich[Bearbeiten]

Mit 69.891 ha (Stand 2007) [3], [4] zählt Syrah zu den bedeutendsten roten Sorten Frankreichs. Die Rebsorte braucht heißes, trockenes Klima und wird vor allem im Rhônetal angebaut. Sie ist Bestandteil vieler Verschnittweine in ganz Südfrankreich. In den Appellationen des nördlichen Rhônetals (Côte-Rôtie, Saint-Joseph, Hermitage, Crozes-Hermitage und Cornas) ist sie sogar die einzige erlaubte rote Rebsorte. Im Languedoc, einem der größten zusammenhängenden Weinbaugebiete der Welt, fließt sie zusammen mit Carignan, Grenache und Mourvèdre in die Cuvées ein.

Ihr Anbaugebiet dehnt sich nach Westen bis nach Gaillac aus. Dort sind auch Cuvées zusammen mit den Bordeaux-Rebsorten möglich. Sie reift dort übrigens später als der Merlot, aber früher als der Cabernet Sauvignon.

Australien[Bearbeiten]

Ein ebenso wichtiges Anbaugebiet – mit gut 43.418 ha (Stand 2007)[5] heute gleichauf mit Frankreich – ist Australien, wo die Traube Shiraz genannt wird. Dort wurde sie bereits um 1830 eingeführt und war lange Zeit verbreiteter als im französischen Mutterland (wo zeitweise nur noch 3.000 ha bestockt waren). Heute bringt sie höchste Qualitäten. Traditionell wird der Shiraz dort mit Cabernet Sauvignon verschnitten, es gibt aber auch sortenreine Weine aus Spitzenlagen mit gut 15 % Alkohol. Berühmte Vertreter sind der Grange von Penfolds, sowie der Amon Ra von Ben Glaetzer.

Siehe auch den Artikel Weinbau in Australien.

Sonstige[Bearbeiten]

Weitere Gebiete sind Kalifornien (ca. 7.306 ha, Stand 2007)[6], Mexiko (ca. 1.700 ha), Südafrika (9.856 ha, Stand 2007)[7], Chile (3.370 Hektar, Stand 2006)[8] und Argentinien (ca. 11.670 ha; Stand 2005); in Italien wird sie auf Sizilien und in winzigen Mengen in der Toskana angebaut. In der Schweiz sind überwiegend im Wallis ca. 179 ha mit Syrah bestockt (Stand 2007, Quelle: Bundesamt für Landwirtschaft BLW [9]). Im Jahr 2008 lag die bestockte Rebfläche in Neuseeland bei noch steigender Tendenz bei 278 Hektar [10]. Zum Vergleich: Im Jahr 2007 lag die Rebfläche noch bei 257 Hektar.[11] Auch in Deutschland wird seit den 1990er Jahren Syrah in kleinen Mengen angebaut, zum Teil mit recht gutem Erfolg. 2012 gab es laut Statistischem Bundesamt 46 Hektar. Die Zahl der Erzeuger dürfte derzeit bei ca. 100 liegen mit Schwerpunkten in der Pfalz, Württemberg, Baden und Rheinhessen.[12]

Abgrenzung[Bearbeiten]

Die Rebsorte Petite Sirah, die in Kalifornien angebaut wird, ist keine Syrah, sondern eine Kreuzung aus Syrah und Peloursin und damit identisch mit der Sorte Durif.

Synonyme[Bearbeiten]

Aufgrund der weiten Verbreitung ist die Liste der Synonyme umfangreich. Syrah ist auch unter den Namen Antournerein, Antournerein noir, Anzher Muskatnyi, Biaune, Blauer Syrah, Bragiola, Candive, Candive noir, Costigliola, Costiola, Damas noir du Puy de Dôme, Damaszener blau, Di Santi, Entourneirein, Entournerein, Entournerin, Ermitage, Fresa grossa, Hignin noir, Marsanne noir, Marzane noir, Neiret di Saluzzo, Neiretta Cunese, Neiretta del Cuneese-Fassanese, Neiretta del Monregalese, Neiretta del rosso, Neiretta dell’Albese, Neiretta di Saluzzo, Neiretto del Cunese, Neiretto di Bene, Neiretto di Carrú, Neiretto di Costigliole, Neiretto di Farigliano, Neiretto di Saluzzo, Nereta piccola di Monregalese, Neretta Cuneese, Neretta del Cuneese-Fassanese, Neretta del Monregalese, Neretta di Costigliole, Neretta di Saluzzo, Neretta piccola, Neretta piccola di Dogliani, Neretto del Beinale, Neretto di Dogliani, Neretto di Saluzzo, Petite Sirah (irrtümlich), Petite Sirrah, Petite Syrah, Petite Syras, Plan de la Biaune, Plant de Biaune, Plant de la Bianne, Plant de la Biaune, Schiras, Schiraz, Seraene, Sereine, Serene, Serenne, Serine, Serine noir, Serinne, Sevene, Shiras, Shiraz, Shyrac, Sirac, Sirah, Sirah marsanne noir, Syra, Syrac, Syrac de l’Ermitage und Zizak bekannt.

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://ecaaser3.ecaa.ntu.edu.tw/weifang/ishs/pap1.files%5Csample.pdf A SINGLE PAIR OF PARENTS PROPOSED FOR A GROUP OF GRAPEVINE VARIETIES IN NORTHEASTERN FRANCE, von J.E. Bowers, R. Siret und C.P. Meredith sowie von P. This und J.-M. Boursiquot
  2. Généalogie des cépages : le ‘Pinot’ est apparenté à la ‘Syrah’ (PDF; 262 kB)
  3. LES CEPAGES NOIRS DANS LE VIGNOBLE (PDF), Statistik zu roten Rebsorten je Großregion, Teil 1, Veröffentlichung des OFFICE NATIONAL INTERPROFESSIONNEL DES FRUITS, DES LEGUMES, DES VINS ET DE L’HORTICULTURE – kurz ONIVINS, Stand 2008
  4. LES CEPAGES NOIRS DANS LE VIGNOBLE (PDF), Statistik zu roten Rebsorten je Großregion, Teil 2, Veröffentlichung des OFFICE NATIONAL INTERPROFESSIONNEL DES FRUITS, DES LEGUMES, DES VINS ET DE L’HORTICULTURE – kurz ONIVINS, Stand 2008
  5. https://www.awbc.com.au/winefacts/data/free.asp?subcatid=102 Statistik des Australian Government
  6. http://www.nass.usda.gov/Statistics_by_State/California/Publications/Fruits_and_Nuts/200704gabtb00.pdf California Grape acreage 2007 Crop, vom California Department of Food and Agriculture, Sacramento, Veröffentlicht im April 2008
  7. http://www.suedafrika-wein.de/Book_2008_web.pdf Southafrican Wine Industry Statistics, Veröffentlicht im Juni 2008
  8. CATASTRO VITICOLA NACIONAL 2006 (PDF), vom SAG Chile, Veröffentlicht 2007, in spanischer Sprache
  9. Das Weinjahr 2008 (PDF), Herausgeber Bundesamt für Landwirtschaft BLW
  10. New Zealand Winegrowers Statistical annual 2008 (PDF)
  11. New Zealand Winegrowers Statistical annual 2007 (PDF)
  12. [ http://weinreporter.net/drinktank/2013/12/11/neue-sorten-braucht-das-land/]

Weblinks[Bearbeiten]